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| Am 8. Dezember
wird das Fest der unbefleckten Empfängnis Marias gefeiert. Im Volksmund
spricht man von "Maria Empfängnis", genau genommen handelt es
sich um das Fest Maria Erwählung, nämlich der ohne Erbsünde empfangenen
Jungfrau und Gottesmutter Maria. Im Vordergrund steht Maria als die von Gott Erwählte, die von Beginn ihres Lebens an von Erbschuld befreit war. Im 15. Jahrhundert erhielt das Fest der Empfängnis der unbefleckten Maria offiziellen Status. Papst Clemens XI. verbreitete die Bedeutung dieses Festes 1708 für die Kirche. Schließlich legte Pius IX. den Festinhalt genau fest: "...Inhalt ist, dass Maria durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes ... von jedem Makel der Erbschuld bewahrt worden ist."
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Unsere Wirtschaft schreit nach Ankurbelung der Kaufkraft, PolitikerInnen stimmen in diesen Chorgesang ein, mehrstimmig unisono. Kaufkraft als neuer Turbo. Ordentliche Löhne ist man immer weniger bereit zu zahlen. Ist es tatsächlich erstrebenswert, Leben und Lebensinhalt, Lebensqualität über die Kaufkraft zu definieren. Ich shoppe, ich konsumiere, also bin ich. Bin ich was eigentlich? GüterabhängigeR, gezwungen, möglichst viel zu verdienen und zu arbeiten, um aus dem Kreislauf der Kaufkräftigen nicht rauszufallen, orientiert nur an dem, was ich mir leisten kann, nicht wer ich bin. Frei zu kaufen. Eigentlich aber in der Falle. Hamster im Rad. Der die Wirtschaft füttert Gute Arbeit heißt Unter-brechung. Lebensrhythmus und Lebensqualität entstehen durch Pausen und Feiertage. Zeiten, um dem eigenen Leben auf die Spur zu kommen. Leben lebt von Unterbrechungen, Auszeiten, Ruhepausen, schöpferischen Zeiten. Freizeit ist nicht automatisch Shoppingzeit. Lebst du schon oder shoppst du noch immer? Nachdenken über mein eigenes Konsumverhalten kann heißen: Brauche ich das jetzt wirklich, wirklich? Quillt mein Kasten, mein Bücherschrank, meine CD-Sammlung, mein Keller und Dachboden, meine Wohnung nicht schon über von Dingen, die ich zwar habe aber eigentlich nicht wirklich brauche, geschweige denn nutzen kann? Das Sozialforum Linz-Land und die Betriebsseelsorge Nettingsdorf und der ÖGB Linz-Land rufen für den 8.Dezember 2005 wieder auf zum „Kauf nix“-Tag. „Wir laden alle kritischen Konsumentinnen und kritischen Konsumenten ein, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, in den Tagen des generellen vorweihnachtlichen Einkaufswahns Ihren Einkauf an diesem Tag zu verweigern. Einen Tag innehalten im Getriebe des Konsums. Wir brauchen Unterbrechungen, Momente des Aussteigens, in einer Tempo-Gesellschaft „andere“ Zeiten, Möglichkeiten, unser Tempo zu finden und zu leben – letztlich die Utopie einer anderen, menschlicheren Wirtschaft und Gesellschaft“, meint Sonja Brünzels, Sprecherin des Sozialforums Linz-Land. Verstopfte Straßen, hektische Käuferinnen und Käufer, zu Feiertagsarbeit gezwungene Mütter und Väter, glitzernde Einkaufstempel mit einlullender Musik, Dauerschichtdienst schiebende Einkaufscenter-Maskottchen usw. symbolisieren diesen hohen Feiertag des Geldgötzen. Verweigern wir dem Geldgötzen den Gehorsam und die reale Anbetung durch Kaufverzicht. Hauptleidtragende sind die Angestellten des Einzelhandels sowie deren Familien und die Anrainerinnen und Anrainer der Konsumtempel und deren Zubringerstraßen. Vermeintliche Steigerung der Lebensqualität der einen auf Kosten derer, die arbeiten müssen. Mit dem „Kauf nix“-Tag am 8.12. sollen die Konsumentinnen und Konsumenten zum Nachdenken angeregt werden. Wie schnell sind sie unterwegs?, Leben sie noch oder shoppen sie schon wieder? Sie haben das Recht auch mal nichts zu kaufen! Nutzen sie diese Freiheit.Es gibt auch noch anderes, was uns als Menschen ausmacht. Wir sind zu mehr geboren als zum Shoppen und Konsumieren „Mein Einkaufskorb bleibt heute leer“. „Ich mache KONSUMPAUSE“. Und nutze die Zeit für mich. Ganz konkret.
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Fahren
sie zu großen Shoppingcentern?
Kaufen
sie nach 18 Uhr ein?
Kaufen
sie auf Pump ein?
Kaufen
sie fair gehandelte Produkte?
Führen
sie in Großmärkten Gespräche mit VerkäuferInnen?
Kaufen
sie Sachen, die sie nicht wirklich brauchen?
Lassen
sie sich beim Kauf von Produkten von der Werbung beeinflussen?
Kaufen
sie aufgrund von Geldmangel auch No-Name-Produkte? Gratulation! Sie haben sich Zeit genommen, sich mit ihrem Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Eine Veränderung liegt in ihrer Hand. Ihr Sozialforum Linz-Land |
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| Vortrag von Prof. DDr. Paul Zulehner - Thesenpapier | ||||||
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Consumo ergo sum
- Ich konsumiere, also bin ich (wer?) |
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1. Wer nicht konsumiert, ist
in Gefahr überflüssig zu werden
• „Selbst in reichen
Gesellschaften kann jeder von uns überflüssig werden. Wohin mit ihm?“
(Hans M. Enzensberger)
•
Ehrennamen unserer Gesellschaft: Arbeits- Wissens,-, Erlebnis-,
Lebenswissenschaften- und Konsumgesellschaft
•
Nicht konsumieren gefährdet Lebensgrundlagen (kein Wirtschaftswachstum
(Export reicht nicht, es braucht Inlandsnachfrage) / Verlust der
Arbeitsplätze / Es ist ein Teufelskreis)
•
Wir unternehmen alles, um die Kaufkraft und Kauflust der Bürger zu stärken
(Lohnerhöhungen / Kritisch, wenn Mehrwertsteuer erhöht wird / wir öffnen
am Sonntag neben den Gottestempeln die Konsumtempeln / vor allem: Wir
versuchen, den Sozialwert an die Kaufkraft zu binden: Hast du was, bist du
was)
•
Wer keine Kaufkraft hat, wird überflüssig
2. Der
hohe Preis: Sozialwert bestimmt den Selbstwert
•
Es zählt immer mehr das Haben, weniger das Sein (Fromm / Johannes XXIII.:
Haben oder Sein / Jesus: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt
"konsumiert")
•
Dabei sind wir längst keine Materialisten mehr, sondern Postmaterialisten
•
Dennoch spüren immer mehr: nicht wir haben die Dinge, sondern die Dinge
haben uns. Sie machen uns klein.
O. Prof. DDr. Paul Michael Zulehner |
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