Mariä Empfängnis            Gedanken           Einkaufen am Feiertag          "Biographisches"    
 

Mariä Empfängnis, 8. Dezember

 

Am 8. Dezember wird das Fest der unbefleckten Empfängnis Marias gefeiert. Im Volksmund spricht man von "Maria Empfängnis", genau genommen handelt es sich um das Fest Maria Erwählung, nämlich der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.
Im Vordergrund steht Maria als die von Gott Erwählte, die von Beginn ihres Lebens an von Erbschuld befreit war.

Im 15. Jahrhundert erhielt das Fest der Empfängnis der unbefleckten Maria offiziellen Status. Papst Clemens XI. verbreitete die Bedeutung dieses Festes 1708 für die Kirche. Schließlich legte Pius IX. den Festinhalt genau fest: "...Inhalt ist, dass Maria durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes ... von jedem Makel der Erbschuld bewahrt worden ist."

(Pius IX., Bulle Ineffabilis Deus, 8.12.1854).



Gottesdienst in unserer Pfarre: 9.00 Uhr  (weitere Infos siehe Monatskontakte)

 

 

Magnificat

Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. 
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan 
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht 
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Lukas 1, 46-56

Die schwangereMaria besucht ihre Tante Elisabeth,
die zu Johannes dem Täufer schwanger ist.

 

zurück zur Kirchenfeste-Seite                zurück zur Startseite               zurück zur Lektoren-Seite

 
 

Einfach zum Nach-Denken

Ein eiliger Weg führt Maria in Judas Bergland zu Elisabeth: Zwei Frauen, der Altersunterschied ist beträchtlich, aber nicht so wichtig, denn die Erfahrung ist ähnlich und führt zusammen. In ihrer Begegnung regt sich unübersehbar das junge Leben, erfährt Maria
Zuspruch und Bestärkung, wird der Blick weit für Gottes Wirken über das persönliche Schicksal hinaus.
Maria bleibt, bis Johannes zur Welt kommt. Dann kehrt sie zurück nach Nazareth, geht jede der beiden Frauen wieder den eigenen Weg. Später, im Großwerden und Geschick der Söhne, bleiben Fragen und Schmerzen keiner von ihnen erspart.

Nirgends ist die Chance sich zu verstehen und gegenseitig zu stüt zen höher als unter Menschen, die Ähnliches ähnlich erlebt haben – wie Maria und Elisabeth. Nirgends liegt aber auch die Versuchung näher, als die „Wir-Besonderen“ zusammenzubleiben, sich gegenseitig der Bedeutsamkeit zu versichern und vom Rest der Welt wenig zu halten – da gehen Maria und Elisabeth einen anderen Weg.
 

Klaudia Engljähringer

 

zurück zur Kirchenfeste-Seite                zurück zur Startseite               zurück zur Lektoren-Seite

 

 

Tu was – kauf nix!


Von Zeitgewinn und Widerstand durch bewusstes Nix-Tun!

Es ist ein Mythos des 20. Jahrhunderts, dass Lebensqualität mit Anhäufung von Konsumgütern gleichgesetzt werden kann. Besonders wenn man den Preis, nämlich lebenslange harte Arbeit berücksichtigt.

Was brauche und will ich im Leben?
Diese sehr grundsätzliche Frage ermöglicht einen veränderten Blick auf mein Arbeits-, Lebens- und Kaufverhalten. Lebensqualität braucht eine ökonomische Grundlage, erschöpft sich letztlich aber nicht im Haben. Anders ausgedrückt: Wenn ich weniger brauche, kann ich weniger arbeiten und freier leben.

Unsere Wirtschaft schreit nach Ankurbelung der Kaufkraft, PolitikerInnen stimmen in diesen Chorgesang ein, mehrstimmig unisono. Kaufkraft als neuer Turbo. Ordentliche Löhne ist man immer weniger bereit zu zahlen. Ist es tatsächlich erstrebenswert, Leben und Lebensinhalt, Lebensqualität über die Kaufkraft zu definieren. Ich shoppe, ich konsumiere, also bin ich. Bin ich was eigentlich? GüterabhängigeR, gezwungen, möglichst viel zu verdienen und zu arbeiten, um aus dem Kreislauf der Kaufkräftigen nicht rauszufallen, orientiert nur an dem, was ich mir leisten kann, nicht wer ich bin. Frei zu kaufen. Eigentlich aber in der Falle. Hamster im Rad. Der die Wirtschaft füttert

 Gute Arbeit heißt Unter-brechung. Lebensrhythmus und Lebensqualität entstehen durch Pausen und Feiertage. Zeiten, um dem eigenen Leben auf die Spur zu kommen. Leben lebt von Unterbrechungen, Auszeiten, Ruhepausen, schöpferischen Zeiten. Freizeit ist nicht automatisch Shoppingzeit. Lebst du schon oder shoppst du noch immer? Nachdenken über mein eigenes Konsumverhalten kann heißen: Brauche ich das jetzt wirklich, wirklich? Quillt mein Kasten, mein Bücherschrank, meine CD-Sammlung, mein Keller und Dachboden, meine Wohnung nicht schon über von Dingen, die ich zwar habe aber eigentlich nicht wirklich brauche, geschweige denn nutzen kann?

 Das Sozialforum Linz-Land und die Betriebsseelsorge Nettingsdorf und der ÖGB Linz-Land rufen für den 8.Dezember 2005 wieder auf zum „Kauf nix“-Tag.

„Wir laden alle kritischen Konsumentinnen und kritischen Konsumenten ein, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, in den Tagen des generellen vorweihnachtlichen Einkaufswahns Ihren Einkauf an diesem Tag zu verweigern. Einen Tag innehalten im Getriebe des Konsums. Wir brauchen Unterbrechungen, Momente des Aussteigens, in einer Tempo-Gesellschaft „andere“ Zeiten, Möglichkeiten, unser Tempo zu finden und zu leben – letztlich die Utopie einer anderen, menschlicheren Wirtschaft und Gesellschaft“, meint Sonja Brünzels, Sprecherin des Sozialforums Linz-Land.

 Verstopfte Straßen, hektische Käuferinnen und Käufer, zu Feiertagsarbeit gezwungene Mütter und Väter, glitzernde Einkaufstempel mit einlullender Musik, Dauerschichtdienst schiebende Einkaufscenter-Maskottchen usw. symbolisieren diesen hohen Feiertag des Geldgötzen. Verweigern wir dem Geldgötzen den Gehorsam und die reale Anbetung durch Kaufverzicht.

Hauptleidtragende sind die Angestellten des Einzelhandels sowie deren Familien und die Anrainerinnen und Anrainer der Konsumtempel und deren Zubringerstraßen. Vermeintliche Steigerung der Lebensqualität der einen auf Kosten derer, die arbeiten müssen.

Mit dem „Kauf nix“-Tag am 8.12. sollen die Konsumentinnen und Konsumenten zum Nachdenken angeregt werden. Wie schnell sind sie unterwegs?, Leben sie noch oder shoppen sie schon wieder? Sie haben das Recht auch mal nichts zu kaufen! Nutzen sie diese Freiheit.Es gibt auch noch anderes, was uns als Menschen ausmacht. Wir sind zu mehr geboren als zum Shoppen und Konsumieren

„Mein Einkaufskorb bleibt heute leer“. „Ich mache KONSUMPAUSE“. Und  nutze die Zeit für mich. Ganz konkret.

 

zurück zur Kirchenfeste-Seite                zurück zur Startseite               zurück zur Lektoren-Seite

 

Bist du konsum-süchtig?
Teste dich selbst!
 

Fahren sie zu großen Shoppingcentern?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦

 Kaufen sie nach 18 Uhr ein?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦

Kaufen sie auf Pump ein?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦

 Kaufen sie fair gehandelte Produkte?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦ 

Führen sie in Großmärkten Gespräche mit VerkäuferInnen?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦

 Kaufen sie Sachen, die sie nicht wirklich brauchen?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦ 

Lassen sie sich beim Kauf von Produkten von der Werbung beeinflussen?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦

 Kaufen sie aufgrund von Geldmangel auch No-Name-Produkte?
Oft                   häufig               manchmal                    selten               niemals

¦
                    ¦                    ¦                                ¦                    ¦ 

Gratulation! Sie haben sich Zeit genommen, sich mit ihrem Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Eine Veränderung liegt in ihrer Hand.

Ihr Sozialforum Linz-Land

 

zurück zur Kirchenfeste-Seite                zurück zur Startseite               zurück zur Lektoren-Seite

 

 
Vortrag von Prof. DDr. Paul Zulehner - Thesenpapier

Consumo ergo sum - Ich konsumiere, also bin ich (wer?)
 

1. Wer nicht konsumiert, ist in Gefahr überflüssig zu werden
• „Selbst in reichen Gesellschaften kann jeder von uns überflüssig werden. Wohin mit ihm?“ (Hans M. Enzensberger)
• Ehrennamen unserer Gesellschaft: Arbeits- Wissens,-, Erlebnis-, Lebenswissenschaften- und Konsumgesellschaft
• Nicht konsumieren gefährdet Lebensgrundlagen (kein Wirtschaftswachstum (Export reicht nicht, es braucht Inlandsnachfrage) / Verlust der Arbeitsplätze / Es ist ein Teufelskreis)
• Wir unternehmen alles, um die Kaufkraft und Kauflust der Bürger zu stärken (Lohnerhöhungen / Kritisch, wenn Mehrwertsteuer erhöht wird / wir öffnen am Sonntag neben den Gottestempeln die Konsumtempeln / vor allem: Wir versuchen, den Sozialwert an die Kaufkraft zu binden: Hast du was, bist du was)
• Wer keine Kaufkraft hat, wird überflüssig
 
2. Der hohe Preis: Sozialwert bestimmt den Selbstwert
• Es zählt immer mehr das Haben, weniger das Sein (Fromm / Johannes XXIII.: Haben oder Sein / Jesus: Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt "konsumiert")
• Dabei sind wir längst keine Materialisten mehr, sondern Postmaterialisten
• Dennoch spüren immer mehr: nicht wir haben die Dinge, sondern die Dinge haben uns. Sie machen uns klein.
 

Brotvermehrung: Evangeliar aus Echternach um 1040
Nürnberg, Germanisches Museum

3. Die Gegenbewegung einer kulturellen Avantgarde
• franziskanische Bewegung (Albtraum: Christen gewinnen erfolgreich ihre Mitglieder für franziskanische Armut und Askese)  
• Lessness (Martin, Ariane: Sehnsucht – der  Anfang von allem. Dimensionen zeit-genössischer Spiritualität, Ostfildern 2005, Schwabenverlag, 42ff.)
4. Unauflösliches Dilemma
• Nicht konsumieren ist unsolidarisch  
• Konsumieren kann den Menschen spirituell verarmen  
5. Ein möglicher Ausweg:
• Nicht, dass die Dinge uns haben, sondern wir die Dinge mit anderen teilen 
• Konsum solidarisieren   
• Effizient Wirtschaften als Solidarität   
• nehmen und geben als Urbewegdung des Lebens

O. Prof. DDr. Paul Michael Zulehner

 

zurück zur Kirchenfeste-Seite                zurück zur Startseite               zurück zur Lektoren-Seite