| Valentin von Rätien
- Kirchenpatron
Gedenktag :
7. Januar, Bischof von Passau
Sein Name kommt vom laeinischen Wort "valens": der Gesunde, Vielvermögende, Starke Über ihn ist uns nur wenig berichtet bez. überliefert.
Der Legende nach hat er in Rätien, im heutigen Bayrischen Raum südlich der Donau, gelebt. Er versuchte dreimal in Passau als
Missionar, Abt und Bischof zu wirken, wurde aber jedes mal vertrieben. Er kam dann als Wanderbischof in das Alpenvorland,
vielleicht auch zu uns und ging schließlich nach Südtirol, wo er segensreich wirkte.
Am 7.1.475 starb er und wurde in der Kirche der Zenoburg in Meran-Mais beigesetzt. Herzog Tassilo III. von Bayern ließ um 764 seine Gebeine in den
Stephansdom zu Passau übertragen, wo er seither als Diözesanpatron verehrt wird. Bei der Erhebung seiner Gebeine 1120
fand man in seinem Sarg eine Bleitafel mit seiner vita (-Lebenslauf) die ein
"anonymus Passaviensis" abgeschrieben hatte. Darauf beruhen auch die Informationen über den Hl. Valentin.
Attribute: Dargestellt wird er als Bischof mit einem Epileptiker zu seinen Füßen und wird als Patron gegen Epilepsie,
Gicht und Krämpfe angerufen (gegen Epilepsie, im Volksmund hinfallende Krankheit) wegen des
Gleichklangs seines Namens Valentin mit Fallen.
Patron des Bistums Passau
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Was uns das Leben des Hl. Valentin sagen kann:
Gib nicht auf, wenn du um deinen Glaubens willen nicht verstanden wirst und man deshalb dich abweist oder ablehnt. Vielleicht
braucht Gott dich woanders wichtiger oder notwendiger. Geh hin, wohin er dich ruft. |
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| Heiliger
Florian
Gedenktag : 4. Mai, Landespatron von Oberösterreich
Der Heilige Florian wurde in
Cetium, dem heutigen Zeiselmauer bei Krems
geboren. Sein Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "der
Blühende".
Er war Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres.
Als er von der Gefangennahme von 40 Soldaten aus seiner ehemaligen Legion hörte,
eilte er an den Ort des Geschehens nach Lauriacum, der Hauptstadt der Provinz
Ufer-Noricum, um ihnen zu helfen. Er wurde dabei aber selbst verhaftet, gefangen
und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen.
So starb er um 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch an der Enns, den
Martyrertod.
Die Überlieferung berichtet, dass seine Leiche, von den Wellen auf einen
Felsen geworfen und von einem Adler bewacht, von Valeria, einer frommen Frau,
gefunden und von ihr dort bestattet wurde. an dieser Stelle wurde im 8. Jahrhundert das Stift St.
Florian gegründet.
In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben
- aber erst im 15. Jahrhundert setzte sich diese Überlieferung durch, die heute
seine Bedeutung begründet. Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden Mitte
des 20. Jahrhunderts in Lorch ausgegraben, Florians Reliquien kamen auch nach
Rom und Krakau.
Attribute: römischer Soldat, ein Haus löschend, Mühlstein
Patron von Oberösterreich, Bologna und Krakau; der Feuerwehr ("Floriansjünger"),
Töpfer, Böttcher, Hafner,
Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder und Bierbrauer;
bei Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder, Brandwunden;
gegen Feuer- und
Wassergefahr, Sturm
Bauernregel: "Der Florian, der Florian, / noch einen Schneehut setzen
kann."
Der hl. Florian sagt uns:
Christen müssen mit ihrem Leben ein Glaubenszeugnis für Jesus Christus ablegen. Ihr müsst euch
entscheiden,
ob ihr Gott dienen oder fremden Götzen
und heillosen Mächten nachlaufen wollt. |
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Heiliger Sebastian
Gedenktag:
20. Januar
Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder,
möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines
Sebastiangrabes in Rom. Sein Name bedeutet " der der Verehrung
Würdige". 
Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am
kaiserlichen Hof Diokletians, bekannte dort aber ungeachtet des Verbotes seinen
christlichen Glauben weiter und bekehrte viele zum Christentum . Seine
Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen
Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.
Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians
Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen
erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers
Castulus
namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder
erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die
grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn
daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca
maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin
Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und
bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche
San Sebastiano ad Catacumbas.
Diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms. Sebastians
Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Eine Pestepidemie in
Rom im Jahr 680 sei erloschen, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen
trug; "Sebastinanspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest.
Das erste Martyrium des heiligen Sebastian wurde zum beliebten Thema in der
Kunst der Renaissance, der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes
Thema der Aktmalerei. Seine Reliquien sollen in Hagenau im Elsaß sein.
Attribute: Pfeil, der seine Brust durchbohrt
Patron der Brunnen; der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten,
Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer,
Zinngießer, Steinmetze, Gärtner,
Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen
Der hl. Sebastian sagt uns:
Wer Jesu Jünger ist, muss Gott mehr gehorchen
als den weltlichen Herrschern. |
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| Elisabeth von Thüringen
Gedenktag:
19. November
Elisabeth war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud
von Kärnten-Andechs-Meran. Ihr Name kommt aus dem Hebräischen und
bedeutet: Gott hat geschworen". Im Geburtsjahr von Elisabeth fand der berühmte Sängerkrieg
auf der Wartburg bei Eisenach statt; Dichtung und Legende erzählen von der
Anwesenheit des zauberkundigen Klingsor aus Ungarn und seinem prophetischen
Hinweis auf die Königstochter Elisabeth.
Als Vierjährige wurde Elisabeth - unter Einfluss der politischen Interessen
des Papstes Innozenz III. - mit dem damals elf Jahre alten Thüringer
Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung in deutscher Umgebung und durch
ihre Schwiegermutter Sophie nach Thüringen geschickt. Doch Hermann starb 1216,
ein Jahr darauf auch sein Vater, als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an,
der, nachdem er volljährig geworden war, 1218 als Ludwig
IV. Landgraf wurde. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit
und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach
Ungarn zurückgeschickt werden; aber inzwischen hatte sich Ludwig in sie
verliebt, 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert.
Es kam zu einer glücklichen Ehe, aus der schnell drei Kinder hervorgingen.
Als 1225 die ersten Franziskaner
nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiender Besitzlosigkeit großen
Einfluss auf Elisabeth aus. Sie kümmerte sich um Bedürftige, besuchte
Armenviertel; dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann
erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Ausführlich berichten
die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdungen und Vorwürfen ihrer
Umgebung standhielt. Immer wieder erscheint Wunderbares: Der Aussätzige, den
sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt
Elisabeth zu ertappen wurde das Bild des Gekreuzigten gesehen. Als sie im
Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der
Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da
bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, und Korn füllte alle
Kammern. Als sie bei der festlichen Ankunft des Kaisers Friedrich II. kein
Gewand mehr in der Truhe fand, überkleidete sie ein Engel mit Glanz und
Schmuck, worauf sie fürstlicher als je im Saal erschien.
Das "Rosenwunder" ist weder in der Lebensbeschreibung noch in den
großen Legendensammlungen verzeichnet: Ludwig, von seiner Umgebung gegen
Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem
brotgefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen:
"Was trägst du da?", deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.
Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen
Orden bei und empfing von Konrad
von Hildesheim das Kreuz, um am 5.
Kreuzzug teilzunehmen. Er erkrankte dabei im italienischen Otranto, wurde -
schon eingeschifft - in Brindisi wieder an Land gebracht und starb dort 1227 an
einer Seuche - die Legende berichtet aber auch von einem verderblichen Trank,
den er mit der Kaiserin Jolanthe getrunken habe, denn auch sie starb. Elisabeth
war tief traurig: "Mit ihm ist mir die Welt gestorben".
Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem
Schwager Heinrich Raspe von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie
verschwende öffentliche Gelder für Almosen. In Eisenach fand sie keine
Unterkunft, habe zunächst in einem Schweinestall gehaust. Bei ihrem Onkel mütterlicherseits,
dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme: er
wollte sie wieder vermählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von
Kaiser Friedrich ab. Rückkehrende Kreuzfahrer brachten ihr Ring und Gebeine
Ludwigs; nach seiner feierlicher Bestattung musste man ihr auf Betreiben von
Papst Gregor IX. ihr Witwengut herausgegeben. Legendär ist, dass Gregor, auf Franziskus'
ausdrücklichen Wunsch, diesem den Mantel von den Schultern nahm und ihn
Elisabeth zusandte.
1229 zog Elisabeth an den Wohnort ihres Seelenführers und Beichtvaters, des
Prämonstratensers Konrad von Magdeburg. Dieser strenge, asketische Mann wollte "die
Heilige zu einer Heiligen zu machen", verfolgte sie mit Bußübungen, geißelte
sie schon für kleine Vergehen - Konrad wurde wegen seiner fanatischen Strenge
1233 erschlagen. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen,
ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf allen ihr juristisch
zustehenden Reichtum verzichten; Konrad hinderte sie am Verzicht, um das Vermögen
zu retten. Mit diesem Witwenvermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg
ein Spital, benannte es nach Franziskus
und arbeitete dort selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod. Sie ließ nun auch
ihre Kinder zurück und trat in die von Konrad geleitete
Hospitalitergemeinschaft ein - nicht als Tertiarin in den Franziskanerorden,
wie oft angenommen. Auf sie gehen der Orden und die Krankenhäuser der "Elisabethinen"
zurück!
Elisabeth starb mit vierundzwanzig Jahren, aufgezehrt in der Fürsorge für
andere, am 17. November 1231 in Marburg und wurde in ihrem Franziskus-Hospital
bestattet. 1236 erfogte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs
II. von Hohenstaufen. Wallfahrten zu ihrem Grab gehörten, durch Wunderheilungen
sich ausbreitend, zu den berühmtesten des Mittelalters. Friedrich Heer nannte
Elisabeth "eine der zartesten, innigsten und liebenswertesten"
Heiligen des Mittelalters; Alban Stolz schrieb, "dass außer der Mutter
Gottes Maria
noch keine weibliche Person eine größere, weiter verbreitete Verherrlichung
auf Erden gefunden hat als die heilige Elisabeth".
Philipp von Hessen ließ Elisabeths Reliquien 1539 im Zuge der Reformation
aus dem Sarg entfernen, um die Verehrung zu beenden; ihr Kopf war aber
schon vorher ins Elisabethinnen-Kloster nach Wien gekommen. Auch die Stadt
Kosice - etwas nördlich ihres Geburtsortes, heute in der Slowakei gelegen - ist
ein Zentrum ihres Kultes.
Attribute: Korb mit Rosen, Korb mit Broten, Schüssel mit Fischen, Bettler
Patronin von Thüringen und Hessen, des Deutschen Ordens, der
Caritasvereinigungen; der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig
Verfolgten, Notleidenden; der Bäcker und Spitzenklöpplerinnen
Bauernregel:
"St. Elisabeth sagt es an, / was der Winter für ein Mann."
Die hl. Elisabeth sagt uns:
Folgt Christus nach und sorgt euch um die Notleidenden. Böse Blicke und dumme Worte sollen euch
nicht davon abhalten. |
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| Heilige Barbara
Gedenktag:
4. Dezember; Märtyrerin, Nothelferin
Barbara war vielleicht Märtyrerin unter Galerius Valerius Maximinus, genant
Daja. Sie ist aber eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine
der bekanntesten christlichen Heiligen. Der Name kommt aus dem Griechischen und
bedeutet "Die Fremde". Sie wurde wahrscheinlich Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen Izmit
oder in Heliopolis, dem heutigen Bá'labakk (Baalbek)
geboren. Sie starb wahrscheinlich 306 in Nikomedia den Martyrertod.
Ausführlich berichten die Legenden von Barbaras Schönheit und ihrem
scharfen Verstand. Eines Tages habe sie ihre Eltern gefragt habe, ob die Götter
Menschen gewesen seien und warum man diese und nicht eine unsterbliche Gottheit
anbete. Sie richtete in einem Brief ihre Fragen an Origines,
der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war. Durch einen
Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort. Barbara bezeichnete den
Besucher als Arzt, damit ihr Vater den Besuch zuließ; Valentinus belehrte und
taufte sie.
Nach anderen Fassungen der Legende wurde Barbara von ihrem heidnischen Vater,
dem reichen Dioskuros von Nikomedia, in einen Turm geschlossen, weil er auf
seine bildschöne und verführerisch junge Tochter eifersüchtig war und sie am
Heiraten hindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich
taufen: vom Heiligen Geist erleuchtet, sei sie in ein heidnisches Opferbecken
gestiegen und habe die Taufe durch Johannes,
den Täufer, der ihr erschien, erhalten.
Noch anders wird erzählt und teilweise dargestellt, dass Barbara den Vater
um den Bau eines Bades gebeten habe. Nachdem sie nicht die vom Vater
angeordneten zwei Fenster, sondern drei als Zeichen der Dreieinigkeit habe
anbringen lassen, ein Kreuz mit der Hand in den noch feuchten Putz gedrückt und
ein kostbares Kreuz auf den Sockel eines gestürzten Götterbildes gestellt
habe, empfing sie im Bad ihres luxuriös eingerichteten Turmes die Taufe. Dem
von einer Reise zurückkehrenden Vater, der sie empört über den veränderten
Bau zur Rede stellte, offenbarte sie sich als Christin. Der Vater wollte sie
deswegen erschlagen lassen, aber auf wunderbare Weise fand sie einen Weg aus dem
Turm, floh und fand Unterschlupf bei einem Hirten. Der verriet den nach Barbara
suchenden Häschern ihren Aufenthaltsort in einer Höhle und wurde dafür zur
Strafe von Gott in einen Mistkäfer verwandelt - nach anderer Überlieferung
wurde er zu Stein und seine Schafe zu Heuschrecken.
Barbara wurde von ihrem Vater dem römischen Statthalter Marcianus
ausgeliefert, doch auch ihm gelang es nicht, sie zur Entsagung ihres Glaubens zu
bewegen, obwohl er sie geißeln ließ; Barbara sprach von den Geißeln "als
ob es Pfauenfedern gewesen seien"; nachts erschien ihr dann Christus im Gefängnis,
um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Statthalter ließ Barbara nun mit
Keulen schlagen, ihr die Brüste abschneiden, sie mit Fackeln brennen. Daraufhin
wurde sie vor Gericht gestellt und dazu verurteilt, sich nackt auf dem Markt den
Blicken der Leute preiszugeben. Auf ihr Gebet hin wurde sie aber mit Wolken und
Nebel bedeckt. Daraufhin sollte sie enthauptet werden; der rachsüchtige Vater
selbst hat das Urteil vollstreckt, gleich darauf traf ihn ein Blitzschlag und er
verbrannte.
Schon frühzeitig wurde Barbara Mittelpunkt der Verehrung. Aufgrund des
Blitzschlag gegen ihren Vater wurde Barbara mit dem Blitz in Verbindung
gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet. Aus demselben Grund ist
sie die Schutzheilige der Artillerie. Ihr Bildnis wurde früher häufig auf
Waffenlagern und Pulvermagazinen aufgestellt; der Pulverlagerraum eines französischen
Kriegsschiffes wird noch heute als Sainte-Barbe bezeichnet. Als Vaterstadt wird
auch Catania in Sizilien genannt; auch Barbara soll - wie Agatha
- einen Ätna-Ausbruch von der Stadt abgewendet haben; sie wird deshalb dort
besonders verehrt. Reliquien kamen um 1000 nach Venedig.
Als eine der 14 Nothelfer
wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden
angerufen, ihr Gebet um Sündenvergebung für alle Christen sei ihr durch eine
Stimme vom Himmel bestätigt worden. In Deutschland ist sie eines der drei Heiligen
Madl'n.
Zahlreiche Volksbräuche zeigen ihre Verehrung: Zweige, die an ihrem
Gedenktag als "Barbarazweige" von Apfel- oder Kirschbäumen
abgeschnitten und ins Wasser gestellt werden, blühen an Weihnachten. Dies ist
ein uralter Orakelbrauch: Wenn man vor Wintereinbruch das Vieh von den Weiden in
die Stallungen trieb, nahm man solche Zweige von den Bäumen mit, zu Weihnachten
schloss man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit des darauf
folgenden Jahres. Symbolisch stehen die aufgeblühten Zweige für das
Weihnachtslied "Es ist ein Ros' entsprungen".
Die Knappen im Bergwerk erhielten am Barbaratag das vor Unheil schützende
"Barbaralicht". Im Rheinland ist Barbara die Begleiterin des Nikolaus
und beschert die Kinder. Der Tag von Barbara ist seit 1969 wie alle Gedenktage
von rein legendarischen Gestalten nicht mehr im Festkalender der katholischen
Kirche aufgeführt.
Turm mit drei Fenstern, Kelch und Hostie, Kanonenrohr, Fackel
Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der
Bergleute, Bauern, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker,
Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber,
Hutmacher und Artilleristen; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine
gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod
Bauernregeln:
"Auf Barbara die Sonne weicht, / auf Lucia
sie wiederum herschleicht."
"Geht Barbara im Klee, / kommt's Christkind im Schnee."
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| Notburga von
Rattenberg
Gedenktag: 13. September
Notburga lebte nach der Legende als Magd auf Schloß Rottenburg in Tirol. Dort wegen ihrer Mildtätigkeit entlassen, trat sie in
den Dienst eines Bauern im benachbarten Dorf Eben. Später lebte sie wieder als Köchin auf Schloß Rottenburg. Sie stand ihr Leben lang in
fremden Diensten, als Magd. Die Sonntagsruhe war ihr heilig. Ihre Dienstherren bat sie am Vorabend des Sonntags, beim Gebetläuten, die
Arbeit beenden zu dürfen, um sich auf die hl Messe vorzubereiten.
Sie wurde nach ihrem Tod (9./10. Jahrhundert) in der Kapelle zu Eben beigesetzt. -
Notburg gilt als ein Vorbild an Treue und Pflichterfüllung sowie an opferbereiter Nächstenliebe und Frömmigkeit. 1718 erfolgte die Erhebung ihrer Gebeine, 1862 die
Bestätigung des Kultes. Sie ist wohl die meistverehrte Volksheilige
Tirols.
Attribute: Dargestellt in einfacher Kleidung als Dienstmagd mit Sichel, Schlüsselbund, Getreidegarbe, Milchkübel, in der Schürze Brote
oder einen Krug. Mit der Sichel arbeitete die hl. Notburga.
Die hl. Notburga sagt uns:
Der Mensch braucht Ruhe und Besinnung.
Haltet darum den Sonntag heilig. |
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