In der Pfarrkirche von Ansfelden sind Statuen von sechs Heiligen zu sehen. Vier zieren den Hochaltar, 
ein Heiliger ist auf dem Hochaltarbild dargestellt. 
Die Statue der Heiligen Barbara ist südseits unter dem Chor aufgestellt.

Kennen Sie die Bedeutung und den Lebenslauf der Heiligen? Wissen sie, welche Statue wen darstellt? 

Gönnen Sie sich 5 Minuten und betrachten sie die Figuren und die dahinterstehende Persönlichkeit!

Valentin von Rätien - Kirchenpatron

Gedenktag : 7. Januar,  Bischof von Passau

Sein Name kommt vom laeinischen Wort "valens": der Gesunde, Vielvermögende, Starke Über ihn ist uns nur wenig berichtet bez. überliefert.
Der Legende nach hat er in Rätien, im heutigen Bayrischen Raum südlich der Donau, gelebt. Er versuchte dreimal in Passau als Missionar, Abt und Bischof zu wirken, wurde aber jedes mal vertrieben. Er kam dann als Wanderbischof in das Alpenvorland, vielleicht auch zu uns und ging schließlich nach Südtirol, wo er segensreich wirkte. 
Am 7.1.475 starb er und wurde in der Kirche der Zenoburg in Meran-Mais beigesetzt. Herzog Tassilo III. von Bayern ließ um 764 seine Gebeine in den Stephansdom zu Passau übertragen, wo er seither als Diözesanpatron verehrt wird. Bei der Erhebung seiner Gebeine 1120 fand man in seinem Sarg eine Bleitafel mit seiner vita (-Lebenslauf) die ein "anonymus Passaviensis" abgeschrieben hatte. Darauf beruhen auch die Informationen über den Hl. Valentin.

Attribute: Dargestellt wird er als Bischof mit einem Epileptiker zu seinen Füßen und wird als Patron gegen Epilepsie,       Gicht und Krämpfe angerufen (gegen Epilepsie, im Volksmund hinfallende Krankheit) wegen des Gleichklangs seines Namens Valentin mit Fallen.
Patron des Bistums Passau

Was uns das Leben des Hl. Valentin sagen kann:
Gib nicht auf, wenn du um deinen Glaubens willen nicht verstanden wirst und man deshalb dich abweist oder ablehnt. Vielleicht braucht Gott dich woanders wichtiger oder notwendiger. Geh hin, wohin er dich ruft.


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Heiliger Florian

Gedenktag : 4. Mai, Landespatron von Oberösterreich
Der Heilige Florian wurde in Cetium, dem heutigen Zeiselmauer bei Krems geboren. Sein Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "der Blühende".
Er war Offizier der zweiten italienischen Legion des römischen Heeres. Als er von der Gefangennahme von 40 Soldaten aus seiner ehemaligen Legion hörte, eilte er an den Ort des Geschehens nach Lauriacum, der Hauptstadt der Provinz Ufer-Noricum, um ihnen zu helfen. Er wurde dabei aber selbst verhaftet, gefangen und nach vielen Martern mit einem Mühlstein um den Hals in die Enns geworfen. So starb er um 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch an der Enns, den Martyrertod.
Die Überlieferung berichtet, dass seine Leiche, von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht, von Valeria, einer frommen Frau, gefunden und von ihr dort bestattet wurde. an dieser Stelle wurde im 8. Jahrhundert das Stift St. Florian gegründet.

In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben - aber erst im 15. Jahrhundert setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung begründet. Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden Mitte des 20. Jahrhunderts in Lorch ausgegraben, Florians Reliquien kamen auch nach Rom und Krakau.

Attribute: römischer Soldat, ein Haus löschend, Mühlstein
Patron von Oberösterreich, Bologna und Krakau; der Feuerwehr ("Floriansjünger"), Töpfer, Böttcher,        Hafner,                   Schmiede, Kaminfeger, Seifensieder und Bierbrauer; bei Dürre, Unfruchtbarkeit der Felder, Brandwunden;                   gegen Feuer- und Wassergefahr, Sturm
  Bauernregel: "Der Florian, der Florian, / noch einen Schneehut setzen kann."

 

Der hl. Florian sagt uns: 
Christen müssen mit ihrem Leben ein Glaubenszeugnis für Jesus Christus ablegen. Ihr müsst euch entscheiden, 
ob ihr Gott dienen oder fremden Götzen 
und heillosen Mächten nachlaufen wollt.


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Heiliger Sebastian

Gedenktag: 20. Januar

Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastiangrabes in Rom. Sein Name bedeutet " der der Verehrung Würdige". 
Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, bekannte dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter und bekehrte viele zum Christentum . Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren.
Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas.
Diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms. Sebastians Verehrung in Rom ist schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Eine Pestepidemie in Rom im Jahr 680 sei erloschen, nachdem man seine Reliquien durch die Straßen trug; "Sebastinanspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest. Das erste Martyrium des heiligen Sebastian wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance, der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. Seine Reliquien sollen in Hagenau im Elsaß sein.

Attribute: Pfeil, der seine Brust durchbohrt
Patron der Brunnen; der Sterbenden, Schützengilden, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisengießer,                   Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und Leichenträger; gegen Pest und Seuchen

Der hl. Sebastian sagt uns:
Wer Jesu Jünger ist, muss Gott mehr gehorchen 
als den weltlichen Herrschern.


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Elisabeth von Thüringen

Gedenktag: 19. November

Elisabeth war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Kärnten-Andechs-Meran.  Ihr Name kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: Gott hat geschworen". Im Geburtsjahr von Elisabeth fand der berühmte Sängerkrieg auf der Wartburg bei Eisenach statt; Dichtung und Legende erzählen von der Anwesenheit des zauberkundigen Klingsor aus Ungarn und seinem prophetischen Hinweis auf die Königstochter Elisabeth.

Als Vierjährige wurde Elisabeth - unter Einfluss der politischen Interessen des Papstes Innozenz III. - mit dem damals elf Jahre alten Thüringer Landgrafensohn Hermann verlobt und zur Erziehung in deutscher Umgebung und durch ihre Schwiegermutter Sophie nach Thüringen geschickt. Doch Hermann starb 1216, ein Jahr darauf auch sein Vater, als Herrscher stand nun der jüngere Ludwig an, der, nachdem er volljährig geworden war, 1218 als Ludwig IV. Landgraf wurde. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Ungarn zurückgeschickt werden; aber inzwischen hatte sich Ludwig in sie verliebt, 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert.

Es kam zu einer glücklichen Ehe, aus der schnell drei Kinder hervorgingen. Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiender Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Sie kümmerte sich um Bedürftige, besuchte Armenviertel; dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Ausführlich berichten die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdungen und Vorwürfen ihrer Umgebung standhielt. Immer wieder erscheint Wunderbares: Der Aussätzige, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisabeth zu ertappen wurde das Bild des Gekreuzigten gesehen. Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließ und auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben -  da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, und Korn füllte alle Kammern. Als sie bei der festlichen Ankunft des Kaisers Friedrich II. kein Gewand mehr in der Truhe fand, überkleidete sie ein Engel mit Glanz und Schmuck, worauf sie fürstlicher als je im Saal erschien.

Das "Rosenwunder" ist weder in der Lebensbeschreibung noch in den großen Legendensammlungen verzeichnet: Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem brotgefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: "Was trägst du da?", deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.

Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 5. Kreuzzug teilzunehmen. Er erkrankte dabei im italienischen Otranto, wurde - schon eingeschifft - in Brindisi wieder an Land gebracht und starb dort 1227 an einer Seuche - die Legende berichtet aber auch von einem verderblichen Trank, den er mit der Kaiserin Jolanthe getrunken habe, denn auch sie starb. Elisabeth war tief traurig: "Mit ihm ist mir die Welt gestorben".

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth mit ihren drei Kindern von ihrem Schwager Heinrich Raspe von der Wartburg vertrieben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. In Eisenach fand sie keine Unterkunft, habe zunächst in einem Schweinestall gehaust. Bei ihrem Onkel mütterlicherseits, dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme: er wollte sie wieder vermählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von Kaiser Friedrich ab. Rückkehrende Kreuzfahrer brachten ihr Ring und Gebeine Ludwigs; nach seiner feierlicher Bestattung musste man ihr auf Betreiben von Papst Gregor IX. ihr Witwengut herausgegeben. Legendär ist, dass Gregor, auf Franziskus' ausdrücklichen Wunsch, diesem den Mantel von den Schultern nahm und ihn Elisabeth zusandte.

1229 zog Elisabeth an den Wohnort ihres Seelenführers und Beichtvaters, des Prämonstratensers Konrad von Magdeburg. Dieser strenge, asketische Mann wollte "die Heilige zu einer Heiligen zu machen", verfolgte sie mit Bußübungen, geißelte sie schon für kleine Vergehen - Konrad wurde wegen seiner fanatischen Strenge 1233 erschlagen. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen, ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf allen ihr juristisch zustehenden Reichtum verzichten; Konrad hinderte sie am Verzicht, um das Vermögen zu retten. Mit diesem Witwenvermögen errichtete sie daraufhin 1229 in Marburg ein Spital, benannte es nach Franziskus und arbeitete dort selbst als Pflegerin bis zu ihrem Tod. Sie ließ nun auch ihre Kinder zurück und trat in die von Konrad geleitete Hospitalitergemeinschaft ein - nicht als Tertiarin in den Franziskanerorden, wie oft angenommen. Auf sie gehen der Orden und die Krankenhäuser der "Elisabethinen" zurück!

Elisabeth starb mit vierundzwanzig Jahren, aufgezehrt in der Fürsorge für andere, am 17. November 1231 in Marburg und wurde in ihrem Franziskus-Hospital bestattet. 1236 erfogte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Wallfahrten zu ihrem Grab gehörten, durch Wunderheilungen sich ausbreitend, zu den berühmtesten des Mittelalters. Friedrich Heer nannte Elisabeth "eine der zartesten, innigsten und liebenswertesten" Heiligen des Mittelalters; Alban Stolz schrieb, "dass außer der Mutter Gottes Maria noch keine weibliche Person eine größere, weiter verbreitete Verherrlichung auf Erden gefunden hat als die heilige Elisabeth".

Philipp von Hessen ließ Elisabeths Reliquien 1539 im Zuge der Reformation aus dem Sarg entfernen, um die Verehrung zu beenden; ihr Kopf  war aber schon vorher ins Elisabethinnen-Kloster nach Wien gekommen. Auch die Stadt Kosice - etwas nördlich ihres Geburtsortes, heute in der Slowakei gelegen - ist ein Zentrum ihres Kultes.

Attribute: Korb mit Rosen, Korb mit Broten, Schüssel mit Fischen, Bettler
Patronin von Thüringen und Hessen, des Deutschen Ordens, der Caritasvereinigungen; der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten, Notleidenden; der Bäcker und Spitzenklöpplerinnen
Bauernregel: "St. Elisabeth sagt es an, / was der Winter für ein Mann."

Die hl. Elisabeth sagt uns: 
Folgt Christus nach und sorgt euch um die Notleidenden. Böse Blicke und dumme Worte sollen euch nicht davon abhalten.


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Heilige Barbara

Gedenktag: 4. Dezember; Märtyrerin, Nothelferin

Barbara war vielleicht Märtyrerin unter Galerius Valerius Maximinus, genant Daja. Sie ist aber eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine der bekanntesten christlichen Heiligen. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Die Fremde". Sie wurde wahrscheinlich Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen Izmit
oder in Heliopolis, dem heutigen Bá'labakk (Baalbek) geboren. Sie starb wahrscheinlich 306 in Nikomedia den Martyrertod.

Ausführlich berichten die Legenden von Barbaras Schönheit und ihrem scharfen Verstand. Eines Tages habe sie ihre Eltern gefragt habe, ob die Götter Menschen gewesen seien und warum man diese und nicht eine unsterbliche Gottheit anbete. Sie richtete in einem Brief ihre Fragen an Origines, der ihr als der gelehrteste Weise von Alexandria genannt war. Durch einen Priester Valentinus schickte er ihr die Antwort. Barbara bezeichnete den Besucher als Arzt, damit ihr Vater den Besuch zuließ; Valentinus belehrte und taufte sie.

Nach anderen Fassungen der Legende wurde Barbara von ihrem heidnischen Vater, dem reichen Dioskuros von Nikomedia, in einen Turm geschlossen, weil er auf seine bildschöne und verführerisch junge Tochter eifersüchtig war und sie am Heiraten hindern wollte. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich taufen: vom Heiligen Geist erleuchtet, sei sie in ein heidnisches Opferbecken gestiegen und habe die Taufe durch Johannes, den Täufer, der ihr erschien, erhalten.

Noch anders wird erzählt und teilweise dargestellt, dass Barbara den Vater um den Bau eines Bades gebeten habe. Nachdem sie nicht die vom Vater angeordneten zwei Fenster, sondern drei als Zeichen der Dreieinigkeit habe anbringen lassen, ein Kreuz mit der Hand in den noch feuchten Putz gedrückt und ein kostbares Kreuz auf den Sockel eines gestürzten Götterbildes gestellt habe, empfing sie im Bad ihres luxuriös eingerichteten Turmes die Taufe. Dem von einer Reise zurückkehrenden Vater, der sie empört über den veränderten Bau zur Rede stellte, offenbarte sie sich als Christin. Der Vater wollte sie deswegen erschlagen lassen, aber auf wunderbare Weise fand sie einen Weg aus dem Turm, floh und fand Unterschlupf bei einem Hirten. Der verriet den nach Barbara suchenden Häschern ihren Aufenthaltsort in einer Höhle und wurde dafür zur Strafe von Gott in einen Mistkäfer verwandelt - nach anderer Überlieferung wurde er zu Stein und seine Schafe zu Heuschrecken.

Barbara wurde von ihrem Vater dem römischen Statthalter Marcianus ausgeliefert, doch auch ihm gelang es nicht, sie zur Entsagung ihres Glaubens zu bewegen, obwohl er sie geißeln ließ; Barbara sprach von den Geißeln "als ob es Pfauenfedern gewesen seien"; nachts erschien ihr dann Christus im Gefängnis, um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Statthalter ließ Barbara nun mit Keulen schlagen, ihr die Brüste abschneiden, sie mit Fackeln brennen. Daraufhin wurde sie vor Gericht gestellt und dazu verurteilt, sich nackt auf dem Markt den Blicken der Leute preiszugeben. Auf ihr Gebet hin wurde sie aber mit Wolken und Nebel bedeckt. Daraufhin sollte sie enthauptet werden; der rachsüchtige Vater selbst hat das Urteil vollstreckt, gleich darauf traf ihn ein Blitzschlag und er verbrannte.

Schon frühzeitig wurde Barbara Mittelpunkt der Verehrung. Aufgrund des Blitzschlag gegen ihren Vater wurde Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet. Aus demselben Grund ist sie die Schutzheilige der Artillerie. Ihr Bildnis wurde früher häufig auf Waffenlagern und Pulvermagazinen aufgestellt; der Pulverlagerraum eines französischen Kriegsschiffes wird noch heute als Sainte-Barbe bezeichnet. Als Vaterstadt wird auch Catania in Sizilien genannt; auch Barbara soll - wie Agatha - einen Ätna-Ausbruch von der Stadt abgewendet haben; sie wird deshalb dort besonders verehrt. Reliquien kamen um 1000 nach Venedig.

Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen, ihr Gebet um Sündenvergebung für alle Christen sei ihr durch eine Stimme vom Himmel bestätigt worden. In Deutschland ist sie eines der drei Heiligen Madl'n.

Zahlreiche Volksbräuche zeigen ihre Verehrung: Zweige, die an ihrem Gedenktag als "Barbarazweige" von Apfel- oder Kirschbäumen abgeschnitten und ins Wasser gestellt werden, blühen an Weihnachten. Dies ist ein uralter Orakelbrauch: Wenn man vor Wintereinbruch das Vieh von den Weiden in die Stallungen trieb, nahm man solche Zweige von den Bäumen mit, zu Weihnachten schloss man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit des darauf folgenden Jahres. Symbolisch stehen die aufgeblühten Zweige für das Weihnachtslied "Es ist ein Ros' entsprungen".

Die Knappen im Bergwerk erhielten am Barbaratag das vor Unheil schützende "Barbaralicht". Im Rheinland ist Barbara die Begleiterin des Nikolaus und beschert die Kinder. Der Tag von Barbara ist seit 1969 wie alle Gedenktage von rein legendarischen Gestalten nicht mehr im Festkalender der katholischen Kirche aufgeführt.

Turm mit drei Fenstern, Kelch und Hostie, Kanonenrohr, Fackel
Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten und der Artillerie; der Bergleute, Bauern, Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Metzger, Köche, Glöckner, Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher und Artilleristen; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde; gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod
Bauernregeln: "Auf Barbara die Sonne weicht, / auf Lucia sie wiederum herschleicht."
"Geht Barbara im Klee, / kommt's Christkind im Schnee."

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Notburga von Rattenberg

Gedenktag: 13. September

Notburga lebte nach der Legende als Magd auf Schloß Rottenburg in Tirol. Dort wegen ihrer Mildtätigkeit entlassen, trat sie in den Dienst eines Bauern im benachbarten Dorf Eben. Später lebte sie wieder als Köchin auf Schloß Rottenburg. Sie stand ihr Leben lang in fremden Diensten, als Magd. Die Sonntagsruhe war ihr heilig. Ihre Dienstherren bat sie am Vorabend des Sonntags, beim Gebetläuten, die Arbeit beenden zu dürfen, um sich auf die hl Messe vorzubereiten.
Sie wurde nach ihrem Tod (9./10. Jahrhundert) in der Kapelle zu Eben beigesetzt. - 
Notburg gilt als ein Vorbild an Treue und Pflichterfüllung sowie an opferbereiter Nächstenliebe und Frömmigkeit. 1718 erfolgte die Erhebung ihrer Gebeine, 1862 die Bestätigung des Kultes. Sie ist wohl die meistverehrte Volksheilige Tirols. 

Attribute: Dargestellt in einfacher Kleidung als Dienstmagd mit Sichel, Schlüsselbund, Getreidegarbe, Milchkübel, in der Schürze Brote oder einen Krug. Mit der Sichel arbeitete die hl. Notburga. 

Die hl. Notburga sagt uns: 
Der Mensch braucht Ruhe und Besinnung.
Haltet darum den Sonntag heilig.

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Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon - www.heiligenlexikon.de