Karfreitag


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 Allgmeines
 

Am Karfreitag wird des Leidens und des Todes Jesu am Kreuz gedacht.

Hintergrund dazu bieten eine Reihe von Berichten der Evangelisten. Ausgehend von der Gefangennahme Jesu über Verhör und Verurteilung durch Pontius Pilatus, führt sein Weg zur Hinrichtungsstätte "Golgota", zur Kreuzigung und zu seinem Tod um die neunte Stunde des Tages (entspricht 15 Uhr).

Bei uns in Ansfelden wird um die Todesstunde Jesu (15.00 Uhr)  in einem Kinder-Gottesdienst der Leiden und des Todes Jesu gedacht. In einem abendlichen Wortgottesdienst besteht die Möglichkeit zur Kreuzverehrung.
Der Karfreitag ist ein strenger Fasttag im Gedenken an die Leiden Jesu.

 

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 Leidensgeschichte (Passion) aus dem Heiligen Evangelium nach Markus, 15,1-41
 
Die Verhandlung vor Pilatus
 
Gleich in der Frühe faßten die Hohenpriester, die Ältesten und die Schriftgelehrten, also der ganze Hohe Rat, über Jesus einen Beschluss:
Sie ließen ihn fesseln und abführen und lieferten ihn Pilatus aus. Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. Die Hohenpriester brachten viele Anklagen gegen ihn vor. Da wandte sich Pilatus wieder an ihn und fragte: Willst du denn nichts dazu sagen? Sieh doch, wie viele Anklagen sie gegen dich vorbringen. 
Jesus aber gab keine Antwort mehr, so daß Pilatus sich wunderte.
Jeweils zum Fest ließ Pilatus einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten durften. Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis, zusammen mit anderen Aufrührern, die bei einem Aufstand einen Mord begangen hatten.
Die Volksmenge zog (zu Pilatus) hinauf und bat, ihnen die gleiche Gunst zu gewähren wie sonst. Pilatus fragte sie: Wollt ihr, dass ich den König der Juden freilasse? Er merkte nämlich, daß die Hohenpriester nur aus Neid Jesus an ihn ausgeliefert hatten. 
Die Hohenpriester aber wiegelten die Menge auf, lieber die Freilassung des Barabbas zu fordern. Pilatus wandte sich von neuem an sie und fragte: Was soll ich dann mit dem tun, den ihr den König der Juden nennt? Da schrien sie: Kreuzige ihn! 
Pilatus entgegnete: Was hat er denn für ein Verbrechen begangen? Sie schrien noch lauter: Kreuzige ihn! Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufriedenzustellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

 
Die Verspottung Jesu durch die Soldaten 
 
Die Soldaten führten ihn in den Palast hinein, das heißt in das Prätorium, und riefen die ganze Kohorte zusammen. Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Heil dir, König der Juden! Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder und huldigten ihm. 
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. 
 
Die Kreuzigung
 
Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Und sie brachten Jesus an einen Ort namens Golgota, das heißt übersetzt: Schädelhöhe. Dort reichten sie ihm Wein, der mit Myrrhe gewürzt war; er aber nahm ihn nicht. Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel. Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf einer Tafel) gab seine Schuld an: Der König der Juden. 
Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm, den andern links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? 
Hilf dir doch selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. 
 
Der Tod Jesu 
 
Als die sechste Stunde kam, brach über das ganze Land eine Finsternis herein. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloï, Eloï, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Hört, er ruft nach Elija! Einer lief hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken. Dabei sagte er: Lasst uns doch sehen, ob Elija kommt und ihn herab nimmt. Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. Auch einige Frauen sahen von weitem zu, darunter Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus dem Kleinen und Joses, sowie Salome; sie waren Jesus schon in Galiläa nachgefolgt und hatten ihm gedient. Noch viele andere Frauen waren dabei, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren.

 

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Mehr als nur ein Stückchen Holz
 

Hannes hat eine Frage, die ihn anscheinend sehr beschäftigt: „Warum nur hat jede Christenfamilie ein Kreuz in der Wohnung?"
 
Die Religionslehrerin erzählt ihm folgende Geschichte: Großvater ging mit Michael spazieren. Es war ein eiskalter Winternachmittag. Michael freute sich über Eis und Schnee, hopste, stampfte. Der Großvater folgte ihm lächelnd, aber mühsam. Sein Herz war krank, schon sehr krank. Michael wollte zum Teich. Dieser war zugefroren, stocksteif! „Das muss herrlich zum Eislaufen gehen", rief Michael. „Wenigstens rutschen und schlittern möchte ich einmal probieren!" Großvater warnte. Dicht am Ufer stand der alte Mann, als Michael schon beide Beine aufs Eis gesetzt hatte. „Komm, Michi..."
Des alten Herrn Ruf kam zu spät. Michael schrie, er war eingebrochen durchs Eis, klammerte sich an Rand und Brocken. Zitternd streckte der Großvater seinen Stock dem Buben entgegen. Der fasste ihn, zog sich mit aller Kraft empor. Alle seine Kräfte aber setzte der Alte ein, um auf den Beinen zu bleiben, den Stock in den geballten Fäusten zu behalten.
Erwachsene und Kinder können im folgen.
 
Die Rettung gelang. In den Armen des Retters geborgen, so eilends sie konnten, kehrten Michael und Großvater heim. Dem Bub halfen ein warmes Bad und das Bett, über seine Beschwerden hinweg zu kommen, aber für Großvater war dieses Geschehnis zu viel, zu anstrengend, zu aufregend gewesen. Ein heftiger Herzanfall nahm ihm das Leben. Die Trauer seiner hieben war groß.
Bald wollten die Angehörigen das, was dem Großvater gehört hatte, wegräumen, vergeben, verschenken. Mit starrem Gesicht sah Michael zu. „Nein!" rief er auf einmal, „werft den Stock nicht weg, er gehört mir! Damit hat Großpapa mein Leben gerettet. Seines hat er dabei verloren! Solange ich lebe, will ich den Stock bei mir haben als Zeichen seiner Liebe zu mir!"
 
Die Religionslehrerin brauchte nicht weiter zu sprechen. Die Buben wussten Bescheid. Hannes sagte: „Ich verstehe jetzt, was einem ein Stückchen Holz bedeuten kann ... was den Christen das Zeichen des Kreuzes ist."
 
Willi Hofsümmer

 

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Jesu Tod

   
Die ganze Nacht lang wurde Jesus von seinen heimtückischen Feinden ausgefragt.  Im Morgengrauen brachten sie ihn zu dem römischen Amtsträger Pontius Pilatus. Pilatus musste allen Todesurteilen im Namen des römischen Kaisers zustimmen.

Der Römer merkte jedoch schnell, dass Jesus unschuldig war. Dieser Gefangene hatte nichts verbrochen, darum wollte Pilatus ihn freilassen. Damit war die Menschenmenge aber überhaupt nicht einverstanden.
 
,,Töte ihn! Schlag ihn an ein Kreuz!“, brüllten die Menschen wütend.
Wie hatte es so weit kommen können? Warum wollten sie Jesus umbringen? Jesus war doch so liebevoll und hilfsbereit! Er hatte niemandem etwas zuleide getan.
Diese Menschen dort vor dem römischen Palast hassten Jesus. ,,Er erzählt gemeine Lügen über Gott!“, behaupteten sie. Sie wollten nicht glauben, dass Jesus der König ist, den Gott versprochen hatte. Die Feinde von Jesus hatten ihnen schlimme Lügen eingeflüstert.

 

Pontius Pilatus hatte Angst, dass sich die aufgebrachte Menge beim Kaiser über ihn beschweren könnte. Darum sagte er zuletzt: ,,Gut, ich tue, was ihr wollt. Aber gebt mir hinterher nicht die Schuld an seinem Tod.“ Damit hatte er Jesus zum Tode verurteilt.
 

Die Soldaten packten Jesus und führten ihn auf einen Hügel vor der Stadt. Dort nagelten sie ihn an ein Kreuz. Gleichzeitig wurden auch zwei Verbrecher gekreuzigt, einer auf jeder Seite von Jesus. 

Über Jesus’ Kopf befestigten die Soldaten ein Schild. Darauf stand: ,Jesus von Nazaret: König der Juden.“ Nahe beim Kreuz stand Maria, die Mutter von Jesus, zusammen mit Johannes, einem seiner besten Freunde. ,Johannes, kümmere dich bitte um meine Mutter!“, rief Jesus vom Kreuz herunter. Und seit diesem Tag sorgte Johannes für Maria, als wäre sie seine eigene Mutter. 

 
Jesus empfand keinen Hass gegen die Soldaten, die ihm diese furchtbaren Schmerzen zufügten. Er hasste nicht einmal seine grausamen Feinde. Im Gegenteil, am Kreuz betete er für sie: ,,Vater, verzeih ihnen, was sie mir antun.“ Einige Stunden später schrie Jesus:“ Meine Aufgabe ist vollbracht!“ Dann starb er. Es war der traurigste Tag von allen.
 
 

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