| Erscheinung des Herrn (Epiphanie)
Was landläufig als
"Dreikönigstag" oder "Fest der Heiligen Drei Könige" bezeichnet wird,
heißt im christlichen Sprachgebrauch eigentlich
"Tag der Erscheinung
des Herrn".
Die "Erscheinung des Herrn" geht auf
die Taufe Jesu im Erwachsenenalter zurück, also auf jenes Ereignis, als
der Heilige Geist auf Jesus herabkommt. Die Taufe trägt somit den
Charakter einer Gotteserscheinung.
|
|
Die Taufe Jesu
Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan
zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es
nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und
du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Laß es nur zu! Denn nur so können wir die
Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der
Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich
herabkommen.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: "Das ist mein geliebter Sohn, an
dem ich Gefallen gefunden habe."
Mt 3, 13-17 |
 |
"Heilige Drei Könige"
| Die Gestalt der
"heiligen drei Könige" geht auf die Legenden (mit biblischem
Kern) über die Weisen aus dem Morgenland zurück, die durch eine
kosmische Erscheinung, den Stern von Betlehem, eine Saturn-Jupiter-Planeten-verbindung, ihren Weg
zur Geburtsstätte Christi fanden.
Dorthin bringen sie ihm Gold, Weihrauch
und Myhrre als Zeichen ihrer Ehrfurcht.
Dieser Besuch von drei Magiern bei Jesus ist auch in der Bibel bezeugt,
wie sie neben angeführter Stelle entnehmen können. |
| |
|
Die Huldigung der
Sterndeuter
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in
Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach
Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen
Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.Als König Herodes das
hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und
erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle. Sie antworteten
ihm: "In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten: Du, Betlehem im
Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten
von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes
Israel." Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von
ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach
Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn
ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.
Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den
sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war;
dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude
erfüllt.
Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie
nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm
Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten
wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in
ihr Land.
Mt 2,1-13
|
|
Wie die Weisen...
|
|
Wie die Weisen neugierig sein und auf der Spur bleiben -
auswählen und verwerfen.
|
Wie die Weisen sicher sein und dem Stern folgen -
nachfragen und auf Antwort warten. |
Wie die Weisen hören und entscheiden -
aufbrechen und unterwegs sein.
|
Wie die Weisen sich nicht irre machen lassen -
umkehren und den Weg verändern. |
Wie die Weisen den König suchen - und ein Kind finden
den Herrn suche - und den Knecht finden.
|
Wie die Weisen nach den Sternen greifen -
und den Menschen finden! |
| |
Kurt Wolf
|
| |
|
| |
|
| |
|
Predigtgedanken Sternsingermesse 2003
Beim heutigen Evangelium handelt es sich um
eine Erzählung, die wir alle recht gut kennen. Wir nennen ja sogar das
heutige Fest danach: Dreikönigsfest. Aber wie so oft bei bekannten
Texten, sollten wir uns nicht gar so sicher sein.
Ich möchte heute mit ihnen überlegen, was wir
zu wissen glauben und was denn nun tatsächlich im Evangelium steht.
Wir hören von Sterndeutern, die aus dem Osten
kommen und einer Himmelserscheinung folgen. Es ist nicht berichtet,
dass sie Könige wären, das Wort „heilig“ taucht für Sie auch nicht
auf. Welche Hautfarbe sie haben bleibt offen und nicht einmal die
Anzahl wird genau genannt. Namen sowieso nicht. Es heißt einfach:
„Sterndeuter aus dem Osten“.
Und obwohl sich im Evangelium nur ganz wenig
an Beschreibung findet, hat sich doch recht viel Brauchtum um dieses
Ereignis gebildet. Etwa 300 Jahre nach Christus hat ein gescheiter
Mann, er hieß Tertullian, zum ersten Mal
davon geschrieben, dass es Könige waren. Er wollte damit zeigen, dass
die, die zu Gott kommen, wie Könige werden. Wenn du mit Gott lebst,
dann bist du bei Gott so wichtig, wie ein König. Dann bist du so
bedeutend wie eine Königin!
Ungefähr zur gleichen Zeit entstand die Idee,
dass es drei Könige waren. Vielleicht deshalb, weil sie drei Geschenke
– Gold, Weihrauch und Myhrre – bringen.
Aber es hat auch noch einen anderen Grund: drei ist die Zahl Gottes
(das wissen wir vom Kreuzzeichen: Vater – Sohn – Hl. Geist).
Weitere 200 Jahre später haben die damaligen
Christen die Namen erfunden – im Endeffekt wurden sie zumeist Caspar,
Melchior und Balthasar genannt. Und jeder dieser Namen bedeutet etwas:
Caspar heißt „Schatzmeister“, Melchior „Mein König ist Licht“ und
Balthasar „Schütze mein Leben“.
Die drei Weisen bringen genau das zum Ausdruck:
Wer zu Gott geht und mit ihm lebt, der ist Herr über den größten
Schatz. Wenn du zu Gott gehst und mit ihm lebst, dann hast du den
größten Schatz, dann ist Gott dein Licht und schützt dein Leben.
Ja, und aus dem „Osten“, von dem sie kommen,
ist einige Zeit später (im 14. Jhdt.)
plötzlich geworden, dass sie aus verschiedenen Ländern und Erdteilen
kommen. Deshalb ist jeder mit einer anderen Hautfarbe dargestellt.
Meistens ein schwarzer Afrikaner, ein gelber
Asiate und ein hellhäutiger Europäer. Wahrscheinlich ist das
sogar der wichtigste Punkt für heute. Damit haben die Menschen
deutlich gezeigt: Gott ist für alle Menschen da, egal aus welchem Land
sie kommen, welche Hautfarbe oder Religion sie haben, ob sie zu Hause,
auf reisen oder auf der Flucht sind.
Jetzt könnte man natürlich leicht sagen, dass
das alles eben erfunden ist. Dann liebt man aber völlig falsch. Denn
die Menschen haben zu ihrer Zeit jeweils, sehr
sehr gut verstanden was uns Gott durch das Evangelium sagen
will. Und sie haben das dann in Erzählungen, Bildern und in den
Krippen festgehalten. So wie Jesus mit seinem Leben gezeigt hat, was
Gott von uns will. Heute zeigt uns Gott so richtig, dass er die
schillernde Vielfalt in der Welt und unter den Menschen liebt.
PA Sonja Gnadlinger
|
zurück zum Seitenanfang
zurück zur
Kirchenfeste-Seite zurück zur
Lektoren-Seite
zurück zur Jungscharseite
Sternsinger
 |
Am "Dreikönigstag"
findet die
Sternsingeraktion
der Katholischen Jungschar statt: Dabei gehen Kinder, verkleidet als Könige,
von Haus zu Haus. Es werden Spenden für Missionsprojekte gesammelt, die
Verkleidung soll an die Weisen aus dem Morgenland erinnern. Auch der
Haussegen, wie z.B.: "20-C+M+B-02", wird von den Sternsingern an
die Türe geschrieben.
|
|
|
Die Buchstaben lassen sich folgendermaßen deuten:
20 C+M+B
"Christus
mansionem
benedicat", bedeutet:
"Christus segne das Haus"
C+M+B wird auch als Initialen der drei Könige
gedeutet, Caspar, Melchior und Balthasar. Diese Deutung kam im 9. Jahrhundert auf. Mit der Anzahl der drei
Weisen wird auch weltliche Vollkommenheit ausgedrückt. Die Weisen galten
danach als Vertreter der drei Rassen, der drei Erdteile und der drei
Lebensalter. Die drei Könige gelten auch als Patrone der Reisenden.
Am 6. Jänner
ist es auch üblich, Salz und Wasser zu segnen, ebenso die weiße Kreide
der Sternsinger. Dieser Brauch geht auf Riten zur Dämonenabwehr zurück.
|
 |
|