Franz Xaver Pritz
Mit Franz Xaver Pritz wurde ein Mann in Ansfelden
Pfarrvikar, der als Forscher und Gelehrter bereits eine weit über
den Bereich der Seelsorge hinausreichende jahrzehntelange Wirksamkeit
hinter sich hatte. Er ist wohl nach dem zum Propst gewählten Matthäus
von Weißenberg, der allerdings nur kurze Zeit Pfarrvikar in Ansfelden
war, der bedeutendste der bisherigen Ansfeldner Pfarrvikare.
Da Pritz eine sehr reichhaltige Gelehrtentätigkeit hinter sich hatte
und nur in den letzten zehn Jahren seines Lebens noch seine Kräfte
in der Pfarre Ansfelden einsetzte, ist der Abhandlung über seine
Person einiger Raum gewidmet. Aus seinenAktivitäten in Ansfelden
sollen ein paar der wichtigsten herausgestellt werden.
Franz Xaver Pritz wurde am 4. November 1791 in der Johannesgasse
7 in Steyr geboren. Sein Vater war Kaufmann (Krämerei und Weißwaren-handlung).
1802 kam Pritz nach Linz. Hier absolvierte er die damaligen fünf
Klassen des Gymnasiums und die beiden philosophischen Jahr-gänge.
Dabei wurde Geschichte sein Lieblingsfach. Diesem wandte er sich
während seines ganzen Lebens zwar nicht systematisch, aber doch
gelegentlich sehr ausgiebig zu. |
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Am 22. Oktober 1809 trat er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian
ein. Von 1810 bis 1812 studierte er mit vorzüglichem Erfolg an der theologischen
Fakultät des Linzer Lyzeums, wobei er sich besonders auf die orientalischen
Sprachen verlegte. Von Propst Ziegler erhielt er den Auftrag, sich an
der Universität Wien in diesen Sprachen besonders auszubilden. Am 24.
Oktober 1813 legte er seine Profeß ab. 1814 wurde er lungenkrank und war
längere Zeit studienunfähig.
Wieder genesen, vollendete er seine Studien, empfing am 23. Mai 1815 in
Linz die Priesterweihe und wurde Kooperator in Mauthausen. Als solcher
setzte er sein Studium der orientalischen Sprachen und das Bibelstudium
fort. Mit ,,Allerhöchster Entschließung" vom 28. Juli 1819 wurde Franz
Xaver Pritz zum ordentlichen öffentlichen Professor der alttestamentlichen
Wissenschaft am Lyzeum in Linz ernannt, nachdem er diese Lehrkanzel bereits
seit 1817 provisorisch innehatte.
Neben seiner biblischen Lehrtätigkeit blieb er seinem Lieblingsfach, der
Geschichte, treu. So konnte er 1837 seiner Heimatstadt einen großen Dienst
erweisen, indem er die Geschichte der Stadt Steyr herausgab. Dies brachte
ihm 1838 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Steyr ein.
Am 9. Juli 1840 wurde Pritz für das folgende Studienjahr zum Rektor des
Linzer Lyzeums gewählt. In dieselbe Zeit fällt seine Ernennung zum wirklichen
Konsistorialrat durch Bischof Ziegler. 1848 wählte ihn der historische
Verein für Kärnten zu seinem Ehrenmitglied. 1851 erwählte ihn die Kaiserliche
Akademie der Wissenschaften in Wien zum Korrespondierenden Mitglied. Im
selben Jahr nominierte ihn der Gelehrten-verein zu Brünn, die Mährisch-Schlesische
Gesellschaft zur ,,Beförderung" des Ackerbaues, der Natur und Landeskunde,
in der historisch-statistischen Sektion zum Ehrenmitglied. 1852 trat er
in den Ausschuß des Museums Francisco-Carolineum in Linz.
Nach 38jähriger Lehrtätigkeit legte Pritz im Jahre 1855 am Lyzeum zu Linz
seine Professur zurück. Am 9. Oktober 1856 würdigte der Kaiser seine Tätigkeit,
indem er ihn ,,in Anerkennung seiner Verdienste im Lehramte und um die
Wissenschaft" zum Ritter des k. k. Franz-Josefs-Ordens ernannte.
Außer der bereits erwähnten Geschichte der Stadt Steyr verfaßte Franz
Xaver Pritz weit über 30 Werke als Frucht teils seiner Bibelstudien, größtenteils
aber als Ergebnis seiner historischen Forschungen. So erschien von ihm
in den Jahren 1846/47 als zweibändiges Werk eine Geschichte des Landes
ob der Enns, um nur ein Beispiel aus den vielen zu nennen.
Zunächst kurz Pfarrvikar in Wallern, übernahm Franz X. Pritz am 3. September
1862 im Alter von 71 Jahren die Verantwortung für die Seelsorge in Ansfelden.
Trotz seines Alters und trotz der für ihn doch großen Umstellung von der
wissenschaftlichen Tätigkeit in die vielen pfarrlichen Probleme, ging
Pfarrvikar Pritz noch an die Lösung vieler Aufgaben, besonders auch in
baulicher Hinsicht, heran. Dazu mochte auch beigetragen haben, dass die
Ansfeldner damals ohnedies bereits in einer kirchlichen Bauperiode standen.
Noch bevor Pritz die Pfarre übernahm, waren ja Renovierungsarbeiten am
Äußeren der Kirche und besonders am Turm durchgeführt worden.
Am 3. November 1862 ersuchte Pfarrvikar Pritz beim bischöflichen Ordinariat
um die Erlaubnis, das reparierte und neu vergoldete Turmkreuz am 15. November
weihen zu dürfen. Eine seiner ersten Aufzeichnungen über seine Tätigkeit
in Ansfelden bezieht sich daher auch auf diese Turmkreuzsteckung und -weihe
am Leopoldifest 1862. Da in diesen Zeilen eine fast jugendliche Freude
des neuen Pfarrvikars über seine erste größere Feierlichkeit in Ansfelden
mitklingt und weil er diese so ausführlich schildert wie kaum ein späteres
Ereignis, seien seine Zeilen hier wiedergegeben:
,,Die Weihe des Kreuzes war zuvor sehr erbaulich vorgenommen worden.
Es kamen dazu Herr Anton Radner, Professor und Jungherrn-Direktor zu St.
Florian und der Herr Ökonom und Bauamtsverwalter Ignaz Hennerbichler also
dort, der mitunter den Bau geleitet hatte. Die Weihe des Kreuzes wurde
mit hoher Bewilligung des bischöflichen Konsistoriums vom Pfarrvikar Franz
Pritz unter Assistenz der beiden Herrn vorgenommen. Dasselbe war sehr
schön mit Blumenkränzen geziert im Vorhaus des Pfarrhofes auf einer Tragbahre
niedergelegt, die Zechpröbste, der Bürgermeister, die Räte und der Ausschuß
der Gemeinde, zuletzt die Geistlichen in vollem Ornate und das Kreuz auf
der Bahre von den Zechpröbsten und Angesehenen der Gemeinde unter Gebeten
des Volkes in die Kirche getragen und auf den Stufen des Hochaltarraumes
niedergelegt. Dann war eine musikalische Litanei, es wurden die Weihegebete
gesungen, das Kreuz aspergiert (mit Weihwasser besprengt) und incensiert,
darauf folgte die Adoration oder Kreuzverehrung vom Klerus und vom Volk,
zugleich ein Opfergang zur Bestreitung der Auslagen.
Dann begann die feierliche Prozession mit dem geweihten Kreuz zur Stelle
des Aufzuges unter Glockengeläute und Absingen des Hymnus ,,Vexilla regis
prodeunt" (Des Königs Banner wallt hervor). Dort angelangt herrschte
Stille, das Kreuz wurde langsam aufgezogen, am gehörigen Platz festgemacht
und es erschollen die Toast-Rufe von oben herab.
Endlich ging der Zug wieder in die Kirche zurück, wo ein Te Deum auf dem
Chor den Beschluß dieser kirchlichen Feier machte."
Sehr nüchtern berichtet J. Huber noch, dass bei der Außenrenovierung auch
das Dach der Kirche neu mit Ziegeln gedeckt wurde, ,,wobei man so pfiffig
war, erst nachträglich das Baugerüst des Turmes wegzunehmen, daher sehr
viele Ziegel zertrümmert wurden."
Über den Pfarrhof berichtet Pritz: „Es wurde auch der Pfarrhof, welcher
schon einer großen Ausbesserung bedurfte, einer solchen unterzogen. Der
Plafond des großen Saales wurde befestigt und derselbe ganz geweißt, jener
des sogenannten Prälatenzimmers, der dem Einsturz nahe war, neu gemacht
und das ganze Zimmer schön tapeziert, das Dach des Pfarrhofes vielseitig
erneuert, alle Fenster, Jalousien, selbst die Gartengeländer frisch angestrichen,
die Stiege im Garten, welche zum Friedhof führt, abgebrochen und anders
hergestellt. Endlich wurde das Dach des Ökonomiegebäudes ausgebessert,
der Kuhstall vergrößert und verändert, der Schweinestall ganz neu gemacht.
Die Lasten bestritt das Stift St. Florian, aber dem Pfarrer wurde ein
sehr großer jährlicher Abzug an seiner Rente gemacht, bis alles bezahlt
sein würde."
Wie sehr aber der von seiner Gelehrtenlaufbahn her bauunkundige Pfarrvikar
Pritz vor Probleme gestellt war, zeigt sein Brief vorn 24. Februar 1864
an den Propst von St. Florian Er schreibt von Umbauarbeiten in der Kirche
und setzt fort: ,,Ich habe nie eine solche Arbeit zu unternehmen
gehabt (in diesem Orte hier trifft mich so vieles Unangenehme!) und weiß
daher nicht, was alles zu tun ist, daher wende ich mich an Sie...".
Es folgen eine Reihe Fragen. Gegen Schluß des Briefes heißt es dann:
,,Ich glaube, sie haben jetzt genug und werden denken, ein Narr kann vielerlei
Fragen vorbringen, die ein Gescheiter beantworten soll - wenn er's
kann."
Die Antwort des Prälaten erfolgte sehr ausführlich am 29. Februar zur
Zufriedenheit von Pritz. Die Arbeiten wurden nämlich folgendermaßen eingeleitet.
Am 10. April 1864 berichteten der Pfarrvikar Franz X. Pritz, der Gemeindevorsteher
Franz Grabmer ( Wirt zu Ansfelden 21) und die Zechpröbste Michael Huber
(Albauer zu Ansfelden) und Franz Sallrnann (Birser) an das bischöfliche
Ordinariat Linz, dass für die Pfarrkirche Ansfelden eine neue Orgel angeschafft
wurde, und ,,dass dieselbe nunmehr fertig ist und von Sachverständigen
günstig beurteilt wird." Bevor sie aufgestellt wird, soll aber in der
Kirche ein Umbau vorgenommen werden ,,Was den Neubau betrifft, so
besteht derselbe darin, dass der jetzige Musikchor (respect. die jetzige
Empore der Pfarrkirche) ruhend über Gewölben, welche über zwei Pfeiler
und zwei Säulen gespannt sind, abgebrochen, somit auch die dahin führende
Stiege im Innern des Gotteshauses entfernt, dann aber (die Empore) um
noch einmal so viel vergrößert und auf 4 Pfeilern und 4 Säulen mit Stuckadorboden
statt Gewölbe aufgebaut und durch eine neue im Innern des Turmes laufende
Stiege zugänglich gemacht werden."
Die Arbeiten wurden am 30. Juni 1864 mit dem Abbrechen des Chores begonnen.
Das Gewölbe musste entfernt werden, da die darüber befindliche Empore
für die neue Orgel zu niedrig war. Die neue Empore wurde in der oben angeführten
Art gebaut. Die Altäre wurden restauriert, Vom 6. bis 8. August wurde
vom Orgelbaumeister Josef Breinbauer aus Ottensheim die neue Orgel auf
der neu errichteten Empore zusammengebaut und gestimmt. Am 15. August
erklang diese nach fast vollendeter Kirchenrenovierung zum ersten Mal.
Einige Berichte von Pfarrvikar Pritz geben einen kleinen Einblick in die
damalige Sammeltätigkeit. Die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung bewährte
sich besonders bei den vielen Bautätigkeiten, für die weitgehend die
Pfarrgemeinde aufkam. Außer den vielen Beiträgen zu den unter den früheren
Pfarrvikaren gegründeten und weiter bestehenden religiösen Vereinen gab
es Sammlungen für verschiedenste Anliegen. So wurde im Oktober 1862 eine
Sammlung ,,für arme Christen in der Türkei und im Orient" durchgeführt.
Sie erbrachte in Ansfelden 4 Gulden. Im Sommer 1863 wurde eine Kirchensammlung
für das Alexianerkloster in Aachen durchgeführt mit einem Ergebnis von
2 Gulden 30 Kreuzer. Im Jahre 1868 bekam die Pfarre den Auftrag, für das
abgebrannte Stift Admont zu sammeln. Pfarrvikar Pritz berichtete an das
bischöfliche Ordinariat, dass bei dieser Kirchensammlung nur mehr 5 Gulden
eingegangen seien, da schon viel früher die Gemeindevorstehung über Auftrag
des Bezirksamtes für denselben Zweck eine Sammlung von Haus zu Haus hat
durchführen lassen, ,,wodurch immer am meisten eingeht."
Allzugroße Bausorgen lud sich Pfarrvikar Pritz nimmer auf. 1865 wurde
eine ,,neue steinerne Kirchenstiege" gelegt. Im Winter 1869/70 wurden
,,Steine von Kremsmünster und Sandmaterial" herangebracht und damit im
Jahre 1870 die Friedhofmauer um die Kirche neu errichtet mit einem Kostenaufwand
von 125 Gulden 82 Kreuzer. Für 71 und 1/4 Tage wurde Maurerlohn bezahlt,
pro Tag 80 Kreuzer.
1867 wurden ,,am Mathäustage die neugemachten Kirchenstühle in der Kirche
und auf dem Chor licitando verkauft, der Kauf trug unerwartet über 1000
Gulden ein, welche Summe der Gemeinde zu Gute kam, welche dieselben hatte
machen lassen," so berichtet der Pfarrvikar.Dieser ,,Verkauf" stellte
die erstmalige Vergabe der neuen Kirchenstühle dar. Ein jährliches Kirchenstuhllösegeld
fiel weiterhin der Kirche zu. Über die Kirchensitzverteilung jener Zeit
hat Pfarrvikar Pritz in der Kirchenrechnung 1868 die folgende Aufzeichnung
hinterlassen: „Pro Kirchensitz waren 14 Kreuzer Lösegeld pro Jahr
zu entrichten. Die jährliche Einhebung des Stuhlgeldes war Aufgabe des
Mesners."
Es ist aber nicht so, dass Pfarrvikar Pritz mit der Anschaffung neuer
Kirchenstühle auch die Einlösung überhaupt erst eingeführt hätte. Im Stiftsarchiv
St. Florian findet sich bei den Ansfeldner Akten schon ein ,,Register,
was von 1608. Jar hero In der Pfarkirchen zu Ansfelden, für stiel von
Mann- und Weibspersonen geleset seint worden." Die ersten Eintragungen
lauten: ,,1608 an St. Stephanustag hat Sebastian Hundtslugger ein stuel
gelest.
Item die Lebin am Fleck auch 1608 ein stuel gelest.
Item des Neidls Tochter auch ein stuel gelest 1608."
Die Einlösung der Kirchenstühle erweist sich somit als sehr alte Einrichtung.
In der Kirchenrechnung 1869 ist ein Betrag von 6 Gulden 50 Kreuzer für
die am 21. März gehaltene
,,Friedhofs-Cormmission" ausgewiesen. Es ging dabei um die längst
von den Behörden vorgeschriebene Verlegung des um die Kirche liegenden
Friedhofes Ansfelden, die trotz mehrfacher Verhandlungen wieder nicht
zustande kam. Pfarrvikar und Stift hatten Bedenken an dem damals ins Auge
gefassten Grundstück für den neuen Friedhof, der im Bereich nördlich der
jetzigen Gschaidstraße angelegt werden sollte. Man befürchtete nämlich,
dass dort eine Abrutschungsgefahr bestand. Wohl nicht unbegründet. Dass
in der Kirchenrechnung die Commissionsgebühr verrechnet wird, scheint
darauf hinzuweisen, dass zu jener Zeit noch beabsichtigt war, den neuen
Friedhof nicht als Gemeinde-, sondern als Pfarrfriedhof zu errichten.
Nach dem Reichsvolksschulgesetz vorn 14. Mai 1869 erging die Weisung,
Schuldienst und Mesnerdienst zu trennen. Die Durchführung dieser Weisung
erfolgte in Ansfelden mit Ende Juni, Anfang Juli 1870. Zum Abschluß seiner
Mesnertätigkeit legte der Schullehrer Alois Albrecht am 30. Juni 1870
dem Pfarrvikar und den Zechpröbsten seine letzte Mesnerabrechnung vor.
Mit 1. Juli stellte Pfarvvikar Pritz den Besitzer des Öttlweberhäusls
zu Ansfelden Nr.24 Johann Mittermayr zum Mesner an der Pfarrkirche Ansfelden
an.
Eine auffallende Ausgabe zum Fronleichnamsfest, wie sie in den Kirchenrechnungen
jener Zeit jährlich vermerkt ist, soll hier Erwähnung finden. Z. B. ist
in der Kirchenrechnung 1864 als Ausgabe angeführt: ,,Pulver für Fronleichnam
2 Gulden 36 Kreuzer." In der Kirchenrechnung 1870: ,,Den Schützen Pulver
und Lohn zu Fronleichnam 2 Gulden". Es wurde also auf Kosten der Kirche
geschossen. Pfarrvikar Pritz und auch noch spätere Pfarrer in Ansfelden
haben das geduldet. Aber nicht jeder Pfarrer war damit einverstanden.
So notiert z. B. Pfarrer Bartsch von Behamberg: ,,Beim Fronleichnams-Umgang
Pöller ablösen zu lassen, wird als eine bereits sehr alte Sitte nicht
wohl zu vermeiden sein. Doch werde ich sicher darauf Bedacht nehmen, dass,
weil das Ablösen der Pöller bei dieser Gelegenheit nicht so sehr zur Ehre
Gottes, als zur Lust der Bauern dient, sie auch die Auslagen darauf selber
tragen lassen, nicht aber der Kirche aufheften."
Laut Kirchenrechnung 1870 ließ Pfarrvikar Pritz im genannten Jahr im Pfarrhof
,,einen neuen runden Stuckofen, 2 Schuh 8 Zoll im Durchmesser und 7 Schuh
8 Zoll hoch" um einen Betrag von 38 Gulden aufstellen.
Über die seelsorgliche Situation der Pfarre berichtet Pritz am 8. November
1866 an das Dekanat Enns:
1. Das Fastengebot wird hier allgemein und zwar genau beobachtet.
2. Die Maiandacht ist wie alljährlich so auch heuer täglich von 7 bis
8 Uhr abends gehalten und fleißig besucht worden.
3. Freitänze sind hier recht selten und höchstens, wenn ein Kirchtag ist."
Was Pfarrvikar Pritz seelsorglich wirklich geleistet hat, darüber gibt
es keine Aufzeichnungen. Vieles aber hat Pritz niedergeschrieben über
die Tätigkeiten anderer. So hat er der Pfarre und Gemeinde Ansfelden auch
die erste geschichtliche Arbeit erstellt, die mit einigen Ergänzungen
der spätere Kooperator Joseph Huber herausgegeben hat. Alle historischen
Publikationen, die bis in die letzten Jahre von Ansfeldnern über Ansfelden
erstellt wurden, fußten auf der Forschung und den Aufzeichnungen dieses
Pfarrvikars, die er bis 1867 verfaßt hatte.
Vom Jahre 1866 an war Pfarrvikar Pritz öfters kränklich. Am 22. März 1872
starb er im 81. Lebensjahre hier in Ansfelden an seiner letzten Wirkungsstätte.
Quelle: "Ansfelden einst und jetzt", Band I+II
Konsulent Josef Fuchshuber
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