Josef Schmidberger

Der unter Pfarrer Ebmer von 1800 bis 1810 in Ansfelden tätige Kooperator JOSEF SCHMIDBERGER und spätere
Küchenmeister des Stiftes St. Florian gelangte zu besonderer Berühmtheit, sodass auf diesen noch näher eingegangen wird.
Benedikt Piliwein weiß über ihn zu berichten:
,,Sein vorzügliches Fach ist Pomologie (Obstkunde) mit dem Studium der Insekten, die den Obstbäumen schädlich
sind. Hierbei ist seine Haupttendenz, die besseren und nützlicheren Obstsorten des Auslandes im Inlande zu verbreiten, weswegen er eine große Baumschule angelegt hat. Er korrespondiert mit dem geheimen Rate Diel zu Nassau-Dietz, von dem er seine Zweige bezieht, weil er ihn für den gelehrtesten und sichersten Pomologen hält. Als Mitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften schrieb er auch 1820 und 1821 zwei praktische Werke über die Erziehung der Obstbäume.
Man muss seine Baumschule, seine Sammlung der so manchem Baum schädli­chen Insekten sehen, von ihm erzieltes
Obst genießen, um von der Tätigkeit dieses Mannes und dem Interesse des Gegenstandes den wahrhaft erfreulichsten Begriff zu bekommen. Alle Jahre ist ein Noviz zu seinem Schüler ausersehen. Jeder Bauersmann bekommt die Propfreiser umsonst.“

In St. Florian wurde dem Pomologen und Augustiner Chorherren Josef Schmidberger rechts vor der Einfahrt zum Stift ein
Denkmal errichtet.


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                                                             Franz Xaver Pritz

Mit Franz Xaver Pritz wurde ein Mann in Ansfelden Pfarrvikar, der als Forscher und Gelehrter bereits eine weit über den Bereich der Seelsorge hinausreichende jahrzehntelange Wirksamkeit hinter sich hatte. Er ist wohl nach dem zum Propst gewählten Matthäus von Weißenberg, der allerdings nur kurze Zeit Pfarrvikar in Ansfelden war, der bedeutendste der bisherigen Ansfeldner Pfarrvikare. 
Da Pritz eine sehr reichhaltige Gelehrtentätigkeit hinter sich hatte und nur in den letzten zehn Jahren seines Lebens noch seine Kräfte in der Pfarre Ansfelden einsetzte, ist der Abhandlung über seine Person einiger Raum gewidmet. Aus seinenAktivitäten in Ansfelden sollen ein paar der wichtigsten herausgestellt werden.

Franz Xaver Pritz wurde am 4. November 1791 in der Johannesgasse 7 in Steyr geboren. Sein Vater war Kaufmann (Krämerei und Weißwaren-handlung). 1802 kam Pritz nach Linz. Hier absolvierte er die damaligen fünf Klassen des Gymnasiums und die beiden philosophischen Jahr-gänge. Dabei wurde Geschichte sein Lieblingsfach. Diesem wandte er sich während seines ganzen Le­bens zwar nicht systematisch, aber doch gelegentlich sehr ausgiebig zu.

Am 22. Oktober 1809 trat er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Florian ein. Von 1810 bis 1812 studierte er mit vorzüglichem Erfolg an der theologischen Fakultät des Linzer Lyzeums, wobei er sich besonders auf die orientalischen Sprachen verlegte. Von Propst Ziegler erhielt er den Auftrag, sich an der Universität Wien in diesen Sprachen besonders auszubilden. Am 24. Oktober 1813 legte er seine Profeß ab. 1814 wurde er lungenkrank und war längere Zeit studien­unfähig.
Wieder genesen, vollendete er seine Studien, empfing am 23. Mai 1815 in Linz die Priesterweihe und wurde Kooperator in Mauthausen. Als solcher setzte er sein Studium der orientalischen Sprachen und das Bibelstudium fort. Mit ,,Allerhöchster Entschließung" vom 28. Juli 1819 wurde Franz Xaver Pritz zum ordentlichen öffentlichen Professor der alttestamentlichen Wissenschaft am Lyzeum in Linz ernannt, nachdem er diese Lehrkanzel bereits seit 1817 provisorisch innehatte.
Neben seiner biblischen Lehrtätigkeit blieb er seinem Lieblingsfach, der Geschichte, treu. So konnte er 1837 seiner Heimatstadt einen großen Dienst erweisen, indem er die Geschichte der Stadt Steyr herausgab. Dies brachte ihm 1838 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Steyr ein.
Am 9. Juli 1840 wurde Pritz für das folgende Studienjahr zum Rektor des Linzer Lyzeums gewählt. In dieselbe Zeit fällt seine Ernennung zum wirklichen Konsistorialrat durch Bischof Ziegler. 1848 wählte ihn der historische Verein für Kärnten zu seinem Ehrenmitglied. 1851 erwählte ihn die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien zum Korrespondierenden Mitglied. Im selben Jahr nominierte ihn der Gelehrten-verein zu Brünn, die Mährisch-Schlesische Gesellschaft zur ,,Beförderung" des Ackerbaues, der Natur und Landeskunde, in der historisch-statistischen Sektion zum Ehrenmitglied. 1852 trat er in den Ausschuß des Museums Francisco-­Carolineum in Linz.
Nach 38jähriger Lehrtätigkeit legte Pritz im Jahre 1855 am Lyzeum zu Linz seine Professur zurück. Am 9. Oktober 1856 würdigte der Kaiser seine Tätigkeit, indem er ihn ,,in Anerkennung seiner Verdienste im Lehramte und um die Wissenschaft" zum Ritter des k. k. Franz-Josefs-Ordens ernannte.

Außer der bereits erwähnten Geschichte der Stadt Steyr verfaßte Franz Xaver Pritz weit über 30 Werke als Frucht teils seiner Bibelstudien, größtenteils aber als Ergebnis seiner historischen Forschungen. So erschien von ihm in den Jahren 1846/47 als zweibändiges Werk eine Geschichte des Landes ob der Enns, um nur ein Beispiel aus den vielen zu nennen.

Zunächst kurz Pfarrvikar in Wallern, übernahm Franz X. Pritz am 3. September 1862 im Alter von 71 Jahren die Verantwortung für die Seelsorge in Ansfelden.
Trotz seines Alters und trotz der für ihn doch großen Umstellung von der wissenschaftlichen Tätigkeit in die vielen pfarrlichen Probleme, ging Pfarrvikar Pritz noch an die Lösung vieler Aufga­ben, besonders auch in baulicher Hinsicht, heran. Dazu mochte auch beigetragen haben, dass die Ansfeldner damals ohnedies bereits in einer kirchlichen Bauperiode standen. Noch bevor Pritz die Pfarre übernahm, waren ja Renovierungsarbeiten am Äußeren der Kirche und besonders am Turm durchgeführt worden.
Am 3. November 1862 ersuchte Pfarrvikar Pritz beim bischöflichen Ordinariat um die Erlaubnis, das reparierte und neu vergoldete Turmkreuz am 15. November weihen zu dürfen. Eine seiner ersten Aufzeichnungen über seine Tätigkeit in Ansfelden bezieht sich daher auch auf diese Turmkreuzsteckung und -weihe am Leopoldifest 1862. Da in diesen Zeilen eine fast jugendliche Freude des neuen Pfarrvikars über seine erste größere Feierlichkeit in Ansfelden mitklingt und weil er diese so ausführlich schildert wie kaum ein späteres Ereignis, seien seine Zeilen hier wiedergegeben:
,,Die Weihe des Kreuzes war zuvor sehr erbaulich vorgenommen worden. Es kamen dazu Herr Anton Radner, Professor und Jungherrn-Direktor zu St. Florian und der Herr Ökonom und Bauamtsverwalter Ignaz Hennerbichler also dort, der mitunter den Bau geleitet hatte. Die Weihe des Kreuzes wurde mit hoher Bewilligung des bischöflichen Konsistoriums vom Pfarrvikar Franz Pritz unter Assistenz der beiden Herrn vorgenommen. Dasselbe war sehr schön mit Blumenkrän­zen geziert im Vorhaus des Pfarrhofes auf einer Tragbahre niedergelegt, die Zechpröbste, der Bürgermeister, die Räte und der Ausschuß der Gemeinde, zuletzt die Geistlichen in vollem Ornate und das Kreuz auf der Bahre von den Zechpröbsten und Angesehenen der Gemeinde unter Gebeten des Volkes in die Kirche getragen und auf den Stufen des Hochaltarraumes niedergelegt. Dann war eine musikalische Litanei, es wurden die Weihegebete gesungen, das Kreuz aspergiert (mit Weihwasser besprengt) und incensiert, darauf folgte die Adoration oder Kreuzverehrung vom Klerus und vom Volk, zugleich ein Opfergang zur Bestreitung der Auslagen.
Dann begann die feierliche Prozession mit dem geweihten Kreuz zur Stelle des Aufzuges unter Glockengeläute und Absingen des Hymnus ,,Vexilla regis prodeunt" (Des Königs Banner wallt hervor). Dort angelangt herrschte Stille, das Kreuz wurde langsam aufgezogen, am gehöri­gen Platz festgemacht und es erschollen die Toast-Rufe von oben herab.
Endlich ging der Zug wieder in die Kirche zurück, wo ein Te Deum auf dem Chor den Beschluß dieser kirchlichen Feier machte."

Sehr nüchtern berichtet J. Huber noch, dass bei der Außenrenovierung auch das Dach der Kirche neu mit Ziegeln gedeckt wurde, ,,wobei man so pfiffig war, erst nachträglich das Baugerüst des Turmes wegzunehmen, daher sehr viele Ziegel zertrümmert wurden."

Über den Pfarrhof berichtet Pritz: „Es wurde auch der Pfarrhof, welcher schon einer großen Ausbesserung bedurfte, einer solchen unterzogen. Der Plafond des großen Saales wurde befestigt und derselbe ganz geweißt, jener des sogenannten Prälatenzimmers, der dem Einsturz nahe war, neu gemacht und das ganze Zimmer schön tapeziert, das Dach des Pfarrhofes vielseitig erneuert, alle Fenster, Jalousien, selbst die Gartengeländer frisch angestrichen, die Stiege im Garten, welche zum Friedhof führt, abgebrochen und anders hergestellt. Endlich wurde das Dach des Ökonomiegebäudes ausgebessert, der Kuhstall vergrößert und verändert, der Schweinestall ganz neu gemacht. Die Lasten bestritt das Stift St. Florian, aber dem Pfarrer wurde ein sehr großer jährlicher Abzug an seiner Rente gemacht, bis alles bezahlt sein würde."

Wie sehr aber der von seiner Gelehrtenlaufbahn her bauunkundige Pfarrvikar Pritz vor Probleme gestellt war, zeigt sein Brief vorn 24. Februar 1864 an den Propst von St. Florian Er schreibt von Umbauarbeiten in der Kirche und setzt fort: ,,Ich habe nie eine solche Arbeit zu unternehmen gehabt (in diesem Orte hier trifft mich so vieles Unangenehme!) und weiß daher nicht, was alles zu tun ist, daher wende ich mich an Sie...". Es folgen eine Reihe Fragen. Gegen Schluß des Briefes heißt es dann: ,,Ich glaube, sie haben jetzt genug und werden denken, ein Narr kann vielerlei Fragen vorbringen, die ein Gescheiter beantworten soll - wenn er's kann." 
Die Antwort des Prälaten erfolgte sehr ausführlich am 29. Februar zur Zufriedenheit von Pritz. Die Arbeiten wurden nämlich folgendermaßen eingeleitet.

Am 10. April 1864 berichteten der Pfarrvikar Franz X. Pritz, der Gemeindevorsteher Franz Grabmer ( Wirt zu Ansfelden 21) und die Zechpröbste Michael Huber (Albauer zu Ansfelden) und Franz Sallrnann (Birser) an das bischöfliche Ordinariat Linz, dass für die Pfarrkirche Ansfelden eine neue Orgel angeschafft wurde, und ,,dass dieselbe nunmehr fertig ist und von Sachverständigen günstig beurteilt wird." Bevor sie aufgestellt wird, soll aber in der Kirche ein Umbau vorgenommen werden ,,Was den Neubau betrifft, so besteht derselbe darin, dass der jetzige Musikchor (respect. die jetzige Empore der Pfarrkirche) ruhend über Gewölben, welche über zwei Pfeiler und zwei Säulen gespannt sind, abgebrochen, somit auch die dahin führende Stiege im Innern des Gotteshauses entfernt, dann aber (die Empore) um noch einmal so viel vergrößert und auf 4 Pfeilern und 4 Säulen mit Stuckadorboden statt Gewölbe aufgebaut und durch eine neue im Innern des Turmes laufende Stiege zugänglich gemacht werden."
Die Arbeiten wurden am 30. Juni 1864 mit dem Abbrechen des Chores begonnen. Das Ge­wölbe musste entfernt werden, da die darüber befindliche Empore für die neue Orgel zu niedrig war. Die neue Empore wurde in der oben angeführten  Art gebaut. Die Altäre wurden restauriert, Vom 6. bis 8. August wurde vom Orgelbaumeister Josef Breinbauer aus Ottensheim die neue Orgel auf der neu errichteten Empore zusammengebaut und gestimmt. Am 15. August erklang diese nach fast vollendeter Kirchenrenovierung zum ersten Mal.

Einige Berichte von Pfarrvikar Pritz geben einen kleinen Einblick in die damalige Sammeltä­tigkeit. Die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung bewährte sich besonders bei den vielen Bautätig­keiten, für die weitgehend die Pfarrgemeinde aufkam. Außer den vielen Beiträgen zu den unter den früheren Pfarrvikaren gegründeten und weiter bestehenden religiösen Vereinen gab es Sammlungen für verschiedenste Anliegen. So wurde im Oktober 1862 eine Sammlung ,,für arme Christen in der Türkei und im Orient" durchgeführt. Sie erbrachte in Ansfelden 4 Gulden. Im Sommer 1863 wurde eine Kirchensammlung für das Alexianerkloster in Aachen durchgeführt mit einem Ergebnis von 2 Gulden 30 Kreuzer. Im Jahre 1868 bekam die Pfarre den Auftrag, für das abgebrannte Stift Admont zu sammeln. Pfarrvikar Pritz berichtete an das bischöfliche Ordinariat, dass bei dieser Kirchensammlung nur mehr 5 Gulden eingegangen seien, da schon viel früher die Gemeindevorstehung über Auftrag des Bezirksamtes für denselben Zweck eine Sammlung von Haus zu Haus hat durchführen lassen, ,,wodurch immer am meisten eingeht."
Allzugroße Bausorgen lud sich Pfarrvikar Pritz nimmer auf. 1865 wurde eine ,,neue steinerne Kirchenstiege" gelegt. Im Winter 1869/70 wurden ,,Steine von Kremsmünster und Sandmateri­al" herangebracht und damit im Jahre 1870 die Friedhofmauer um die Kirche neu errichtet mit einem Kostenaufwand von 125 Gulden 82 Kreuzer. Für 71 und 1/4 Tage wurde Maurerlohn bezahlt, pro Tag 80 Kreuzer.
1867 wurden ,,am Mathäustage die neugemachten Kirchenstühle in der Kirche und auf dem Chor licitando verkauft, der Kauf trug unerwartet über 1000 Gulden ein, welche Summe der Ge­meinde zu Gute kam, welche dieselben hatte machen lassen," so berichtet der Pfarrvikar.Dieser ,,Verkauf" stellte die erstmalige Vergabe der neuen Kirchenstühle dar. Ein jährliches Kirchenstuhllösegeld fiel weiterhin der Kirche zu. Über die Kirchensitzverteilung jener Zeit hat Pfarrvikar Pritz in der Kirchenrechnung 1868 die folgende Aufzeichnung hinterlassen: „Pro Kirchensitz waren 14 Kreuzer Lösegeld pro Jahr zu entrichten. Die jährliche Einhebung des Stuhlgeldes war Aufgabe des Mesners." 
Es ist aber nicht so, dass Pfarrvikar Pritz mit der Anschaffung neuer Kirchenstühle auch die Einlösung überhaupt erst eingeführt hätte. Im Stiftsarchiv St. Florian findet sich bei den Ansfeldner Akten schon ein ,,Register, was von 1608. Jar hero In der Pfarkirchen zu Ansfelden, für stiel von Mann- und Weibspersonen geleset seint worden." Die ersten Eintragungen lauten: ,,1608 an St. Stephanustag hat Sebastian Hundtslugger ein stuel gelest.
Item die Lebin am Fleck auch 1608 ein stuel gelest.
Item des Neidls Tochter auch ein stuel gelest 1608."

Die Einlösung der Kirchenstühle erweist sich somit als sehr alte Einrichtung.

In der Kirchenrechnung 1869 ist ein Betrag von 6 Gulden 50 Kreuzer für die am 21. März gehaltene
,,Friedhofs-Cormmission" ausgewiesen. Es ging dabei um die längst von den Behörden vorgeschriebene Verlegung des um die Kirche liegenden Friedhofes Ansfelden, die trotz mehrfacher Verhandlungen wieder nicht zustande kam. Pfarrvikar und Stift hatten Bedenken an dem damals ins Auge gefassten Grundstück für den neuen Friedhof, der im Bereich nördlich der jetzigen Gschaidstraße angelegt werden sollte. Man befürchtete nämlich, dass dort eine Abrutschungs­gefahr bestand. Wohl nicht unbegründet. Dass in der Kirchenrechnung die Commissionsgebühr verrechnet wird, scheint darauf hinzuweisen, dass zu jener Zeit noch beabsichtigt war, den neuen Friedhof nicht als Gemeinde-, sondern als Pfarrfriedhof zu errichten.
Nach dem Reichsvolksschulgesetz vorn 14. Mai 1869 erging die Weisung, Schuldienst und Mesnerdienst zu trennen. Die Durchführung dieser Weisung erfolgte in Ansfelden mit Ende Juni, Anfang Juli 1870. Zum Abschluß seiner Mesnertätigkeit legte der Schullehrer Alois Albrecht am 30. Juni 1870 dem Pfarrvikar und den Zechpröbsten seine letzte Mesnerabrechnung vor. Mit 1. Juli stellte Pfarvvikar Pritz den Besitzer des Öttlweberhäusls zu Ansfelden Nr.24 Johann Mittermayr zum Mesner an der Pfarrkirche Ansfelden an.

Eine auffallende Ausgabe zum Fronleichnamsfest, wie sie in den Kirchenrechnungen jener Zeit jährlich vermerkt ist, soll hier Erwähnung finden. Z. B. ist in der Kirchenrechnung 1864 als Ausgabe angeführt: ,,Pulver für Fronleichnam 2 Gulden 36 Kreuzer." In der Kirchenrechnung 1870: ,,Den Schützen Pulver und Lohn zu Fronleichnam 2 Gulden". Es wurde also auf Kosten der Kirche geschossen. Pfarrvikar Pritz und auch noch spätere Pfarrer in Ansfelden haben das geduldet. Aber nicht jeder Pfarrer war damit einverstanden. So notiert z. B. Pfarrer Bartsch von Behamberg: ,,Beim Fronleichnams-Umgang Pöller ablösen zu lassen, wird als eine bereits sehr alte Sitte nicht wohl zu vermeiden sein. Doch werde ich sicher darauf Bedacht nehmen, dass, weil das Ablösen der Pöller bei dieser Gelegenheit nicht so sehr zur Ehre Gottes, als zur Lust der Bauern dient, sie auch die Auslagen darauf selber tragen lassen, nicht aber der Kirche aufheften."

Laut Kirchenrechnung 1870 ließ Pfarrvikar Pritz im genannten Jahr im Pfarrhof ,,einen neuen runden Stuckofen, 2 Schuh 8 Zoll im Durchmesser und 7 Schuh 8 Zoll hoch" um einen Betrag von 38 Gulden aufstellen.

Über die seelsorgliche Situation der Pfarre berichtet Pritz am 8. November 1866 an das Dekanat Enns:
1. Das Fastengebot wird hier allgemein und zwar genau beobachtet.
2. Die Maiandacht ist wie alljährlich so auch heuer täglich von 7 bis 8 Uhr abends gehalten und fleißig besucht worden.
3. Freitänze sind hier recht selten und höchstens, wenn ein Kirchtag ist."

Was Pfarrvikar Pritz seelsorglich wirklich geleistet hat, darüber gibt es keine Aufzeichnungen. Vieles aber hat Pritz niedergeschrieben über die Tätigkeiten anderer. So hat er der Pfarre und Gemeinde Ansfelden auch die erste geschichtliche Arbeit erstellt, die mit einigen Ergänzungen der spätere Kooperator Joseph Huber herausgegeben hat. Alle historischen Publikationen, die bis in die letzten Jahre von Ansfeldnern über Ansfelden erstellt wurden, fußten auf der Forschung und den Aufzeichnungen dieses Pfarrvikars, die er bis 1867 verfaßt hatte.

Vom Jahre 1866 an war Pfarrvikar Pritz öfters kränklich. Am 22. März 1872 starb er im 81. Lebensjahre hier in Ansfelden an seiner letzten Wirkungsstätte.

Quelle: "Ansfelden einst und jetzt", Band I+II
   Konsulent Josef Fuchshuber

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