Christkönig-Sonntag

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 Allgemeines
 

Mit dem Christkönigssonntag schließt das katholische Kirchenjahr am Sonntag vor dem ersten Advent.
 

Es ist ein recht junges Ideenfest und wurde 1925 zur 1600-Jahr-Feier des Konzils von Nicäa 325 von Papst Pius XI. in seiner Enzyklika „Quas Primas“ als Antwort auf die destruktiven Entwicklungen seiner Zeit eingeführt.

Es betont die wahre Königsherrschaft Christi als Friedensfürst, und richtet sich damit gegen den Säkularismus und Laizismus.
Das Christkönigsfest ein passendes Ende des Kirchenjahres, geht es doch um die Frage, welche Macht tatsächlich unsere Lebenszeit und Weltzeit bestimmt.

 
Geschichtliches
 

In der katholischen Jugend der Weimarer Republik und des Dritten Reichs spielt die Christkönigsverehrung eine große Rolle. Gerade der Führerkult führte dazu, dass junge Katholiken mit Begeisterung an den Prozessionen und Feiern teilnehmen, um sich so (gefahrlos) von der Ideologie des Nationalsozialismus abzugrenzen.

Das Fest wurde in Deutschland ursprünglich am Dreifaltigkeitssonntag gehalten, als aber die Nazis auf diesen Tag das Reichssportfest legten, verschob man den Termin auf den letzten Sonntag im Oktober. Seit der Liturgiereform fällt das Fest auf den letzten Sonntag im Kirchenjahr.

 
 
 
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus, 15, 24-32
 
Verhöhnung Jesu am Kreuz
 

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Dann kreuzigten sie ihn. Sie warfen das Los und verteilten seine Kleider unter sich und gaben jedem, was ihm zufiel. Es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und eine Aufschrift (auf einer Tafel) gab seine Schuld an: Der König der Juden. 
Zusammen mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen rechts von ihm, den andern links. Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? 
Hilf dir doch selbst, und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. 

 
 
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Christus - der andere König

Als man 1926 zum erstenmal dieses Fest, das Christkönigsfest beging, kündigte sich gerade das sogenannte "Tausendjährige Reich" an, das dann gut 10 Jahre dauerte. Geprägt vom Wahnwitz eines Menschen, der sich selbst als den „größten Führer aller Zeiten" bezeichnete. Er ließ sich feiern mit militärischen Aufmärschen und wehenden Bannern, auf denen ein pervertiertes Kreuzsymbol prangte. Er versprach Frieden durch Krieg und stürzte einen großen Teil der Welt in die Hölle des Zweiten Weltkrieges.
Dagegen setzten die gläubigen Katholiken das Christkönigsfest. Auch sie trugen Banner, aber mit dem Kreuz Jesu Christi. Sie bekannten sich zu ihm, als dem wahren Erlöser, Führer und Friedensbringer.
Wenn wir heute das Christkönigsfest feiern, so stellt sich erneut auch an uns die Frage, worauf, auf wen wir unser Vertrauen setzen; wie weit unser Einverständnis geht mit dem Weg, den Christus gegangen ist. 

     …. Eine Reihe von Leuten, die dabei sind:

  • Führende Männer (die das Sagen haben) – verlachen ihn!

  • Soldaten, ihre Handlanger, Abhängige, Marionetten – sie spotten!

  • Pilatus, der Machthaber, er lästert, gibt ihn der Lächerlichkeit preis; kann so eine Konkurrenz nicht dulden!

  • Der eine Verbrecher: der einiges auf dem Kerbholz hat, er verdrängt seine eigene Verlorenheit und Armseligkeit, indem er höhnt und den Unschuldigen zu Seinesgleichen machen will („Hilf dir selbst und auch uns!“)

  • Einer, auch ein Verbrecher, kommt zur Einsicht, erkennt seine Situation, erkennt den All-mächtigen – und erfährt das „Es-ist-nie-zu-spät!“; ihm gilt das „Heute noch!“.
 

Worum geht es?

 
Glaube, ihm folgen = neue Perspektive für sein Leben und einen Blick über den Tod hinaus „Wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit!".
"Im Kreuz ist Leben": dort, wo jemand zu lieben beginnt und die Todeslinie des ‚nur-für‑mich’, des Egoismus, durchkreuzen läßt durch die Lebenslinie des ‚für‑dich’!
Durchbrechung des Teufelskreises des Bösen!
Christus anerkennen (als König, oberste Autorität) = es gelten neue Maßstäbe: ≠ andere für sich da sein lassen, sondern für andere da sein!; Vergebung, Teilen des Lebensnotwendigen, ein Leben in Balance zwischen Diesseitsstress und Jenseitsvertröstung,…
 
 

Christus König – jetzt und heute

 
Christus König ‑ Christus anerkennen als König, oberste Autorität jetzt und heute: Wir feiern das Christkönigsfest, ‑ aber nicht am Kreuz vorbei!
Wir begehen das Fest der Herrschaft des Verlierers in den Augen der Welt; dessen, der gekommen ist, zu dienen und nicht sich bedienen zu lassen; der dem Verlorenen nachgeht bis er es findet, ‑ nachgeht bis in den Tod, bis ans Kreuz und in die Nacht der Schuld.
Und wir feiern die Macht seiner Auferstehung, die stärker ist als Sünde und Tod!
 
"Jesus, denk an mich", sagte der Schächer: Jesus denk an mich, ‑ wenn ich am Kreuz meiner Schuld festgenagelt bin;  wenn die Welt mich disqualifiziert hat; wenn ich dem Spott ausgeliefert bin und allein dastehe; wenn ich der Dumme bin, weil ich mir vieles nicht leisten kann, weil ich zu meiner Überzeugung, zu meinen Werten, zu meiner Berufung stehe, zur Verant-wortung, die ich übernommen habe – weil ich mich für Schwache und an den Rand gedrängte einsetze, ohne Dank zu erhalten, ohne, dass ich mich in den Seitenblicken selbst zelebriere.
 
"Jesus, denk an mich", ‑ wenn ich enttäuscht werde und meine Ehrlichkeit ausgenützt wird ... Deine Antwort: "Ich sage dir, noch heute wirst du mit mir im Paradies sein"! Heute noch, jetzt schon können wir die Macht deiner Auferstehung erfahren?!
 
Heute und jetzt schon ist Vergebung und Versöhnung möglich.
Heute und jetzt wird uns zugesagt: Der Herr ist mit euch!
Heute und jetzt feiern wir seinen Tod und seine Auferstehung; haben am Tisch des Wortes und des Brotes jetzt schon Anteil daran und Gemeinschaft mit ihm.
Heute und jetzt tun wir einen Schritt auf eine Zukunft, von der uns keine Macht dieser Welt disqualifizieren, ausschließen, kann ‑ außer wir selbst!
Mag. Franz Schauer
 
 
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