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Der erste Christbaum
Es ist jetzt etwa 400 Jahre her, dass einige Kinder im Elsaß, im
heutigen Frankreich, den ersten
Christbaum erfanden. Und das kam so.
Die Kinder sollten zu Weihnachten das damals übliche Paradiesspiel
aufführen. Solche Spiele erzählten die ganze Geschichte Gottes mit den
Menschen, angefangen bei Adam und Eva über Jesus von Nazareth bis hin zum
alltäglichen Leben von Menschen wie du und ich. Natürlich wollten die
Kinder das Spiel so wirklichkeitsnah wie möglich machen. Für das
Paradies brauchten sie deshalb den Baum des Lebens. Wo aber sollten sie
mitten im Winter einen grünen Baum hernehmen? Grün waren jetzt nur die
Nadelbäume. Also schlugen sie eine Tanne und schafften sie in die
Kirche.
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Die Proben
begannen. Um die Geschichte von Adam und Eva aber richtig spielen zu
können reichte die Tanne leider nicht aus. Oder habt ihr schon einmal
eine Tanne gesehen, die Äpfel trug? Jetzt war guter Rat teuer. Die
Kinder erwogen diese und jene Möglichkeit, bis schließlich ein kleines
Mädchen die rettende Idee hatte: ,,Wir können doch einfach Äpfel in den
Baum hängen!' Gesagt, getan - und schon schmückten verführerisch rote
Äpfel den Tannenbaum.
Dann kamen
sie zu der Stelle, an der Gott zur Welt kommt und in Betlehem als Licht
des Lebens erscheint. Auch das wollten die Kinder mit dem Baum
darstellen. Wie sie das taten? Richtig, sie steckten dem Tannenbaum
Kerzen auf und ließen ihn so in hellem Lichterglanz erstrahlen
Jetzt brauchte ihr Weihnachtsspiel noch einen gebührenden Abschluss. Die
Kinder berieten sich lange. Dann hatten sie folgenden Einfall: ,,Das
sind nicht einfach alte Geschichten" würden sie ihr Spiel
zusammenfassen. ,,Alle, Große und Kleine, werden durch die Begegnung mit
Gott zu neuen Menschen. In der Kommunion während der Messfeier wird das
ganz deutlich." Zum Zeichen dafür nahmen die Kinder Oblaten, wie sie
während der Messe als Hostien verwendet wurden, und hängten sie in den
Baum. Später einmal würden diese Hostien durch gebackene Brotkringel
ersetzt werden. Sie sollten sagen, dass der Baum des Lebens alle satt
machen würde.
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So wurde vor langer Zeit der erste Weihnachtsbaum aufgestellt. Bis heute
schmücken die Christbäume unsere weihnachtlichen Wohnzimmer und Kirchen.
Und wenn die Kerzen in geheimnisvollem Glanz aufleuchten, wird die Welt
ein wenig verzaubert, damit wir nie vergessen, dass das Leben nicht tot
zu kriegen ist und das Paradies uns näher ist, als wir glauben.
Weihnachtsgeschenke
Der Brauch sich Geschenke
zu machen, ist ursprünglich mit dem Gedenktag des heiligen Nikolaus (6.
Dezember) verbunden. An diesem Tag werden schon seit Jahrhunderten die
Kinder beschenkt. Martin Luther soll um 1535 angeregt haben, die
Bescherung auf das Weihnachtsfest zu verlegen. Die Geschenke bringt in
dieser also ursprünglich reformatorischen Tradition nicht mehr der
heilige Nikolaus sondern der heilige Christ, der später zum Christkind
verniedlicht wurde.
Der eigentliche Sinn der Bescherung liegt wohl darin, die Freude über
die Geburt Jesu weiter zu schenken - vielleicht wäre es gut, wieder
einmal diesen ursprünglichen Gedanken mehr zu betonen, anstatt in den
allgemeinen Konsumzwang zu verfallen!?! |
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Weihnachtskrippe
Überall auf der Welt, wo
Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet sich die
Weihnachtskrippe.
Als figürliche Darstellung veranschaulicht sie die
Geburt Jesu in Bethlehem. Als Ausgangspunkt des Brauches vermuten die
Historiker die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste
früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten.
Entgegen
früheren Vermutungen ist der heilige Franziskus von Assisi keineswegs
der Urheber der Weihnachtskrippe. Seine Feier im Jahr 1223 in Greccio
fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer
strohgefüllten Krippe statt, jedoch ohne die Heilige Familie. |
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Die große Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten
nach der Reformation den Glauben wieder veran-schaulichen.
Darum forderte
der Ordensgründer Ignatius von Loyola beispielsweise: "Der Gläubige muss
sich vorstellen können, wie die Rüstung Goliaths scheppert, wenn der
Riese von Davids Stein getroffen, zu Boden stürzt".
Aufgrund dieser
Auffassung bauten die Jesuiten gewaltige und wertvolle Krippen. Der
Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede
Gemeinde eine eigene Krippe. Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es im
Zuge der Säkularisation mancherorts zu einem Verbot der Krippen. Doch
führte das nur dazu, dass die Krippen verstärkt Einzug in Bürger- und
Bauernhäuser fanden. |
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos. Jeder
Krippenbauer stellt das Geschehen so dar, als läge Bethlehem vor seiner
Haustür. Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten.
In Japan bringen anstelle der Könige Samurais die Geschenke. Bei den
Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das
Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt.
Auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier
flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf
verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte
Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden
Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete
Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser Krippe. |
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Die Legende von der ersten
Weihnachtskrippe
Weihnachten 1223. Ein merkwürdiger Zug
verlässt die kleine italienische Stadt Greccio. Die Mitternachtsmette
ist gerade vorüber. Im flackernden Licht von rauchenden Pechfackeln und
Kerzen ziehen Männer und Frauen, Junge und Alte, Reiche und Arme durch
die Kälte der Nacht. Sie folgen einem Mann, der ihnen auf nackten
Füßen vorangeht: Franz von Assisi.
Nach einer Weile gelangt die Prozession
an den Rand des Waldes. ,,Damit ihr wirklich begreift, mit euren
Herzen und Händen begreift, was an Weihnachten geschieht, habe ich
euch hier hinaus geführt. Franziskus' sanfte Stimme unterstreicht die
Stille der Nacht. Sie haben eine Lichtung erreicht, in deren Mitte
sich schemenhaft die Umrisse eines kleinen Stalles abzeichnen.
Franziskus tritt näher und taucht die Szene in den Flackerschein
seiner Fackel. Welche Überraschung: Eine Krippe ist da zu sehen, eine
echte lebendige Krippe. Da liegt ein kleines Kind im Stroh. Ein Mann
und eine Frau stehen in Gedanken versunken dabei und ein Ochse und ein
Esel. Abermals beginnt Franziskus leise zu reden.. ,,Weihnachten wird
heute in der Kirche gefeiert - und das ist gut, aber angefangen hat es
hier draußen. Die Krippe erzählt uns allen ganz anschaulich. Ein
großes Geheimnis: Gott ist so menschenfreundlich, dass er selber
Mensch wird. Und wenn wir so zärtlich werden wie dieses Kind, mutig
wie seine Eltern und so einfallsreich wie die Liebe, dann kommt er
auch durch uns in Welt."
Ob es sich nun so oder anders zugetragen
hat. Seit den Tagen des Franziskus bauen die Menschen Krippen. Zuerst
verewigten berühmte mittelalterliche Meister die Weihnachtsgeschichte
in Schnitzaltären, dann hielten die Krippen Einzug in beinahe jedes
Haus: einfache und aufwendige, klassische und moderne, Krippen aus
Stein und aus Stroh, aus Holz, Ton, Wachs, Papier, Pappmache und
vielem mehr. Sie erinnern uns daran, dass wir Weihnachten mit unseren
Sinnen erfahren müssen, denn sonst begreifen wir den Sinn nie.
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