Christbaum                        Weihnachtskrippe                          Geschenke

 

Christbaum

Bereits am Ende des 16. Jahrhunderts war es im Elsass üblich, zum Weihnachtsfest im Wohnzimmer einen Baum aufzustellen und ihn mit Äpfeln und Süßigkeiten zu behängen.
Die ersten Kerzen erhielten diese Christbäume aber erst um 1730. Anders als die evangelischen Gemeinden, sperrte sich die katholische Kirche zunächst gegen die Bäume. Sie sah in den Weihnachtskrippen ein genügend aussagekräftiges Symbol für das Weihnachtsgeschehen. Inzwischen gibt es jedoch keine katholische Kirche mehr, in der nicht wenigstens ein Christbaum steht.


Der erste Christbaum

Es ist jetzt etwa 400 Jahre her, dass einige Kinder im Elsaß, im heutigen Frankreich, den ersten Christbaum erfanden. Und das kam so. Die Kinder sollten zu Weihnachten das damals übliche Paradiesspiel aufführen. Solche Spiele erzählten die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen, angefangen bei Adam und Eva über Jesus von Nazareth bis hin zum alltäglichen Leben von Menschen wie du und ich. Natürlich wollten die Kinder das Spiel so wirklichkeitsnah wie möglich machen. Für das Paradies brauchten sie deshalb den Baum des Lebens. Wo aber sollten sie mitten im Winter einen grünen Baum hernehmen? Grün waren jetzt nur die Nadelbäume. Also schlugen sie eine Tanne und schafften sie in die Kirche.

Die Proben begannen. Um die Geschichte von Adam und Eva aber richtig spielen zu können reichte die Tanne leider nicht aus. Oder habt ihr schon einmal eine Tanne gesehen, die Äpfel trug? Jetzt war guter Rat teuer. Die Kinder erwogen diese und jene Möglichkeit, bis schließlich ein kleines Mädchen die rettende Idee hatte: ,,Wir können doch einfach Äpfel in den Baum hängen!' Gesagt, getan - und schon schmückten verführerisch rote Äpfel den Tannenbaum.

Dann kamen sie zu der Stelle, an der Gott zur Welt kommt und in Betlehem als Licht des Lebens erscheint. Auch das wollten die Kinder mit dem Baum darstellen. Wie sie das taten? Richtig, sie steckten dem Tannenbaum Kerzen auf und ließen ihn so in hellem Lichterglanz erstrahlen
Jetzt brauchte ihr Weihnachtsspiel noch einen gebührenden Abschluss. Die Kinder berieten sich lange. Dann hatten sie folgenden Einfall: ,,Das sind nicht einfach alte Geschichten" würden sie ihr Spiel zusammenfassen. ,,Alle, Große und Kleine, werden durch die Begegnung mit Gott zu neuen Menschen. In der Kommunion während der Messfeier wird das ganz deutlich." Zum Zeichen dafür nahmen die Kinder Oblaten, wie sie während der Messe als Hostien verwendet wurden, und hängten sie in den Baum. Später einmal würden diese Hostien durch gebackene Brotkringel ersetzt werden. Sie sollten sagen, dass der Baum des Lebens alle satt machen würde.

So wurde vor langer Zeit der erste Weihnachtsbaum aufgestellt. Bis heute schmücken die Christbäume unsere weihnachtlichen Wohnzimmer und Kirchen. Und wenn die Kerzen in geheimnisvollem Glanz aufleuchten, wird die Welt ein wenig verzaubert, damit wir nie vergessen, dass das Leben nicht tot zu kriegen ist und das Paradies uns näher ist, als wir glauben.

 

Weihnachtsgeschenke

Der Brauch sich Geschenke zu machen, ist ursprünglich mit dem Gedenktag des heiligen Nikolaus (6. Dezember) verbunden. An diesem Tag werden schon seit Jahrhunderten die Kinder beschenkt. Martin Luther soll um 1535 angeregt haben, die Bescherung auf das Weihnachtsfest zu verlegen. Die Geschenke bringt in dieser also ursprünglich reformatorischen Tradition nicht mehr der heilige Nikolaus sondern der heilige Christ, der später zum Christkind verniedlicht wurde.

Der eigentliche Sinn der Bescherung liegt wohl darin, die Freude über die Geburt Jesu weiter zu schenken - vielleicht wäre es gut, wieder einmal diesen ursprünglichen Gedanken mehr zu betonen, anstatt in den allgemeinen Konsumzwang zu verfallen!?!

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Weihnachtskrippe

Überall auf der Welt, wo Christen die Menschwerdung Gottes feiern, findet sich die Weihnachtskrippe.
Als figürliche Darstellung veranschaulicht sie die Geburt Jesu in Bethlehem. Als Ausgangspunkt des Brauches vermuten die Historiker die in Rom verwahrten Krippenreliquien, vor denen die Päpste früher den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst feierten.
Entgegen früheren Vermutungen ist der heilige Franziskus von Assisi keineswegs der Urheber der Weihnachtskrippe. Seine Feier im Jahr 1223 in Greccio fand in einem wirklichen Stall mit Ochs und Esel und einer strohgefüllten Krippe statt, jedoch ohne die Heilige Familie.
Die große Blütezeit der Krippen war das Barock. Die Jesuiten wollten nach der Reformation den Glauben wieder veran-schaulichen.
Darum forderte der Ordensgründer Ignatius von Loyola beispielsweise: "Der Gläubige muss sich vorstellen können, wie die Rüstung Goliaths scheppert, wenn der Riese von Davids Stein getroffen, zu Boden stürzt".
Aufgrund dieser Auffassung bauten die Jesuiten gewaltige und wertvolle Krippen. Der Funken sprang bald auf die Städte über, und schließlich wollte jede Gemeinde eine eigene Krippe. Am Beginn des 19. Jahrhunderts kam es im Zuge der Säkularisation mancherorts zu einem Verbot der Krippen. Doch führte das nur dazu, dass die Krippen verstärkt Einzug in Bürger- und Bauernhäuser fanden.
Die Vielfalt der Weihnachtskrippen ist beinahe grenzenlos. Jeder Krippenbauer stellt das Geschehen so dar, als läge Bethlehem vor seiner Haustür. Die Hirten in bayerischen Krippen tragen die üblichen Trachten. In Japan bringen anstelle der Könige Samurais die Geschenke. Bei den Eskimos liegt das Jesuskind auf einem Schlitten, und in Afrika ist das Christkind schwarz. Die Kolumbianer lieben es bunt.
Auch in Europa findet sich eine wahre Krippenvielfalt. Die Andalusier flechten eine Graskrippe aus Palmwedeln. Für die Figuren wird Hanf verknotet. Bei den Krippen aus Neapel sind Stall und umgebende Gehöfte Ruinen. Die Krippenschnitzer der französischen Provence verwenden Baumrinde und Torfballen. Auf Korsika liegen in der Krippe getrocknete Meeresalgen. Aus Thüringen stammt eine Glasbläser Krippe.
 
   

Die Legende von der ersten Weihnachtskrippe 

Weihnachten 1223. Ein merkwürdiger Zug verlässt die kleine italienische Stadt Greccio. Die Mitternachtsmette ist gerade vorüber. Im flackernden Licht von rauchenden Pechfackeln und Kerzen ziehen Männer und Frauen, Junge und Alte, Reiche und Arme durch die Kälte der Nacht. Sie folgen einem Mann, der ihnen auf nackten Füßen vorangeht: Franz von Assisi.

Nach einer Weile gelangt die Prozession an den Rand des Waldes. ,,Damit ihr wirklich begreift, mit euren Herzen und Händen begreift, was an Weihnachten geschieht, habe ich euch hier hinaus geführt. Franziskus' sanfte Stimme unterstreicht die Stille der Nacht. Sie haben eine Lichtung erreicht, in deren Mitte sich schemenhaft die Umrisse eines kleinen Stalles abzeichnen. Franziskus tritt näher und taucht die Szene in den Flackerschein seiner Fackel. Welche Überraschung: Eine Krippe ist da zu sehen, eine echte lebendige Krippe. Da liegt ein kleines Kind im Stroh. Ein Mann und eine Frau stehen in Gedanken versunken dabei und ein Ochse und ein Esel. Abermals beginnt Franziskus leise zu reden.. ,,Weihnachten wird heute in der Kirche gefeiert - und das ist gut, aber angefangen hat es hier draußen. Die  Krippe erzählt uns allen ganz anschaulich. Ein großes Geheimnis: Gott ist so menschenfreundlich, dass er selber Mensch wird. Und wenn wir so zärtlich werden wie dieses Kind, mutig wie seine Eltern und so einfallsreich wie die Liebe, dann kommt er auch durch uns in Welt."

Ob es sich nun so oder anders zugetragen hat. Seit den Tagen des Franziskus bauen die Menschen Krippen. Zuerst verewigten berühmte mittelalterliche Meister die Weihnachtsgeschichte in Schnitzaltären, dann hielten die Krippen Einzug in beinahe jedes Haus: einfache und aufwendige, klassische und moderne, Krippen aus Stein und aus Stroh, aus Holz, Ton, Wachs, Papier, Pappmache und vielem mehr. Sie erinnern uns daran, dass wir Weihnachten mit unseren Sinnen erfahren müssen, denn sonst begreifen wir den Sinn nie.

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