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Die andere Globalisierung

Globalisierung passiert. Vermutlich ist sie nicht aufzuhalten. Die Frage ist nur, aus welcher Perspektive man sie betrachtet und wie sie gestaltet wird. Nicaragua ist diesbezüglich (leider!) ein Musterbeispiel - im negativen Sinn. Die Bereicherung einer kleinen, korrupten Elite führt zur Verelendung großer Bevölkerungsteile. Näheres dazu in Nicaragua in Zahlen.

Dieselbe Ausgrenzung passiert im Fahrwasser des Neoliberalismus im Weltmaßstab: 1,3 Milliarden Menschen müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag überleben. Dabei ist der Neoliberalismus kein Naturgesetz, handfeste Wirtschaftsinteressen stehen hinter der derzeit dominanten Weltwirtschafts(un)ordnung. Einige Links zum Thema Globalisierung zeigen, dass es durchaus Widerstand dagegen gibt und auch langfristige politische Alternativen. Auch die Aktionswochen Fairer Handel im Oktober und November weisen in diese Richtung.

"Eine Gesellschaft, in der alle Platz haben." Diese Vision der Zapatisten in Chiapas (Mexiko), ein Eckpfeiler im Widerstand gegen den Neoliberalismus und seine Ungerechtigkeiten, teilen auch wir in unserer Solidaritätsarbeit. Durch das Projekt Schulfrühstück für Straßenkinder bekommen 480 Kinder in der Partnerstadt Condega ein Jahr lang jeden Morgen ein Frühstück in der Schule. 20 Kisten mit Schulmaterial konnten wieder gesammelt und verpackt werden. Sie werden im Herbst nach Condega transportiert. In einem Brief von Radio Waslala berichtet Pfarrer Padre Carlos von den Entwicklungen im Regenwalddorf Waslala und über den von Pucking unterstützten Ausbau der Radiostation.

Schöne Symbole der Solidarität und einer positiven Globalisierung gab es auch bei der gut besuchten Fiesta Karl Rammer in Ried i. d. Riedmark. Dort wurde ein afrikanischer Solidaritätsteppich der Pfarre Ansfelden (amerikanisch!) versteigert, der Reinerlös geht nach Nicaragua. Die Begegnung zweier Kontinente erfolgte nicht nur musikalisch (Konzert von Fuego Latino, Frühschoppen mit Danilo Fonseca aus El Salvador und der Musikkapelle Ried), sondern auch im Bewußtsein der zahlreichen Gäste und in der Erinnerung an Karl Rammer. Der Reinerlös aus dem Nicaraguafest wird für den Weiterbau des Karl-Rammer-Zentrums in Condega verwendet. Der dritte Bauabschnitt (Eingang, Büro, Küche, Ausschank, Sanitäranlagen) wird in Kürze in Angriff genommen.

Danke allen UnterstützerInnen der Entwicklungsprojekte in Nicaragua und unserer Solidaritätsarbeit. Sagen Sie weiterhin gemeinsam mit uns und den Zapatisten in Chiapas YA BASTA! (Es reicht!) zu den Ungerechtigkeiten im Fahrwasser des Neoliberalismus. Wir freuen uns auch über Anregungen und neue MitdenkerInnen und MitarbeiterInnen.

Ansfeldner Personenkomitee für Nicaragua

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