Die Landwirtschaft ist führender Wirtschaftszweig, wurde jedoch im Jahr 1998 durch den Hurrikan "Mitch" hart getroffen. Im pazif. Küstenland werden Baumwolle, Zuckerrohr und Bananen
kultiviert, im zentralen Bergland Kaffee. An der karibischen Küste gedeihen Reis, Bananen, Zuckerrohr und Kakao. Bei der Viehhaltung dominiert die Rinderzucht.
Die reichen Bodenschätze (Gold, Silber, Kupfererze) sind erst wenig erschlossen.
Die Industrie verarbeitet landwirtschaftl. Erzeugnisse, Textilien, Leder, Metalle und Arzneimittel.
Wichtige Ausfuhrprodukte sind Kaffee, Baumwolle, Fleisch, Zucker, Holz, Garnelen und Langusten, Bananen und Edelmetalle.
Nach der Verfassung ist Nicaragua eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf 5 Jahre gewählte Präsident.
Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2000 konnte die volksnahe FSLN, die sandinistische Partei, bedeutende Erfolge verbuchen, was auf eine langsame Verbesserung im Sozialbereich hoffen läßt. Der Sandinismus, der 1979 Nicaragua von der brutalen Diktatur Somozas befreit hat, ist noch lebendig. Bei den Präsidentschafts- und Nationalratswahlen im November 2001 ging allerdings wieder die neoliberale PLC als Sieger hervor.
Die Amtssprache ist spanisch.
Nicaragua wurde 1502 von Kolumbus entdeckt.
Unter der korrupten rechtspopulistischen Regierung Arnoldo Alemans leben 87,4 % der Bevölkerung in Armut, 37,4 % sogar in extremer Armut. Das heißt, sie haben pro Tag nur 1,2 US-Dollar bzw. 0,55 US$ zur Verfügung.
Fast eine Million Kinder sind vom Recht auf einen ordentlichen Schulbesuch ausgeschlossen, weil sie durch ihre Arbeit auf der Straße oder auf den Feldern zum Überleben der Familien
beitragen müssen. Die Analphabetenrate ist in Nicaragua in den letzten Jahren leider wieder auf 35 % gestiegen. Zahlreiche Kinder kommen in Nicaragua mit leerem Magen zur Schule (falls sie
überhaupt kommen!) und haben Schwierigkeiten, dem Unterricht folgen zu können.
Nach einer längeren Dürre und dem Ausfall der ersten Ernte im vergangenen Sommer ist die Lage besonders ernst. Lehrer berichten von Kindern, die vor Hunger in der Klasse in Ohnmacht
fallen. Viele Familien haben das Essen auf eine Mahlzeit am Tag reduziert.
In der UNO- Bewertung bezüglich der humanitären Entwicklung nahm Nicaragua 1990, trotz Kriegen und Unglücksfällen, von 175 Ländern Platz 85 ein. Gegenwärtig liegt es auf Platz 124. Anders ausgedrückt heißt das, dass sich die Lebenserwartung der Bevölkerung reduziert hat und der Analphabetismus und die Kindersterblichkeit gestiegen sind.