Nicaragua in Zahlen

Geographie

Die Fläche von Nicaragua beträgt 129494 km2, die Hauptstadt ist Managua. Nicaragua besteht im Innern größtenteils aus Bergland (bis 2438 m) mit zum Teil noch tätigen Vulkanen. Im Osten erstreckt sich ein ausgedehntes Tiefland, entlang der pazifischen Küste verläuft eine Senke mit zwei Seen.
Die Temperaturen des tropischen Klimas werden von der Höhenlage bestimmt.

Karte von Nicaragua

Bevölkerung

4,72 Millionen Menschen (Stand 1999) leben in Nicaragua, welche sich in mehrere Gruppen aufgliedern:

  • 69% sind Mestizen,
  • 17% Weiße,
  • 9% Schwarze,
  • 5% Indianer.

Etwa 70 % der Bevölkerung leben an der pazifischen Küste.
Rund 80% gehören der katholischen Kirche an.

Wirtschaft

Die Landwirtschaft ist führender Wirtschaftszweig, wurde jedoch im Jahr 1998 durch den Hurrikan "Mitch" hart getroffen. Im pazif. Küstenland werden Baumwolle, Zuckerrohr und Bananen kultiviert, im zentralen Bergland Kaffee. An der karibischen Küste gedeihen Reis, Bananen, Zuckerrohr und Kakao. Bei der Viehhaltung dominiert die Rinderzucht.
Die reichen Bodenschätze (Gold, Silber, Kupfererze) sind erst wenig erschlossen.
Die Industrie verarbeitet landwirtschaftl. Erzeugnisse, Textilien, Leder, Metalle und Arzneimittel.
Wichtige Ausfuhrprodukte sind Kaffee, Baumwolle, Fleisch, Zucker, Holz, Garnelen und Langusten, Bananen und Edelmetalle.

Politik

Nach der Verfassung ist Nicaragua eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf 5 Jahre gewählte Präsident.

Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2000 konnte die volksnahe FSLN, die sandinistische Partei, bedeutende Erfolge verbuchen, was auf eine langsame Verbesserung im Sozialbereich hoffen läßt. Der Sandinismus, der 1979 Nicaragua von der brutalen Diktatur Somozas befreit hat, ist noch lebendig. Bei den Präsidentschafts- und Nationalratswahlen im November 2001 ging allerdings wieder die neoliberale PLC als Sieger hervor.

Die Amtssprache ist spanisch.
Nicaragua wurde 1502 von Kolumbus entdeckt.

Soziales

Unter der korrupten rechtspopulistischen Regierung Arnoldo Alemans leben 87,4 % der Bevölkerung in Armut, 37,4 % sogar in extremer Armut. Das heißt, sie haben pro Tag nur 1,2 US-Dollar bzw. 0,55 US$ zur Verfügung.

Fast eine Million Kinder sind vom Recht auf einen ordentlichen Schulbesuch ausgeschlossen, weil sie durch ihre Arbeit auf der Straße oder auf den Feldern zum Überleben der Familien beitragen müssen. Die Analphabetenrate ist in Nicaragua in den letzten Jahren leider wieder auf 35 % gestiegen. Zahlreiche Kinder kommen in Nicaragua mit leerem Magen zur Schule (falls sie überhaupt kommen!) und haben Schwierigkeiten, dem Unterricht folgen zu können.
Nach einer längeren Dürre und dem Ausfall der ersten Ernte im vergangenen Sommer ist die Lage besonders ernst. Lehrer berichten von Kindern, die vor Hunger in der Klasse in Ohnmacht fallen. Viele Familien haben das Essen auf eine Mahlzeit am Tag reduziert.

Gleichzeitig ist das Bruttoinlandsprodukt gestiegen, ein Vorteil für 5 Prozent der Bevölkerung, die sich unter der Regierung der liberalen Partei PLC bereichern konnten. Die Armen sind nicht nur arm geblieben, sie verelenden unter dem neoliberalen Kurs der Regierung Arnoldo Alemans. Zusätzlich sind sie durch Naturkatastrophen hart geschlagen worden: Mitch, Keith und Erdbeben, um nur einige zu nennen.

In der UNO- Bewertung bezüglich der humanitären Entwicklung nahm Nicaragua 1990, trotz Kriegen und Unglücksfällen, von 175 Ländern Platz 85 ein. Gegenwärtig liegt es auf Platz 124. Anders ausgedrückt heißt das, dass sich die Lebenserwartung der Bevölkerung reduziert hat und der Analphabetismus und die Kindersterblichkeit gestiegen sind.


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