4. Sonntag der Osterzeit 29. 4. 2012

Aus der LKZ v. 25. 4. 2012: Geburtstagsfest des Mariendoms

Am 1. Mai 1862 – vor 150 Jahren – wurde der Grundstein für den Mariendom gelegt. Bischof Franz Joseph Rudigier wollte mit dem Dom der noch jungen Diözese Linz eine Mitte geben. Der Dom stellt eine in Stein gemauerte Interpretation des Dogmas der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria dar, das 1854 verkündet worden war.  Am Sonntag, 29. April 2012 feiert die Diözese Linz das Jubiläum der Grundsteinlegung. Bei dem von Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz geleiteten Festgottesdienst singt der Domchor die von Anton Bruckner anlässlich der Einweihung der Votivkapelle komponierte e-Moll-Messe.

 

So., 29. April, 10 Uhr, Festgottesdienst. Anschließend Frühschoppen und ab 13 Uhr Angebote mit vielen Begegnungsmöglichkeiten und interessanten Einblicken in die bewegte Geschichte des Dombaus.

 

2. Lesung: 1 Joh 3,1-2

 

1 Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat:

Wir heißen Kinder Gottes,

und wir sind es.

Die Welt erkennt uns nicht,

weil sie ihn nicht erkannt hat.

Liebe Schwestern und Brüder,

jetzt sind wir Kinder Gottes.

Aber was wir sein werden,

ist noch nicht offenbar geworden.

Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden,

wenn er offenbar wird.

Dann werden wir ihn sehen, wie er ist.

 

Während es im Johannesevangelium um die Abgrenzung der jungen Christengemeinde vom Judentum geht, sind die Johannesbriefe geprägt von der Auseinandersetzung mit inneren Gegnern, mit Häretikern aus den eigenen Reihen. Der von einem anonymen Verfasser geschriebene erste Johannesbrief will den Gläubigen eine Diskussionshilfe an die Hand geben, wie sie mit den von der Gnosis beeinflussten Irrlehrern umgehen sollen. Das, was die bedrängte Gemeinde den Gegnern entgegen halten kann, ist die Rückbesinnung auf das eigene Fundament und die Vergewisserung, wirklich als „Kinder Gottes” zu leben.

Fundament für die Christen ist nicht eigene Leistung, sondern die Liebe Gottes, die uns vom Vater geschenkt ist. Kinder Gottes heißen und sein umfasst das Geschenk der Liebe des Vaters und die Antwort darauf durch das Einhalten der Gebote. Das bringt dann eine Abgrenzung zur „Welt” mit sich, die Gott nicht erkennt/erkennen will. Was die Gläubigen gegenwärtig sind, ist noch nicht das Letzte. Erst in der Zukunft wird die Nähe zu Gott ganz offenbar werden. Es geht hier um Ähnlichkeit Gott gegenüber, nicht um Vollkommenheit, wie es die Gnostiker beanspruchten. Christen strecken sich hoffend nach dem aus, was Gott für sie bereithält am Ende der Tage. Ihre Aufgabe bis dahin ist es, durch Taten der Liebe Gottes Liebe zu erwidern.

Angesichts einer verwirrenden Vielfalt religiöser Meinungen täte es auch heutigen Gemeinden gut, sich auf das Fundament des Glaubens zu besinnen und sich zu fragen, ob sie in ihrem Handeln noch als in der Nachfolge Christi stehend erkennbar sind. Von dort aus bestimmen sich Offenheit oder Geschlossenheit gegenüber Andersdenkenden.

(Maria Andrea Stratmann, Gottes Volk 4/2006, 77)

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3. Sonntag der Osterzeit 22. 4. 2012 2. Lesung 1 Joh 2, 1 – 5a

2. Lesung

1 Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.

Wenn aber einer sündigt,

haben wir einen Beistand beim Vater:

Jesus Christus, den Gerechten.

2 Er ist die Sühne für unsere Sünden,

aber nicht nur für unsere Sünden,

sondern auch für die der ganzen Welt.

3 Wenn wir seine Gebote halten,

erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben.

4 Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!,

aber seine Gebote nicht hält,

ist ein Lügner,

und die Wahrheit ist nicht in ihm.

5a Wer sich aber an sein Wort hält,

in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.

 

Mit der Anrede “meine Kinder” (wörtlich: meine Kindlein) verbindet sich der Verfasser geradezu liebevoll mit seinen Adressaten. In 1,8-10 hatte er sehr realistisch von der Wirklichkeit der Sünde im Christenleben gesprochen. Niemand kommt durchs Leben, ohne sich in Schuld zu verwickeln. Es gab unter den Adressaten des ersten Johannesbriefs offensichtlich Leute, die eine völlige Sündlosigkeit der Christen vertraten oder forderten. Der Verfasser setzt die Argumente der Gegner zurückhaltend in die Form eines “wir”. Es ist gar nicht so einfach, den rechten Weg zu finden “zwischen menschenfeindlichem, ja menschenverachtendem Rigorismus und allzu optimistischem Vertrauen in die Kräfte des Menschen, ganz zu schweigen von einer sittlichen Gleichgültigkeit, die ins Beliebige und Unverbindliche abgleitet.

Der Verfasser ist realistisch genug, von der Möglichkeit des Sündigens auch von Christen auszugehen. Aber er lässt sie nicht ohne Trost: Jesus Christus, der Gerechte, tritt bei Gott für uns ein. Er ist unser Anwalt beim Vater. Er hat Versöhnung bewirkt, und das für die Sünden der ganzen Welt. Der 1. Johannesbrief wird deshalb oft auch als Kommentar und Weiterführung des JOHANNES-Evangeliums gesehen, wo bekanntlich ähnlich starke Sätze vorkommen: „Gott hat die Welt so sehr geliebt…..“ (3. Fastensonntag). Es wird ein klares Bekenntnis zum Erlöserhandeln Gottes in JESUS CHRISTUS abgelegt, und ziemlich eindeutig werden Kriterien aufgestellt – um sich auch von „Dissidenten“, die aus den eigenen Reihen kamen, abzugrenzen. (Dazu nächsten Sonntag).

 

Das Gottesbild wird kräftig aufgehellt. Gott ist nicht mehr der unerbittlich strafende Richter, sondern der Vater, der sich auch um den Sünder sorgt. Beides ist festzuhalten: Die Realität der Sünde auch im Leben eines Christen und die Realität der Versöhnung, die Christus durch sein Wirken gestiftet hat.

VV. 3-5 schärft das Halten “seiner Gebote” ein. Wieder gewinnt man den Eindruck, dass hier eine gegnerische Position durchschimmert. Es gab in der Gemeinde Leute, für die das höchste Ziel die Gotteserkenntnis und die sich daraus ergebende „Gemeinschaft“ mit Gott war. Eine solche reine Gotteserkenntnis allein macht Christsein noch nicht aus. Es geht auch darum, entsprechend zu handeln. Christliches Leben ohne entsprechendes Verhalten wäre eine Lüge. Gotteserkenntnis und Handeln gehören zusammen wie zwei Seiten einer Münze. In V. 5a müsste es eigentlich heißen: “Wer aber sein Wort hält”. Wer sein Leben an den Weisungen Gottes orientiert, darf sich auch der Liebe Gottes gewiss sein. Die Gebote sind ja nicht eine von außen auferlegte Erschwerung des Lebens. Schon im alttestamentlich-jüdischen Bereich sind sie Gottes wohlwollende Weisung, der um das Glücken unseres irdischen Weges besorgt ist. (Siehe z. B. Buch DEUTERONOMIUM) Wer sich diesen Geboten anvertraut, der darf von sich sagen, dass er Gott erkannt hat und in seiner Liebe steht. ( frei nach F. J. Ortkemper, Gottes Volk 4/2006, 63f)

 

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2. Sonntag der Osterzeit 15. 4. 2012

Die Beauftragung der Jünger (Johannes 20, 19 – 31) (von Helga Kohler-Spiegel)

„(….) Am Beginn zur Geburt Jesu singen Engel: Friede den Menschen! Und jetzt wieder – Friede. Diese Hoffnung zieht sich durch die ganze Bibel: Friede, keine Angst. Friede meint ein zufriedenes, ein sicheres, ein erfülltes Leben, Friede umfasst alle Lebewesen, die gesamte Schöpfung. Wir vergessen manchmal: Das Kreuz ist ursprünglich kein religiöses Symbol, sondern ein reales Zeichen für Herrschaft und Gewalt, für Folter und elendes, grausames Sterben. Nach der Ermordung durch die gewalttätige Welt sagt Jesus: Friede – euch, keine Angst. In den sogenannten Abschiedsreden des Johannesevangeliums, im 16. Kapitel Vers 33 sagt Jesus zu den Jüngerinnen und Jüngern: Jetzt – in der Welt, habt ihr Angst; doch habt Mut… Aber – nach Ostern, in einem österlichen Leben ist uns etwas anderes zugesagt: Friede, keine Angst.

Und Jesus zeigt sich, er zeigt seine Wunden. Ich finde es immer wieder ungewohnt, dass sich einer zeigt, dass sich einer kenntlich macht, indem er seine Wunden zeigt. Vielleicht haben Sie jemanden, der Sie an Ihren Wunden erkennt, an dem, was Sie gelitten, was Sie erlitten haben. Ich finde es immer wieder berührend: Er zeigt seine Wunden und gibt sich so zu erkennen. Und die anderen erkennen ihn an seinen Wunden und freuen sich. Komisch – sich an Wunden freuen…

Wie am Beginn der Schöpfung Gott dem Menschen den Lebensatem einhauchte, so haucht jetzt Jesus den Jüngerinnen und Jüngern seinen Geist ein, sie sind geschickt, im Geist Jesu zu leben und zu handeln. Und dann dieser Satz: „Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.“ (V 23) So einfach ist das: Wem wir vergeben, dem ist vergeben. Vermutlich kennen wir das, in der Familie, in der Partnerschaft, am Arbeitsplatz: Wir sind es, die vergeben, die nachsichtig, die großzügig sind – oder wir sind es nicht. Kein „wenn“, kein „aber“, keine Einschränkung, keine Bedingung, sondern: Im Geist Gottes handeln wir wie Jesus: Wir vergeben – oder wir vergeben nicht. Wir wenden uns einander zu – oder nicht. Wir stärken einander – oder nicht. Wir vergeben – oder wir vergeben nicht. Es liegt an uns.

Glaube, so sagt uns diese Begegnung, wurzelt in der Berührung, in der Berührung der Wunden. Vielleicht fällt es uns der Glaube manchmal schwer, weil wir die Wunden nicht berühren wollen – die von anderen Menschen und unsere eigenen. Wenn wir berührt sind, machen wir meist nicht viele Worte. Wenn wir berührt sind, sind wir meist sprachlich karg, Aber es ist ein Glaube “auf Augenhöhe, worin das Leid, der Unfriede nicht ausgeklammert wird…. die Sinnlosigkeiten….. ein Glaube, der berührt.“

GEBET

Gott des Lebens, du kommst uns mit vielen Zeichen entgegen, aber wir erkennen sie oft nicht, weil wir in unserer festgefahrenen Welt leben und funktionieren. Rüttle uns auf, lass uns über uns selbst erschrecken, damit sich unser Leben für deine österliche Botschaft aufschließt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der die Mauern unserer Zweifel aufbrechen und uns in die Freude deines Reiches führen will. Amen.

Jesus sagte zu den Jüngern: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?

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Zum Palmsonntag 1. 4. 2012

Die Leidensgeschichte nach MARKUS, die wir heuer hören, ist das Urevangelium der ersten Christen gewesen. (So zumindest der Exeget Rudolf Pesch, 1979).  Der Evangelist MARKUS war generell eine konservativer Redaktor, der die ihm vorliegenden Erzähleinheiten sehr wortgetreu überliefern und ihre Eigenständigkeit wahren wollte. Er verband die Geschichten  durch Orts- und Zeitangaben und setzte wenige, wenn auch deutliche Akzente der Verkündigung.  Ein besonderer und in sich zusammenhängender, langer Erzählkomplex war die Leidensgeschichte, die dem Evangelisten MARKUS schon vorlag, als er um etwa  67 n. Chr., der Tradition zufolge  in Rom, sein „Evangelium“ (eine Kreation von ihm) verfasste.

a) Ich beschränke mich hier auf einen kleinen Teil des 15. Kapitels (es müsste bereits mit dem 8. Kapitel begonnen werden). Die Orts- und Zeitangaben heißen z. B.: „Zu Pilatus, ins Innere des Palastes, hinaus aus der Stadt, auf die Golgota-Stätte, von weitem, zu Pilatus, in ein Grab“. Darüber hinaus fällt vorallem das häufige „und“ und „aber“ der Satzanfänge auf, die typisch sind für die hebräische und aramäische Sprache. Vielleicht lag dem MARKUS schon ein schriftliches Original in Aramäisch vor. Außerdem kennt das Mk-Evangelium noch viele Eigennamen in der Leidensgeschichte, die extra erwähnt werden, sozusagen als seien sie der Gemeinde noch bekannt. Warum der Der Hohepriester Kajafas hingegen nicht mit  Namen genannt wird, bestätigt geradezu seine Bekanntheit, weil den Lebenden das nicht erklärt werden musste. (Kajafas amtierte von 18 – 37 n. Chr., also ist die Leidensgeschichte mündlich schon vor dem Jahre 37 n. Chr. erzählt worden.)

b) Es gibt sehr viele Anspielungen an Psalmen und an das Leiden des unschuldig Gerechten (Weis 2, 16-20; oder Jes 54 u. a.) Die Gebete spiegeln das Gebetsbuch der ersten Christen, d. h. der Jerusalemer Urgemeinde wider. Die Gebete waren ihnen sozusagen lebendig präsent und halfen das traurige Schicksal JESU zu verstehen.  Die Leidensgeschichte dürfte  dann bald zweisprachig erzählt worden sein, in Aramäisch und in Griechisch, weil über Jerusalem hinaus die übrige umliegenden Welt Griechisch sprach. Außerdem weilten die griechisch sprechenden Juden zur Wallfahrt in Jerusalem.

Die einzelnen Teile des 15 Kapitels  alleine  offenbaren eine große Dramatik – wie sie die Passionsspiele in Mettmach, St. Margareten, Oberammergau  ja oft zeigen. Die Leidensgeschichte ist das Drama, die Tragödie, schlechthin.
Zu einzelnen Details: c) Jesus vor Pilatos, hier der politischen Rebellion angeklagt; vorher bei den Hohenpriestern der religiösen Rebellion (Anmaßung  des Messiastitels) beschuldigt; die Hohenpriester und Schriftgelehrten (Synedristen) formulieren die Anklage; der Palast des Kajafas und die Residenz des Präfekten liegen eng beieinander; die Stimmung vor dem Paschafest ist angespannt und unruhig, es herrscht ein gewisser Zeitdruck.

d) Die Anklagen werden vorgebracht, aber das ganze Verfahren wird nicht ordentlich zu Ende geführt, es kommt der Tumult um die Amnestie eines  Barrabas dazu. Bei MARKUS fällt auf, dass PILATOS relativ entlastet wird, was historisch nicht ganz zutreffend gewesen sein mag, denn dieser Präfekt ließ 100/1000 kreuzigen. (MARKUS musste in Rom vielleicht auf andere Rücksicht nehmen?). JESUS wird als der unschuldig Leidende geschildert. PILATOS taktiert  mit Barabbas, JESUS fällt dieser Taktik zum Opfer. (PILATOS hätte aber selbst nach MARKUS die Macht gehabt, JESUS freizusprechen; unschuldigt ist er nicht.)  Die Geißelung, die Verspottung, die Misshandlungen…. Das übliche Possenspiel.  Die Heiden verspotten JESUS gleichfalls. … der Kreuzweg, die Passanten, die Schädelhöhe, die Kleiderszene, die Kreuzigung, die erneute Verhöhnung am Kreuz, der saure Wein….. Die Urchristen vermieden eine Beschreibung der Qualen JESU. Für sie ist wichtiger, zu verkünden, dass der Skandal der Kreuzigung des Messias zur Krise der Welt geworden ist: „Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“ (1 Kor 1, 18)

Die Leidensgeschichte  – nach H. Pesch, das Urevangelium – kein Wunder, dass sie die  christliche Urgemeinde in Jerusalem besonders geprägt hat. Diese Gemeinde sollte, um im Juristendeutsch zu reden, „den Fall neu aufrollen“ kraft der Auferstehung des Herrn. „Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert. Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.“ (Apg 3, 13- 15)

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5. Fastensonntag 25. 3. 2012

Zum Evangeliums Joh 12, 20 – 33. Nach dem Einzug Jesu in Jerusalem (12,12ff) hält Jesus seine letzten beiden öffentlichen Reden und setzt sich ein letztes Mal mit Nichtverstehenden auseinander (V20-36, 37-43, 44-50). Die Zeit der Zeichen Jesu (V 37) – es sind sieben – und seiner Offenbarung vor der Welt geht zu Ende. Ab Kap. 13 beginnt die Offenbarung Jesu vor den Seinen. Die Auseinandersetzungen der johanneischen Gemeinde mit der feindlichen Umwelt sind im Lesungstext spürbar.

 

Der jubelnde Einzug Jesu in die Stadt, der diesem Text vorausgeht, zieht Kreise: Seine Gegner müssen erkennen: „Alle Welt läuft ihm nach!“ (Joh 12,19). Menschen aus den grie­chisch sprechenden Völkern (der Diaspora) wollen Jesus persönlich kennen lernen. Dazu wenden sie sich an Philippus und Andreas (Apostel mit griechischen Namen!). Jesus prä­sentiert sich jedoch nicht als gefeierter Held oder Star, sondern verweist auf seine Sendung, die alles andere als erstrebenswert ist.

Mit der Todesart Jesu hatte das frühe Christentum enorme Schwierigkeiten, denn nach jüdischem Verständnis galt einer, der am Kreuzespfahl hingerichtet worden war, als ein von Gott Verfluchter (vgl. Dtn 21,23; Gal 3,13). Für Außenstehende musste Jesus sich doch eines Verbrechens schuldig gemacht haben, sonst wäre er nicht von einem staatlichen Gericht abgeurteilt worden. Das hatte Erklärungsbedarf. Die Begründungen reichen vom „Erfüllen des Willens Gottes“ (vgl. Mk 14,36: Jesu inneres Ringen in Getsemani) über das „Muss“ von den Heiligen Schriften her (vgl. Lk 24,26: Jesus erschließt den Emmaus-Jüngern den Sinn der Schrift) bis hin zum stellvertretenden Sterben „für unsere Sünden“ (vgl. 1 Kor 15,3 als urchristliche Glaubensformel, die sich auf die Gestalt des alttestamentlichen Gottesknechts bezieht – vgl. Jes 52,13–53,12).

Das Johannes-Evangelium verwendet dafür einen Vergleich aus der Umwelt: „Wenn das in die Erde gefallene Weizenkorn stirbt, bringt es viel Frucht.“ Erst durch sein Sterben (das Johannes als Erhöhung und Verherrlichung bezeichnet) kommt die Botschaft Christi ans Ziel, bringt Frucht. Genau dadurch wird er die Welt prägen. Die Menschheit wird nun an ihm ausgerichtet. (…) . (Martin Zellinger)

Anregung: Mit dem Schrifttext durch die Woche:
1) Ich fülle eine Blumenschale mit Erde, streue Weizenkörner darauf, bedecke diese leicht mit Erde und begieße sie. Ich beobachte den Prozess, wie die Keimlinge die Erde durchbrechen und notiere mir täglich meine Gedanken dazu.

2) Ich versuche diese Woche, meine Meinungen zurückzustellen und mir bewusst jene der anderen anzuhören und darüber nachzudenken. Am Ende jeden Tages reflektiere ich darüber, was ich dadurch gelernt habe.

3) Richard Rohr, Franziskaner und spiritueller Lehrer in den USA, meint: Einüben in die „Verwundbarkeit“ ist wichtig, um im Leben zu reifen. Ich übe dies, indem ich mich dem Thema „Krankheit/Tod“ stelle. Dazu besuche ich jemanden aus meiner Umgebung, der krank ist. Aufmerksam höre ich zu und achte darauf, was dieser Mensch mir sagen will und was er von mir braucht. Weiterführende Bibeltexte: Ijob 2,11–13; Jes 42,1–9; Mk 4,3–9; Röm 8,18–30; 1 Kor 15,1–11; Ps 57

———— PSALM 27 Verse 1–5.6b
Der Herr ist mein Licht und mein Heil: *
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens: *
Vor wem sollte mir bangen?

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4. Fastensonntag 18. 3. 2012

Die Erste Lesung des Vierten Fastensonntages stellt eine theologische Geschichtsdeutung dar. Lange nach der größten Katastrophe des Volkes Israel und auch lange nach dem Neubeginn gab es eine Gruppe von Gelehrten, die noch einmal die Frage stellten, wie es denn zu dieser furchtbaren Katastrophe hatte kommen können. – Zunächst ein kurzer Abriss der Geschichte Israels seit David:

- Um 1000 v. Chr. erobert David Jerusalem und gründet ein Reich, das aus drei Teilen bestand: Nordstämme, Juda irn Süden und Jerusalem.

- Das Nordreich ging 722 v. Chr. unter den Schlägen der Assyrer unter und ist aus der Geschichte Gottes mit Israel praktisch verschwunden.

- Das Südreich mit der Daviddynastie wurde 586 v. Chr. vernichtet, dazu Jerusalem, der Königspalast und sogar der Tempel in Jerusalem. Die Oberschicht des Volkes wurde in die Verbannung nach Babylonien verschleppt. (Im Alten Testament heißen die Babylonier Chaldäer.)

- Nach 50 Jahren (nicht 70, wie in unserem Text angegeben) ließ der Perserkönig Kyros die Verbannten heimkehren und half ihnen sogar, den Tempel in Jerusalern wieder aufzubauen

Die Verbannten sind heimgekehrt. Nach vielen Mühen und Kämpfen war Jerusalem wieder aufgebaut und vor allem der Tempel wieder errichtet. Und jetzt stellt die Gelehrtengruppe die Frage, wie es denn zu dieser Katastrophe hat kommen können.

Die Antwort ist klar: Schuld ist nicht die angebliche Schwäche Gottes, sondern das Volk selbst. Rückschauend macht der Chronist dem Volk folgende Vorwürfe:

- Untreue der Könige von Juda, der Priester und des Volkes;

- Götzendienst sogar im Tempel und dadurch Entweihung des Heiligtums;

- Verhöhnung der Propheten, die das Volk im Auftrag Gottes zur Umkehr gerufen haben.

– Nach langer Geduld Gottes und nach vielen Warnungen ließ Gott sein Volk fallen; er überließ es seinen eigenen Wegen und den Folgen seiner bösen Taten, d. h. seinen Feinden. Das Exil ist also die Folge des Verhaltens des Volkes, nicht eigentlich eine von Gott verhängte Strafe. – Aber Verbannung ist nicht das letzte Wort Gottes. Gott hat den Bund nicht endgültig beendet, sondern die Propheten Jeremia, Ezechiel und Deuterojesaja verkünden im Namen Gottes einen Neuen Bund. (Bernhard Krautter, Gottes Volk 3/2003,54f)

 

—– Aus der LKZ – Zum Namenstag Josef am 19. März, Josef Geißler, Auslandshilfe der Caritas.

„Er war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde“ Er ist ein recht unauffälliger Heiliger, der nur an wenigen, aber zentralen Stellen der Heiligen Schrift auftaucht. Er hat es nicht immer leicht gehabt. Vor allem mit seiner jungen Verlobten. Es brauchte einen Engel, um ihn zu überzeugen, bei Maria zu bleiben.  Wie auch immer, es war ­trotzdem seine Entscheidung.  Für mich ist Josef ein Beispiel für mutiges Handeln, für Verlässlichkeit und Treue. Er hat sein Versprechen dieser Frau gegenüber ernst genommen, hat nicht den leichten Ausweg, wie es wahrscheinlich von ihm erwartet wurde, gewählt und ist trotz Schwierigkeiten und Zweifel zu dieser Frau gestanden. Das war sicher nicht einfach in der damaligen Zeit. Er hat sich auch nie in den Vordergrund gedrängt, war aber immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde.Darum ist er mir so sympathisch und wichtig, dieser Zimmermann aus Nazaret.

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3. Fastensonntag 11. 3. 2012

Aus dem Fastenhirtenbrief unseres Hr. Bischofs, 2. Teil

Das gemeinsame Hirtenwort der österreichischen Bischöfe zur Pfarrgemeinderatswahl betont die besondere Rolle und Aufgabe dieses Beratungskreises: „Der Pfarrgemeinderat … ist das zentrale Gremium, das für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinde Verantwortung trägt. Sein Zustandekommen ist ein Zeichen der Lebendigkeit und Selbständigkeit einer Pfarrgemeinde. Zusammen mit dem Pfarrer gestalten gewählte Frauen und Männer das Pfarrleben als Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Gläubigen“. [4]   Als Diözesanbischof danke ich allen, die sich zu einer Kandidatur – erstmals oder erneut – bereit erklärt haben, um sich mit ihren speziellen Begabungen und ihrem persönlichen wie zeitlichen Engagement für den Glauben und die Gestaltung des kirchlichen Lebens in der Pfarre einzusetzen.

Ich bitte nun Sie, liebe Gläubige, selbst zur Wahl zu gehen und auch andere zur Beteiligung daran zu ermuntern. Ebenso ersuche ich alle, die gewählten Pfarrgemeinderäte in ihrem Dienst nicht allein zu lassen. Der Pfarrgemeinderat ist zwar das zentrale Forum der Pfarrgemeinde, aber es darf von ihm nicht erwartet werden, dass er in den folgenden fünf Jahren alles alleine tut. Für die verschiedenen Aktivitäten braucht es die konkrete Unterstützung und bereitwillige Mitverantwortung vieler Mitglieder der Pfarrgemeinde. Denn es stimmt, was im gemeinsamen Hirtenwort festgehalten wird: „Das Zeugnis des Glaubens, die Sorge um die Menschen und die Feier des Gottesdienstes sind wichtige Säulen der Kirche. Es ist gut, wenn Kirche am Ort bei den Menschen gelebt wird. Die Pfarrgemeinden bilden mit anderen Knotenpunkten kirchlichen Lebens ein Netzwerk des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe quer durch unser Land, das vielen Menschen leben hilft“. [5]

Diese zunehmende Bedeutung aller Getauften im Zusammenwirken mit den Priestern und Diakonen ist auch Papst Benedikt XVI. ein besonderes Anliegen, denn schon im Mai 2009 rief er bei der Eröffnung der Pastoraltagung der Diözese Rom dazu auf: „Es bedarf einer Änderung der Mentalität besonders in Bezug auf die Laien, die nicht mehr nur als ’Mitarbeiter’ des Klerus betrachtet werden dürfen, sondern als wirklich ’mitverantwortlich’ für das Sein und Handeln der Kirche erkannt werden müssen [...]“ .[6]

Gerade weil die Mitglieder des Pfarrgemeinderates in den kommenden Jahren vor manchen Herausforderungen stehen werden, bitte ich alle Gläubigen, die Wahl selbst und dann vor allem auch deren Arbeit im Gebet mit zu tragen und sie zu unterstützen. Der Gott des Lebens, der immer mit uns geht und seine Kirche nie alleine lässt, möge Euch mit seinem Segen stets begleiten – durch die Tage der Fastenzeit und über das Fest der österlichen Auferstehung hinaus! Ihr Bischof Dr. Ludwig Schwarz, Linz.

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2. Fastensonntag 4. 3. 2012

Hirtenbrief des Bischofs zur Fastenzeit 2012.

Liebe Schwestern und Brüder!

Im vergangen Jahr wurde die ehrenamtliche Tätigkeit sehr in den Vordergrund gestellt. In der gesamten Europäischen Union hat man ein „Jahr der Freiwilligenarbeit“ ausgerufen, um diesen wichtigen Aspekt menschlichen Zusammenlebens ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Mit Dankbarkeit ist mehr als sonst registriert worden, was solidarisch und unentgeltlich für andere Menschen getan wurde und wird – in Vereinen und in der Nachbarschaft, in Familien und nicht zuletzt auch in der Kirche.

Gerade dem kirchlichen Engagement hatten wir in der Diözese Linz schon zuvor besonderes Augenmerk geschenkt, indem wir im Rahmen des Zukunftsprozesses eigene „Leitlinien“ für das Ehrenamt ausgearbeitet haben.

Gott sei Dank stellen viele Menschen ihre Zeit und Fähigkeiten für die Gemeinschaft zur Verfügung. Sie bereichern damit die Gesellschaft und fördern den Zusammenhalt. Das gilt zwar auch grundsätzlich für alle Menschen, unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung, doch für Christinnen und Christen kommen noch andere Aspekte dazu. So identifiziert sich Jesus in der Gerichtsrede des Matthäus-Evangeliums (Mt 25) ausdrücklich mit den Geringsten und Hilfsbedürftigen unter uns, sodass alles, was zugunsten anderer Menschen getan wird, immer auch einen Bezug zu Jesus Christus selbst hat.

Ebenso führt uns die Taufe zu einer tiefen Einheit mit Christus und mit allen Gliedern seines Leibes, der Kirche. Mit Recht spricht daher das Zweite Vatikanische Konzil, dessen Beginn sich heuer zum 50. Mal jährt, vom gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen. Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser SDB hat dies vor kurzem anschaulich entfaltet: „Alle, die die Taufe empfangen haben, haben Anteil am priesterlichen, königlichen und prophetischen Amt Christi. Die Taufe befähigt,

• für Gottes Gegenwart Zeugnis abzulegen, Verkünder des Evangeliums, der Frohen Botschaft zu sein;

• Gottes Königtum durch den Einsatz für Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit und wirklichen Frieden innerhalb und außerhalb der Kirche erfahrbar zu machen sowie

• sich klar und deutlich gegen Ungerechtigkeit und Missstände auszusprechen und auf Gottes Gegenwart über den Tod hinaus zu verweisen.“

Ein besonderes Aufgabenfeld, wo Ehrenamt und Taufberufung unmittelbar aufeinandertreffen, ist der Pfarrgemeinderat, übrigens auch eine Frucht des zweiten Vatikanischen Konzils. In zwei Wochen (am 18. März 2012) findet in unserer Diözese – wie in allen österreichischen Diözesen – die Pfarrgemeinderatswahl statt. Es handelt sich dabei um ein demokratisch-synodales Element in unserer Kirche, in dem zugleich eine echte „Berufung“ zum Ausdruck kommt. Schon die Apostelgeschichte berichtet, wie beides miteinander verbunden ist (Apg 6). Die Apostel rufen dort die Gemeinde zusammen und schlagen die Wahl von sieben Männern vor, ein Vorschlag, der dann breite Zustimmung fand. Die Kriterien für die Verantwortlichen kamen damals von den Aposteln, die Auswahl selbst aber wurde von den Mitgliedern der Gemeinde getroffen.

(1. Teil – Bischof Dr. Ludwig Schwarz)

 

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Erster Fastensonntag 26. Feb. 2012

Hinführung zu den biblischen Texten (Aus Bibelwerk Linz 2012): Die Lesungen der Fastenzeit wollen uns auf einen Weg der Umkehr (= des Umdenkens) begleiten. Sie sind jedoch voller Verheißungen. Den Anfang macht die Zusage Gottes an Noach, nie wieder die Erde zu verderben (1. Lesung). Die Rettung aus der Flut enthält Anklänge an die Taufe, die rettet und neu macht (2. Lesung).

Wüste ist biblisch jener Ort, an dem Gott besonders nahe ist. Diese Nähe ermöglicht es Jesus seinen Auftrag anzunehmen und das Reich Gottes anzukündigen.

Mit den Schrifttexten durch die Woche

Ich schaue mein Leben an: Wie sieht es aus? Was finde ich gut daran, was würde ich gerne ändern? Ich nehme einen Zettel und teile es in vier Bereiche:

Familie und Freunde / Beruf oder Schule / Hobbies & ich / meine große Vision

Ich schreibe zu jedem der ersten drei Bereiche jene Dinge auf, die ich beibehalten will, und etwas, das ich in der nächsten Zeit ändern möchte. Beim vierten Bereich schreibe ich meine Vorstellung auf, wie mein Leben in drei Jahren aussehen wird.

Suche Orte auf, die dir auf deinem bisherigen Weg wichtig geworden sind.

Wir spüren in unserem Leben mitunter, dass es Zeit ist, das zu tun, was wir uns schon lange vorgenommen haben. Verschiedenes (Angst, Bequemlichkeit, Druck von außen, …) hindert uns daran, diese Vorhaben zu verwirklichen. Ich versuche eine Sache zu verwirklichen, von der ich spüre, dass die Zeit dafür reif ist. (Aus: Bibelwerk Linz, 2012)

alle Wege führen in die Wüste

dort verweht der Wind das Äußere

nackt stehst du vor dir selber

fröstelnd in der zugigen Hütte deines Herzens

bewohne deine innere Einöde

werde heimisch in allen Verwerfungen

deiner Seelenlandschaft

bleibe bei dir über die Angstschwelle hinaus

lasse dich nieder unter des Gebetes Obdach

jetzt bist du nur noch du

finde das Wort für deinen Hunger wieder

der dich menschlich macht

folge aus dem Allerlei

dem Weg ins Eine

nicht mehr fremdbewohnt

heimgefunden ins Daheimnis

und wenn du wieder auswanderst

in des lauten Lebens Lärm

bleibe innen eingesiedelt in IHM

Andreas Knapp, Brennender als Feuer. Geistliche Gedichte, Würzburg (Verlag echter) 2007

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7. Sonntag i. J. 2012 19. 2. 2012

Evangelium: Mk 2,1-12 „Betlehem hat ihn hervorgebracht, Nazaret hat ihn aufgezogen, Kafarnaum hat ihn als Einwohner gehabt”, so schreibt Johannes Chrysostomus über den Ort, der nach Jerusalem die wichtigste Rolle spielt. Zurzeit Jesu hieß die Stadt „Kaff des Nahum”, heute „Tel Hum”. Kafarnaum liegt in Galiläa an einer der Handelsstraßen von Ägypten durch Palästina nach Syrien. Handel, Zoll, Militär, Schriftgelehrte und Pharisäer und weitere Berufsgruppen trafen sich in Kafarnaum. Dass Jesus diese Stadt zu seiner Wahlheimat machte, zeigt, dass Jesus die Bekanntwerdung seiner Botschaft sehr wohl am Herzen lag. In Galiläa kommt es auch zu Auseinandersetzungen mit seinen Mitmenschen, vor allem den religiös prägenden und verantwortlichen Personen. In diesen „Streitgesprächen” zeigt sich Jesu zentrale Botschaft, aber auch sein Anspruch (1,15). Jesus ist bereits bekannt, eine Menschenmenge sammelt sich vor seinem Haus, sie wollen seine Worte hören. Zuerst wird eine Heilungsgeschichte erzählt, der Wundertäter kommt, ein Kranker wird zu ihm gebracht, anstelle der Heilungsbitte macht der ungewöhnliche Transport den Glauben dieser Menschen sichtbar. Doch anstelle der Heilung kommt es zu einem Streitgespräch zwischen Jesus und den Schriftgelehrten, bei dem die Schriftgelehrten ihren Vorwurf nicht aussprechen, sondern Jesus ihn formuliert. Die Worte Jesu verbinden sich mit seiner heilenden Tat. (Helga Kohler-Spiegel: Gottes Volk 2/2003,108f)

 

Fastenzeit  LESUNG v. Aschermittwoch: Matthäus 6,3–4

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

 

Die Bezeichnung »Fastenzeit« meint nicht nur das leibliche Fasten, sondern auch die geistliche Umkehr, die erneuernde Hinwendung zu Gott. So wird die österliche Bußzeit zu den »großen Jahresexerzitien des Volkes Gottes« (Balthasar Fischer).

Vielleicht kann ein Wort aus der REGEL des HEILIGEN BENEDIKT ein Hilfe sein: Das Fastenzeitprogramm, wie es darin  niedergelegt ist, gibt dem Beten und Lesen den Vorrang vor dem leiblichen Fasten und unterstreicht das freudige Klima christlichen Fastens als intensive Pflege der Beziehung zu Gott.

»Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten (…) So möge jeder über das ihm zugewiesene Maß hinaus aus eigenem Willen und in der Freude des Heiligen Geistes Gott etwas darbringen (…) und mit geistlicher Sehnsucht und Freude das heilige Osterfest erwarten« (RB 49).

 

GEBET

Gott, die Asche, die uns am Beginn der Fastenzeit aufs Haupt gestreut wird, weist uns einerseits auf unser vergängliches Leben hin, andererseits durch das Zeichen des Kreuzes darauf hin, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang zu neuem Leben, zum Leben bei dir, sein wird. Lass uns in den vierzig Tagen der österlichen Bußzeit einen Weg finden, auf dem wir dir immer näher kommen, damit Ostern zum Freudenfest der Auferstehung werde. Amen.

 

 

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