Christmette 2011

Am Christtag wird heuer die Stille-Nacht-Messe von Hans Klier
vom Kirchenchor und dem Kirchenorchester aufgeführt.
Nachstehend die Kurzbiografie von Hans Klier:

Hans Klier

(* 29. Mai 1874; † 7. Dezember 1957)Hans Klier, geboren am 29. Mai 1874 in Laufen, ist in der dortigen Stiftskirche am 31. Mai auf die Namen Johann B. Josef getauft worden. Sein Vater, Johann Klier, war Oberlehrer und Aushilfsorganist in Oberndorf, seine Mutter Anna geb. Pitzer erteilte in Oberndorf Klavier- und Singstunden: Hans Klier hat sicherlich von seinen Eltern die Liebe zur Musik .geerbt. Er besuchte die Volksschule in Oberndorf, drei Klassen Bürgerschule und vier Jahrgänge der Lehrerbildungsanstalt in Salzburg. Dort war er als Zögling des Kapellhauses Sängerknabe am Dom. Nach Probejahren im Schuldienst in Obereching und Bürmoos, in Bürmoos war er 1894 der Chorleiter des neu gegründeten Männergesangsvereines, erhielt er nach Ablegung der Lehrbefähigungsprüfung 1895 das Lehrbefähigungszeugnis mit Erfolg. Er wurde 1898 definitiver Schulleiter und Stiftsorganist in Michaelbeuern. Am 26. Juli 1900 heiratete er in der alten St. Nikola-Kirche von Oberndorf (sie wurde nach dem schweren Hochwasser von 1899 gesperrt und ab 1906 wegen Einsturzgefahr abgetragen) die aus Oberndorf stammende Anna Bliethl, die ihm drei Kinder schenkte. 1909 kam Klier als Oberlehrer (= nach heutigem Verständnis Schulleiter), Chorleiter und Organist nach Lamprechtshausen, einer vom Kloster Michaelbeuern verwalteten und betreuten Pfarre. Abt Stockhammer von Michaelbeuern schrieb zu seinem Abschied aus Michaelbeuern: „Derselbe hat sich durch seine außergewöhnliche Technik und sein dezentes kirchliches Spiel sowie seine Pünktlichkeit die größte Anerkennung erworben.” Bis 1930 war Hans Klier Oberlehrer in Lamprechtshausen.

Im Jahre 1923 erhielt er vom Bundesminister für Unterricht den - damals seltenen Titel „Schuldirektor” zuerkannt. Im Pensionierungsdekret bedauert der Bezirksschulrat „einen der tüchtigsten Schulleiter und Klassenlehrer verlieren zu müssen". 1931 wurde ihm das Silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen, 1954 die päpstliche Auszeichnung ,,Pro Ecclesia et Pontifice. Von 1931 bis 1935 war er Chorregent an der Stadtpfarrkirche in Scheibbs (Niederösterreich). Der dortige Stadtpfarrer Johann Kloiber stellte ihm dieses Zeugnis aus: „Er hat seinen Dienst in mustergültiger, ganz vorzüglicher Weise versehen; Herr Schuldirektor Klier ist nicht nur ein ausgezeichneter Kirchenmusiker und gottbegnadeter Sänger, sondern sein kirchenmusikalisches Können ist getragen aus tiefinnerlicher katholischer Überzeugung.”

Nach einigen Jahren Aufenthalts in Salzburg kam er am 1. Juli 1938 als Organist und Chorregent nach Oberndorf und versah diesen Dienst bis fast zu seinem Lebensende. Hans Klier starb am 7. Dezember 1957 im 84. Lebensjahre.

Hans Klier hat viele lateinische und deutsche Messen und Lieder komponiert. Seine bekannteste Komposition ist wohl die „Oberndorfer Stille-Nacht-Messe”, die 1938 entstand. Hans Klier hat sie überarbeitet und 1950 im Eigenverlag herausgegeben. Sie will durch musikalische Verarbeitung von Motiven alter Weihnachts- und Krippenlieder dieses Liedgut der Liturgie zuführen und es in ihr erhalten und damit zur weihnachtlichen Stimmung des Volkes im sakralen Geschehen beitragen.

Nach einem Aufsatz von Alois Weidlinger, erschienen 23.12.1982 in den Flachgauer Nachrichten, Salzburg.
Zusammenfassung und Überarbeitung: Adolf Rutzinger, 03.04.2006