KMB-Aktion: "Sei So Frei" am 11.u.12.Dez.2010
Frau mit Kind
SEI SO FREI©, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, bittet Sie heute wieder um Ihre Spende für Entwicklungsprojekte in den Ländern Afrikas und Lateinamerikas. Mit Ihrer Unterstützung konnte dort schon in den letzten Jahrzehnten das Leben tausender Menschen zum Besseren gewendet und nachhaltige Hilfe geleistet werden.
Landkarte Tansania mit Markierung des Projektgebietes Mara-Region
Ein Schwerpunktgebiet von SEI SO FREI, die Mara-Region im afrikanischen Tansania, möchten wir heute näher vorstellen. In dem kargen, dünn besiedelten Gebiet, das mit 30.000 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Oberösterreich und Niederösterreich zusammen ist, leben rund 1,4 Millionen Menschen. SEI SO FREI ist in 13 Dörfern der Mara-Region in der Umgebung des Viktoriasees tätig. Mit Spendengeld werden Trinkwassertanks gebaut, versteppte Landflächen aufgeforstet und zahlreiche landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildungsprogramme durchgeführt. 350 Großfamilien sind in diese Projekte eingebunden, doch indirekt profitieren davon auch viele andere der insgesamt rund 40.000 Menschen, die in den weit verstreuten Dörfern leben.
Saria Amillen Anderson
Projektpartnerin von SEI SO FREI in der Mara-Region ist die Landwirtschaftsexpertin Saria Amillen Anderson. Sie koordiniert seit vielen Jahren erfolgreich die Dorfentwicklungsprojekte. Dazu braucht es in der stark von Männern dominierten Gesellschaft neben großem Fachwissen auch viel Mut und Durchsetzungsvermögen, wofür Saria mit dem diesjährigen Romeropreis ausgezeichnet wurde.
„Hunger und Durst haben wir in unseren Dörfern großteils besiegt, aber für ein menschenwürdiges Leben braucht es noch mehr“, sagt Saria – und weiß, wovon sie redet: Sie ist Witwe und Mutter von zwei Töchtern. Bei der Hochzeit hatte ihr inzwischen an AIDS verstorbener Mann seine Erkrankung verschwiegen und Saria mit dem HI-Virus infiziert. Auch eines der beiden Mädchen trägt das Virus in sich. Dank ständiger medizinischer Betreuung ist die Krankheit bei Mutter und Tochter nicht zum Ausbruch gekommen. „Jeder Tag ist ein Geschenk“ für Saria, die sich mit voller Kraft für die AIDS-Aufklärung und den Kampf gegen die gesetzlich zwar längst verbotene, aber heimlich immer noch praktizierte Beschneidung junger Mädchen engagiert.
Zwei Frauen unterwegs zur Feldarbeit und zum Wasserholen
Eine starke Säule der Aufklärungs- und Dorfentwicklungsprojekte sind die afrikanischen Frauen, auf deren Schultern ein Großteil der Arbeit und Verantwortung für die Familien lastet. Dieses Bild aus der Mara-Region ist ein Beispiel für die mühsamen, weiten Wege, die Frauen zur Feldarbeit oder zum Wasserholen zurücklegen. Ihr eigenes Los zu erleichtern und ihren Kindern eine bessere Zukunft zu bieten, ist den Frauen ein großes Anliegen.

Kind beim Wasserholen
Um von weither und aus oft verschmutzten Quellen Wasser zu holen, waren früher auch schon kleine Kinder täglich bis zu drei, vier Stunden unterwegs: Je länger die Trockenheit, desto weiter die Wege. Jetzt gibt es in den Dörfern Trinkwassertanks, in die während der Regenzeit das Nass von oben geleitet wird, das dann monatelang sauber und genießbar bleibt. Seither hat sich der Gesundheitszustand der BewohnerInnen deutlich verbessert und zum Wasserholen muss nur noch ein kurzes Stück Weg zurückgelegt werden.
Verarbeitung von Maniok-Wurzeln
Das Angebot an Gemüse, Getreide und Früchten ist in den letzten Jahren reichhaltiger geworden. Doch Maniok, auch „Brot der Armen“ genannt, ist immer noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel in den Dörfern der Mara-Region. Die im Rohzustand giftigen Knollen bedürfen einer sorgfältigen Zerkleinerung und Fermentierung, bevor sie zu Mehl gemahlen und Brei verkocht werden können.
Warten vor der Gesundheitsstation
Die staatliche Gesundheitsversorgung in den entlegenen Regionen Tansanias ist mehr als dürftig, wie diese armselige öffentliche „Gesundheitsstation“ zeigt. Geduldig harren Frauen und Kinder stundenlang aus, wenn alle paar Wochen einmal ein Arzt in die Dörfer kommt. Mehr mit guten Worten als mit Medikamenten, die es kaum gibt und die für viele unerschwinglich sind, werden die PatientInnen wieder nach Hause geschickt. Die AIDS-Problematik schweigen viele Länder Afrikas offiziell noch immer tot.
Informationsvortrag über AIDS
In den von SEI SO FREI betreuten Dörfern wird aber über das Thema AIDS offen geredet: So wie hier bei einem Aufklärungsvortrag im Dorf Bukabwa, wo Tausi (12), Stela (38) und Janes (42) – in der vorderen Reihe von links nach rechts – über ihr Leben mit dem HI-Virus berichten. Tausi ist Waise und hat beide Elternteile durch AIDS verloren. Ein Leiter des Gesundheitsprojektes zeigt Möglichkeiten auf, sich vor AIDS zu schützen. Er warnt davor, Infizierte zu stigmatisieren, weil sie so in den Untergrund getrieben werden und dann oft weitere Personen anstecken. Das HI-Virus wird nicht nur beim Sex übertragen; oft geschieht die Infektion auch durch Nadeln oder Messer, die von mehreren Familienmitgliedern immer wieder zum Herausholen von Dornen aus den Fußsohlen benützt werden.
Saria mit Frauen, die gegen weibliche Genitalverstümmelung auftreten
Durch beharrliche Aufklärungsarbeit trachtet SEI SO FREI, zur Ausrottung dieser schrecklichen Tradition beizutragen. Behutsam baut Saria in den Dörfern ein Vertrauensverhältnis zu geachteten Frauen – wie hier zu Rosalie und Justine – auf, die bereit sind, nicht mehr länger über das Tabuthema Beschneidung zu schweigen. Mutig reden sie in der Dorfgemeinschaft – auch vor Männern – über diese entwürdigende Prozedur, die sie einst über sich ergehen lassen mussten.
Oft sind lebenslange körperliche und seelische Schmerzen die Folge, nicht selten sterben Mädchen an den Folgen des brutalen Eingriffs.
Afrikanische Kinder
Ihre Spende trägt zu einer menschenwürdigen Zukunft afrikanischer Kinder bei. Sie vor Hunger und Durst zu schützen, ihnen eine gute Schuldbildung und ein Leben frei von AIDS und Beschneidung zu ermöglichen, ist das Ziel der Entwicklungsarbeit von SEI SO FREI. Damit für diese Mädchen und Buben hier und auch für viele andere Kinder „jeder Tag ein Geschenk“ wird.
















