Joseph Haydn (zum 200.Todestag)

Joseph Haydn
Franz Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 in Rohrau (Niederösterreich) geboren. Fünf Jahre später kam sein Bruder Michael zu Welt, der auch ein bedeutender Komponist und Freund Mozarts war.
Michael Haydn wirkte 43 Jahre in Salzburg; das Wohnhaus lag am Fuße des
Festungsberges. Sein Grab befindet sich im Friedhof St. Peter.
Während seiner Zeit als Sängerknabe von St. Stephan in Wien versuchte sich
Joseph Haydn zum ersten Mal als Komponist.
1755 entstanden die ersten Streichquartette für Joseph von Fürnberg auf Schloss Weinzierl bei Wieselburg in Niederösterreich.
Das Leben Haydns veränderte sich entscheidend, als er 1761 in den Dienst des
Fürsten Esterházy in Eisenstadt im Burgenland trat, wo er zweiter Kapellmeister
beim Fürsten Paul Anton Esterházy und nach dessen Tode beim Fürsten Nikolaus Joseph, dem Prächtigen, wurde.
Ab 1766 stand Haydn als erster Kapellmeister beim Fürsten Esterházy im Dienst. In den nächsten Jahren entstanden zahlreiche Symphonien, Opern, Messen, Streichquartette und Sonaten.
Haydns Symphonien wurden 1782 sogar in Amerika aufgeführt.
Als Haydn 1785 Mozart in Wien besuchte, erklärte dessen Vater:
Am 27. März 1808 erschien Haydn zum letzten Mal bei einer Aufführung der
"Schöpfung" in der Öffentlichkeit.
An dieser Veranstaltung nahm auch Ludwig van Beethoven teil.
Am 31. Mai 1809 starb Haydn. Er wurde auf dem Hundsturmer Friedhof, im heutigen Wien XII. begraben.
Dieser ehemalige Friedhof trägt heute den Namen Haydn-Park.
"Ich sage Ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, Ihr Sohn ist der größte Componist,den ich von Person und dem Namen nach kenne; er hat Geschmack, und überdießdie größte Compositionswissenschaft."Nach dem Tode des Fürsten Nikolaus Joseph Esterházy wurde das Orchesteraufgelöst und Haydn ging nach Wien.Von 1790 bis 1792 unternahm Haydn seine erste englische Reise, bei der erdas Ehrendoktorat der Universität Oxford erhielt. Er besuchte von Händels Oratorien, die ihn sehr beeindruckten. In dieser Zeit entstand die "Symphonie mit dem Paukenschlag".Nach seiner Rückkehr nach Wien hatte Haydn einige hervorragende Schüler,darunter auch Ludwig van Beethoven.1793 kaufte Haydn ein Haus in Gumpendorf, heute Wien VI, wo er wohnte und auch starb.1794 reiste er zum zweiten Mal nach England, wo er einige der berühmtesten Werke Georg Friedrich Händels hörte, die ihn zu seinen Oratorien "Die Schöpfung" und "Die Jahreszeiten" inspirierten.1796: Haydn begann mit der Komposition "Die Schöpfung".Das "Gott erhalte Franz den Kaiser" entstand 1797.(Melodie: Bundeshymne Deutschland)Die Uraufführung des Oratoriums "Die Jahreszeiten" fand 1801 in Wien statt.1804 wurde er Ehrenbürger der Stadt Wien.

Christian Dreo, Domkapellmeister von Eisenstadt zu Joseph Haydn
Interessant erschien uns dieser Artikel von Christian Dreo, dem Domkapellmeister von Eisenstadt, welcher anlässlich des 200.Todestages von Joseph Haydn in der Ordenszeitschrift "miteinander" des Canisiuswerkes kürzlich erschien.
Wir haben uns daher erlaubt, diesen Beitrag ungekürzt weiterzugeben.
Haydn-Musik
Über Haydns Musik zu schreiben, und sei es auch über die doch seltener behandelte Kirchenmusik, scheint müßig. Darüber gibt es mehr als genug wissenschaftliche Abhandlungen und genug Fachleute, die profund alle Facetten seiner Kompositionen durchleuchten.
Wie aber schaut es in der Praxis aus? Ist Haydns Kirchenmusik auch außerhalb von Jubeljahren präsent? Was macht überhaupt das Besondere an seinem Werk aus? Im Folgenden möchte ich kurz auf diese Fragen eingehen und die Kirchenmusik an unserem Dom (1) im Hinblick darauf beschreiben.
Ein kurzer Überblick
Am bekanntesten sind natürlich Haydns Messen - insgesamt zwölf an der Zahl. Diese lassen sich in zwei Schaffensperioden einteilen. Seine frühen Messen (bis 1782) sind sowohl kleinere (brevis), für den sonntäglichen Gebrauch geschriebene, als auch große (solemnis), die für feierliche Hochämter gedacht waren. Die ab dem Jahr 1796 entstandenen "Esterhazy-Messen" sind komplexer und in der Instrumentierung, in melodischer und harmonischer Gestaltung Zeugnis dafür, dass Joseph Haydn auf dem Höhepunkt seiner kompositorischen Kunstfertigkeit stand.
Daneben existiert aber noch eine beachtliche Anzahl von kleineren Werken, Motetten, Offertorien, Marianischen Antiphonen usw., die auch in ihrer Schlichtheit von der Genialität Haydns zeugen und leider ziemlich aus dem Bewusstsein der Nachwelt verschwunden sind. Auch seine drei- und vierstimmigen geistlichen Gesänge sind beachtenswert, vor allem für einen Laienchor.
Abgesehen von seinen großen Oratorien sind seine Vertonungen des Te Deums, das "Stabat Mater" und "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz" zu erwähnen.
Haydn-Musik am Dom von Eisenstadt
Natürlich haben wir dieses Jahr 2009 ganz dem Jubilar gewidmet. Alle Orchestermessen (die im normalen Ablauf des Kirchenjahres bei uns vorgesehenen (2) und zusätzlich noch eine zu Christi Himmelfahrt) werden mit Werken von Joseph Haydn bestritten. Zusätzlich wird eine Messe konzertant aufgeführt und ein eigenes Orgelkonzert zu hören sein.
Im Rahmen dieses umfangreichen Programms studieren wir drei Messen neu ein. Dabei zeigt sich, warum Haydns Werke ihren besonderen Stellenwert haben.
Oft "hört" man sich nach längerer Beschäftigung mit bestimmten Stücken oder Komponisten "satt". Nicht so bei Haydn. Seine Kompositionen sind so vielfältig gestaltet, in einem so schönen und logischen Fluss, das musikalische Verständnis nie überfordernd und doch für einen Laienchorsänger in der richtigen Art anspruchsvollund ergreifend, dass man seiner Musik nie überdrüssig wird.
Zum einen liegt dies am Genie Joseph Haydns. Wie er einfache Melodik sowie hochdramatische Stimmungen wechselt, die Stimmen durch seine genialen Einfälle führt, die Instrumente behandelt, wie er die der Musik zu Grunde liegenden Texte versteht und musikalisch umsetzt, bleibt unerreicht.
Noch etwas spielt eine Rolle: Es ist aus jedem Takt spürbar, in welchem Geist Joseph Haydn seine Kirchenmusik geschaffen hat. Es ist ein schlicht religiöser, ein mit Gottvertrauen gesegneter und tief in den liturgischen Text eindringender.
Das unterscheidet ihn von vielen anderen Komponisten. Sein Glaube ist echt, nicht aufgesetzt, nicht Verpflichtung, sondern auf schöne und ergreifende Art "kindlieh". Das spüren unsere MusikerInnen und SängerInnen.
Das ist auch der Grund, warum Joseph Haydn für uns kein Jubiläumskomponist" ist, dessen Musik zu bestimmten Anlässen hervorgeholt wird, sondern sie stellt einen fest integrierten Bestandteil unseres jährlichen Programms dar. Sein Reichtum an musikalischen Ideen, seine von schlichter Innigkeit bis zu triumphalem Ausbruch reichende Gefühlswelt faszinieren und ergreifen uns seit Jahrzehnten - und so wird es auch nach 2009 sein.
Christian Dreo
Domkapellmeister der Dom-u. Stadtpfarrkirche zum heiligen Martin in Eisenstadt
Bemerkungen:
(1) Dom- und Stadtpfarrkirche zum heiligen Martin in Eisenstadt.
(2) Ostern, Haydnfestspiele (Mitte September), Martini, Weihnachten.






