Weihnachtliche Chormusik 2008

Auf mehrfachen Wunsch wird beim Christags-Hochamt (9.15 Uhr) die "Missa pastoralis in C" von Georg Augustin Holler unter der Leitung unseres Chorleiters OSR VD Reinhard Lehner durch unseren Kirchenchor und Kirchenorchester aufgeführt.

Über Georg Augustin HOLLER :

Anders als bei der großen Mehrzahl seiner zeitgenössischen Kollegen vollzog sich Georg Augustin Hollers Komponistenlaufbahn weder im kirchlichen noch im herrschaftlichen Bereich. Er gehörte der traditionsreichen Zunft der Münchener Stadtmusikanten an, denen die Pflege des öffentlichen Musiklebens oblag. Sie musizierten bei verschiedensten Anlässen wie Hochzeiten, Begräbnissen und Jubiläen, gaben nächtliche Konzerte auf den Plätzen der Stadt und spielten in den Wirtshäusern zum Tanz auf. Zudem waren sie in den Gotteshäusern Münchens auch für die Kirchenmusik zuständig, wofür Kompositionen aus den eigenen Reihen Verwendung fanden. Holler darf als einer der bedeutendsten komponierenden Stadtmusikanten gelten. Seine etwa 120 erhaltenen Werke zeichnen sich vor allem durch ihren volksnahen Charakter aus.

Geboren wurde er am 17. Juni 1744 im oberpfälzischen Sperlhammer bei Rothenstadt als Sohn eines Nagelschmiedmeisters. Vermutlich erhielt er Unterricht im benediktinischen Gymnasium in Freising, wo der Komponist Placidus von Camerloher als Kapellmeister am Dom und als Musiklehrer am benediktinischen Lyzeum wirkte. Im Jahr 1769 heiratete "der Bürger und Musiker" Holler in München, und ab 1773 gehörte er vier Jahrzehnte lang der Zunft der Stadtmusiker an. Völlig erblindet starb er am 13. Februar 1814 in der bayerischen Residenzstadt. Eventuell könnte Holler einer jener fünf Stadtmusikanten gewesen sein, die Wolfgang Amadeus Mozart Anfang Oktober 1777 im Münchner Gasthof "Zum schwarzen Adler" in der Kaufingerstraße mit einer "Musique" für zwei Klarinetten, zwei Hörner und Fagott gehört hat. "Sie spiellten gar nicht übel zusammen", merkt er dazu in einem Brief an Vater Leopold nach Salzburg wohlwollend an.