|
"Die Anfechtung der Kirche besteht darin, dass sie so groß entworfen ist von ihrem Souverän und so klein gelebt wird von uns. Aber aus dieser Trauer gibt es keinen anderen Ausweg, als zusammen zu bleiben in dem immer neuen Aufrichten auf das ferne zugemutete Ziel hin. ... Ich kenne keine andere Institution; die sich aus ihrem Stolpern verjüngt erheben kann und trotz all ihrer Krückstöcke weiter auf dem Weg bleibt.“
Hanna Barbara Gerl-Falkowitz, in: Die Presse, 3.4.2007
Die Kirche hat nur zu tun, was zu ihrem eigentlichen Auftrag gehört, und nichts, was sie wirklich zu tun hat, ist etwas "Uneigentliches".Es gibt hier nicht eine Unterscheidung von Hauptsache und Nebensache, sondern höchstens eine von Zentrum und Peripherie. Im Zentrum steht der Glaube, auf der Peripherie liegen die Werke: im Zentrum das Evangelium, auf der Peripherie die Politik; im Zentrum das Heil, auf der Peripherie das Wohl des Nächsten. Auf der Peripherie kommt an den Tag, was im Zentrum geschehen ist.
Helmut Gollwitzer, in: J. Zink, Wie wir beten können, S. 100-101
Die Kirche wird ihre anderen Aufgaben, die Arbeit an der Gerechtigkeit und deutliches Zeichen unter den Völkern zu sein, nur erfüllen können, wenn sie sich gebildet hat in der Kenntnis der eigenen Tradition; wenn sie das Recht lieben gelernt hat, wenn sie sich stark und in ihren Absichten langfristig gemacht hat im Gebet und wenn sie sich der Güte des Lebens vergewissert hat im Lob Gottes. ..."
Fulbert Steffensky, in: Schwarzbrot Spiritualität, S. 60 (Radius-Verlag)
Ein Ritual ist eine krisenfeste Kommunikation mit Gott. Das bedeutet: In allen Lebenskrisen kann ich festen Glaubens mich an Gott wenden und mit ihm kommunizieren. Das rituelle Gebet verheißt mir, dass ich verwandelt werde. Ich durchlebe in der innersten Ruhe die Hinwendung zu Gott.
Michael Hochschild (aus: ZS "Erbe und Auftrag, Heft 1/2010)
Dabei (Verkündigung des Glaubens heute) geht es um ein Anbieten des Glaubens,das nicht "von oben" her kommt, sondern das aus einer Haltung der Grundsympathie mit den Menschen jene Momente des Evangeliums zum Leuchten bringt, die den Menschen eine Identifizierung mit der christlichen Botschaft von innen her ermöglichen.
Bischof Joachim Wanke, Erfurt; Referat an der KTU Linz, 01 2010
Setz dich
fünf Minuten zu uns
in die Kirchenbank,
unterbrich deine Kreuzesarbeit,
deine Ernährungspflichten,
verschiebe deine Reisen
für die Vorsehung
- die Durchführung der Aufträge,
die du in den Fürbiten bekommst,
hat auch morgen noch Zeit.
Es ist gut sitzen neben dir,
atemloser Jesus.
Gottfried Bachl,
in: Mailuft und Eisgang. 100 Gebete, Tyrolia, Innsbruck 1998, S. 66
"NEHMT UND ESST ..."
"Hätten die Nüchternen einmal gekostet, alles verließen sie und setzten sich zu uns an den Tisch der Sehnsucht, der nie leer wird."
(Novalis; gefunden in: Te Deum, Juni 2009, S. 139)
"Wer im Zusammenhang unseres Glaubens sagt, die Worte der Annäherung Hirte, Vater, Fels, Licht seien nur Bilder (oder die Osterkerze nur ein Symbol), verdient, dass man ihn/sie einen Esel, wahlweise eine Gans nennt, ohne dass er oder sie beleidigt sein dürfte. Denn das sind auch ´´nur Bilder´´ Wer sich aber verletzt fühlt, erkennt, dass Bilder unser Herz bewegen - mehr als Begriffe ."
Peter B. Steiner (aus: Glaubensästhetik, 2008; S. 183)
"Wenn wir im Alltag das Brot schätzen, sorgsam damit umgehen und zu teilen bereit sind, dann wird unser Gottesdienstfeiern am Sonntag zu dem, was Jesus wollte: Sein Leben an alle austeilen."
Pierre Stutz
Wer sich vom Wort Gottes immer wieder ansprechen lässt, der wird mehr und mehr in das verwandelt, was das Wort ausdrückt, er wird aus der Enge und Verliebtheit in sich selbst befreit und von Gottes Geist erfüllt.
Anselm Grün OSB
Warum feiern wir Liturgie? "Weil Menschen darauf angewiesen sind, der Wahrheit ihrer eigenen Existenz Ausdruck zu verleihen mit Worten, die von der Wahrheit sprechen. Er findet diese Wahrheit in den Worten und Symbolen der Liturgie. Sie lassen aufscheinen, dass allein die Liebe glaubhaft ist und dass diese Liebe sich im Kreuz Christi ein für alle Mal offenbart hat."
Liturgiewissenschaftler Andrea Grill
Trend zur "spirituellen Technologie"
Beispiel: iPhone: "Es ist holy, weil es durch und durch aus der Sicht des Benutzers konstruiert worden ist. Man hat an uns gedacht. Diese Formel ist nichts anderes als das urreligiöse Motiv. Technologie wird hier wieder zur mentalen Hülle, zur Fürsorge zum `Gottesdienst am Kunden`."
Matthias Horx, Zukunftsforscher (zitiert aus: OÖN, 2007 12 06)
Ich bekenne vor Gott, dem Allmächtigen,
dass ich Gutes getan und Böses unterlassen habe. Ich habe Gutes
getan in Gedanken, Worten und Werken, durch mein Vermögen,
durch mein Wollen, durch mein großes Vertrauen.
Aus: Johannes Wolfslehner, O Herr,
ich bin nicht würdig. Oder vielleicht doch? edition fischer
2006, S. 333
Höchste Kunst bringt die Geschwätzigen
zum Schweigen, die Zerstreuten zur Sammlung, die Oberflächlichen
zur Tiefe und die Sehenden zu staunender Einsicht. Höchste
Kunst auch für die Feier der Liturgie ... zu schaffen und bereit
zu stellen bedeutet behutsames Hinführen zum Heiligen, ist
Dienst am Glauben und darum auch Heilsdienst gegenüber der
Welt - tiefste Würde vollendeter Kunst!
Philipp Harnoncourt
Du hast ganz ungeahnte Möglichkeiten,
nicht zuletzt die Möglichkeiten Gottes mit dir. Worauf Gott
seine Hoffnung setzt, das wagen wir.Zum Neuen Jahr (gefunden: ZS Te
Deum)
"Was ich, ohne zu rechnen,
ausgab, verloren oder vergessen wähnte, legst du mir heimlich
und unerwartet zurück in mein leergewordenes Herz.
Jetzt hab auch ich einen Groschen
zum Leuchten für den Fährmann über den dunkeln Fluss."
Christine Busta
(ein
Text der Dichterin für eine Zeit des Kirchenjahres (Ende/Beginn),
in der die Liturgie mehrerer Heiliger der Nächstenliebe gedenkt)
"Eine vergessene Glaubenserfahrung
könnte neu gemacht werden: dass Gott nicht nur wahr und gut
ist, sondern vor allem schön. Das wäre etwas für
moderne Menschen, davon bin ich restlos überzeugt."Religionssoziologe Matthias Sellmann
mit Blick auf die ´religiösen Inszenierungen und ihre
emotionale Kraft´ beim Weltjugendtag in Köln, zitiert
aus: Der Spiegel vom 15. 8. 2005
Nur wenn Gott selbst es verbürgt,
dass mein Leben und die Welt Grund zur Freude sind, kann es ein
wirkliches Fest geben.
Und darum ist die christliche Liturgie,
in der die gekreuzigte Liebe Gottes gegenw ärtig wird, das Fest
par excellence.
In dieser freudigen Gewissheit feiern wir sie, und so feiern wir
sie recht.Josef Kardinal Ratzinger anlässlich
40 Jahre Liturgiekonstitution, 2003
Bei aller Gestaltung geht es
zuerst darum, das herauszuholen,
was in der Liturgie drinsteckt: ihre
Gestalt.
Rudolf Pacik
EUCHARISTIE feiern heißt: die Herausforderung Jesu annehmen;
heißt: seine Botschaft von gestern
heute in mir aufwecken;
heißt: das, was ich habe ausschütten
vor denen, die nichts haben:Mein Brot dem Hungrigen,
mein Wissen dem, der Fragen hat,
meine Kraft dem Schwachen,
meine Freude dem Traurigen,
meinen Glauben dem, der ohne Hoffnung ist.Dass alle Welt die Menschenfreundlichkeit
unseres Gottes erfährt.EUCHARISTIE feiern heißt
also:
im Weggeben, im Verschenken,
das eigene Leben, den Reichtum der Welt erwarten.
Quelle unbekannt
Wer nicht mehr oder kaum noch persönlich betet,
der wird unwillkürlich geneigt sein, in der Liturgie den Vorakzent
von der Anbetung auf Aktion oder Information zu verlegen.
Balthasar Fischer, 2001
Wir beten in unseren Kirchen immer mehr als wir
glauben das ist herrlich. Wir machen unsere eigene Kargheit
nicht zum Maßstab dessen, wie weit wir springen und singen
können das ist herrlich. ...
Wenn ich mein Evangelium oder meinen Franziskus kenne, dann bilden
sie meine Seele. Ich lerne wünschen, dass das geknickte Rohr
aufgerichtet werden soll, dass die Hungrigen Brot und die Nackten
Kleider haben sollen. Ich lerne wünschen, dass die Sünden
vergeben und dass die Tyrannen gestürzt werden sollen. Ich
lerne wünschen und ich lerne vermissen. Ich lerne das Augenlicht
der Blinden zu vermissen und das Recht der Armen. ....
Fulbert Steffensky in einem Vortrag 06 2004
Vor Gott ein Spiel zu treiben, ein Werk der Kunst,
- nicht zu schaffen, sondern zu sein, das ist das innerste Wesen
der Liturgie.
Romano Guardini, Vom Geist der Liturgie (1918)
"Liturgie ist gläubiger Umgang mit der Welt
in der Gemeinschaft der Glaubenden."
Klemens Richter
"Die Liturgie ist wie der Dorfbrunnen, zu dem jede
Generation kommt, um immer lebendiges und frisches Wasser zu schöpfen."
Johannes XXIII.
Liturgie ist Erfahrung der unerhörten Nähe
Gottes in der Welt.Ein gemeinsames Fest wird nur dort möglich
sein, wo viele überzeugt sind: "Des muaß g´feiert
werdn!"Gottesdienst ist die Realisierung der Kirche
an jener Stelle, wo sie am meisten sie selber ist: in der Begegnung
mit Christus"
Miklos Tomka
Der Sonntagsgottesdienst ist Gradmesser, "Thermometer"
für die "Betriebstemperatur" unserer Pfarre. Auch
ein Seismograph, an dem die Erschütterungen im religiösen
Leben wahrgenommen werden können.
(Autor unbekannt)
Sollten unsere Liturgien nicht so gestaltet sein,
dass sie die doppelte Gnade gewähren, jemand zu sein, weil
Gott uns zugewandt ist, und es nicht allein sein zu müssen,
weil es die weltweite Kirche gibt, die in ihrer Liturgie den "Kult
des offenen Himmels" feiert?
Michael Sieverich SJ (in: Gotttesdienst 35(2001, S.43)
"Der Weg zu einem guten Brunnen ist immer ausgetreten."
Ein Sprichwort, das ein Stück weit erklärt,
weshalb die Liturgie für manche etwas "gebraucht"
wirkt.
E i n Christ ist kein Christ."
(Tertullian; um 200 n. Chr.) Diese prägnante
Aussage berührt ein Kerngeheimnis unseres Glaubens, das wir
gerade in der Eucharistie immer wieder feiern.
"Liturgie ist der Blindenstock, der es erlaubt,
Gott zu berühren."
Simone Weil
Die religiösen Überzeugungen werden in
den Riten mit einem Glanz von Wirklichkeit versehen.
Ohne die religiösen Riten verlieren sie ihre Ausstrahlung,
verfärben sie sich, verbleichen sie, werden sie blass.
Johannes A. van der Ven
Je mehr Gottesdienst Gottesdienst ist, hat er eine
Chance, zum Menschendienst zu werden. Je mehr Gottesdienst Menschendienst
ist, desto intensiver wird er Gottedienst. Je mehr Menschendienst
Menschendienst ist, desto mehr trägt dieser in sich bereits
den Keim des Gottesdienstes.Paul M. ZulehnerDas Laienapostolat muss mehr und mehr auch ein liturgisches
Apostolat werden. Besonders wichtig ist die Ausbildung und Befähigung
für die liturgischen Dienste in den Gemeinden.
Der 99-jährige Kardinal Franz König in einem
Interview 2003 auf die Frage nach seinen Rat für "priesterarme
Zeiten"
Es ist ein unerbitterliches Gesetz, dass dort, wo
das persönliche Beten verkümmert oder gar stirbt, bald
auch das liturgische Beten nicht mehr atmen und gedeihen kann.
Balthasar Fischer (1912-2001), in: Liturgisches Jahrbuch
51 (2001) 252
Wenn mich jemand fragt, womit liturgisches Leben
anfange, würde ich antworten: damit, dass man die Stille lernt.
Romano Guardini
[ zum Seitenanfang ] |