



KA – Was ist das?
Kontakt
Katholische Aktion
Oberösterreich
Kapuzinerstraße 84
4020 Linz
E-Mail
T 0732-7610-3411
F 0732-7610-3779
Wir sind für Sie da:
Mo - Fr 8 - 12 Uhr
Mo - Do 13 - 16.30 Uhr
Ihr Anliegen...
ist uns wichtig!
Kolumnen, Stellungnahmen, Positionen- Archiv
• Katholische Frauen
fordern Einkommensgerechtigkeit
• Ehrenamt hat in der Kirche Tradition
• Vergaberichtlinien für Beihilfen
• "Keine Budgetsanierung auf dem Rücken
der Familien!"
• Offener Brief zu österreichischer Asylpolitik
• Kirche im Web 2.0?: KA-Kolumne von
Margit Hauft
• Ursula Steiner im Interview
• "Recht
auf Menschlichkeit" im Umgang mit Flüchtlingen
• "Sie sind nicht nur Mitarbeiter des Klerus, sondern
wirkliche Mitverantwortliche!"
• "Kirche
der Zukunft muss nahe bei den Menschen sein"
• Aufruf
zur Wahlbeteiligung in OÖ
• Europa und die Europäische Union
• "Widerstand gegen Rechtsextremismus
ist Christenpflich"
• Zärtliche FAIRsuchung: KA-Kolumne
von Bernhard Rudinger
• "Menschenrechte" bedeuten mehr
als "überleben können
• Neuer Linzer Weihbischof: Kritik aus Politik
und Kirche
•"Land der Menschen" - Obfrau Margit
Hauft wiedergewählt
• Kath. Aktion nimmt Stellung im Gedenken an die "Reichspogromnacht"
• Kath. Frauenbewegung: Bestürzung über geringen
Frauenanteil im Parlament
• Kath. Aktion fordert eine "menschenwürdige
Bleiberechtsregelung"
• Kath. Aktion bestürzt über Grabschändungen
am islamischen Friedhof in Traun
• Sicherheit oder Freiheit
• Einkommen zum Auskommen
• "Das Miteinader stärken! - Kein Weg
zurück!"
• Kath. Aktion OÖ sieht "Chance für
Europa" im EU-Reformvertrag
• Parlamentarische BürgerInnen-Initiative von
Aktion Leben
• Katholische Aktion dankt Pfarrer Friedl
• Katholische Aktion fordert rasche Korrekturen
beim Fremdenrecht
• vonWegen: KA-Kolumne von Dipl.-Päd. Ursula
Steiner
• Das Netz
• Marcel Callo
• Das Leben ermöglichen KA-Kolumne
Christian Öhler
• Gerechtigkeit weltweit
KA-Kolumne Bernhard Steiner
• BOOTschaft
• fasten your seatbelt
• Studiengebühren KA-Kolumne Margit Hauft
• Mir reicht`s! KA-Kolumne Bernhard Rudinger
• Wortmeldungen KA-Kolumne Bernhard Rudinger
• "Frauen sollen
öfter mal den Mund halten!" KA-Kolumne Margit Hauft
• Gedenkfeier anlässlich der Befreiung
des KZ Mauthausen
• Sage mir was du arbeitest und ich sage dir wer
du bist
• Mein Ja zu Großveranstaltungen
KA-Kolumne von Margit Hauft
• Setzt auf Dialog KA-Kolumne von Margit Hauft
• KA-Kolumne von Christian Öhler in ConAction
• "Erfüllte Zeit" Gedanken
vom Geistl. Assistent der KA: Christian Öhler
• Gute Wünsche für Bischof Schwarz
• Dankansprache für Bischof Aichern
• "Liebkind Neutralität"
• Neuer Papst Benedikt XVI.
• Wer braucht den Sonntag?
• Neue Leitungsmodelle für die Pfarrarbeit
• Sinnspuren zum Sonntagsevangelium
• Gedanken zum Ankommen
• Hauptsache billig?
• Neue Struktur der KA OÖ
• Bauplatz Europa
• Parteiengespräche
• Katholische Aktion
• Hinter dem Horizont
geht's weiter
• Gute Arbeit
• Reformprozess für
eine gute Zukunft
• Irak-Krise
• Antikriegskundgebung
• Friedensdemonstration
• GATS
• Was ich den Männern
schon immer sagen wollte
• Jahr der Berufung
• Die Armut ist weiblich
• Familienzusammenführung
• Sozialstaat Österreich
• Ein Europa der Bürger
und Christen
• Sozialstaatsvolksbegehren
• Jahr der Berufung
• Christsein ist grenzenlos
• Brot und Rosen
• Ehrenamt in der Jugendarbeit
• Mehrheitsentscheidungen
• Toleranz
• Toleranz II
• Schritte zum guten
Miteinander
• Gesunde Männer
• Beziehung statt Geld?!
• Fasching
• Modefarbe Taxi-Orange
• Die täglichen Fernseh-Toten
Katholische
Frauen fordern Einkommensgerechtigkeit
kathpress, 4.3.2011
Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung Oberösterreich,
Kirchweger: "Solange Kinder-betreuung, Versorgungs- und Pflegeleistungen
als zu teuer und für die Volkswirtschaft als
unfinanzierbar hingestellt werden, wird die Ausbeutung von Frauen weitergehen."
Linz, 04.03.11 (KAP) Mehr Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hat die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich, Erika Kirchweger, gefordert. "Frauen werden als Dazuverdienerinnen gesehen und es wird ihnen unterstellt, die viele unbezahlte Arbeit aus Liebe und Fürsorge gerne umsonst zu tun", kritisierte Kirchweger bei einer Pressekonferenz am Freitag in Linz anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Internationaler Frauentag". Sie sprach sich für Einkommenstransparenz, ordentliche Mindestlöhne sowie Arbeitszeitregelungen und Jobs, die existenzsichernd für Männer und Frauen sind, aus.
"Solange Kinderbetreuung, Versorgungs- und Pflegeleistungen als zu teuer und für die Volkswirtschaft als unfinanzierbar hingestellt werden, wird die Ausbeutung von Frauen weitergehen", sagte Kirchweger und verdeutlichte dabei: "Reproduktions- und Sorgearbeit muss in unserem Wirtschaftssystem die Bedeutung bekommen, die sie wirklich hat. Erst wenn diese Leistungen auch wirtschaftlich wertgeschätzt werden, wird sich bei der Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit und den Fraueneinkommen etwas verändern."
Frauen aus der Katholischen Kirche, dem ÖGB, der Arbeiterkammer, der Österreichischen. HochschülerInnenschaft und von zahlreichen Fraueninitiativen bzw. -beratungs-einrichtungen in Oberösterreich haben sich vor einem Jahr zum "Bündnis 8. März" zusammengeschlossen. Bei der Pressekonferenz in Linz warnten neben Kirchweger auch weitere Vertreterinnen des Bündnisses, dass Frauenpolitik durch die jüngste Wirtschaftskrise in den Hintergrund gedrängt und Geschlechterfragen nicht mehr diskutiert würden.
Die Arbeitslosigkeit ist im vergangenen Jahr erstmals seit Ausbruch der Krise bei den Männern wieder zurückgegangen. Die Zahl der Arbeit suchenden Frauen sei hingegen um drei Prozent gestiegen, machte das Bündnis aufmerksam. Die Wirtschaftskrise habe die Chancen der Frauen nochmals geschmälert bzw. einen Aufholprozess deutlich verlangsamt.
Ehrenamt
hat in der Kirche Tradition
Kolumne kfb-Zeitung Nr. 3, Februar 2011
Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit haben in unserer Kirche
eine größere Tradition als bezahlte Ämter und Funktionen.
Unsere Kirche braucht den ehrenamtlichen, freiwilligen Einsatz ihrer Glieder,
denn ohne diesen kann sie keine lebendige Kirche sein.
Eine Kirche, die einerseits aus bezahlten FunktionärInnen besteht, die
die nötigen kirchlichen Serviceleistungen erbringen, und andererseits
aus passiv konsumierenden Gläubigen, die diese Serviceleistungen nach
persönlichem Bedarf in Anspruch nehmen, wäre ein Zerrbild christlicher
Gemeinde.
Menschen, die nicht von der Institution Kirche bezahlt werden, haben heute
besondere Möglichkeiten, innovativ, prophetisch und mit kritischem Abstand
in dieser Kirche zu wirken. Sie sollen sich aber auch der Widersprüchlichkeit
ehrenamtlicher Arbeit bewusst sein: Immer wieder droht diese von hoher Wertschätzung,
gut begründeter Notwendigkeit und offizieller Beauftragung abzugleiten
in Hilfsdienste für Hauptamtliche und einflusslose Mitwirkung. Versuchen
wir als KA weiter mit unserem vielfältigen ehrenamtlichen Einsatz, die
Initialzündung der Botschaft Jesu in die Schubkraft des Handelns umzuwandeln.
Ein Satz von Johannes Paul II. bestärkt uns darin: "Die Kirche braucht
Laien, die in der KA gelernt haben, die Radikalität des Evangeliums in
der Normalität des Alltags zu leben!"
Vergaberichtlinien
für Beihilfen
19.11.2010
"Keine Budgetsanierung auf dem Rücken der Familien!"
Die Katholische Aktion (KA) OÖ fordert eine Rücknahme des Familien-Sparpaketes und eine Neuverhandlung im Familienbereich. Den Sparstift bei Familien, insbesondere bei Mehrkind- und Alleinverdienerfamilien anzusetzen, sei nicht nur unfair, sondern gerade im Hinblick auf eine immer kinderärmer werdende Gesellschaft auch sozialpolitisch unklug, betont die oberösterreichische KA-Präsidentin Margit Hauft.
Hauft erinnert daran, dass die Familienleistungen seit dem Jahr 2002 nicht erhöht wurden und durch die Inflation zuletzt ständig an Wert verloren haben. Deshalb seien gerade kinderreiche Familien heute besonders armutsgefährdet. "Es müsste wohl eher endlich einen Teuerungsausgleich geben, anstatt die Beihilfen zu kürzen" so Hauft.
Die Vergaberichtlinien hier herunterladen ...
Offener
Brief zu österreichischer Asylpolitik
18.10.2010
Beim gemeinsamen Diözesantag von Kath. Frauenbewegung und Kath. Männerbewegung am 16. Oktober 2010 in Wels wurden auch die jüngsten Ereignisse im Bereich der österreichischen Asylpolitik angesprochen. Die Vorsitzende der kfb-OÖ, Erika Kirchweger, und KMB-Diözesanobmann Franz Gütlbauer richteten gemeinsam mit der Präsidentin der Katholischen Aktion OÖ, Margit Hauft, in einem offenen Brief an Bundesministerin Dr. Maria Fekter die Bitte, mehr Humanität im Umgang mit jenen Menschen walten zu lassen, die nach Österreich geflüchtet sind und hier Wurzeln geschlagen haben. 668 TeilnehmerInnen des Diözesantages unterstützten den Inhalt des Briefes mit ihrer Unterschrift.
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
viele Mitglieder der Katholischen Frauenbewegung und der Katholischen Männerbewegung sind besorgt bis fassungslos, wenn kleine Kinder in Schubhaft genommen und Familien durch staatliche Gewalt getrennt werden, wie dies zuletzt im Fall der Familie Komani geschehen ist.
Die von Ihnen angekündigten Maßnahmen zur humaneren Vorgehensweise bei der Abschiebung von Familien können in unseren Augen nur ein erster Schritt sein.
Denn als Christinnen und Christen, die sich ehrenamtlich und unentgeltlich zum Wohl von Mitmenschen engagieren, macht es uns zutiefst betroffen, wenn in unserem Land Familien, die sich nichts zuschulden kommen haben lassen, trotz langjährigem Aufenthalt und guter Integration mit Bezugnahme auf gesetzliche Grundlagen ihre Existenzgrundlage verlieren.
Wir bemühen uns in unserem Bereich um ein gutes gesellschaftliches Miteinander und um Gerechtigkeit. Gleichzeitig fordern wir aber auch von den politischen VerantwortungsträgerInnen einen respektvollen und menschlichen Umgang mit schutzbedürftigen Menschen wie Asylsuchenden und MigrantInnen.
Wir ersuchen Sie deshalb dringend, als zuständige Ressortministerin mehr Humanität im Umgang mit jenen Menschen walten zu lassen, die nach Österreich geflüchtet sind und hier Wurzeln geschlagen haben! Es kann nicht sein, dass Kinder und Jugendliche, die oftmals sogar in Österreich geboren sind oder einen Großteil ihres Lebens hier verbracht haben, sowie Familien, die ihren Willen zur Integration unter Beweis gestellt haben, keine Zukunft in Österreich haben dürfen.
In diesem Sinne fordern wir eine großzügigere Anwendung des humanitären Bleiberechts.
Mit freundlichen Grüßen,
Margit Hauft, Kath. Aktion OÖ
Erika Kirchweger, Kath. Frauenbewegung OÖ
Dr. Franz Gütlbauer, Kath. Männerbewegung OÖ
Was
sucht den ihr als Kirche im Web 2.0?
KA-Kolumne von Margit Hauft in der kfb-Zeitung Mai
2010
"Was sucht denn ihr als Kirche im Web 2.0?", diese
Frage bekam ich mehrfach gestellt, als ich vom neuen KA - Projekt
"ThemaTisch" erzählte. Es klang fast so, als müsste ich
mich rechtfertigen, als sei die KA mit dieser Idee auf Abwege geraten! Dabei
suchen wir als Kirche via Internet genau das, was zu suchen uns aufgetragen
ist: den Kontakt mit möglichst vielen Menschen, wo diese sich auch immer
befinden mögen! Eine steigende Anzahl von ihnen, und nicht nur Jugendliche,
findet sich regelmäßig auf Internetforen, den modernen "Marktplätzen"
ein, um sich dort über "Gott und die Welt" zu unterhalten.
Ist das nicht auch eine logische Gelegenheit für uns als Kirche, mit
dem, was wir an Wertvollem zu bieten haben ebenfalls präsent zu sein,
mit zu reden, mit zu mischen? Keine Angst, die elektronischen Treffen werden
und sollen nie "leibhaftige" Begegnungen ersetzen, im Gegenteil,
sie können Neugierde erwecken auf Gespräche von Angesicht zu Angesicht
zusätzlich zu Facebook - Talks.
Es geht also nicht darum, das Eine durch das Andere zu ersetzen sondern die
zusätzliche Chance zu nützen, mit Menschen "um einen Tisch"
zu sitzen und zu diskutieren, die wir sonst bestenfalls "alle heiligen
Zeiten" treffen würden. Gottes Wege mit und zu uns Menschen sind
immer noch unergründlich, warum sollte nicht einer davon auch durch das
Internet führen?
Ursula
Steiner, KA-Vizepräsidentin und Vorsitzende der Frauenkommission über
die Bedeutung einer geschlechtergerechten Sprache in der Liturgie und worin
die Kirche für Frauen anziehend ist.
Interview Kirchenzeitung Nr. 3, 21. Jänner 2010; das Gespräch führte Josef Wallner.
KIZ: Was ist die Aufgabe einer Frauenkommission der katholischen Kirche?
Steiner: Wir möchten die Frauen bestärken, innerhalb der Kirche Wege zu gehen, die für die Frauen ermutigend sind. Das heißt zum Beispiel aufzuzeigen, dass Frauen als Seelsorgerinnen ganz wertvolle Dienste leisten. Das wollen wir unbedingt fest verankern und verhindern, dass das in Frage gestellt wird. Als Frauenkommission versuchen wir beizutragen, dass die Amtskirche die Lebenswelt der Frauen wahrnimmt und ernst nimmt.
Um welche Bereiche geht es da?
Viele Frauen fühlen sich durch die liturgische Sprache nicht angesprochen und verstehen sie auch nicht mehr. In meiner Pfarre Linz- Guter Hirte habe ich schon vor 15 Jahren die Liederbücher auf eine verständliche und geschlechtergerechte Sprache durchforstet. Die Pfarre bemüht sich in der gesamten Litiurgie um eine geschlechtergerechte Sprache. Das ist manchmal mühsam, stößt aber auf gute Resonanz. Die Frauenkommission sieht ihre Verantwortung auch darin, die Kirchenleitung auf den Umgang mit der Sprache aufmerksam zu machen.
Zwei Großprojekte, bei denen es entscheidend um die Sprache geht, sind gerade in Arbeit: das neue Messbuch und die Einheits-übersetzung der Bibel ...
Die Frauenkommission sieht auf beide Bücher mit Sorge. Wir haben schon Teile des Messbuchs gelesen. Es ist zu befürchten, dass das Kriterium der Verständlichkeit und der Geschlechtergerechtigkeit nur halbherzig umgesetzt wird. In einer Stellungnahme haben wir um Überarbeitung gebeten. Auch der Revision der Einheitsübersetzung sehen wir mit gemischten Gefühlen entgegen.
Was ist für Frauen an der Kirche anziehend?
Die biblische Botschaft mit all ihren Haken und all ihrer Sperrigkeit. Vor allem die klare Beauftragung der Maria von Magdala als Verkünderin der sensationellen Botschaft von der Auferstehung Jesu das ist für mich und viele Frauen faszinierend. Der Glaube gibt auch heute Antworten auf die Sorgen und Nöte der Menschen.
Zu einem konkreten Ergebnis der Arbeit der Frauenkommission: das mehrfach ausgezeichnete Gleichstellungsprojekt.
Die Frauenkommission und die Diözese Linz waren mit dieser 2002 gestarteten Initiative österreichweit Pionierinnen. Ein Teil dieses Projekts besteht im Aufbau und in der Betreuung eines Pools von Frauen, die sich auch für Leitungspositionen in der Diözese bewerben können. Uns fällt auf, dass mit Ausnahme der Leitung des Kommunikationsbüros alle höheren Stellen mit Männern nachbesetzt wurden: Finanzkammerdirektor, Ordinariatskanzler und Leiter der Kirchenbeitragsstellen. Hier brauchen wir noch einen langen Atem.
Was sind die Anliegen der Frauenkommission im gesellschaftlichen Bereich?
Frauen sollen verstärkt die Möglichkeit haben,
ihren Beruf ausüben zu können. Doch die Familienarbeit tragen zum
überwiegenden Teil die Frauen zusätzlich zur Erwerbsarbeit. Hier
müssen wir die Männer mehr in die Pflicht nehmen. Man müsste
auch für berufstätige Frauen die Rahmenbedingungen so ändern,
dass sie führende Positionen einnehmen können. Frauen in Leitungspositionen,
die Kinder haben, sind selten. Da ist Eva Glawischnigg von den Grünen
eine Ausnahme.
Artikel in der Kirchenzeitung ansehen ...
Katholische
Aktion OÖ betont "Recht auf Menschlichkeit" im Umgang mit Flüchtlingen
30.11.2009
Die biblische Schilderung der Herbergssuche möge gerade jetzt im Advent ein Denkanstoß für mehr Humanität im Umgang mit jenen Menschen sein, die nach Österreich geflüchtet sind und hier Wurzeln geschlagen haben, mahnt die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich, Margit Hauft. Es könne nicht sein, dass Kinder und Jugendliche, die in Österreich geboren sind oder einen Großteil ihres Lebens hier verbracht haben, sowie Familien, die trotz aller rechtlichen Hindernisse ihren Willen zur Integration unter Beweis gestellt haben, andauernd in Ungewissheit leben müssen und von Abschiebung bedroht sind.
Sie wünsche sich, so Hauft, dass in Politik und Gesellschaft die Bereitschaft wachse, Schicksale und schwierige Lebenssituationen auch verstärkt aus der Sicht der Betroffenen zu betrachten und mehr Einfühlungsvermögen zu entwickeln: "Neben allen Gesetzesparagraphen gibt es auch das Recht auf Menschlichkeit sowie die christliche Pflicht der Nächstenliebe". Die oberösterreichische KA-Präsidentin plädiert diesbezüglich einmal mehr dafür, dass jenen Flüchtlingen, die nachgewiesenermaßen gut integriert sind und deren Asylverfahren sich schon über mehr als fünf Jahre hinziehen, eine dauerhafte Aufenthaltbewilligung gewährt wird.
"Sie
sind nicht nur Mitarbeiter des Klerus, sondern wirkliche Mitverantwortliche!"
KA-Kolumne von Margit Hauft in der kfb-Zeitung Oktober
2009
Mit diesen Worten betonte Papst Benedikt bei einem Kongress
seiner Diözese Rom die wichtige Rolle der Laien in unserer Kirche. Er
führte weiter aus, dass die Kirche bereits seit dem 2. Vatikanische Konzil
diese zentrale Rolle der Laien betone, er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass
immer mehr ihre Taufberufung als Auftrag erkennen mögen und warb darum,
den Laien ihre wichtige Rolle in der Gemeinschaft der Kirche bewusst zu machen.
Wörtlich sagte der Papst: "Zunächst brauchen wir große
Anstrengung im Bildungsbereich, gleichzeitig muss die geteilte Verantwortung
aller Glieder des Volkes Gottes stärker gefördert werden. Dazu brauchen
wir einen Mentalitätswechsel, vor allem, was die Laien betrifft. Wir
sollen sie nicht nur als Mitarbeiter des Klerus betrachten, sondern als wirkliche
Mitverantwortliche des Seins und Handelns der Kirche, und wir sollen die Bildung
eines reifen und engagierten Laienstandes fördern!"
In diesem Sinne wünsche ich uns allen, wo wir in unserer Kirche auch
stehen mögen, Kraft und Segen unseres Gottes für unser Engagement
im neuen Arbeitsjahr.
"Kirche der Zukunft muss nahe bei den Menschen sein"
Linzer KA-Präsidentin Hauft: Christen sollen
sich nicht "für" die Kirche, sondern "als" Kirche
engagieren
Salzburg-Linz, 24.09.2009 (KAP)
Die Kirche der Zukunft muss nahe bei den Menschen sein und Partei für die Machtlosen ergreifen. Dies betonte die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) der Diözese Linz, Margit Hauft, bei einer Veranstaltung des Katholischen Bildungswerks in Salzburg.
Die Linzer KA-Präsidentin rief die Laienchristen dazu auf, sich stärker als Teil der Kirche wahrzunehmen und in den Pfarrgemeinden selbst Verantwortung zu übernehmen. Mündige Christen sollten in ihren Pfarren "mitreden", dies fördere den Dialog und die kritische Loyalität, sagte Hauft. Das Motto der engagierten Christen müsse dabei lauten: "Ich engagiere mich nicht für die Kirche, sondern als Kirche".
Gründe für die "Lähmung" der Christen sieht die Linzer KA-Präsidentin in der Angst, etwas falsch zu machen, oder im Zweifel an der eigenen Kompetenz. Mit den Worten "Warum soll ich mir das antun?" würden Christen oft das eigene Engagement im Kirchenleben ablehnen, erinnerte Hauft. Es brauche etwas Mut, um in einer Pfarrgemeinde etwas zu bewegen: "Wer sich einsetzt, setzt sich auch aus".
Hauft identifizierte in ihrem Vortrag drei Gruppen von Kirchenmitgliedern. Jene, die sich im Grunde wohl fühlen und Verbesserungsmöglichkeiten zwar sehen, aber als nicht so wichtig erachten. Eine zweite Gruppe, die der Kirche für die Zukunft zwar keine Chance mehr gibt, aber dennoch dabei ist. Und jene Christen, die sich, so Hauft, "beunruhigen lassen, weil sie sehen, was zu tun ist".
Katholische Aktion ruft zur Beteiligung an den Wahlen in OÖ auf
21.09.2009
Die Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich appelliert an alle
Wahlberechtigten bei den Landtags-, Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen
am 27. September 2009 von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.
"Die Beteiligung am politischen Geschehen zeugt von Verantwortung für
die Zukunft und das Wohl unseres Landes und der darin lebenden Menschen",
betont KA-Präsidentin Margit Hauft.
In einer lebendigen Demokratie sei es nicht nur ein Recht, sondern auch eine
Pflicht, Politik mitzugestalten und auf die Politikrichtung Einfluss zu nehmen.
Wichtig sei es, so Hauft, die Wahlprogramme der Parteien und besonders auch
die Wahlreden der einzelnen Politikerinnen und Politiker kritisch zu prüfen.
Wähler/innen sollten insbesondere darauf achten, ob die programmatischen
Aussagen gemeinwohlorientiert sind, ob sie eine Kultur des Miteinanders fördern,
ob sie nachhaltigen Kriterien genügen und den Interessen der nachfolgenden
Generationen verpflichtet sind. Dies kann zu unterschiedlichen Wahlentscheidungen
führen, auch bei Christinnen und Christen, die politische Forderungen
und Programme dahingehend überprüfen, inwieweit sie christlichen
Prinzipien standhalten.
Europa
und die Europäische Union
KA-Kolumne Margit Hauft, Präsidentin der Kath.
Aktion OÖ; kfb-Zeitung Mai 2009, Nr.4, 33. Jahrgang
"Europa und die Europäische Union - von innen blass,
von außen vieldeutig", so lautete der Titel einer Veranstaltung
an einer deutschen Universität.
Ist es vielleicht genau die Tatsache, fehlender bzw. kaum fassbarer Begründungen
und Symbole für unser vereintes Europa, dass laut einer Kurzumfrage bei
PassantInnen kaum jemand Interesse an den bevorstehenden Europawahlen bekundete?
Europa klang aus dem Mund der Befragten wie etwas sehr weit Entferntes, etwas
das einen kaum betrifft, das man halt hinnehmen muss und nicht wie ein gestaltbarer,
mitgestaltbarer Lebensraum von uns allen.
Dabei braucht das vereinte Europa mehr denn je unser Interesse. Machen wir
uns bewusst, was für die europäische Einigung gerade jetzt auf dem
Spiel steht und welche Hoffnung Europa weiterhin für die Sicherung von
Frieden und Gerechtigkeit weltweit darstellt. Fordern wir von den verschiedenen
politischen Gruppierungen für diese Wahlen eine wirklich europäische
Sichtweise ein, unterstützen wir diejenigen KandidatInnen, die im Europäischen
Parlament eine auf die Achtung der Menschenwürde begründete Politik
vertreten wollen, im Sinne eines solidarischen und großherzigen Europas.
Nur eine hohe Wahlbeteiligung verschafft den Abgeordneten die nötige
Schubkraft und Legitimation, um der Forderung nach mehr Mitbestimmung und
Demokratie auf Europaebene Nachdruck zu verleihen.
Zum Schluss bringe ich einen Satz meines verstorbenen Vaters: "Wer von
seinem Wahlrecht nicht Gebrauch macht, stärkt diejenigen, die man besser
nicht wählen sollte."
"Widerstand
gegen Rechtsextremismus ist Christenpflicht"
Unterstützung des Lichterzuges gegen Rechts am 30. April 2009
24.04.2009
Fremdenfeindlichkeit und Rassismus werden in Österreich in zunehmendem Maße öffentlich zur Schau getragen. Nicht nur rechtsextremistische Gewalttaten, sondern auch Ausgrenzung, Aufhetzung und Angstmache in der politischen Auseinandersetzung wirken sich auf die Umgangskultur und das soziale Miteinander aus. In dieser Situation sieht die Katholische Aktion (KA) Oberösterreich ein Gebot der Stunde und "Christenpflicht" darin, entschiedenen Widerstand gegen menschenverachtende Propaganda und demokratiefeindliche Strömungen zu leisten. "Politische Pluralität ist legitim und wichtig, sie stößt aber dort an eine absolute Grenze, wo die Menschenwürde verletzt und die Gleichheit der Menschen in Frage gestellt wird" stellt KA-Präsidentin Margit Hauft unmissverständlich fest. Deshalb sei es auch aus christlicher Überzeugung notwendig, gegen eine oft in neuem Gewand auftretende nationalsozialistische und rassistische Gedankenwelt klar Position zu beziehen. Durch eine Teilnahme beim "Lichterzug gegen Rechts" am 30. April 2009 biete sich eine Möglichkeit, ein deutliches Signal zu setzen.
Stellungnahmen der Vorsitzenden von einigen KA-Gliederungen:
Erika
Kirchweger
Vorsitzende der Kath. Frauenbewegung:
"Aufhetzung und Angstmache, wie sie von einigen Gruppen unserer Gesellschaft
praktiziert werden, sind für die Kath. Frauenbewegung in OÖ nicht
der richtige Weg zur Bewältigung von Zukunftsängsten. Wir lehnen
politische und gesellschaftliche Strömungen, die die Menschenrechte missachten
und demokratiefeindliche Ansichten verbreiten, entschieden ab und unterstützen
daher den Lichterzug gegen Rechts."
Dr.
Franz Gütlbauer
Diözesanobmann der Kath. Männerbewegung:
"Die Kath. Männerbewegung wendet sich entschieden gegen jegliche
ausländerfeindlichen Tendenzen in unserer Gesellschaft, insbesonders
gegen menschenverachtende Parolen in Wahlkämpfen und hetzerische Aufmärsche
von rechten Gruppierungen. Wir setzen uns ein für einen respektvollen
Umgang mit allen Menschen, ganz speziell mit denen, die unseren Schutz brauchen
- und das sind sehr oft MigrantInnen, Asylsuchende und Menschen, die aus anderen
Ländern zu uns kommen."
Herbert
Kuri
Vorsitzender der Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung:
Wenn purer Populismus vor demokratischer Meinungsbildung, wenn Angstmache
vor der Vielfalt der Kulturen oder wenn Entsolidarisierung vor gemeinschaftlichem
Miteinander zur politischen Haltung wird, müssen wir uns diesem gesellschaftlichen
Rechtsruck widersetzen. Deshalb begrüßt und unterstützt die
Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung die Aktion Lichter gegen Rechts.
Stefanie
Poxrucker
Vorsitzende der Kath. Jugend:
"Als Katholische Jugend beteiligen wir uns bei Lichter gegen Rechts!
Unser Glauben als junge Christen und Christinnen motiviert uns, ausgrenzenden
und lebensfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken. Darum setzen wir am 30.
April ein deutliches Zeichen für ein friedvolles, menschliches Miteinander."
Lukas
Baar
Vorsitzender der Kath. Jungschar:
"Für uns ist es selbstverständlich, mit unserer Unterstützung
ein Zeichen zu setzen, da wir uns tagtäglich dafür einsetzen, dass
ALLE Kinder wohl behütet in einer Welt groß werden können,
die auf gegenseitigem Respekt und Mitgefühl aufbaut, anstatt auf Abgrenzung
und Fremdenfeindlichkeit."
Zärtliche
FAIRsuchung
KA-Kolumne Bernhard Rudinger, Generalsekretär
der Kath. Aktion OÖ; ConAction! Nr. 97, Jahrgang 2009, Ausgabe 1
"La solidaridad es la ternura de los pueblos" - Die Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker. Mir gefällt dieser Spruch aus Mittel- und Südamerika, weil er auf sehr sympathische Weise ins Bewusstsein ruft, was für ein gutes Zusammenleben von Menschen wichtig ist: Der Blick über den eigenen Tellerrand, das Wahrnehmen der Sorgen und Nöte der Anderen, Sinn für Gerechtigkeit und - nicht zu vergessen - der Wille zum Teilen. Mit "la ternura" (Zärtlichkeit) ist gewiss auch Sensibilität und Einfühlungsvermögen gemeint sowie das Bewusstsein, dass wir Menschen Verantwortung füreinander tragen.
"Teilen macht stark", betont die Kath. Frauenbewegung beim Familienfasttag; "Sei so frei" lautet die Devise der Kath. Männerbewegung. Auch die Sternsinger der Kath. Jungschar, Jugendliche und Erwachsene, die die "Aktion Teilen" der Kath. Jugend mittragen oder den Solifonds der Kath. ArbeiterInnenbewegung unterstützen, setzen immer wieder aufs Neue ein Zeichen der Solidarität. An diesen Beispielen ist erkennbar: Die Gliederungen der Katholischen Aktion ergreifen Partei für die Menschen in den ärmeren Ländern, die nicht zuletzt durch die globale Wirtschaftsentwicklung immer stärker zu VerliererInnen werden.
Von Zeit zu Zeit mit einer Spende die Lebenssituationen von benachteiligten Menschen verbessern ist eine Sache, eine andere können wir tagtäglich vor dem Supermarktregal machen: Nachdenken, unter welchen Umständen die Produkte hergestellt werden und auf das FAIRTRADE-Gütesiegel achten. Damit erwerben wir nämlich nicht nur Lebensmittel von höchster Qualität, sondern haben auch die Gewissheit, dass deren ProduzentInnen in den sogenannten Entwicklungsländern ein angemessener und fairer Lohn für ihre Arbeit gezahlt wird. FAIRTRADE-Lebensmittel tragen entscheidend zur Existenzsicherung und zu menschenwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bei.
"Fairness" ist das Gebot der Stunde. Und es ist immer einen FAIRsuch wert, darüber nachzudenken, was jede und jeder von uns dazu beitragen kann
Menschenrechte"
bedeuten mehr als "überleben können"
KA-Kolumne Margit Hauft, Präsidentin der Kath.
Aktion OÖ ;
kfb-Zeitung, Feb. 2009 / Nr. 2 / 33. Jahrgang
60 Jahre Menschenrechte, ein Anlass zum Feiern, aber auch
zum Nachdenken, besonders darüber, wo es auch bei uns anzusetzen gilt,
was diese wichtigen Rechte und deren Verwirklichung betrifft.
Menschenrechte und Menschenwürde zielen nicht nur auf die Unversehrtheit
von Leib und Leben ab, sie umfassen auch die wichtigen Möglichkeiten
der Beteiligung am gesellschaftlichen Leben im Vollsinn des Wortes. Als unabdingbare
Grundlagen für diese Teilhabe sieht die KA besonders die in der Menschenrechtskonvention
wörtlich genannte "soziale Sicherheit".
Für die Erlangung eines Rechtes darf ich nicht auf Almosen angewiesen
sein, daher ist es äußerst notwendig, dass die neue Bundesregierung
weitere Schritte in Richtung einer Mindestsicherung setzt. Es ist menschenunwürdig,
wenn Arme und Armutsgefährdete als BittstellerInnen vorstellig werden
müssen, oder auf die Gnade von Ämtern oder die Unterstützung
von Hilfsorganisationen angewiesen sind. Anlässlich unserer Aktion Familienfasttag
fordern wir auch einmal mehr, dass unsere internationale Solidarität
auch endlich durch die Erfüllung der 0,7%-Quote für Entwicklungszusammenarbeit
zum Ausdruck kommt!
Neuer Linzer
Weihbischof: Kritik aus Politik und Kirche
1.2.2009
Die Ernennung des neuen Linzer Weihbischofs Gerhard M. Wagner
ist in Oberösterreich in politischen wie kirchlichen Kreisen auf Kritik
gestoßen. Der oberösterreichische
Landeshauptmann Josef Pühringer sprach in einem ORF-Interview davon,
dass Rom offensichtlich ein falsches Bild von der Kirche in Oberösterreich
habe.
Er wolle sich als Politiker in keine kirchlichen Angelegenheiten einmischen,
stellte Pühringer in dem Interview fest. Offensichtlich sei aber eine
Entscheidung getroffen worden, die nicht dem ursprünglichen Dreiervorschlag
entspricht. "Das deutet daraufhin, dass in Rom von der Diözese ein
Bild herrscht, das meines Erachtens nicht der Realität entspricht",
betonte Pühringer. Mit Pfarrer Gerhard M. Wagner sei ein "sehr konservativer
Geistlicher" als Weihbischof berufen worden.
Auch Generaldechant Franz Wild fürchtet, dass mit der Ernennung
des neuen Weihbischofs "schwierige Zeiten auf die Diözese Linz zukommen".
Gerhard Wagner müsse sich darüber klar sein, dass er "mit Extrempositionen
- wenn er sie vorgeben will - nichts Gutes auslöst".
Im Gespräch mit der "Oberösterreichischen Rundschau" sagte
Wild: "Ich bin erschüttert über diese Entscheidung. Es ist
verwunderlich, dass jemand, der in vielen Fragen eine extreme Position einnimmt,
für ein Amt berufen wird, das doch zusammenführen soll".
Der Sprecher des Priesterrates der Diözese Linz, Hans Padinger, meinte:
"Ich bin nicht sehr erfreut, da ich grundsätzlich den Eindruck habe,
dass hier die Kommunikationsbasis mit der Diözese nicht gesucht worden
ist".
"Nicht nur diözesane Verantwortungsträger, sondern auch der Großteil der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pfarren fühlen sich durch die Ernennung von Weihbischof Gerhard M. Wagner vor den Kopf gestoßen". Mit diesen Worten fasste die Präsidentin der Katholischen Aktion der Diözese Linz, Margit Hauft, die Stimmung in Oberösterreich zusammen. Viele Gläubige hätten sich einen Weihbischof gewünscht, der "die Zeichen der Zeit erkennt" und dies in seinem seelsorglichen Handeln spüren lässt. Gerhard M. Wagner habe dagegen in seinem bisherigen Wirken stark polarisiert und sich oftmals von den pastoralen Konzepten der Diözese Linz abgegrenzt. Sie wisse nicht, so Margit Hauft, welche Überlegungen für die Auswahl des Weihbischofs im Vatikan entscheidend waren. Tatsache sei jedenfalls, dass die Stimmen der Linzer Diözesanleitung nicht gehört wurden und diese wichtige Entscheidung ohne Mitsprachemöglichkeit der Kirche in Oberösterreich erfolgt sei. Es sei deshalb nicht verwunderlich, wenn engagierte Katholiken - Priester genauso wie Laien - in der aktuellen Entscheidung ein Signal dafür sehen, dass der Heilige Stuhl die Anliegen der Ortskirche zu wenig ernst nimmt.
(aus: kathpress, 1.2.2009)
"Land
der Menschen" - Obfrau Margit Hauft wiedergewählt
11.11.2008
Die Initiative "Land der Menschen" setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 dafür ein, dass Menschen, egal ob in- oder ausländischer Herkunft, Oberösterreich als Heimat erleben, die nicht von Angst und Fremdenfeindlichkeit, sondern von einem guten Miteinander geprägt ist. Bei der Hauptversammlung am 10. November 2008 wurde die Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich, Margit Hauft, erneut zur Vereinsobfrau für die nächsten beiden Jahre gewählt. Als Stv. Obmänner engagieren sich künftig Dr. Erich Gumplmaier (ÖGB), Mag. Gerhard Reischl (Caritas), Prof. Dr. Josef Weidenholzer (Volkshilfe) und Mümtaz Karakurt (Verein Migrare). Gemeinsam mit den weiteren gewählten Vorstandsmitgliedern aus den unterschiedlichsten Institutionen (u.a. Land Oberösterreich, Rotes Kreuz, Kinderfreunde, OÖ. Hilfswerk etc.) sollen weiterhin Projekte umgesetzt werden, die zu einem besseren gegenseitigen Verständnis von In- und AusländerInnen führen.
Im vergangenen Jahr hat "Land der Menschen" im Besonderen auf die Schicksale von gut integrierten AsylwerberInnen hingewiesen und Forderungen für eine entsprechende Bleiberechtsregelung aufgestellt. Seitens des Vereines werde dieses Thema weiter verfolgt, so die gemeinsame überparteiliche Stimme von Land der Menschen.
Rückfragen bei:
Bernhard Rudinger (Schriftführer, Land der Menschen)
Tel: 0732 / 7610 3411; Mobil: 0676 / 8776 3415
E-Mail: bernhard.rudinger@dioezese-linz.at
Stellungnahme
des Diözesanvorstandes der Kath. Aktion OÖ im Gedenken an den 70.
Jahrestag der Reichspogromnacht
3.10.2008
Die schrecklichen Ereignisse in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, als Menschen in ihrem nationalsozialistischen Wahn über jüdische MitbürgerInnen herfielen und Synagogen und Geschäfte zerstörten, sind und bleiben eine Mahnung an Kirche und Gesellschaft, aus der Geschichte zu lernen.
Im Gedenken an das Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung darf nicht übersehen werden, dass es auch heute noch verschiedenste Formen von Antisemitismus, Intoleranz und Menschenfeindlichkeit gibt. Sündenbock-Theorien und religiöse Vorurteile sowie eine zunehmende Gewaltbereitschaft gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Grundlegend für jede Gemeinschaft ist die gegenseitige
Achtung und Wertschätzung.
Diese selbstverständlichen Gebote für menschliches Zusammenleben
wurden im Nationalsozialismus außer Kraft gesetzt. Heute liegt es an
uns, uns verstärkt auf ein friedliches Miteinander zu besinnen.
Als ChristInnen wollen wir uns auch bewusst ins Gedächtnis rufen, dass unser christlicher Glaube aus der jüdischen Tradition wurzelt. Vor diesem Hintergrund wird die Katholische Aktion Oberösterreich u. a. mit einem Gottesdienst am 9. November 2008 in der Linzer Pfarre Marcel Callo unter dem Motto Wir gehören zum selben Baum an den 70. Jahrestag des Novemberpogroms erinnern.
Kath.
Frauenbewegung OÖ: Bestürzung über geringen Frauenanteil im
Parlament
21.10.2008
Mit großem Bedauern reagiert Erika Kirchweger, die Vorsitzende der Kath. Frauenbewegung OÖ, auf die Bekanntgabe des Geschlechterverhältnisses im künftigen Nationalrat. Mit voraussichtlich 51 von 183 Abgeordneten werden die Frauen nur mehr rund 27 % der Mandate innehaben. "Das ist ein gewaltiger Rückschritt für die Mitbestimmung von Frauen in der Politik", stellt Kirchweger fest. Die Katholische Frauenbewegung tritt dafür ein, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse so gestaltet werden, dass Frauen und Männer an allen Lebensbereichen gleichberechtigt teilhaben. "Frauen bilden mit 52 % die Mehrheit der Wähler. Das sollte sich auch in der Verteilung der Sitze im Parlament widerspiegeln", fordert Kirchweger und ruft die Parteien dazu auf, ihre selbst festgelegten Frauenquoten auch ernst zu nehmen und umzusetzen.
Die Katholische Frauenbewegung versteht sich als Gemeinschaft, die Frauen befähigt, ihren Anliegen und Interessen Gehör zu verschaffen und sich aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen. Sie ermutigt Frauen, Funktionen in Interessensvertretungen und politischen Organisationen zu übernehmen.
Kontakt:
Erika Kirchweger
0676/8776 3443
www.dioezese-linz.at/kfb
Kath. Aktion OÖ fordert eine "menschenwürdige
Bleiberechtsregelung"
10.10.2008
Der Diözesanvorstand der Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich
kritisiert die derzeitige österreichische Regelung, wonach der/die jeweilige
InnenministerIn alleine darüber befinden kann, ob Menschen aus humanitären
Gründen in Österreich bleiben dürfen oder nicht. Das Fremdenrecht
müsse dringend geändert werden, betonen die diözesanen Verantwortlichen
der KA-Gliederungen übereinstimmend und schließen sich damit den
entsprechenden Forderungen von verschiedenen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen
Organisationen anlässlich des Tags des Bleiberechts am 10. Oktober an.
In einem Rechtsstaat dürfe es nicht passieren, dass Menschen, die gut
integriert sind und seit Jahren in Österreich ihre Heimat haben, vor
der Abschiebung stehen, weil sich ihre Asylverfahren schon über mehrere
Jahre hinziehen oder weil Behörden-Formalitäten nicht erfüllt
wurden, mahnt KA-Präsidentin Margit Hauft. Es sei höchst an der
Zeit, auf politischer Ebene dafür zu sorgen, dass Aufenthaltsgenehmigungen
künftig nach nachvollziehbaren, menschenrechtskonformen Kriterien gewährt
werden.
Die Katholische Aktion Oberösterreich unterstützt die Aktion "Sesselmeer"
in Linz am 10. Oktober 2008, um auf die Notwendigkeit einer menschenwürdigen
Bleiberechtsregelung hinzuweisen.
Kath. Aktion
bestürzt über Grabschändungen am islamischen Friedhof in Traun
30.09.2008
Fassungslos und bestürzt zeigt sich die oberösterreichische KA-Präsidentin Margit Hauft angesichts der jüngsten Grabschändungen am islamischen Friedhof in Traun. Sie verurteile den Vandalenakt aufs Schärfste, so Hauft, und hoffe auf eine rasche Aufklärung des Anschlages. Auch als Obfrau von "Land der Menschen" sei sie tief betroffen über derartige Auswüchse von Intoleranz und Menschenfeindlichkeit.
Mit einem Verweis darauf, dass das Zusammenleben mit Muslimen überall in unserem Land zur Alltagsrealiät gehört, ruft die oberösterreichische KA-Präsidentin angesichts der entsetzlichen Vorkommnisse in Traun erneut zu mehr Besonnenheit und Respekt auf, besonders auch in der politischen Auseinandersetzung: "Das geistige und soziale Klima in Österreich darf nicht durch einseitige Parolen geprägt werden!" Der Aufbau von Feindbildern vergifte die politische Atmosphäre und gefährde darüber hinaus den Frieden in unserem Land, betont Hauft. Die Katholische Aktion werde deshalb nicht müde werden, ihre Stimme zu erheben, gegen jede Art von Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit, gegen jede pauschale Verdächtigung und gegen jedes verhetzende Wort über Menschen anderer politischer, religiöser und sozialer Herkunft.
Sicherheit oder
Freiheit
KA-Kolumne von DI Bernhard Steiner, Vizepräsident
der Kath. Aktion OÖ, KAB-Zeitung Nr. 215, Sept. 2008
Als ich in Wien studierte, hatte ich die Gelegenheit, die unterschiedlichen Kulturen der Mensen zu Mittag zu vergleichen. Während es in der Mensa der Technischen Universität der Brauch war zuerst das Essen zu holen und sich dann einen Platz zu suchen, war das in der Mensa der Wirtschaftsuniversität genau umgekehrt: Ich sichere mir zuerst den Platz und dann erst stelle ich mich für das Essen an. So war dort das Platzangebot immer eher knapp, wenn es auch viele freie, aber besetzte Plätze gab.
Mein individuelles Bedürfnis nach Sicherheit geht oft auf Kosten der
Freiheit der anderen oder auch von mir selbst. Wir erleben wachsende Unsicherheit
um die Zukunft: Werde ich eine Arbeit finden? Werde ich genug Geld zum Leben
haben? Werden meine Beziehungen dauerhaft sein? Wie wird sich die Umweltsituation
entwickeln? Diese Ängste fördern das Bedürfnis nach immer größerer
Sicherheit.
Wir brauchen eine gemeinsame Basissicherheit, aus der wir erst unser Leben
gestalten können. Die Erfahrung der Geborgenheit in einer Gemeinschaft
(Familie) aber auch die Geborgenheit im Glauben können diese Grundsicherheit
geben. Wäre die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens
nicht auch so ein Schritt, eine Grundsicherheit zu geben, die uns davor bewahrt
auf Kosten der Freiheit von anderen und von uns selbst unser Leben gegen alles
Mögliche absichern zu müssen?
Einkommen
zum Auskommen - Gerechte Verteilung der Güter - Gutes Leben für
alle ...
KA-Kolumne von Margit Hauft, Präsidentin der Kath. Aktion OÖ,
KAB-Zeitung Nr. 212, Juni 2008
Vertraute Klänge in den Ohren Engagierter, machnmal als gebetsmühlenartig empfunden: "Schon wieder die alte Leier!" Leider sind sie aber nicht überholt, diese Schlagworte bekommen fast täglich neue, traurige Aktualität: Als eine Bekannte neulich in ihrer dritten Volksschulkasse fragte, was für einen Beruf die Kinder gerne haben möchten, sagte einen Neunjährige: "Ich möchte unbedingt EINEN Beruf, aber einen mit einem richtigen Namen." Und auf die Nachfrage der Lehrerin kam die Erklärung: "Mama geht in drei Firmen arbeiten, sie tut ganz viel, aber sie hat keinen Beruf."
Was gehen kindliche Wünsche dieser Art uns alle an? Sind sie einfach weiter zu geben an die Firmeninhaber, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen mögen, an die, deren Job es ist, für gute Jobs zu sorgen, oder sind nicht auch immer und immer wieder wir als Christen und Christinnen gefragt?
"Der eine lebt vom anderen, für sich kann keiner sein." Jesus hat Menschen Mut gemacht, zusammen zu halten, füreinander da zu sein. Nächstenliebe hat sich heute auch im gesellschaftlichen Engagement zu bewähren.
Das ist kein Sonntagsspaziergang, es kostet immer wieder unheimlich viel Kraft Flagge zu zeigen. Aber wir kämpfen nicht auf verlorenem Posten, Gott beruft uns täglich neu, das Gute Leben für alle zu verkünden. Dafür zeigen wir Flagge - gelegen oder ungelegen.
"Das Miteinander
stärken! - Kein Weg zurück!"
Presseinformation 16.5.2008
Das II. Vatikanum hat die Bedeutung der Ortskirchen betont. In diesem Sinne wurde in der Diözese Linz in den letzten Jahrzehnten sehr verantwortungsvoll nach Wegen gesucht, wie die Seelsorge auch unter den geänderten gesellschaftlichen Bedingungen gut gestaltet werden kann. Lebendige Pfarrgemeinden und viele aktive Gruppen zeugen heute davon.
Das gewachsene Miteinander von Priestern und Laien auf allen
Ebenen hat sich bewährt. Es gewinnt angesichts sinkender Priesterzahlen
und der damit verbundenen spürbaren Überforderung aller in der Seelsorge
Tätigen sogar noch an Bedeutung.
Die verschiedenen Pfarrleitungsmodelle, zu denen sich Bischof Ludwig Schwarz
bei seinem Amtsantritt ausdrücklich bekannt hat, sind eine gute Antwort
auf die pastoralen Herausforderungen, weil sie die Mitverantwortung aller
Gläubigen betonen.
Die aktuelle diözesane Situation erfüllt die Mitglieder der Konferenz der Katholischen Aktion OÖ mit großer Sorge. Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass der bisherige Weg verlassen wird, auf dem die Bedürfnisse und der Glaubenssinn der Menschen im Volk Gottes eine besondere Wichtigkeit haben.
Die Konferenz der Katholischen Aktion OÖ plädiert einmal mehr für die Fortsetzung eines zukunftsträchtigen und von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Weges.
Kath.
Aktion OÖ sieht "Chance für Europa" im EU-Reformvertrag
Presseinformation 7.4.2008
"Die Bedeutung der europäischen Einigung für die künftigen Herausforderungen auf unserem Kontinent muss gerade jetzt, wo Vorbehalte gegen den EU-Reformvertag im Ruf nach einer Volksabstimmung geäußert werden, verstärkt betont werden" sagt Margit Hauft, die Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich. Die Ratifizierung des EU-Reformvertrages durch das österreichische Parlament müsse zum Beginn einer noch intensiveren Information der Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile dieses Vertragswerkes werden, so Hauft.
Die Angst vor einem Souveränitätsverlust sei insofern unbegründet, als der EU-Reformvertrag die Mitwirkungs- und Kontrollrechte der Mitgliedsstaaten, ihrer Parlamente und Bürger/innen stärkt, betont Hauft. Den Menschen in unserem Land sei es sehr wichtig, dass etwa die Neutralität Österreichs nicht gefährdet ist, was aufgrund von Vertragbestimmungen, wonach es keine Verpflichtung zur Teilnahme an einer militärischen Aktion gibt, gewährleistet sei. Auch bei der Beistandsgarantie bleibe es den neutralen und bündnisfreien Mitgliedstaaten, wie Österreich, vorbehalten, über Art und Umfang einer allfälligen Hilfsleistung zu entscheiden.
Die oberösterreichische KA-Präsidentin begrüßt im Reformvertrag die ausdrückliche Betonung der Sozialpartnerschaft in ihrer Funktion an der Schnittstelle zwischen europäischer Politik und Zivilgesellschaft sowie die Klarstellung, dass öffentliche Dienstleistungen - unabhängig von wirtschaftlichem Interesse - in die Zuständigkeit der nationalen bzw. regionalen oder lokalen Behörden fallen. Deshalb könne sie die von einigen wenigen Seiten geäußerte Befürchtung vor einem "Europäischen Superstaat" nicht teilen, so Hauft, "weil die Selbstverwaltung der Regionen und der Gemeinden im Vertrag ausdrücklich anerkannt wird".
Hauft gibt sich überzeugt, dass der EU-Reformvertrag auch die Demokratie und den Grundrechtsschutz stärkt, insbesondere durch den Ausbau der Rolle des Europäischen Parlaments und die vorgesehene direkte Einbindung der nationalen Parlamente am europäischen Gesetzgebungsprozess. Einen Meilenstein in der europäischen Geschichte sieht Hauft in der Tatsache, dass mit dem europäischen Volksbegehren erstmals ein Element der direkten Demokratie auf europäischer Ebene eingeführt wird.
Parlamentarischen
BürgerInnen-Initiative der Aktion Leben
4.01.2008, Stellungnahme von Margit Hauft

Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Oberösterreich, mit Enkel Jonas, Doris Schulz, Vorsitzende der aktion
leben oberösterreich
Die Einführung der Straffreiheit für eine Abtreibung in den ersten drei Monaten - die "Fristenregelung" - vor mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten entbindet den Staat entsprechend der Bundesverfassung nicht von seiner primären Verpflichtung zum Schutz des menschlichen Lebens. Die damals versprochenen flankierenden Maßnahmen wurden allerdings nur ansatzweise und nur teilweise umgesetzt, vieles gilt es noch gesetzlich zu verankern und finanziell abzusichern. Die Katholische Aktion stellt sich deshalb hinter den Forderungskatalog der Aktion Leben zum Schutz ungeborenen Lebens und um Mütter in schwierigen Situationen nicht allein zu lassen.
In Ergänzung bzw. Konkretisierung der in den Unterschriftenlisten
der Aktion Leben angeführten Maßnahmen fordert die Katholische
Aktion:
• Verpflichtung des Arztes/der Ärztin, nach der medizinischen Beratung
auf psychosoziale Beratungsmöglichkeiten (Familienberatungsstellen -
kostenlos, anonym) hinzuweisen - ausdrücklich und durch Aushändigung
einer Broschüre.
• Trennung von Beratung und Durchführung der Abtreibung: Der/die
medizinisch beratende Arzt/Ärztin darf nicht der/die durchführende
Arzt/Ärztin sein.
• Verpflichtende mindestens dreitägige Nachdenkpause nach der Beratung.
• Ausbau von Familienberatungsstellen mit dem Schwerpunkt Schwangerenberatung.
• Väter und Mütter stehen von Anfang an in gemeinsamer Verantwortung.
Das erfordert eine stärkere Einbeziehung der Väter und entsprechende
Information für männliche Jugendliche:
• Psychosoziale Beratung vor, während und nach der pränatalen
Diagnose.
• Keine Spätabtreibungen aufgrund eugenischer Indikation (Verdacht
auf oder Diagnose von Behinderung).
• Regelmäßige, wissenschaftliche fundierte Forschung über
Motive und Umstände, die Frauen zu Schwangerschaftsabbrüchen führen,
um gezielte Hilfsangebote entwickeln zu können.
Parlamentarische Bürgerinitiative als pdf (zum Download)
Katholische Aktion OÖ
dankt Pfarrer Friedl
11. Oktober 2007
"Es ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der Kirche, die Sorgen und Nöte der Menschen zu erkennen und entsprechend zu handeln" stellt Margit Hauft, die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) Oberösterreich klar. Seitens der KA werde deshalb das Engagement von Pfarrer Josef Friedl für Arigona Zogaj begrüßt. Pfarrer Friedl setze ein Zeichen von Menschlichkeit, das Anerkennung verdient, so die oberösterreichische KA-Präsidentin.
Nicht Paragraphen, sondern menschliches Gespür in Notsituationen seien jetzt gefragt, um eine gute Lösung für die Familie Zogaj und ähnlich betroffene Familien zu finden. Wenn die seitens der Politik immer wieder erhobene Forderung nach Integration ernst gemeint sei, müsse das Eintreten so vieler Menschen für eine von der Abschiebung bedrohte Familie auch als Beweis für das gute Zusammenleben gesehen und gewertet werden.
Beeindruckt vom Einsatz seines "Amtskollegen" zeigt sich auch der Geistliche Assistent der KA, Pfarrer Christian Öhler. Friedl mache mit seinem Eintreten für die Flüchtlingsfamilie deutlich, was Zivilcourage in einer schwierigen Situation heißt, so Öhler.
Katholische Aktion fordert
rasche Korrekturen beim Fremdenrecht
2. Oktober 2007
Für eine rasche Korrektur des österreichischen Fremdenrechtes tritt die Katholische Aktion (KA) Oberösterreich ein. Nach dem jüngsten traurigen Anlassfall in Frankenburg dürfe nicht wieder zur Tagesordnung übergegangen und weiter ständig an Einzellösungen gearbeitet werden, betont KA-Präsidentin Margit Hauft. "Wir fordern eine Lösung, die unserem Rechtsstaat, der auf Menschlichkeit aufgebaut ist, entspricht", so Hauft.
Die bereits erfolgte Empfehlung des unabhängigen Menschenrechtsbeirates im Innenministerium nach einer Korrektur des Fremdenrechtes darf seitens der Politik nicht länger ignoriert werden, lautet eine unmissverständliche Forderung der KA. In Kenntnis der zahlreiche Probleme und Härtefälle müsse nun endlich an einer umfassenden Gesetzeslösung gearbeitet werden, die insbesondere die "faktische Integration" von Menschen, die schon viele Jahre in Österreich leben, stärker berücksichtigt.
Ein "deutliches Zeichen von Mitmenschlichkeit und sozialem Zusammenhalt" sieht Margit Hauft darin, wenn - so wie in einer Reihe von bekannten und dokumentierten Fällen - viele Leute in einem Ort hinter einer von Abschiebung bedrohten Familie stehen. Damit werde einmal mehr die Notwendigkeit einer vorurteilsfreien Diskussion über ein Bleiberecht für Langzeitintegrierte sichtbar.
vonWegen
KA-Kolumne von Dipl.-Päd. Ursula Steiner, Vizepräsidentin
der KA-OÖ; ConAction Nr. 72, Ausgabe II
"Gehen wir noch eine Runde?" Diese Fragen stellen
mein Mann oder ich manchmal in den Raum. Und meistens gehen wir dann los.
Meine Wege rund um die Stadt - eine Pause im Alltag - die Spannkraft des Körpers
spüren - Ent-Spannung für die Seele.
Feste Schritte - fortschreitend - damit ich mich bewege, mich spüre -
meinen Atem - meinen Körper - mich selbst.
Im bewussten Gehen lasse ich immer auch etwas los: das, was, ich in dieser
Zeit sonst noch alles tun, erledigen könnte.
Die Erfahrung des meditativen Gehens: ganz in meinen Füßen sein
- Bodenhaftung spüren - "Es geht" - mit jedem Schritt - vorwärts
- der Weg ergibt sich von selbst.
In all den verschiedenen Formen des Gehens liegt die Gewissheit, dass ich
unterwegs bin zu einem Ziel: Das Ziel ist manchmal, den Prozess des Gehens
einzuleiten - es zu tun. Manchmal ist das Ziel ein Ort, eine Erfahrung, die
plötzlich da ist. Gedanken entfalten sich und zeigen Problemlösungen
auf. Das Gehen mit anderen Menschen schafft Vertrautheit - Gespräche
bringen Klarheit - Stille redet - Schweigen ist belebt.
Der Weg der Kirche durch die Geschichte ist immer schon der Weg des wandernden
Gottesvolkes - begleitet von der mütterlich-väterlichen Gegenwart
Gottes. Die Geistkraft Gottes fordert auf zum Aufbrechen, zeigt neue Wege
auf - mit der Verheißung eines Ziels für die ganze Menschheit:
Reich Gottes - hier und jetzt.
Mein Wunsch - auch für den Weg der Kirche:
mit festem Schritt in Bewegung sein, auf die Bodenhaftung - das konkrete Leben
- achten, alle zum Mitgehen ermutigen: Frauen, Männer, Jugendliche, Kinder
- angetrieben von der Sehnsucht nach einem guten Leben für alle - im
Bewusstsein, dass wir begleitet sind vom Mit-Gehen Gottes und vieler Menschen.
Ein Impuls zum Hören von Mag. Christian Öhler, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ ...
Ein Impuls zum Hören von Mag. Christian Öhler, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ ...
Das Leben ermöglichen
KA-Kolumne von Mag. Christian Öhler, Geistl.
Assistent der KA OÖ, KAB-Zeitung Nr. 201, März 2007
Die politisch linke Seite stellt den Kapitalismus längst nicht mehr grundsätzlich in Frage, will ihn nur noch sozial abfedern. Wirtschaftliches Wachstum und Erwerbsarbeit um jeden Preis erscheinen als geeignete Voraussetzungen dafür, bleiben aber der kapitalistischen Logik verpflichtet. Dagegen ist es die Vision einer Gesellschaft mit Grundeinkommen, in Freiheit tätig sein zu können. Die KA tritt dafür ein und bezieht sich dabei auf ein im Mai 2006 erschienenes Positionspapier, in dem es heißt: frei zwischen Erwerbsarbeit und anderer Arbeit kombinieren zu können das entspricht unserem Menschen- und Gesellschaftsbild. (vgl. www.grundeinkommen.at). Dies würde auch den vielen Arbeiten eine Chance auf Anerkennung geben, die über den Markt nicht zufriedenstellend organisiert werden können wie Pflege, Kinderbetreuung oder Engagement in sozialen Organisationen.
Im Matthäusevangelium finden wir das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16). Ein Weinbergbesitzer braucht Leute. Er geht aufs Arbeitsamt, das ist der Marktplatz. Er stellt welche ein und vereinbart den Lohn. Zu verschiedenen Stunden des Tages macht er es ebenso. Am Abend bei der Auszahlung gibt es einen Wirbel. Die von der Frühe protestieren, weil sie auch nur das bekommen, was sie zum Leben brauchen, einen Denar. Sie protestieren, das sei ungerecht. Jesus aber meint: gerecht ist das, was allen das Leben, nämlich einen Denar ermöglicht. Das sollte auch unser Ziel sein: eine soziale Ordnung, die in dem Sinn gerecht ist, dass sie die Chance aller Menschen, am Leben der Gemeinschaft teil zu haben, materiell absichert.
Zudem ist gegen die Verdächtigung der Freiheit der biblische Gott des Exodus in Erinnerung zu rufen. Auf dem Weg in die Freiheit gibt Gott seinem Volk die zehn Gebote. Sie sind so angelegt, dass dem in die Freiheit geführten Menschen zugetraut wird, sich und allen anderen die Freiheit zu bewahren, indem er sozialverträglich handelt.
Christian Öhler
Gerechtigkeit weltweit
KA-Kolumne von DI Bernhard Steiner; ConAction, 1/2007
Nr. 68
Im Ökumenischen Sozialwort steht das Kapitel, das sich mit der Globalisierung befasst, unter dem Titel "Gerechtigkeit weltweit". Gerechtigkeit ist der Schlüssel in der Frage, wie wir Globalisierung menschlich gestalten können. Es ist ein zentraler Begriff in der jüdisch/christlichen Tradition. Eine Suchabfrage in der Bibel fand 275 Stellen mit diesem Begriff gegenüber 273 Stellen zum Begriff "Liebe" und nur 82 zum Begriff "Glaube". Wenn internationale Beziehungen immer noch nach dem Recht des Stärkeren organisiert sind, steht der Einsatz für gerechtere Strukturen im Zentrum der Entwicklungszusammenarbeit in den Gliederungen der KA.
Bernhard Steiner
Ein Impuls zum Hören von Mag. Christian Öhler, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ ...
fasten your seatbelt
4.03.2007
Ein Impuls zum Hören von Mag. Christian Öhler, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion OÖ ...
Studiengebühren
KA-Kolumne von Margit Hauft; kfb-Zeitung Februar 2007
/ Nr. 2
In Österreich haben "mühsam gebastelte Kompromisslösungen
Tradition" stellte die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" nach
der Regierungsbildung in unserem Land zum Jahresbeginn 2007 mit Bezug auf
die Studiengebühren-Einigung fest.
Die hier angesprochene Mühe der VerhandlungspartnerInnen wurde allerdings,
wen wundert`s, von Studierenden nicht gerade mit großer Zustimmung belohnt.
60 Stunden Semester soll ein Studienplatz bald kosten, wenn die Regierungsvereinbarung
wie geplant umgesetzt wird.
Interessant ist, dass sich in den letzten Wochen herausgestellt hat, dass
sehr viele Studentinnen und Studenten schon jetzt freiwillig und überwiegend
unentgeltlich in verschiedenen gesellschaftlich relevanten Bereichen tätig
sind, oftmals in größerem Ausmaß als von der Politik im Zusammenhang
mit Studiengebühren gefordert. Was lässt sich daraus folgern: Ehrenamtliche
Arbeit funktioniert nicht erst nach Anordnung (vielleicht sogar gerade dann
nicht!), sondern aus innerer Überzeugung und dem Willen, sich mit den
eigenen Fähigkeiten für die Gemeinschaft einzusetzen. Die öffentliche
Debatte ist so gesehen auch ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung in diese Richtung.
Margit Hauft
Mir reicht`s!
KA-Kolumne von Bernhard Rudinger; KAB-Zeitung
Dezember 2006, Nr. 199
Mit diesen Worten hat unlängst jemand schriftlich seinem Protest Ausdruck verliehen. Der Grund dafür stand auch im Brief: Die Aussagen der Führungskräfte "ärgern mich seit langem". Aus den folglich angeführten Erläuterungen geht hervor, dass es vor allem der Einsatz für ärmere, gesellschaftlich benachteiligte Gruppen und ein Nachdenken über Grundsicherungsmodelle war, die für Unmut beim besagten Schreiber gesorgt haben. Sein Protest richtete sich in diesem Fall gegen die Katholische Aktion Oberösterreich.
Wer sich einsetzt, setzt sich aus. Alle, die sich für bestimmte Anliegen stark machen, müssen damit rechnen, Kritik von Menschen zu ernten, deren Interessen diesen Anliegen zuwiderlaufen. Nichts anderes ist im zuvor geschilderten Fall passiert. Während sich die Einen - sei es aus christlicher Nächstenliebe oder aus einer allgemeinen solidarischen Haltung gegenüber Benachteiligten - über das Engagement der KA in einer bestimmten Sache freuen, starten andere lautstark zu einem "Gegenangriff".
Jede Mitgliederbewegung lebt von ihren Mitgliedern. Allerdings antworten nicht alle Mitglieder auf dieselben Fragen in gleicher Weise, zu unterschiedlich sind die einzelnen Lebensentwürfe, Wertvorstellungen und Erfahrungshintergründe. Der einzige Weg, mit diesem "Dilemma" umzugehen, besteht darin, sich immer neu auf das eigene Fundament zu besinnen. Das gilt auch für die KA: Was bedeutet Handeln im Sinne des Evangeliums? Was sagt die Katholische Soziallehre dazu? Jede Rückmeldung ist somit eine Chance, sich dieses Fundament in Erinnerung zu rufen: Ja, als KA wollen wir Partei für die Armen ergreifen, eine Auseinandersetzung mit bestimmten Themen fördern und mögliche Lösungsansätze zur Sprache bringen. Dies geschieht als konstruktiver Diskussionsbeitrag, nicht um jemanden zu ärgern
Bernhard Rudinger
Wortmeldungen
KA-Kolumne von Bernhard Rudinger; ConAction! Nr. 65,
Ausgabe IV/06.
Wer sich nicht zu Wort meldet, wird kaum wahrgenommen.
Wer kaum wahrgenommen wird, hat wenig Mitgestaltungsmöglichkeit.
Wer wenig Mitgestaltungsmöglichkeit hat, kann seine Interessen nicht
ausreichend vertreten.
Wer seine Interessen nicht selber vertreten kann, ist auf das Wohlwollen anderer
angewiesen.
Wer sich Gehör verschaffen will, muss sich also zu Wort melden!
So einfach ist das - oder doch nicht? Wollen wir, dass sich Jugendliche zu Wort melden? Will die Kirche, die Politik, die Wirtschaft oder die Gesellschaft insgesamt, dass Jugendliche aus ihrer Sicht Vorgänge beurteilen, Forderungen stellen und ihre Anliegen lautstark vertreten? Nicht wenige Erwachsene zerbrechen sich darüber den Kopf, ob oder wie weit die Mitbestimmung durch Jugendliche gehen kann oder gehen darf. Die regelmäßigen Debatten, ob beispielsweise eine Senkung des Wahlalters das Interesse der Jugendlichen an der politischen Mitbestimmung erhöhen würde oder nicht, bezeugen dies am besten.
Kirchliche Jugendarbeit hat jedenfalls zweifelsohne die Aufgabe, junge Menschen darin zu unterstützen, ihr Leben zur Sprache zu bringen und eigene Anliegen zu formulieren. Genau aus diesem Grund appelliert auch die Katholische Aktion, im Hinblick auf die bevorstehenden Pfarrgemeinderatswahlen, Jugendliche gezielt zur Mitsprache und Mitentscheidung im PGR einzuladen. Denn: Wer sich nicht zu Wort meldet, wird kaum wahrgenommen.
Bernhard Rudinger
"Frauen
sollen öfter mal den Mund halten!"
KA-Kolumne von Margit Hauft; kfb-Zeitung Oktober 2006
/ Nr. 9 / 30. Jahrgang zum Buch von Eva Herman "Das Eva-Prinzip - für
eine neue Weiblichkeit"
"Frauen sollen öfter mal den Mund halten!"
Dieser Maulkorberlass kommt nicht etwa von Männern, die um ihre Vormachtstellung
besorgt sind, nein, eine Frau sorgt damit für Gesprächsstoff, noch
dazu eine, die sich selber nie den Mund verbieten ließe und deren Lebensstil
auch ganz anders aussieht als der, den sie in ihrem Buch "Das Eva-Prinzip"
den Geschlechtsgenossinnen ans Herz legt!
Das Bedenkliche daran sind allerdings nicht solche Einzelaussagen, sondern
die Tatsache, dass hier verschiedene weibliche Lebensmuster, die ihre Berechtigung
haben und jeweils die Chance auf ein geglücktes Leben in sich tragen,
gegeneinander ausgespielt werden. Glaubten wir das nicht schon überwunden?
Als begeisterte Mutter und Großmutter finde ich es auch schade, dass
ausschließlich das Mutterwerden als wertvoll betont wird, die Väter
aber nur außerhäusliche Aufgaben haben, und es wundert mich, dass
eine Frau, die selber einige Scheidungen hinter sich hat, das Scheitern von
Beziehungen und die damit verbundenen existenziellen Notlagen nicht in ihre
Gedankengänge einbezieht.
Wer soll nun etwas davon haben, wenn Eva Herman weibliche Lebensgestaltungen
einmal mehr in "richtig" und "falsch" einteilt? Wir Frauen
selber? Die Männer? Oder doch vielleicht nur das Bankkonto der Autorin,
denn die erste Auflage verkaufte sich wie die sprichwörtlichen "warmen
Semmeln".
Gedenkfeier anlässlich
der Befreiung des KZ Mauthausen Rede von Margit
Hauft, Präsidentin der Kath. Aktion OÖ
Sonntag, 7. Mai 2006
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Jugend!
Jedes Jahr finden in Mauthausen und an verschiedenen anderen
Orten Veranstaltungen wie diese statt. Begrüßt und für wichtig
empfunden von den einen, unbeachtet von anderen, und auch abgelehnt von nicht
wenigen oder zumindest für entbehrlich erachtet, nach dem Motto: "Warum
die alten Dinge immer wieder aufwärmen?"
Gerade dieser Ansicht möchte ich eine Satz entgegenhalten, der meines
Erachtens dem Menschsein mehr entspricht: "Zukunft braucht Vergangenheit!"
Und zwar nicht im Sinn der Orientierung nach hinten, der ewigen Gestrigkeit,
sondern Vergangenheit als unleugbare Wurzelzeit jeder und jedes einzelnen
und als Lehrmeisterin, als Mahnerin, Geschehenes nie nur als Kind der jeweiligen
Zeit zu betrachten.
Gerade die schrecklichen Ereignisse, deren wir heute gedenken, sind wir immer
wieder versucht als etwas abzutun, was eben "damals" aus dem Zusammenwirken
verschiedener unseliger Umstände geschehen ist, was daher heute nicht
mehr passieren könnte, heute in unserer so ganz anderen, modernen Zeit.
Soll Vergangenheit aber Boden und Chance für Zukunft sein, braucht es
unsererseits einen Umgang mit ihr, der klärend ist, offen und voller
Bereitschaft Vergleiche zu ziehen mit der Gegenwart, Zeiterscheinungen aufzudecken
und ihnen nachzuspüren, die die Gefahr in sich bergen, Haltungen zu fördern,
die damals mitverantwortlich waren für die menschenverachtenden Ereignisse.
Eine dieser Haltungen möchte ich nennen, lassen Sie es mich mit einem
Wort von Eli Wiesel tun: " Wenn es ein Wort gibt, das ich Ihnen einwurzeln
möchte, dann ist es die Gleichgültigkeit, Gleichgültigkeit
ist ein Übel. Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist
Gleichgültigkeit. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sondern Gleichgültigkeit!"
Wie klingt das in unseren Ohren? Hört Gleichgültigkeit sich nicht
harmloser an als Hass, wie eine vernachlässigbare Größe?...und
doch...War es nicht gerade die Gleichgültigkeit der Menschen am Leben,
am Schicksal des jeweils anderen, die im Verlauf der Geschichte eine Aneinanderreihung
von Ungeheuerlichkeiten erst möglich machte? Das Wegschauen, das Nicht
- wahrhaben - wollen....?
Aber wir wollen nicht urteilen über die, die damals nichts bemerkt haben,
bleiben wir bei uns selber, indem wir uns einige Fragen stellen:
Wie weit bin ich bereit, Ungerechtigkeiten, Erniedrigungen anzuprangern, ihnen
entgegenzutreten, auch wenn sie sich abseits meiner Lebenswichtigkeiten abspielen?
Fühle ich mich als Christ, als Christin betroffen, wenn andere Religionen
angegriffen und pauschal verurteilt werden?
Berührt es mich als junger Mann, dass ein hoher Prozentsatz alter Frauen unter der Armutsgrenze lebt?
Hat es etwas mit mir, der/die ich unter Überstunden stöhne zu tun, dass Arbeitslosigkeit zur Zerreißprobe für Familien wird?
Höre ich weg, wenn Kopftuchfrauen an der Supermarktkasse angepöbelt werden?
Regt es mich auf, wenn Ausländerwitze zum Besten gegeben werden, mich als gestandenen Österreicher, als echte Einheimische?
Sind für mich als Gesunden Kranke und Hilflose überhaupt als Menschen im Blickfeld oder nur als Kostenfaktoren für die ohnehin überbelasteten Krankenkassen?
Ist das Weinen des Kindes in der Nachbarwohnung unangenehme Geräuschkulisse, oder beunruhigt es mich als alte Frau von nebenan?
Fragen zu Alltäglichem, aber doch Fragen, die mich auf
die Spur bringen können, wenn es darum geht, der gefährlichen Gleichgültigkeit
nachzuspüren, vor der niemand von uns auf Dauer gefeit ist!
Stellen wir sie uns, stellen wir sie uns immer wieder, damit wir nicht nur
im Bedauern, im Gedenken, ja im Verurteilen von Vergangenem hängenbleiben,
sondern mitbauen an einer Zukunft, die geprägt ist von Aufmerksamkeit
und Wertschätzung über all das hinweg, was uns immer wieder zu trennen
droht.
Wir sind gefragt, denn: "Es geschieht sehr viel, bevor etwas geschieht!"
Margit Hauft
Sage mir was du arbeitest
und ich sage dir wer du bist
Kolumne von DI Bernhard Steiner, Vize-Präsident
der Kath. Aktion OÖ, in der Gliederungszeitung der Kath. ArbeiterInnenbewegung
Nr. 191, März 2006
Wir sind gewohnt, Menschen nach ihrer Arbeit einzuteilen. Ich bin erst dann ein vollwertiger Teil der Gesellschaft, wenn ich eine Arbeit habe. Was bedeutet das für Jugendliche, die noch nie einen Arbeitsplatz erreicht haben?
Es gibt da einen Spruch, der geht ungefähr so: Es
gibt wenig Arbeit, aber es gibt viel zu tun. Wir reden immer noch ganz
selbstverständlich von Erwerbsarbeit, wenn wir von Arbeit sprechen, und
tatsächlich wird es immer schwerer, dass alle einen bezahlten Arbeitsplatz
bekommen.
Wir können oder wollen uns die Arbeit, die
zu tun ist, immer weniger leisten. Es ist aber auch zu billig das Hohelied
der ehrenamtlichen Arbeit anzustimmen, wenn wir gleichzeitig die gesellschaftliche
Anerkennung weiterhin über die Erwerbsarbeit verteilen.
Nicht zuletzt deshalb ist der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen so wichtig. Nur so können wir die einseitige Fixierung auf die Erwerbsarbeit aufbrechen und jedem Menschen ermöglichen, das zu arbeiten, was sie oder er wirklich kann und will.
Mein
Ja zu Großveranstaltungen
Kolumne von Margit Hauft in der Gliederungszeitung
"ConAction" der Kath. Jugend
März 2006, Nr. 55/ Ausgabe I 06
Mein Ja zu Großveranstaltungen stelle
ich gleich an den Beginn dieser Kolumne, gehören und gehörten sie
doch immer zur Körpersprache von Großorganisationen.
Sie haben für mich allerdings nur dann Berechtigung, wenn sie nicht deren
einzige Körpersprache sind, in diesem Fall hielte ich sie
nämlich für hohle Effekthascherei, ähnlich kurzlebig, schillernd
und rasch durchschaubar wie Seifenblasen.
Großereignisse können und dürfen die Alltagsarbeit nicht ersetzen
und sind mit ihr genauso wenig vergleichbar wie Hausbrot mit Torte. Sie müssen
aber deren Grundsätze widerspiegeln, aus demselben Geist
heraus passieren und sind so ein Instrument, das, nicht inflationär angewendet,
diese alltäglichen Selbstverständlichkeiten ins Licht einer großen
Öffentlichkeit rücken kann. Eine wichtige Voraussetzung dafür
ist das Selbstbewusstsein, als viele viele(s) bewegen, vielen
etwas bieten zu können, interessant und vorzeigbar zu sein.
Wir müssen uns die Highlights schlichtweg Wert sein, gemessen werden
wir letztlich allerdings an unserer alltäglichen Spürbarkeit.
Mein Ja zu Großveranstaltungen
Kolumne von Margit Hauft in der Gliederungszeitung
"ConAction" der Kath. Jugend
März 2006, Nr. 55/ Ausgabe I 06
Mein Ja zu Großveranstaltungen stelle
ich gleich an den Beginn dieser Kolumne, gehören und gehörten sie
doch immer zur Körpersprache von Großorganisationen.
Sie haben für mich allerdings nur dann Berechtigung, wenn sie nicht deren
einzige Körpersprache sind, in diesem Fall hielte ich sie
nämlich für hohle Effekthascherei, ähnlich kurzlebig, schillernd
und rasch durchschaubar wie Seifenblasen.
Großereignisse können und dürfen die Alltagsarbeit nicht ersetzen
und sind mit ihr genauso wenig vergleichbar wie Hausbrot mit Torte. Sie müssen
aber deren Grundsätze widerspiegeln, aus demselben Geist
heraus passieren und sind so ein Instrument, das, nicht inflationär angewendet,
diese alltäglichen Selbstverständlichkeiten ins Licht einer großen
Öffentlichkeit rücken kann. Eine wichtige Voraussetzung dafür
ist das Selbstbewusstsein, als viele viele(s) bewegen, vielen
etwas bieten zu können, interessant und vorzeigbar zu sein.
Wir müssen uns die Highlights schlichtweg Wert sein, gemessen werden
wir letztlich allerdings an unserer alltäglichen Spürbarkeit.
Setzt auf Dialog!
Kolumne von KA-Präsidentin Margit Hauft in der
"kfb-Zeitung", der Gliederungszeitung der Kath. Frauenbewegung
Februar 2006, Nr. 2
Weltweit protestieren derzeit Millionen Muslime, fallweise
gewaltsam, gegen Mohammed-Karikaturen. Längst geht es bei diesem Streit
nicht mehr nur um den Schutz der Presse- und Meinungsfreiheit einerseits und
den Schutz religiöser Gefühle andererseits. Der Konflikt hat die
Kraft in sich, sich auf beiden Seiten zu einer generellen Auseinandersetzung
zwischen der Welt des Islam und der Welt des Westens zu steigern. Genau das
passt in die langfristige Strategie jener Scharfmacher im Nahen
Osten und in Europa, die das friedliche Zusammenleben mit den mehr als 15
Millionen Muslimen in der EU nicht sehen wollen und stattdessen auf religiöse
Unvereinbarkeit pochen!
Die politisch Verantwortlichen auch in Österreich als dem derzeitigen
EU-Vorsitzland sind aufgerufen, alle Mittel des friedlichen Dialogs
einzusetzen und dafür sichtbare Zeichen zu setzen. Das gilt auch für
die Vertreter der Muslime, die sich (wie in den vergangenen Tagen) weiterhin
entschieden gegen die Gewaltakte ihrer Glaubensbrüder im Nahen und Mittleren
Osten aussprechen sollten.
Unser aller Einsatz muss dem Erhalten der Gesprächsfähigkeit gelten,
es ist auch an uns, allen Versuchungen zu einer blinden Feindbildpflege öffentlich
zu widerstehen.
KA-Kolumne von Christian
Öhler
in der Gliederungszeitschrift der Kath. Jugend OÖ
"ConAction" Ausgabe IV 2005 (Dezember 2005); Christian Öhler
ist Pfarrer in Linz - Marcel Callo und Geistlicher Assistent der KA OÖ
Diese Zeilen schreibe ich auf der
Terrasse meiner Wohnung in Griechenland. Hier kehre ich ein und gönn´
mir die Sonne. Ich lasse mich auf viele verschiedene Menschen ein. So verstehe
ich meinen Pfarrerberuf. Da musst du immer wieder einmal in die "Menschenleere"
ausweichen, weil du sonst ausbrennst.
Neulich ist mir aufgefallen, dass in meinem Leben
alle zehn Jahre etwas Neues beginnt. 1965 bin ich eingeschult worden. Im selben
Jahr wurde das 2. Vatikanische Konzil beendet. Ohne die Erneuerungen, die
es gebracht hat, wäre ich wohl niemals auf die Idee gekommen, Priester
zu werden. 1975 hat eine Freundschaft begonnen, die bis heute mein Leben bereichert.
Nach der Priesterweihe 1985 habe ich meinen Dienst in der Pfarre St. Michael
in Linz am Bindermichl begonnen. Seit 1995 bauen wir in Linz - Auwiesen an
einer lebendigen Gemeinde in einem interessanten Ambiente: Die Kirche in einer
Textilfabrik, Pfarrheim und KidsZentrum im Kraftwerk, die Taufkapelle im Turbinenraum.
Heuer habe ich eine neue Aufgabe als geistlicher
Assistent der KA OÖ übernommen. Es gibt in der KA unserer Diözese
so viele engagierte Leute. Da empfinde ich es als Ehrensache, diesen Dienst
zu tun. Der Patron meiner Pfarre, der Selige Marcel Callo ist wegen seiner
katholischen Aktion unter den französischen Zwangsarbeitern in Gefängnis
und KZ und 1945 in Mauthausen ums Leben gekommen. Sein Beispiel bewegt mich!
Zu den Themen, die in der KA derzeit diskutiert
werden - KA in der Stadt und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auch
in unserem Land - kann ich meinen Teil beitragen. Ich bin in der Stadt aufgewachsen
und erlebe in meiner Pfarre die neue soziale Frage hautnah. Geistliche Assistenz
verstehe ich nach einem Text von Peter Handke so: "Sei nicht die Hauptperson...
Zeig deine Augen, wink die andern in die Tiefe, sorge für den Raum und
betrachte einen jeden in seinem Bild."
"Erfüllte
Zeit": Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen (Matthäus 25, 1
13)
von Pfarrer Christian Öhler am 6.11.2005
Die klugen Frauen haben kleine Ölgefäße zum Nachfüllen der Lampen mitgenommen. Die anderen fünf Frauen haben aus welchen Gründen auch immer nicht vorgesorgt. Gebt´s uns bitte was! werden sie gebeten haben, als das Öl in ihren Lampen zur Neige gegangen ist. Aber die Klugen erteilen ihnen eine Abfuhr. Sie wollen nicht teilen. Die Fünf haben das Nachsehen. Geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht! müssen sie sich sagen lassen. Als ob mitten in der Nacht ein Geschäft offen hätte?! Aber wir kennen ja die entsprechenden Sprüche: Übersehen ist auch verspielt und Jeder ist sich selbst der Nächste, jeder seines Glückes Schmied.
In seinem Gedicht Vor dem Fest sagt es Werner Reiser so: Fünf waren klug und sparten das Licht. Sie sperrten die Hand über den Krug und ließen die Umwelt im Dunkeln.
Ich finde es auch alles andere als freundlich, dass der Bräutigam die Frauen solange auf sich warten lässt. Heute würde man zum Handy greifen, damals hätte er ihnen durch einen Boten mitteilen können, dass es später wird. Dann hätten sie die Möglichkeit gehabt, sich zusätzliches Öl zu besorgen. So hingegen sind sie der Laune und der Unpünktlichkeit des Bräutigams ausgeliefert.
Als das Fest nun endlich beginnt, reagiert er auf eine Weise, wie sie unmenschlicher nicht sein könnte. Er sperrt die Frauen, die zu spät kommen, vom Fest aus. Und das, obwohl sie bitten: Herr, mach uns auf! Eine Hochzeit ist doch ein Fest der Freude und der Gemeinschaft! Niemand sollte da ausgeschlossen werden.
Laut dem Exegeten Rudolf Schnackenburg gibt es für dieses Gleichnis möglicherweise Ansatzpunkte in Jesusworten. Im Ganzen aber ist es wohl in der nachösterlichen Gemeinde, in der Urkirche entstanden. Vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die den Egoismus belohnt, das private Glücksstreben ohne Rücksicht auf die Anderen. Auch heute werden Millionen Menschen vom Fest des Lebens ausgeschlossen. Zu dumm, zu faul, sagen die Vermögenden.
Auch die Kirche ist immer wieder in Gefahr, zu vergessen, wie Jesus mit denen umgegangen ist, die zu spät gekommen sind, mit den Letzten, den Zöllnern, Prostituierten, den Frauen und Männern, die aus religiösen Gründen ausgeschlossen worden sind. Gerade sie hat er zu seinen Mahlzeiten eingeladen, in denen das himmlische Hochzeitsmahl vorweggenommen worden ist. Ob die Bischöfe wirklich im Sinne ihres Meisters handeln, wenn sie auf der römischen Synode wie unlängst geschehen - abermals den Ausschluss der wiederverheiratet Geschiedenen von der Hl. Kommunion festschreiben?
In einem Punkt ist dieses so komplexe, ja widersprüchliche Gleichnis ganz deutlich und klar: Jesus sucht Menschen mit genügend Öl in ihren Lampen, Menschen, die für eine bessere Welt brennen, Menschen, die sich mit Leidenschaft für das einsetzen, was mit dem Bild der Hochzeit angedeutet ist: das Fest der Gottesherrschaft.
Wenn wir das Evangelium unter diesem Blickwinkel noch einmal
lesen, dann könnte es uns sagen: achtsam sollen wir umgehen mit Licht
und Öl.
Immer wieder innehalten und mit offenen Sinnen dem nachspüren, was Licht
und Lebendigkeit schenkt und bewahrt; Gelassenheit üben im Warten, weil
alles seine Zeit braucht; die guten Kräfte nicht bis an den Rand des
Verlöschens ausbeuten, sondern geistlich auftanken, sich auf die Beziehung
zu Gott besinnen, die über alles Machbare und Berechenbare hinausweist.
Aufpassen, dass ich nicht ausbrenne. Das ist eine ernste Verantwortung, die
jeder und jede einzelne für sich zu tragen hat. Da kann nun wirklich
nicht eine für den anderen einspringen. Jedermann/Jedefrau darf und muss
für sich selber Sorge tragen.
Im ORF-Archiv "Erüllte Zeit" nachlesen
"Gute
Wünsche"
für Bischof Dr. Ludwig Schwarz von KA-Präsidentin
Margit Hauft, in der Kfb-Zeitung Nr. 8
Seit Sonntag beten wir bei allen Messfeiern im Land für "unseren Bischof Ludwig". Das wird wohl anfangs noch etwas fremd klingen in unseren Ohren nach 23 ausgezeichneten Jahren mit Bischof Maximilian.
Neuanfang, das bedeutet immer eine Mischung aus Freude und Unruhe, Neugierde und Sorge, Elan und Zurückhaltung, und das bei allen Beteiligten.
Ich wünsche Bischof Ludwig, dass er seine klar definierte Absicht, den großartigen Weg seines Vorgängers fortzusetzen, auf seine ganz eigene Art durchführt, in seiner eigenen Schrittlänge, und dass er die Geschichte unserer geliebten Diözese in seiner unverwechselbaren Handschrift weiterschreibt, und ich wünsche ihm den Mut, auch fallweise schwankende Brücken zu betreten, und dass diese ihn zu manch neuem Ufer bringen.
Uns allen wünsche ich, dass er ein Herzensoberösterreicher wird, der "seine" Diözese liebt und für sie einsteht.
Die Freude Gottes möge ihn dabei nie verlassen.
Ansprache von Präsidentin Margit Hauft beim
Dankfest für und mit Bischof Aichern
am 10.7.2005
Werte Festgemeinde, liebe Menschen, die Sie es sich heute nicht nehmen ließen, die vielen Visitationen von Bischof Maximilian mit einem gemeinsamen Gegenbesuch zu beantworten, besonders aber lieber Herr Bischof!
Es ist nicht einfach, und doch ist es mir eine ganz große
Freude und Ehre, dass ich es sein darf, die Ihnen heute im Namen der Katholischen
Kirche in OÖ danke sagt.
Danke nicht dafür, DASS Sie unser Bischof gewesen sind, dafür können
Sie schlichtweg nur wenig, wir sind Ihnen sozusagen "zugefallen",
"passiert", genau wie Sie uns. Mein Dank dafür gilt all jenen
Lebenden oder bereits Verstorbenen, die diese geistvolle Entscheidung vor
23 Jahren getroffen haben.
Mein "Danke" an Sie betrifft all das, WAS Sie in diesen
Jahren getan haben, noch mehr aber die Art, WIE Sie es getan haben.
Manches lässt sich mit mehr als beeindruckenden Zahlen belegen: 784 Pfarrvisitationen,
Sie haben es tatsächlich fast geschafft, jede unserer diözesanen
Pfarren 2 Mal zu besuchen. Über 63.000 Firmlingen haben Sie den Geist
Gottes zugesagt und bei verschiedenen Gelegenheiten über 40.000 Kinder
gesegnet. Und wann immer Sie über diese Termine geredet haben, kam nie
der Zeitdruck zur Sprache, die Anstrengung, Sie haben vielmehr immer betont,
wie schön es doch für einen Bischof ist, so freundlich erwartet
und angenommen zu werden.
Zählbar ist auch der österreichweit höchste Kirchenbesuch und die in Umfragen immer wieder bestätigte hohe Zufriedenheit mit Ihrer Amtsführung.
Kein Wunder also, dass Sie auf Grund Ihrer Art und Ihrer Fähigkeiten
immer wieder viele Österreichaufgaben übertragen bekamen. Ich kann
nur beispielhaft einige nennen:
- Vertretung der Bischofskonferenz bei Weltbischofssynoden.
- Bei Gesprächen auf Europaebene, als geschätzter, wenn auch manchmal
hartnäckiger und schonungslos offener Gesprächspartner von PolitikerInnen
.
- Hohe Funktionen im Ordensbereich.
- Sie waren federführend beim Erstellen des Sozialhirtenbriefes und des
Ökumenischen Sozialwortes der Kirchen.
- Ihr wichtiges Engagement in der Sozialakademie möchte ich nennen.
- Und natürlich Ihren beispielhaften Einsatz als Referatsbischof für
die Katholische Aktion bzw. die Frauen.
- Und da gab es noch so etwas wie "Herzenspatenschaften" für
Einrichtungen der Bischofskonferenz, die nicht von allen Bischofskollegen
gleichermaßen als wichtig erkannt werden, wie das Betriebsseminar.
Sie galten in all diesen Tätigkeitsbereichen nie als Hardliner, aber immer als einer, der hinter der Sache steht, den man beim Wort nehmen kann, und dessen Wort auch dann hält, wenn es haarig und mühsam wird und das Anliegen nicht mehr so präsent ist oder sogar unbequem wird.
Beim Wort nehmen, genau das tue ich jetzt, mit meinem Versuch, Ihre diözesanen Leistungen, wenn auch nur blitzlichtartig, anzusprechen, bei Worten, die Sie erst kürzlich anlässlich der Geburtstagsfeier Ernst Waldsteins sagten.
Als Sie dort Ihre Visionen für die Kirche der Zukunft darlegten,
sprachen Sie von einer Kirche, die "nicht nur von Gott lehrt, sondern
der man auch abnimmt, dass in ihr Gott erfahren wird."
Menschengerechte Seelsorge war immer eines Ihrer Hauptanliegen. Durch Sie
initiiert entstand das Projekt "Seelsorge in der Zukunft", wurden
Pastorale Leitlinien erarbeitet und fanden Projekte wie "geöffnet"
den Weg zu den Herzen der Menschen. Der Gleichstellungsplan wird stufenweise
verwirklicht und Sie haben immer wieder verschiedenste Einrichtungen gefördert,
die den Menschen helfen sollen, dass das Lieben, Glauben und Arbeiten in ihrem
Leben nicht auseinander fällt.
Sie beschrieben eine Kirche, die "nicht nur auf das Jenseits,
das 'Leben nach dem Tod' vertröstet, sondern vielmehr alle Kräfte
zur Veränderung der Welt einsetzt, damit etwas vom Reich Gottes schon
im 'Leben vor dem Tod' spürbar wird."
Sie haben sich nie in Tagespolitik eingemischt, aber immer wieder politische
Maßnahmen Ihrer ganz persönlichen "Menschenverträglichkeitsprüfung"
unterzogen und gegebenenfalls kommentiert. Die diözesane Arbeitslosenstiftung,
Ihr nicht nachlassender Einsatz für den freien Sonntag, Ihre oft genug
unbequemen Worte für soziale Gerechtigkeit und gerechte Verteilung der
Güter sind nur einige Beispiele dafür.
Einheit nannten Sie auch als eines Ihrer großen Anliegen
für die Kirche der Zukunft. Nicht als Einheitlichkeit wollten Sie sie
verstanden wissen, vielmehr als Zusammengehörigkeit in der Vielfalt.
Wir alle wissen um Ihre nie erlahmende Bereitschaft durch Gespräche Brückenbauer
zu sein. Sie wollten nie uniformieren, waren immer bereit, verschiedene Wege
zu sehen und zu respektieren, und mussten genau diese Bereitschaft bei manchen
schmerzlich vermissen. Die Gründung des Diözesanen Forums Laienapostolat,
das die laienapostolischen Bewegungen unserer Diözese mehrmals im Jahr
zusammenführt zu Austausch und Diskussion aber auch zum Planen gemeinsamer
Aktivitäten ist ein wichtiger Schritt in Richtung Zusammengehörigkeit.
"Eine Kirche, die nicht beherrscht sondern dient braucht
auch konsequenter als bisher das synodale Prinzip", zitiere ich Sie weiter.
Ihre Loyalität zur Weltkirche, Ihr ständiger Einsatz für bischöfliche
und priesterliche Kollegialität und die hohe Wertschätzung für
die Kompetenzen anderer sind uns wohl allen ein Begriff, aber auch das Bewusstsein,
dass alle Getauften und Gefirmten Mitverantwortung tragen.
Im Vertrauen auf die Geisteskraft, die allen geschenkt ist, waren Sie fähig,
wahrhaftig zu delegieren, und bestätigten damit einen Spruch, den ich
vor Jahren auf einem Kalender im Priesterseminar las: Alles selber machen
wollen ist der Ehrgeiz der Unfähigen.
Mit Ihnen wurden gut durchdachte Formen für gemeinsam verantwortete Leitung
von Pfarren erarbeitet, genau wie Papst Johannes Paul II. hielten Sie die
Katholische Aktion für einen wichtigen Teil des kirchlichen Lebens, den
Sie förderten, von dem Sie forderten.
Durch Ihre Motivation zum persönlichen Engagement in vielerlei kirchlichen
Diensten fühlten wir Laien uns immer wieder gesehen und geschätzt.
Noch etwas zitiere ich, das Sie oft nannten: die "Globalisierung
der Herzen".
Bei aller Wichtigkeit der eigenen Diözese gab es immer Ihren unverzichtbaren
"Blick hinaus":
Der Osthilfefonds, das offene Ohr für die Sorgen und Freuden von Partnerdiözesen,
deren Besuche übrigens immer Vorrang hatten, Terminkalender hin oder
her
Aber auch das geschwisterliche Miteinander in der Ökumene und
die interreligiösen Kontakte sind Beweise dafür.
Sie haben unsere Diözese in den vergangenen 23 Jahren geprägt,
Herr Bischof, nicht mit dem Brandstempel der Unerbittlichkeit sondern durch
Echtheit und Erlebbarkeit. Sie waren nie ein unnahbarer Diözesanregent
sondern ein Bischof "zum Angreifen", und dadurch auch immer wieder
Angriffen ausgesetzt. Medial kein Mann von großen Worten aber ein Mann
des uneingeschränkten Dialogs, und standen daher fallweise fassungslos
vor Dialogverweigerung und Wortverdrehung.
Sie waren uns ein Hirte, der seine Herde respektierte, mit ihr ging, sie nötigenfalls
liebevoll korrigierte, dem es immer wichtig war, alle im Blick zu haben und
zusammenzuhalten. Ein Hirte, der nicht immer vorneweg gehen musste, weil er
aus tiefstem Vertrauen wusste, dass auch die Herde letztlich von dem einen
großen "Guten Hirten" geleitet ist.
Bei Ihrem Amtsantritt haben Sie sich wie Abraham gefühlt, der in ein
fremdes Land kam. Hoffentlich hat es sich auch für Sie als "gelobtes
Land" erwiesen, fühlen auch Sie sich reich gesegnet, wie wir es
tun.
Wenn "23 gut Jahre" heißen soll, dass es nie Schlimmes gab,
dann konnte meine Heimat Ihnen das allerdings nicht bieten, aber ich hoffe,
dass nach diversen kalten Güssen die bekannte Zeile unserer Landeshymne
zum Tragen kam: "
und dei Sunn hat mi trickat, wann mit g'netzt
hat dei Reg'n!"
Ein Wort von Kardinal Josef Cardijn zum Schluss: "Euer Leben ist das
fünfte Evangelium!"
Ihre Bischof-Sein war uns Frohbotschaft!
"Liebkind
Neutralität"
KA-Kolumne von Dr. Markus Schlagnitweit,
ehemaliger Geistl. Assistent der KA, in der KAB-Zeitung Nr. 184
Umfragen zufolge erfreut sich die österreichische Neutralität auch
50 Jahre nach ihrer Deklaration bei einer weitaus überwiegenden Mehrheit
der Bevölkerung ungebrochener Beliebtheit.
Dass die Sicherheitspolitik aller jüngeren Regierungen diesen eindeutigen
Befund seit Jahren missachtet und de facto auf eine "stille Verabschiedung"
des österreichischen Neutralitätsstatus' hinausläuft, liegt
u.a. daran, dass die NeutralitätsbefürworterInnen eine sehr inhomogene
Gruppe sind: Viele sagen dasselbe, verbinden damit aber völlig unterschiedliche,
mitunter sogar äußerst fragwürdige Inhalte. Im Sinne des Evangeliums
kann etwa eine bloß passiv verstandene Neutralität extrem unbarmherzig,
ja ungerecht - und insofern auch unchristlich - sein, wenn sie eine klare
Parteinahme zugunsten Armer und politisch Schwächerer verhindert und
nur dazu dient, sich aus völkerrechtlichen Konflikten möglichst
unbehelligt heraushalten zu können.
Mit Bezug auf die christliche Soziallehre haben sich die Gliederungen der
KA im Jahr 1998 per Beschluss zum Eintreten für die Erhaltung der österreichischen
Neutralität festgelegt. Die KA-Position schließt dabei aber eine
friedenspolitische "Selbstverpflichtung" Österreichs mit ein:
Österreich darf sich aus völkerrechtlichen Krisen gerade nicht feige
oder bequem heraushalten, sondern hat ganz im Gegenteil seine neutrale Stellung
aktiv zur Schlichtung von Konflikten zu nutzen. Die KA ist überzeugt,
dass friedliches Bemühen um Streitbeilegung dem militärischen Gewalteinsatz
vorzuziehen ist. Wenn es in Ausnahmefällen dennoch zu einem internationalen
Gewalteinsatz gegen Schreckensregimes kommen sollte, ist dafür das Internationale
Völkerrecht zuständig und die Entscheidung darüber muss ausschließlich
bei völkerrechtlichen Institutionen - vor allem UNO und OSZE - liegen.
Neuer
Papst Benedikt XVI.
KA-Kolumne von Margit Hauft, Präsidentin,
in der kfb-Zeitung Nr. 02/2005
Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist der weiße Rauch aus dem Vatikan schon
Geschichte, das "Habemus Papam" aus Rom bereits verklungen, genau
wie das Läuten unserer diözesanen Kirchenglocken zur Begrüßung
des neuen Bischofs von Rom. Ist damit im Leben der Katholischen Kirche weltweit
wieder der Alltag eingekehrt, oder denken wir weiter mit, was die Zukunft
mit dem neuen Kirchenoberhaupt für unsere Glaubensgemeinschaft bringen
wird, was wir uns wünschen?
In den Tagen seit dem Tod Johannes Pauls II. war die kirchliche Medienpräsenz
riesig wie nie, nicht zuletzt deswegen, weil der Verstorbene ein unverkrampftes
Verhältnis zu den Medien hatte, sie einfach charmant und professionell
zu nützen verstand und damit viele Sympathien erwarb, auch bei Menschen,
die mit den Inhalten seiner Botschaft wenig anfangen konnten, ja sie zum Teil
sogar ablehnten. Seiner Botschaften, die eine klare Absage an den Krieg und
an die soziale Kälte waren, eine Absage an ein wirtschaftliches Denken,
das den Menschen zum "Faktor" degradiert, aber auch ein Bekennen
kirchlicher Schuld und ein Zugehen auf die anderen Weltreligionen. Freilich
gab es seinerseits auch unverrückbare Haltungen, was innerkirchliche
Regelungen betrifft, und wenig Diskussionsspielraum darüber. Speziell
uns Frauen betreffend fand er immer wieder sehr würdigende und wertschätzende
Worte, er sprach aber wohl vorwiegend über uns Frauen und nicht mit uns.
Unserem Dank für den Einsatz Johannes Pauls II. schließt sich die
Hoffnung an, dass Gottes Geist seinen Nachfolger einen guten Weg finden lässt
an der Spitze unserer Kirche, aber gleichermaßen im geschwisterlichen
Miteinander aller durch die Taufe Berufenen. Auch an uns allen wird es liegen,
welche Kirche in der Welt von heute sichtbar, hörbar, spürbar wird.
Wer braucht den Sonntag?
KA-Kolumne von DI Bernhard Steiner, Vizepräsident,
in der ConAction Nr. 2/2005
Immer wieder bricht er auf - der Streit um den Sonntag. Die Kirchen beklagen,
dass immer weniger Gläubige zur Sonntagsmesse kommen. Die Eltern beklagen,
dass ihre Kinder viel zu wenig bereit sind, bei gemeinsamen Aktivitäten
in der Familie am Sonntag teilzunehmen. Die Gewerkschaften beklagen, dass
der Druck auf ArbeitnehmerInnen steigt, auch am Sonntag zu arbeiten. Die Wirtschaft
beklagt, dass der arbeitsfreie Sonntag viel Geld kostet und ein enormer Wettbewerbsnachteil
gegenüber anderen Ländern darstellt. Die Jugendlichen beklagen ..
Ein Kernsatz der Allianz für den freien Sonntag lautet: "Der arbeitsfreie
Sonntag stellt für alle Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen,
sportlichen, sozialen und politischen Bereich tätig sind eine unverzichtbare
Grundlage dar." Breit ist die Allianz für den freien Sonntag: Kirchen,
Gewerkschaften, Parteien, NGOs, alle unterstützen dieses Anliegen. Das
sollte auch für jede und jeden von uns gelten, auch wenn es noch so bequem
wäre, am Sonntag einmal ganz gemütlich durch Geschäfte zu schlendern.
Eigentlich ist der Sonntag ein Geschenk der jüdisch-christlichen Tradition
an die Gesellschaft, an alle Menschen, ob sie nun einer Religion angehören
oder nicht. Auf drei ganz unterschiedliche Weisen begründet die Bibel
die Heiligkeit des Sabbats/Sonntags: Im Schöpfungsbericht lesen wir,
dass Gott am 7. Tag ruhte von all seiner Arbeit, die er getan hatte und erst
so sein Schöpfungswerk vollendete. Ruhe, Rückschau halten, genießen
ist mindestens ebenso wichtig wie arbeiten und etwas schaffen. Im Dekalog
wird der Sabbat auch damit begründet, dass Gott sein Volk aus der Sklaverei
in Ägypten herausgeführt hat. Befreiung aus unmenschlichen Arbeitsbedingungen,
Befreiung aus dem Alltagstrott, Befreiung aus den Zwängen unter denen
wir täglich leiden: Frei über mein Leben bestimmen können,
frei zu entscheiden, was gut für mich ist. Und die dritte Begründung
für uns ChristInnen: Jesus ist am ersten Tag der Woche (Sonntag) auferstanden,
darum treffen wir uns an diesem Tag, um die Auferstehung gemeinsam jede Woche
miteinander zu feiern. Eine Sonntagskultur zu entwickeln, die alle Aspekte
beinhaltet, lässt den Sonntag erst zur lebendigen Quelle für uns
werden.
Neue Leitungsmodelle
für die Pfarrarbeit
KA-Kolumne von
Margit Hauft, Präsidentin, in der kfb-Zeitung Nr. 01/2005Liebe Frauen!
Da in Zukunft voraussichtlich weder genügend Priester noch in ausreichendem
Maße hauptamtliche LaientheologInnen für die Pfarrarbeit zur Verfügung
stehen werden, hat die Diözese Linz verschiedene neue Leitungsmodelle
entwickelt, mit denen sie auf die geänderten gesellschaftlichen und kirchlichen
Rahmenbedingungen zu antworten versucht. Die KA begrüßt und unterstützt
diese neuen Formen, die auch besonders auf pfarrübergreifendes Arbeiten
ausgerichtet sind, etwas, was in unseren Reihen ja schon lange Tradition hat.
In den sich neu ergebenden Formen der Zusammenarbeit und Leitung auf Pfarrebene
erkennt die KA vielfältige Chancen im Aufbau einer geschwisterlichen
Kirche, betonen doch alle drei entwickelten Modelle im Einklang mit den Pastoralen
Leitlinien die gesteigerte Mitverantwortung der Gläubigen. Für die
Gestaltung dieses Miteinander in den Pfarren braucht es den Einsatz vieler,
und so bitten wir alle Mitglieder der KA-Gliederungen, an der Umsetzung und
Weiterentwicklung der neuen Leitungsmodelle aktiv mitzuwirken und so einmal
mehr die Katholische Aktion als unverzichtbaren Bestandteil unserer Kirche
spürbar werden zu lassen. Für die arbeitsintensive kommende Zeit
der Veränderungen stelle ich uns allen das Bibelzitat an die Seite, das
mit 365 x am häufigsten vorkommt: "Fürchtet euch nicht!"
Sinnspuren
zum Sonntagsevangelium
Margit Hauft, Präsidentin der KA Oberösterreich
in der Sonnatgsrundschau vom 6. Februar 2005
Salz der Erde! Licht der Welt! Das sind große Worte. Zu
groß, oder? Ob wir die ganze Ungeheuerlichkeit dessen, was Jesus hier
sagt, ermessen können? Er sagt doch: Ihr Jünger, die ihr hier vor
mir steht, ihr so betont unprominenten, bedeutungslosen Leute, ihr armseliges
Häuflein IHR seid das Salz der Erde, das Licht der Welt.
Und genau das heißt es auch für uns: Also wir sind gemeint, wir
als HörerInnen des Evangeliums, als ChristInnen als Kirche, als Frauen
und Männer in der Kirche Oberösterreichs.
Salz würzt, Licht leuchtet, und eine hochgelegene Stadt sieht man, geht
das nicht weit über unsere Verhältnisse? Wir kennen uns doch. Wir
wissen, wie es in Wirklichkeit aussieht mit der Kirche, wie sich Enttäuschung
und Resignation breit machen.
Salz der Erde? Für viele hat das Wort Kirche einen faden Beigeschmack,
manche würgt es, als ob sie einen Salzbrocken geschluckt hätten.
Licht der Welt? Wer sieht schon Licht, wenn er/sie "Kirche" hört?
Viele sehen schwarz.
Stadt auf dem Berg? Viele sagen resigniert: es geht bergab, auf die
Talsohle zu.
Nur kommen wir sicher nicht weiter, wenn wir in allgemeine Gejammer über
die schlechten Zeiten einstimmen und das, was da ist, miesmachen. Aber wir
bleiben erst recht auf der Strecke, wenn wir uns etwas vormachen.
Was ist zu tun? Salz würzt, Licht leuchtet, und eine hochgelegene Stadt
sieht man! Eine Gruppe von Gewaltlosen inmitten von Waffen - das fällt
auf. Ein paar, die verzichten, statt sich zum Konsum zwingen zu lassen - das
macht sich bemerkbar. Jemand, der/die nicht nur rechnet, sondern seine/ihre
Liebe auch verschwendet - davon wird geredet. Mutige, die für Verstummte
schreien - das schlägt Alarm, eine Kirche, die auf Fragen eingeht, anstatt
fertige Antworten zu präsentieren - die wird gesucht...
Spürbar werden also, aber im tröstlichen Wissen, dass es zwar auf
jede/n von uns ankommt, aber - Gott sei Dank - nicht alles von und abhängt!
Gedanken zum Ankommen
KA-Kolumne von Margit Hauft, Präsidentin, in
der ConAction 12/04
Liest man Bildungsprogramme, Plakate und gängige Titel
von Vorträgen, stößt man fast zwangsläufig auf den Begriff
ANKOMMEN.
"Hauptsache ankommen" heißt ein Abend über das Marathonlaufen.
Mit der "steilen" Zielrichtung "Oben ankommen" wirbt eine
Agentur für einen Workshop zur Kompetenzförderung. "Geschenke
die ankommen" finden sich speziell in der Vorweihnachtszeit in Katalogen
und Zeitschriften und das kostspielige Outdoorweekend für Führungskräfte
lockt unter dem reißerischen Motto: "Bei uns durchkommen - überall
ankommen!"
Ankommen ist also offensichtlich erstrebenswert und durchaus "machbar".
Und doch gibt es R.L. Stevenson der meint: "It is better to travel hopefully
than to arrive", und ein japanisches Sprichwort sagt: "Im Aufbruch,
nicht am Ziele liegt das Glück."
Wie alles im Leben hat also auch das Ankommen mehrere Seiten: Die des Wollens,
Tuns und Wagens, aber auch die des Lassens, Zögerns und Ermöglichens.
Beieinander Ankommen braucht Zeit, bewusstes Aufeinanderzugehen und nicht
zuletzt Toleranz und Mut zum Risiko.
Gerade die Vorweihnachtszeit mit den Geschichten um die Herbergssuche kann
uns Denkanstoß dafür sein, was jede/r Einzelne dazu beitragen kann,
dass das notwendige Wechselspiel von herkommen-ankommen-Wurzeln schlagen-neu
aufbrechen.möglichst vielen Menschen zur Chance wird.
Hauptsache
billig?
KA-Kolumne von Bernhard Rudinger, Generalsekretär
der Kath. Aktion OÖ, in der KAB-Zeitung 12/04
Kennen Sie Menschen, die sich wehren, wenn eine Ware im Regal des Supermarktes billiger wird? Ich nicht. Da in unserem Empfinden ohnehin alles teurer wird, ist es nicht verwunderlich, wenn die überwiegende Mehrheit der KonsumentInnen nach möglichst billigen Produkten greift. Die Frage, welche Produkte überhaupt ökologisch und ethisch vertretbar sind, beantwortet dabei in erster Linie meist das Portemonnaie, nicht das Gewissen.
Mit unserem Lebensstil und mit jeder Kaufentscheidung gestalten wir als KonsumentInnen unser Wirtschaftssystem wesentlich mit. Tagtäglich können wir uns entscheiden, ob wir regionale oder saisonale Lebensmittel kaufen oder Äpfel aus Chile und ganzjährig Weintrauben aus Südafrika, ob wir sozialverträglichen Produkten (z.B. mit TransFair-Gütesiegel) den Vorzug geben oder erst gar nicht auf die Herkunft achten, ob wir zu umweltverträglich verpackten Erzeugnissen greifen oder viel Müll mitkaufen usw. Dass mit Boykottaktionen gegen transnationale Konzerne, die besonders flagrant soziale oder ökologische Kriterien verletzen, auch Einfluss genommen werden kann bzw. könnte, ist ebenfalls keine Neuigkeit.
"Nachhaltigkeit", oder "Verantwortung in der Schöpfung", wie es im Sozialwort der christlichen Kirchen heißt, ist die Herausforderung unserer Zeit. ** Theoretische Erörterungen oder gut gemeinte ethische Sonntagsreden sind dafür allerdings zu wenig. Auch wenn dies abschreckend wirkt, weil es nach Verzicht riecht: Ohne eine Veränderung unserer Konsumgewohnheiten wird eine nachhaltige Entwicklung nicht möglich sein. Die Verantwortung dafür liegt bei uns allen.
Neue Struktur der
Kath. Aktion OÖ
KA-Kolumne von Frau Präsidentin
Margit Hauft in der KAB-Zeitung Juni 2004
"Gute Arbeit", ein Slogan, der derzeit sehr gängig
ist und einen guten Klang hat in der KAB und weit darüber hinaus, aber
auch ein Motto, das ich in mehrfacher Hinsicht über die Strukturänderungen
in der KA stellen möchte. Wir haben gemeinsam gute Arbeit geleistet beim
Sichten der Situation, beim Beurteilen dessen, was daraus folgert und schließlich
beim gemeinsamen Ringen um eine neue strukturelle Gestalt der KA, die es uns
im gesteigerten Maß möglich machen soll, weiter "gute Arbeit"
als offizielle katholische Laienorganisation zu leisten.
Die veränderte Gremienstruktur soll eine Hilfe dafür sein, uns über
die Grenzen der einzelnen Gliederungen und Foren hinaus, mit wichtigen Themen
zu befassen. Wie bei einem guten Orchester wird es bei diesem Zusammenspiel
sowohl auf den Gesamtklang als auch auf klare Einzelstimmen ankommen, darauf,
dass die KA immer wieder "anstimmt", wenn gesellschafts-und kirchenpolitisch
Wichtiges ansteht, aber auch auf hörbare "Soli" der einzelnen
"Instrumentalgruppen".
Dazu braucht es gutes Abstimmen und ein verstärktes voneinander Wissen.
Der KA-Vorstand, dem die Spitzen der Gliederungen und Foren angehören
werden und die KA - Konferenz als neues größtes Gremium, beide
stark ehrenamtlich besetzt, sollen die nötige inhaltliche Arbeit gewährleisten
und den Austausch fördern.
Mit der ersten KA-Konferenz hat die Bewährungsprobe des Erdachten begonnen
und ich freue mich, "Dirigentin" sein zu dürfen, gestärkt
durch das Vertrauen, dass wir letztlich alle aus derselben "Partitur"
spielen, der Frohbotschaft unseres Gottes.
Bauplatz Europa
Willkommen - gemeinsam in Europa
KA-Kolumne von Frau Präsidentin Margit Hauft
in der KAB-Zeitung und in der ConAction.
Für uns Christinnen und Christen war und ist Europa eine besondere Herausforderung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Überwindung von Grenzen und Barrieren sowie die Bereitschaft, auf dem "Bauplatz Europa" das Miteinander zu proklamieren. Im Hinblick auf die Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 reichen dabei Bekenntnisse und Erklärungen alleine sicher nicht aus, erst im Alltag und in konkreten Begegnungen muss sich die neue Einheit bewähren. Wir können jedenfalls Zeichen setzen, indem wir - mit einem sachlichen und wohlwollenden Blick auf die Realitäten und in Erahnung der Hoffnungen und Ängste der Menschen - bewusst Schritte zueinander gehen. Genau dieses Anliegen verfolgt die Katholische Aktion Oberösterreich, wenn wir gemeinsam mit einigen regionalen und überregionalen Partner/innen rund um den Beitrittstermin zu verschiedenen "Willkommensfesten" an den Grenzen einladen.
Parteiengespräche
KA-Kolumne in kfb-Zeitung 2004-01
Margit Hauft, Präsidentin der Kath. Aktion
Das Präsidium der Kath. Aktion unserer Diözese führt
seit Jahren regelmäßige Gespräche mit allen im oö. Landtag
vertretenen Parteien. Diese "Werkstattgespräche", bei denen
es nicht um die großen "Sager" für die Medien geht, weil
es keine Pressemeldungen darüber gibt, sondern schlichtweg darum, voneinander
zu erfahren, an welchen Themen man gerade arbeitet, wie die Positionen zu
aktuellen Fragen sind, was die einzelnen Parteien zu
speziellen OÖ.-Fragen sagen und vieles andere mehr, sind eine Tradition,
die sich bereits oft bewährt hat. Hauptthema der derzeit laufenden Parteiengesprächsrunde
ist der Inhalt des "Sozialwortes der christlichen Kirchen". Ein
fast unerschöpfliches Reservoir an Fragen und Antwortversuchen, aber
gerade deshalb eine Herausforderung für alle Seiten.
Besonderes Augenmerk legt die KA darauf, dass dieses Sozialwort nicht zum
"Papiertiger" verkommt - gut formuliert, feierlich präsentiert
und anschließend stillschweigend abserviert - sondern dass Schritte
gesetzt
werden, dass die realen, materiellen und rechtlichen Voraussetzungen für
die Teilhabe aller Menschen an einem Leben in Freiheit und Gemeinschaft, in
Verantwortung und Würde geschaffen werden. (SW, Kap.9) Gemeinsam mit
den in der Politik Verantwortlichen sucht die KA immer wieder
Wege in Richtung dieses hohen Ziels in dem Bewusstsein, dass es der Mitwirkung
aller gesellschaftlichen Kräfte bedarf, aber auch des gegenseitigen Respekts
speziell dann, wenn es gravierende Unterschiede in den Sichtweisen und Zugängen
gibt.
Katholische Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung, Okt. 2003
Die Kirche kann auf die Katholische Aktion nicht verzichten,
sie braucht Laien, die in der KA gelernt haben, die Radikalität des Evangeliums
in der Normalität des Alltags zu leben, imstande sind, die Welt mit Gottes
Augen anzuschauen.!" Wie liest sich das für Sie? Wie ein etwas überzogener
Text in einem neuen KA-Werbefolder, oder wie aus einer Lobrede eines begeisterten
Altfunktionärs anlässlich eines KA-Jubiläums? Beides ist nicht der Fall, es
sind vielmehr Originalzitate aus einem Grußwort unseres Papstes, das er Mitte
September anlässlich der Generalversammlung der italienischen Katholischen
Aktion an die 800 Delegierten richtete!
Ist es nicht auch für uns alle, die wir in den verschiedenen Gliederungen
der KA auf unterschiedlichen Ebenen unseren Beitrag leisten, unsere Zeit,
Ideen und nicht zuletzt unsere Glaubenserfahrungen einbringen ein aufbauender
Gedanke, dass auch Johannes Paul II. unser Tun schätzt, ja es sogar als unverzichtbar
bezeichnet?
Freilich ist es auch ein neuer Aufruf an uns alle, nicht müde zu werden dabei,
als engagierte Laien in Kirche und Gesellschaft spürbar zu bleiben, Sprachrohr
zu sein für die verstummten und in unseren Gruppen und Runden, aber auch in
der Zusammenarbeit mit anderen engagierten Gruppen und in unseren öffentlichen
Aussagen Bereitschaft zu einer Kultur des Miteinander zu zeigen, die geprägt
ist vom Geist des Evangeliums. Beweisen wir einmal mehr, dass unser Papst
auf uns zählen kann, auf eine katholische Aktion, von der er sagt, dass sie
"immer von Laien gekennzeichnet gewesen ist, die in der Verborgenheit
der Pfarrgemeinden wesentlich dazu beigetragen haben, die Kirche lebendig
zu machen, die mit ihrem unverwechselbaren Antlitz eine einzigartige Stellung
im Panorama der kirchlichen Laienbewegungen hat".
Hinter dem Horizont geht's
weiter ...
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in Boje, Zeitung der Katholischen Jungschar, Sept. 2003
Wer sich einlässt auf die Abenteuerreise Bildung wird
vieles entdecken: sich selbst, neue Begabungen und neue Perspektiven. Bildung
ist ja nie nur eine Anhäufung von lexikalem Wissen, sondern gerade in der
heutigen Zeit auch eine Anleitung zur Auswahl, ein Lotsendienst in der Flut
der Informationen, die täglich auf uns einströmen. In diesem Sinn ist Bildung
etwas Ganzheitliches, eine Befähigung zum Leben und lebenslanges Lernen eine
Erfordernis der Zeit. Genau darin sieht die Katholische Aktion einen Auftrag,
dem die einzelnen Gliederungen und Foren der KA sowohl auf Diözesanebene als
auch in den Pfarren und Regionen in sehr vielfältiger und kreativer Weise
nachkommen. Dass zahlreiche Initiativen vom Engagement ehrenamtlicher MitarbeiterInnen
leben, ist dabei besonders zu würdigen.
Sichbtar
wird jedenfalls eine gesellschaftliche Verantwortung, wobei sich eine Frucht
daraus in einem Leitzsatz der KA ablesen lässt:
"Wir gestalten die gesellschaftliche und kirchliche Alltagskultur mit, indem
wir auf der Grundlage der Katholischen Soziallehre und parteipolitisch unabhängig
zu sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen sowie politischen Fragen und Prozessen
im Sinne des Evangeliums Stellung beziehen und unseren Bildungsauftrag wahrnehmen".
Gute Arbeit
Ursula Steiner, Lehrerin und Hausfrau, Linz
Vizepräsidentin der Katholischen Aktion OÖ
Kolumne in "Information - Diskussion" - Zeitung der Katholischen
ArbeitnehmerInnenbewegung, Juni 2003
Ich lebe mit meinem Mann und unseren drei Kindern in Linz. Ich
bin HS-Lehrerin, arbeitete hauptamtlich in der Seelsorge und in der Kath.
Jungschar, seit der Geburt unserer Kinder als Hausfrau und ehrenamtlich in
der Gemeinde Guter Hirte. Zur Zeit unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache
im Verein Begegnung. Seit Herbst bin ich Vizepräsidentin der Kath. Aktion.
Das kirchliche Leben auf dieser Ebene mitzugestalten, erlebe ich als Herausforderung
und Bereicherung.
Meine berufliche Tätigkeit in der Kirche war mit viel Engagement verbunden
und führte mich auch an die Grenzen meiner Leistungsmöglichkeiten.
Die intensive Auseinandersetzung mit Menschen und wichtigen Themen war aber
sehr spannend.
In meiner Familienarbeit erlebe ich vor allem die Intensität in der Beziehungsarbeit
und die Herausforderungen im Leben mit den Kindern und in der Partnerschaft.
Wichtig ist mir geworden, die Bedeutung und Wertigkeit von Erwerbs-, Familien-
und ehrenamtlicher Arbeit nicht gegeneinander auszuspielen.
Gute Arbeit erlebe ich dann,
Erwerbsarbeit ist wichtig und notwendig und muss ausreichend
entlohnt werden. Sie so gestalten zu können, dass sie das Leben fördert
und eine gerechte Aufteilung der Güter für alle ermöglicht,
ist eine meiner Visionen für die Zukunft.
Unsere 14-jährige Tochter Magdalena hat kürzlich zitiert: "Wenn
dir deine Arbeit Spaß macht, musst du dein ganzes Leben lang nicht arbeiten."
Dass sich Arbeit mit einem erfüllten Leben verbinden lässt, wünsche
ich allen - besonders unseren Kindern und Jugendlichen.
Reformprozess für eine gute Zukunft
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen
Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung,
Nr. 2/2003
Reformprozesse sind immer arbeitsintensive,
mühevolle, umfangreiche aber auch meist spannende und verantwortungsvolle
Unterfangen. Die Kath. Aktion unserer Diözese ist derzeit mitten drinnen
in einem solchen Prozess. Er ist spannend und bindet Kräfte, aber er
macht auch Kräfte sichtbar.
Als KA-Präsidentin freue ich mich besonders über das große
Interesse und Engagement aller Gliederungen und Einrichtungen, die miteinander
auf einem guten Weg sind, die Strukturen der offiziellen Laienorganisation
der Katholischen Kirche in Oberösterreich auf ihre Zukunftsfähigkeit
zu überprüfen und sie so zu gestalten, dass die KA auch weiterhin
ihren Aufgaben gerecht werden und viele Menschen begeistern kann.
Irak-Krise
Rede von Generalsekretär Bernhard Rudinger bei
der Antikriegskundgebung am 4. April 2003 am Linzer Hauptplatz
Liebe Friedensfreundinnen- und freunde!
Trauer und Wut verspüren viele von uns angesichts des Krieges im Irak.
Trauer um die tausenden Kinder und Jugendlichen, Frauen und Männer, die
diesem Krieg bereits zum Opfer gefallen sind oder in nächster Zeit noch
unschuldig sterben werden;
Wut über das arrogante Vorgehen der Regierungen der USA und Großbritanniens,
die sich über die öffentliche Meinung und die Mahnungen der Regierungen
dieser Welt und der UNO hinwegsetzen.
Es steht außer Frage, dass das Regime von Saddam Hussein skrupellos
ist und auch die Menschenrechte im Irak ignoriert werden. Aber, und das dürfen
wir nicht vergessen, es hätte auch andere Wege gegeben, um eine Entwaffnung
und Demokratisierung des Iraks ohne einen militärischen Angriff zu erreichen.
Die UNO-Waffeninspekteure hätten mit einigen Monaten mehr Zeit ihre Arbeit
vollenden und die Basis für eine dauerhafte Waffenkontrolle im Irak schaffen
können. Es gab keinen Grund, diesen Abrüstungsprozess abzubrechen.
Täglich sehen wir nun die Bilder, wie Straßen und Brücken
zerstört werden, wie die Stromversorgung zusammenbricht, wie das Trinkwasser
knapp wird, wie die Menschen nicht mehr ausreichend mit Lebensmitteln und
Medikamenten versorgt werden.
Einem vertraulichen UNO-Szenario zufolge sind bedingt durch diesen Krieg 1,3
Millionen irakische Kinder unter fünf Jahren vom Tod durch Unterernährung
bedroht. Insgesamt schätzt die UNO, dass der Krieg über fünf
Millionen Menschen in Hunger, Unterernährung und Epidemien stürzen
wird.
Das Recht des Stärkeren ist nicht Grundlage unseres Zusammenlebens auf
dieser Welt. Darauf weisen wir hin, indem wir in diesen Wochen mit Millionen
und Abermillionen von Menschen weltweit für den Frieden demonstrieren.
Wenn die Kriegstreiber behaupten, es ginge um Demokratisierung, dann möchte
ich dem doch entgegenhalten, dass sich Demokratie nicht mit Bomben, Gewalt
und Krieg herbeiführen lässt, sondern nur mit Gerechtigkeit und
mit Respekt vor der je eigenen Geschichte und Kultur der Völker.
Ich weiß, Frieden bedeutet mehr als nur Waffenstillstand, aber ein Waffenstillstand
ist der erste Schritt. Aus diesem Grund müssen wir auf eine sofortige
Einstellung aller Kampfhandlungen und den bedingungslosen Rückzug aller
militärischen Verbände drängen.
Und eines wird jedenfalls auch ganz wichtig sein: wir dürfen auch nach
dem Kriegsende unsere Augen nicht verschließen vor der Not der irakischen
Bevölkerung. Es ist unsere Aufgabe - im übrigen auch die der österreichischen
Bundesregierung - humanitäre Hilfe zu leisten.
Unsere Trauer darf nicht zur Resignation führen - unsere Wut darf nicht
zur Verzweiflung führen! Wir müssen auch künftig bei jeder
sich bietenden Gelegenheit darauf hinwirken, dass dieser Krieg schnellstens
beendet und damit weitere sinnlose Opfer vermieden werden.
![]()
Abschlusskundgebung der Friedensdemonstration
am 14. März 2003 am Linzer Hauptplatz
Rede von Generalsekretär Bernhard Rudinger
"Liebe Friedensfreundinnen und -freunde!
Für mich stellt sich in diesen Tagen immer wieder die eine Frage: Hat
die Welt denn nichts gelernt aus den Kriegen der Vergangenheit? Offensichtlich
wird Krieg immer noch als ein taugliches Mittel zur Lösung von Problemen
betrachtet. Es schreckt nicht einmal die Tatsache ab, dass beispielsweise
die Kindersterblichkeit im Irak nach dem Golfkrieg im Jahr 1991 um 160% gestiegen
ist. Seit damals liegen tonnenweise radioaktiv verseuchte Geschosse herum,
feiner Uranstaub sickert langsam ins Grundwasser und gelangt in den Nahrungskreislauf.
Neugeborene kommen mit schwersten Missbildungen zur Welt, haben innere Blutungen,
Leukämie und Krebs.
Wir sind heute hier, um es ganz laut zu sagen: Es darf keinen Krieg im Irak
geben!
Die Menschen, die unter dem diktatorischen Regime von Saddam Hussein leiden
müssen, verdienen es nicht, jetzt auch noch zusätzlich militärisch
angegriffen zu werden! Wir berufen uns auf den Artikel 50 der Haager Menschenrechtskonvention,
in dem es heißt: "Keine Strafe darf über eine ganze Bevölkerung
wegen der Handlungen einzelner verhängt werden, für welche die Bevölkerung
nicht als mitverantwortlich angesehen werden kann."
Eines ist klar: Dieser Krieg würde nicht mehr Frieden und Demokratie
schaffen, sondern noch mehr Angst, noch mehr Terror, noch mehr Rüstung,
noch mehr Massenvernichtungsmittel, noch mehr Spaltung in der Welt. Das Elend
und die Verzweiflung ganzer Völker würde nur noch verschärft
werden. Der Krieg wäre eine menschliche und soziale Katastrophe, der
Krieg wäre völkerrechtlich und ethisch unverantwortlich, und der
Krieg wäre, wie es der Papst betont hat, eine Niederlage für die
gesamte Menschheit!
Unrecht und Ungerechtigkeit werden nicht durch Krieg überwunden, sondern
durch geduldige politische Arbeit, durch Proteste und Friedensdienste sowie
durch Verhandlungen. Vergessen wir das nicht! Lasst uns nicht müde werden,
alles zu unternehmen, damit der Irak-Konflikt friedlich gelöst wird!"
Irak-Krise
"Alle alternativen Möglichkeiten zur Gewalt ausschöpfen!"
Wir unterstützen die Friedensapelle von Papst Johannes Paul II. und der
gesamten Ökumene uneingeschränkt. Wir fordern die Bundesregierung
auf, ihren Einfluss geltend zu machen, um mitzuhelfen, die akute Bedrohung
einer militärischen Intervention im Irak abzuwenden. Alle Möglichkeiten
einer friedlichen politischen Konfliktlösung müssen ausgeschöpft
werden! Die KAÖ fordert alle KatholikInnen dazu auf, sich an Aktionen
wie Gebeten, Fasten und öffentlichen Kundgebungen zu beteiligen.
(Beschluss der KAÖ-Konferenz vom 23. 2. 2003)
Eine gewaltfreie Lösung der Irak-Krise ist immer noch erreichbar. Alle
zur Verfügung stehenden alternativen Möglichkeiten müssen ausgeschöpft
werden, um Kriegshandlungen zu verhindern. Ausreichend viele UN-Waffeninspektoren
sollen die Zeit bekommen, die sie benötigen, um Verstöße des
Irak gegen die Abrüstungsauflagen der Vereinten Nationen zu prüfen.
Neutrale Fachleute sind sich darin weitgehend einig, dass die Bedrohung durch
die Waffenarsenale Saddam Husseins keine unmittelbare ist und die Verstrickung
des irakischen Regimes in das Terrornetz der Al Qaida noch nicht überzeugend
belegt werden konnte. So lange dies der Fall ist, kann ein Militärschlag
mit womöglich verheerenden Auswirkungen nicht nur auf die Lage im Nahen
Osten, sondern für den Weltfrieden insgesamt nicht gerechtfertigt werden.
Ein solcher Krieg würde unverhältnismäßige Mittel der
Zerstörung einsetzen, um einen Diktator zu entwaffnen. Niemand kann ausschließen,
dass der Zustand nach einem solchen Krieg schlimmer ist als der zuvor.
Zuletzt verdeutlichten Millionen von Demonstranten in aller Welt: Gewaltfreiheit
muss Vorrang haben. Die USA und ihre europäischen Verbündeten dürfen
diese Stimmen nicht einfach übergehen. So verständlich die Pläne
sind, mit Saddam Hussein einen der skrupellosesten Diktatoren der Gegenwart
aus seiner Machtposition zu vertreiben, müssen von den Vertretern demokratischer
Staaten auch jene gesehen werden, die auf alle Fälle die Verlierer im
Spiel der Machthaber sein werden: In unserem Engagement für die Armen
gilt unsere besondere Sorge der bereits seit Jahren unter den Repressalien
des Regimes sowie den Auswirkungne des UN-Embargos leidenden Zivilbevölkerung.
Sie wäre in erster Linie Opfer eines Militärschlages.
Nach Überzeugung der Katholischen Aktion kann dem Terrorismus nur langfristig
durch Entwicklungszusammenarbeit und eine gerechtere politische und wirtschaftliche
Weltordnung der Boden entzogen werden. Gewalt erzeugt Gegengewalt und legt
den Keim für weitere Terrorakte.
![]()
Warum sich Christinnen und Christen bei
der STOPP-GATS-Kampagne engagieren!
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen
Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung,
Feb. 2003
"Weh denen, die ihre Macht missbrauchen, um Verordnungen
zu erlassen, die andere ins Unglück stürzen! Sie bringen die Armen
und Schwachen in meinem Volk um ihr Recht und plündern die Witwen und
Waisen aus!" (Jesaja 10,1f). Der Schutz der Schwachen ist ein besonderes
Anliegen in der Bibel, weil Gott die Erde allen Menschen geschenkt hat. Aus
diesem christlichen Verständnis ergeben sich Forderungen für die
GATS-Verhandlungen: Die derzeitige Verhandlungsform schließt Bürger/innen
von der Beteiligung und Mitbestimmung in Bereichen, die ihr tägliches
Leben betreffen (z. B. Wasser- und Energieversorgung, Sozialversicherung,
Bildung, Gesundheit, Müll), völlig aus. Die Forderung nach Transparenz
ist ein Gebot der Stunde!
Statt (über)-lebenswichtige Bereiche in die Hände von privaten,
profitorientierten Firmen zu legen, soll weiterhin die Grundversorgung von
Menschen im Sinne des Gemeinwohls geregelt werden. Liberalisierung und Privatisierung
bedeutet nicht automatisch mehr Qualität!
Die 300.000 Österreicher/innen, die in akuter Armut leben, werden sich
teure Dienstleistungen nicht leisten können. Es darf nicht die Geldbörse
darüber entscheiden, ob Menschen sauberes Trinkwasser oder ein Krankenbett
bekommen.
"Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit,
den Armen und den, der keinen Helfer hat." (aus dem Psalm 72)
"Weh denen, die ihre Macht missbrauchen, um Verordnungen zu erlassen,
die andere ins Unglück stürzen! Sie bringen die Armen und Schwachen
in meinem Volk um ihr Recht und plündern die Witwenund Waisen aus!"
(Jesaja 10,1f)
Der Schutz der Schwachen ist ein besonderes Anliegen in der
Bibel, weil Gott die Erde allen Menschen geschenkt hat. Daher sind die Reichtümer
der Schöpfung als Gut der ganzen Menschheit zubetrachten, welches alle
nutznießen können. Diese "gemeinsamen Güter" - z.B.
die Umwelt - müssen von Staaten bzw. der internationalen Gemeinschaft
geschützt werden. Im Text "Primo Maggio", den der Päpstliche
Rat für Gerechtigkeit und Frieden im Jahr 2000 herausgab, steht: "Die
individualistische und ausschließliche Aneignung und Nutznießung
der "gemeinsamen Güter" nimmt ihnen ihre Kraft, zerstört
sie schrittweise und stellt einen irreparablen Schaden für das Gemeinwohl
dar."
Wenn in den aktuellen GATS-Verhandlungen auch "öffentliche Dienstleistungen"
z.B. Wasser- und Energieversorgung, Bildung, Gesundheit, usw. zur Disposition
stehen, ergeben sich aus diesem christlichen Verständnis verschiedene
Forderungen:
Breite Information statt Geheimniskrämerei!
Eine Grundlage für funktionierende Demokratien ist die Information.
Nur wer ausreichend informiert wird, kann richtige Entscheidungen treffen.
Derzeit erhalten nicht einmal gewählte ParlamentarierInnen vollständige
Berichte. Diese Verhandlungsform schließt BürgerInnen von der Beteiligung
und Mitbestimmung in Bereichen, die ihr tägliches Leben betreffen, völlig
aus. Daher ist die Forderung nach Transparenz ein Gebot der Stunde.
Selbstbestimmung bei der zukünftigen Gestaltung öffentlicher
Dienstleistungen!
Statt (über)-lebenswichtige Bereiche Verkehr, Wasser, Sozialversicherung,
Bildung, Gesundheit, Müll,Abwasser,... in die Hände von privaten,
profitorientierten Firmen zu legen, soll weiterhin die Grundversorgung von
Menschen im Sinne des Gemeinwohls geregelt werden. Es darf nicht die Geldbörse
darüber entscheiden, ob Menschen sauberes Trinkwasser oder ein Krankenbett
bekommen.
Liberalisierung und Privatisierung bedeutet nicht automatisch mehr Qualität!
Die Liste der fehlgeschlagenen Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen
ist lang. Um den Profit zu erhöhen, wird die Wartung von Bahngleisen
vernachlässigt. Die Zahl der Unfälle mit Todesopfern steigt - so
geschehen in Großbritannien. Krankenhauspersonal muss in der gleichen
Zeit mehr Kranke betreuen. Die Qualität der Behandlung sinkt, Fehler
häufen sich - so geschehen in den USA. Sogar unsere Lebensgrundlage Wasser
wird zur Ware, die sich nicht mehr alle leisten können. So wurden in
Bolivien, Argentinien oder England nach der Privatisierung die Wasserpreise
um bis zu 100% erhöht, während sich die Wasserqualität verschlechterte.
Wer nicht zahlen könnte, dem wurde der Wasserhahn einfach abgedreht.
Die Kluft zwischen arm und reich darf nicht noch größer
werden!
Die 300.000 ÖsterreicherInnen, die in akuter Armut leben, werden
sich teure Dienstleistungen nicht leisten können. Entwicklungsländer
werden sich gegen die Begehrlichkeiten von europäischen und nordamerikanischen
Konzernen, die gute Geschäfte in diesem Sektor wittern, nicht wehren
können, wenn die Öffnung ihrer Märkte Grundbedingung für
neue Kredite ist.
Deshalb ist es wichtig die STOPP-GATS-Kampagne zu unterstützen!
http://www.stoppgats.at
Europäische
Kommission
![]()
Was ich den Männern schon immer sagen
wollte
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen
Aktion
Kolumne in ypsilon Zeitung der Katholischen Männerbewegung,
Feb. 2003
"Nichts!", weil es DIE Männer nämlich genau
so wenig gibt wie DIE Frauen. In Gesprächen mit Männern bin ich
einzelnen Menschen verbunden - nicht der gesamten Männerwelt. Ein Buchtitel
fällt mir dazu ein: "Männer sind anders, Frauen auch."
Dem kann ich etwas abgewinnen, diesem Verschiedensein aller Menschen bei gleichem
Wert und gleicher Würde. Eines ist uns Menschen allerdings gleich, der
Grundauftrag, zum ICH zu kommen. Wir Frauen haben uns in den letzten drei
Jahrzehnten in einer großen Emanzipationsbewegung auf den Weg gemacht
zum eigenen Selbstverständnis.
Seit einigen Jahren wird es erfreulicherweise auch den Männern immer
wichtiger, das Wesentliche ihres Lebens zu überdenken; das, was sie als
Person letztlich ausmacht.
Verständnis von uns Frauen ist angesagt, weil wir andere Spuren und Wege
gehen wie Männer. Da schwingt keine Freude über einen etwaigen Zeitvorsprung
von uns Frauen mit, denn wir wissen, dass es nicht darauf ankommt, wer besser
ist, sondern auf das volle Menschsein als Mann oder Frau. Menschen, die sich
ihrer selbst bewusst sind, sind auch fähig zum nötigen Miteinander
bei der Gestaltung unserer Gesellschaft und Kirche in Partnerschaftlichkeit.
Partnerschaftlichkeit meint aber nicht vordringlich, dass alle Aufgaben 50:50
verteilt sind, sondern meint: gemeinsam immer wieder auf 100 zu kommen.
Jahr der Berufung
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in ConAction Zeitung der Katholischen Jugend, Dez. 2002
Das Jahr 2002 ist in der Kirche
Österreichs das "Jahr der Berufung". Ein Grund für uns alle, sich
ein paar Gedanken mehr zu machen, was denn gemeint ist mit diesem Wort Berufung.
Alles und nichts kann dahinter stehen: Erfahrung oder Wunschdenken, eine besondere
Gottesbeziehung oder ein etwas selbstherrliches Gefühl einer höheren
Erwählung, eine neue Sicht menschlicher Würde oder eine veraltete
Begriffsdefinition. Doch geht's nicht einfach um das Leben selbst, darum,
es aus der Perspektive Gottes zu betrachten?
Ich bin Mensch unter Menschen, ChristIn in der Kirche und Welt, jeden Tag
lebe ich in meiner konkreten Lebenssituation das, was mir eben aufgetragen
ist, als Vater, als Mutter, als Priester, als Laie, als Kind, FreundIn, NachbarIn,
in der Familie, der Gemeinde, im Beruf und überall.
Und ich versuche auf Gott zu hören, der mir zuruft:
Du bist mein geliebtes Kind.
Das genügt.
Werde, die/der du bist!
Die Armut ist weiblich
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung,
September 2002
"Die Armut ist weiblich" ist ein heute gern verwendeter
Slogan. aber auch die Arbeit ist weiblich-nicht nur in der deutschen Sprache,
auch im ganz realen Leben. auf der ganzen Welt sind Frauen für jene Arbeiten
zuständig, die unbezahlt sind, oder geringfügig bzw. schlecht entlohnt
werden.
Erwerbsarbeit wird selbst heute noch oft als Männersache betrachtet.
Sie ist aber für die meisten Menschen der wichtigste Zugang zu eigener
Lebensvorsorge und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wer keine Erwerbsarbeit
hat gerät leicht in die Gefahr von Abhängigkeit und Armut. Es ist
deshalb dringend nötig, auch Frauen im umfassenden sinn Arbeit, die sich
"lohnt", zu ermöglichen.
Dazu braucht es eine flexible Gestaltung von Erwerbsarbeit, die die Lebensrealität
von Frauen berücksichtigt und es so ermöglicht, dass Frauen und
Männer ihrer Verantwortung für die Familie im gleichen Maß
gerecht werden können.
Familienzusammenführung
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen
Aktion
Kolumne in ConAction, Zeitung der Katholischen Jugend,
September 2002
Natürlich, so sagen viele, es gehört zu den Grundrechten
jedes Menschen, mit der eigenen Familie zusammenleben zu dürfen. Der
hohe Stellenwert, der den Familien in der Gesellschaft zukommt, steht dabei
ohnehin außer Zweifel. Darum macht sich ja auch die Politik in unserem
Land für die Familien stark, zumindest für die meisten.
Eine Frage stellt sich trotzdem: Welches Leid müssen Menschen wohl ertragen,
die aufgrund ihrer Nationalität gezwungen werden, jahrelang von ihren
Familien getrennt zu leben? Bekanntlich dürfen ja tausende Menschen nicht
zu ihren legal in Österreich lebenden und arbeitenden Angehörigen
nachkommen.
Ich kann diese Frage nicht beantworten, mir fällt dazu nur ein, dass
Österreich, als einziges EU-Land übrigens, die Familienzusammenführung
in der Zuwanderungsquote hat. Besteht hier nicht - auch aus integrationspolitischer
Sicht - dringender Handlungsbedarf?
Sozialstaat Österreich
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen
Aktion
Kolumne in ConAction, Zeitung der Katholischen Jugend,
Mai 2002
In den vergangenen Monaten wurde über den "Sozialstaat Österreich"
diskutiert. Anlass dafür war ein Volksbegehren, dessen Ziel es war -
vereinfacht gesagt - einen gesetzlichen Schutz vor Armut in der österreichischen
Verfassung zu verankern. Anfang April haben mehr als 717.000 Menschen dieses
Volksbegehren unterschrieben und zum Ausdruck gebracht, dass die soziale Sicherheit
den Menschen in unserem Land ein großes Bedürfnis ist.
Ich meine, dass wir gerade als ChristInnen herausgefordert sind, Solidarität
und Gerechtigkeit immer wieder zum Thema zu machen. Dies gilt im besonderen
auch im Hinblick auf den Sozialstaat, von dem ich mir erwarte, dass die Stärkeren
zugunsten der Schwächeren belastet werden. In diesem Sinne wird die Katholische
Aktion nicht müde werden, weiterhin in gesellschaftlichen und politischen
Bereichen eine Option für die Armen, Schwachen und Benachteiligten einzufordern.
Ein Europa der Bürger und Christen
Dr. Franz Rohrhofer, ehemaliger Vizepräsident
der Katholischen Aktion
Kolumne in "RUFER", Zeitung der Katholischen Männerbewegung,
März 2002
Die Geschichte Europas wurde durch Jahrhunderte mit Blut und
Tränen geschrieben. Die großen umspannenden Reiche auf diesem Kontinent
waren eine Sache der Kriegsherren oder bestenfalls der Heiratspolitik der
Herrscherhäuser und sie endeten meist in Revolution oder kontinentalen
Kriegen.
Man muss sich diese gemeinsame blutige Geschichte vor Augen führen, um
sich die Faszination eines vereinten Europas als Friedensprojekt unserer Tage
bewusst zu machen.
Die angeblich so bedrohte EU-Erweiterung verliert aus diesem Blickwinkel an
Schärfe. Trotzdem: Die Ängste und Sorgen der Österreicher sind
ernst zu nehmen, weil sie im Augenblick für eine ungewisse Zukunft aus
der Geschichte wenig Trost schöpfen.
Ein historischer Vergleich soll uns aber sehr bewusst sein: Nicht die Mächtigen,
die Kaiser und Könige bestimmen heute den Weg Europas, sondern jeder
einzelne Bürger - und jeder einzelne Christ. Das ist eine große
Herausforderung, aber auch eine Chance, sich ganz persönlich mit der
Idee eines großen Europas auseinander zu setzen.
Hier geht es um ein neues Europa-Bewusstsein. Dem Bürger des zukünftigen
Europas kann durchaus ehrlich und ungeschminkt die Wahrheit über den
Weg zugemutet werden, wenn er für sich die europäische Einigung
als unerlässliche historische Aufgabe erkannt hat. Dabei geht es nicht
nur um die Fragen der Wirtschaft und der Sicherheit, die die Tagespolitik
beherrschen. Europa darf nicht in den Geldbörsen und Banktresoren stattfinden,
sondern muss in den Köpfen und Herzen der Menschen zu Hause sein. Man
sagt, die Geschichte sei eine große Lehrmeisterin. Es wird auch an den
vielfältigen Kirchen und ihren Christen in ganz Europa liegen, ob das
so genannte christliche Abendland bereit ist, aus der Geschichte zu lernen.
Sozialstaatsvolksbegehren
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung, Februar
2002
Gerechtigkeit, Gemeinsinn und Solidarität - das alles
sind Werte, die von allen politischen Parteien, verstärkt natürlich
in Wahlkampfzeiten, zumindest rhetorisch am Leben erhalten werden. Es entsteht
angesichts der vielen Bekenntnisse von so vielen Seiten beinhahe der Eindruck,
der Sozialstaat als unverzichtbare Voraussetzung für unsere demokratische
Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wäre unbestritten. Angesichts dessen,
dass die Finanzierung der Systeme der sozialen Sicherung nicht zuletzt aufgrund
einer angespannten Wirtschaftslage jedoch schwierig geworden ist, werden nun
von verschiedenen Seiten unterschiedliche Vorschläge und Rezepte zur
Bewältigung dieser Schwierigkeiten vorgelegt.
Ich meine, dass wir als ChristInnen herausgefordert sind, diese Vorschläge
genau unter die Lupe zu nehmen und daraufhin zu überprüfen, ob die
Option für die Armen, Schwachen und Benachteiligten erkennbar ist. Es
liegt auch an uns, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich durch den Strukturwandel
in der Arbeitswelt, durch die zunehmende Globalisierung und durch das Aufbrechen
traditioneller familiärer Bindungen die Rahmenbedingungen für eine
gerechte Verteilung von Chancen und für soziale Sicherheit verändert
haben. Qualität, Zielgenauigkeit und Gerechtigkeit der sozialen Sicherung
müssen beharrlich überprüft werden.
Ich halte nichts von der Vorstellung, wonach der Staat allein für alles
verantwortlich ist und alles bewahren und erhalten bleiben soll, was unseren
bisherigen Wohlstand ausgemacht hat. Wenn Einsparungen und schmerzlichen Einschnitte
in einer Zeit leerer öffentlicher Kassen nötig sind, müssen
aber bei diesen Einsparungen die Lasten gerecht verteilt werden. In diesem
Sinne erwarte ich mir vom Sozialstaat einen sozialen Ausgleich, indem die
Stärkeren zugunsten der Schwächeren belastet werden. Solidarität
und Gerechtigkeit gelten für mich als Maßstab für eine zukunftsfähige
und nachhaltige Wirtschafts- und Sozialpolitik. Im Volksbegehren "Sozialstaat
Österreich" sehe ich ein Signal in diese Richtung.
Jahr der Berufung
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung,
Februar 2002
Die Kirche Österreichs hat das "Jahr der Berufung"
ausgerufen. Ein Grund für uns alle, sich ein paar Gedanken mehr zu machen,
was denn gemeint ist mit diesem Wort Berufung.
Alles und nichts kann dahinter stehen: Erfahrung oder Wunschdenken, eine besondere
Gottesbeziehung oder ein etwas selbstherrliches Gefühl einer höheren
Erwählung, eine neue Sicht menschlicher Würde oder eine veraltete
Begriffsdefinition. Doch geht's nicht einfach um das Leben selbst, darum,
es aus der Perspektive Gottes zu betrachten?
Ich bin Mensch unter Menschen, ChristIn in der Kirche und Welt, jeden Tag
lebe ich in meiner konkreten Lebenssituation das, was mir eben aufgetragen
ist, als Vater, als Mutter, als Priester, als Laie, als Kind, FreundIn, NachbarIn,
in der Familie, der Gemeinde, im Beruf und überall.
Und ich versuche auf Gott zu hören, der mir zuruft:
Du bist mein geliebtes Kind.
Das genügt.
Werde, die/der du bist!
Christsein ist grenzenlos
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung, Mai 2002
2002 ist ein entscheidendes Jahr für den gesamten europäischen
Kontinent. Die Chancen stehen gut, dass die Verhandlungen mit den EU-Beitrittskandidaten
zu einem positiven Abschluss kommen. Dass sich die Katholische Aktion für
die Erweiterung der EU und für mehr "europäisches Bewusstsein"
engagiert, hat einen mehrfachen Hintergrund:
Eine erweiterte EU ist der beste Garant für Frieden in Europa. Die Geschichte
lehrt, dass sich Staaten und Völker durch immer engere Zusammenarbeit,
Partnerschaft und Integration über frühere, historische Feindschaften
hinwegsetzen konnten. Damit wurde eine Zone des Friedens, der Stabilität
und der Wohlfahrt geschaffen.
Die EU besteht aus gefestigten Demokratien. Die Einbindung der Reformstaaten Ost- und Mitteleuropas wird die demokratische Kultur europaweit stärken und die politische Stabilität auf dem Kontinent erhöhen.
Die EU-Erweiterung wird ein solides Wirtschaftswachstum mit sich bringen, sowohl für die Kandidatenländer als auch für die jetzigen Mitgliedsstaaten. Durch seine Lage im Herzen Europas wird Österreich besonders profitieren.
Langfristig wird das jetzt noch hohe Wohlstandsgefälle in Europa einer hohen Lebensqualität für alle Europäer/innen weichen. Das wird das Ringen um ein einheitliches Mindestmaß an sozialer Absicherung im Fall von Krankheit, Unfall, Alter, Arbeitslosigkeit und Armut erleichtern.
Das Christentum ist eine grenz- und kulturübergreifende Religion. Das Zusammenwachsen Europas ist ein wichtiger Impuls für die Begegnung der christlichen Kirchen. Eine besondere Herausforderung liegt im ökumenischen Dialog zwischen orthodoxem, römischem und protestantischem Christentum ebenso wie im interreligiösen Dialog mit Muslimen und Juden.
Mit den meisten der jetzigen Beitrittskandidaten verbindet Österreich eine über Jahrhunderte gewachsene gemeinsame Kultur. Die EU-Erweiterung wird jene Kluft überbrücken, die der Eiserne Vorhang geschaffen hat.
Brot und Rosen
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung, November
2001
Im Jahre 1857 haben es tausende Arbeiterinnen in der Textil-
und Bekleidungsindustrie in New York auf den Punkt gebracht: Leben muss mehr
sein als Überleben. Als sie unter der Parole "Brot und Rosen"
für eine gerechte Entlohnung und bessere Arbeitsbedingungen kämpften,
ging es nicht nur um ausreichende materielle Voraussetzungen, um ohne Armut
und Hunger zu leben, sondern auch um den berechtigten Anspruch auf Lebensqualität.
Es sind dies Forderungen, die bis zum heutigen Tage nicht an Aktualität
verloren haben. Wir müssen erkennen, dass jenes Brot, dass symbolisch
für gerechte Entlohnung, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, menschengerechte
Arbeitsbedingungen oder berufliche Entfaltung steht, selbst in unserem relativ
reichen Land nicht allen Menschen zur Verfügung steht. Wenn mit Rosen
heute beispielsweise familiengerechte Arbeitszeiten, die Befriedigung kultureller
Bedürfnisse, die Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung,
die Möglichkeit mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein oder
eine menschenwürdige Wohn- und Lebensumwelt gemeint sind, so weisen diese
beinahe auf einen "Luxus" hin, den sich viele nicht leisten können.
Der Einsatz der Katholischen Aktion für soziale Gerechtigkeit beinhaltet
für mich die Sorge sowohl um Brot als auch um Rosen, beides gehört
untrennbar zu einem menschenwürdigen Leben. Gerade in einer Zeit, in
der, wenn man die aktuelle Debatte verfolgt, der "Sozialstaat" neu
interpretiert wird, wird es notwendig sein, verstärkt die Stimme für
jene zu erheben, die von der Mitgestaltung ausgeschlossen sind, aber gleichzeitig
die Auswirkungen von Veränderungen am meisten zu spüren bekommen.
Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Solidarität nicht zu einem
Lippenbekenntnis verkümmert, sondern vielmehr jene Zeile in einem Lied
mit Inhalt füllt, in der es heißt: "Wenn das Brot, das wir
teilen, als Rose blüht ..."
Ehrenamt in der Jugendarbeit
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in "ConAction", Zeitung der Katholischen Jugend,
November 2001
In einigen deutschen Bundesländern sind sie schon selbstverständlich: Ehrenamts-Zeugnisse. Damit werden persönliche und soziale Kompetenzen nachgewiesen, die beispielsweise durch die ehrenamtliche Mitarbeit in der Jugendarbeit erworben werden. Genau diese Kompetenzen sind heute in der Arbeitswelt und in vielen gesellschaftlichen Bereichen gefragter den je. In diesem Sinne ist freiwilliges Engagement nicht nur eine Chance für jede/n einzelne/n Jugendliche/n sich einzumischen und mitzugestalten, sondern auch eine persönliche Weiterentwicklung. Eines darf aber nicht vergessen werden: Ehrenamtliches Engagement bedingt eine adäquate Anerkennung und das Bestreben von Politik, Kirche und Gesellschaft, an der Verbesserung der notwendigen Rahmenbedingungen zu arbeiten. Denn eines ist klar - ohne die Vielzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den unterschiedlichsten Bereichen wäre Jugendarbeit völlig undenkbar.
Mehrheitsentscheidungen
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in "ConAction", Zeitung der Katholischen Jugend, September
2001
"Wo kamat ma hi, waumma d'Leit frogat, wos's woin, und net tat, wos richtig is!", soll der frühere Bundeskanzler Julius Raab einmal gemeint haben. Man kann so eine Haltung als arrogante Missachtung der politischen Kompetenz der einzelnen BürgerInnen anprangern. Man kann aber auch einen Funken Wahrheit in diesem Wort entdecken: Niemand - auch kein(e) politische(r), kirchliche(r) oder sonstige(r) VerantwortungsträgerIn - darf sich nur nach Mehrheitsmeinungen richten; niemandem bleibt es erspart, sich der nüchternen Sach- und Gewissensfrage nach der Richtigkeit einer Entscheidung zu stellen. Für ChristInnen hat sich im Sinne des Evangeliums so ein Urteil v.a. an der Sichtweise der jeweils Schwächeren und Benachteiligten zu orientieren. Und die sind jedenfalls selten in der Mehrheit...
Toleranz
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung, Mai 2001
Die Haltung der Offenheit und der Toleranz wird im Rahmen des
heurigen Jahresthemas der Katholischen Frauenbewegung immer wieder genannt,
wenn es um das Suchen von "Brückensteinen" in den Beziehungen
zwischen den Generationen geht. Toleranz ist auch DAS Thema der Aktion "Land
der Menschen - aufeinander zugehen", der sich die Katholische Aktion
vom Beginn an stark verbunden fühlt. Toleranz - eine unerreichbare Zielvorstellung
oder etwas, dem wir uns in Schritten immer wieder nähern können?
Die Katholische Aktion versucht seit Beginn dieses Arbeitsjahres, Schritte
der Annäherung zu tun, indem sie sogenannte "Kontaktgespräche"
führt mit Organisationen, die sich um Menschen annehmen, die wir alle
üblicherweisenicht im Blickfeld haben. Als Hörende will die Katholische
Aktion mehr über die Situation dieser Menschen erfahren. Bisherige Gesprächspartner
waren Organisationen für Aidskranke, Homosexuelle, Obdachlose, Prostituierte
und psychisch Beeinträchtigte. Wir alle haben bei diesen Gesprächen
bemerkt, wie oberflächlich wir gemeinhin die Situation der Betroffenen
gesehen haben und welch eine andere Sicht uns durch ein erstes Näherkommen
ermöglicht wurde. Ein Schritt, damit Toleranz und aufeinander Zugehen
keine Worthülse bleibt.
Toleranz II
Dr. Franz Rohrhofer, ehemaliger Vizepräsident
der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen Frauenbewegung,
August 2001
Tolerant zu sein scheint im ursprünglichen Wortsinn gar
nicht so schwer. Das lateinische "tolerare" bedeutet ja lediglich
"erdulden", "ertragen". So hat Kaiser Konstantin 313 n.
Chr. im Toleranzedikt von Mailand die Christen eben "geduldet",
was zunächst nichts anderes hieß als: Sie wurden nicht mehr vertrieben,
gefoltert und erschlagen. Tolerant waren die Menschen auch gegenüber
den Juden, den Aussätzigen oder dem "unwerten" Leben, wenn
sie sie ins Ghetto, auf einsame Inseln oder in geschlossene Anstalten abschoben.
Und wenn die Türken hierzulande auf der Straße ihre kleinen Feste
feiern, kann man ja so tolerant sein, sie zu dulden und auf die andere Straßenseite
zu wechseln, um ihnen nicht zu nahe zu kommen. So gesehen ist Toleranz nicht
wirklich eine übermenschliche Kunst. Sie verlangt von uns nur Passivität,
Rückzug, Wegschauen.
Die Sache sieht schon anders aus, wenn wir den Begriff "tolerant"
negativ drehen. Wer intolerant ist, ist unduldsam, erträgt den anderen
nicht, greift ihn aktiv an. Diese aktive Form der Beziehung sollte auch das
Ziel von Toleranz im christlichen Sinn sein. Nicht nur dulden und ertragen,
sondern hinsehen, zuhören und auf den anderen zu- und eingehen. Da wird's
schon schwieriger, weil wir den eigenen Standpunkt vorübergehend verlassen
oder zurücknehmen, um uns zu öffnen für die andere Meinung,
das Anderssein, vielleicht das Fremdsein. Die Bibel hat ein anderes Wort dafür.
Sie spricht von Liebe. Es heißt dort eben Nächstenliebe und nicht
nur Nächstenduldung.
Schritte zum guten Miteinander
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in "ConAction", Zeitung der Katholischen Jugend, Mai 2001
Familienleben, das bedeutet auch immer, dass Menschen, die verschiedenen Generationen angehören, ihr Leben teilen. Dass das, trotz vieler Bemühungen eine große Herausforderung bleibt, erleben wir alle immer wieder. Bei Alt und Jung besteht eine tiefe Sehnsucht nach Verstandenwerden und Angenommenwerden durch die andere Seite. Doch im konkreten Alltag kommt es bei den Beziehungen zwischen den Generationen immer wieder zu Reibereien. ,,Die verstehen uns ja doch nicht", meinen die Jungen, und die Älteren stellen oft resignierend fest: ,,Mit uns redet niemand mehr. Wir erfahren nichts mehr."Es geht also um das möglichst gute Miteinander, trotz der Gefahren eines Nebeneinanders oder sogar Gegeneinanders. Es geht um den Dialog zwischen den Generationen, um das genaue Hinhören, damit wir erfahren, was der/die andere wirklich meint, nicht um das, was wir hören wollen, was er/sie unserer Ansicht nach meinen sollte. Es geht um ,,aktive" Toleranz als Gegenteil von Resignation und Gleichgültigkeit dem/der anderen gegenüber. Es geht um Überlegungen, die hilfreich sein können, nicht zu vergessen, dass die verschiedenen Generationen einander nicht nur bedingen, sondern auch brauchen.Kinder etwa, die die Großelterngeneration nicht mehr erfahren, Geschichte nicht mehr ,menschgeworden" erleben, mit all den möglichen Reibepunkten natürlich, wenn es etwa um Werthaltungen geht, werden starken Nachholbedarf haben, wollen sie nicht kurzsichtig innerhalb der eigenen Generation steckenbleiben. Und die, die schon länger auf der Welt sind, brauchen den LIVE-Kontakt mit der Zukunft, mit der jungen Generation, um nicht in der Sehnsucht nach dem ,,verlorenen Paradies", der ,,guten alten Zeit" zu verharren. Sie müssen sich zum Mitträumen hinreißen lassen in Richtung einer Zukunft, die, unabhängig von zeitlicher Länge, darin besteht, sich nicht nur auf die in der Vergangenheit gewonnenen Erfahrungen zu beziehen und daraus Stärke zu gewinnen, sondern sich offen zu halten für Neues, für jeden neuen Tag, unabhängig davon, wie viele noch bevorstehen werden. Das Lebenselixier heißt ,,Neugierde", offen sein für unerwartete Lösungen, staunen können, dass es auch anders als erwartet geht.Es geht vor allem auch um Solidarität zwischen den Generationen, wie sie z.B. ganz konkret im Hinblick auf die Altersversorgung im sogenannten Generationenvertrag festgeschrieben ist: Du bist mir ,,lieb und teuer" , auch wenn du mir teuer kommst. Schließlich sind ein gegenseitiges sich Gelten-Lassen, ein guter Ausgleich zwischen Geben und Nehmen und eine gesunde, notwendige gegenseitige Abgrenzung wesentliche Hilfen bei der Gestaltung eines zufriedenstellenden Miteinanders der Generationen.
Gesunde Männer. Gesundheit
braucht bewusste Lebensgestaltung
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne im "Rufer", Zeitung der Katholischen Männerbewegung,
März 2001
"Gesundheit" wird leider oft als "Konsumgut"
gesehen, das wir einfach so kaufen können. Viel zu wenig beachtet wird
der Aspekt der ganzheitlichen, gesunden Lebensführung, bei der es um
mehr geht als Vollwerternährung oder Fitness.
Unsere Gesellschaft, unsere Kirche braucht "gesunde" Männer
und Frauen, körperliches Wohlbefinden ist dabei das eine: Gerade auch
Personen mit chronischen "Krankheiten" oder Menschen mit Behinderungen
sind oft ein Schatz voll Vitalität, Einfallsreichtum und spürbarem
Glauben. Gesundheit ist ein Stück weit eine Lebenseinstellung, bei der
es auch um positives Denken sowie um gegenseitige solidarische Unterstützung
gehen soll, keineswegs aber um Körperkult oder Wertung.
Gerade die Fastenzeit bietet Gelegenheit, sein Leben in dieser Hinsicht zu
überdenken und zu neuen Ufern aufzubrechen.
Wichtig erscheint mir allerdings auch, dass von gesundheitspolitischer Seite
der "vorausdenkende" Ansatz mehr Gewicht bekommt: Das beginnt bei
ganzheitlicher Geburtsberatung, in die Mutter und Vater einbezogen sind. Das
geht weiter mit Projekten wie "Bewegte Schule", Gesundheitsprogrammen
in Betrieben oder sportlichen Angeboten für die Familie vor Ort. Fixpunkte
dieses Ansatzes müssten Lebensstilberatung und Unterstützung in
schwierigen Lebenssituationen sein.
Eines dürfen wir nicht vergessen: Nicht alles ist planbar und vermeidbar.
Manches bleibt Geschenk, aber auch fallweise schwer zu tragende Lebensaufgabe.
"Gesunde" Männer und Frauen sind also letztlich die, in deren
Lebensweise der Hausverstand nicht fehlt, die sich aber offene Augen für
den "ganzen" Menschen bewahren, der unabhängig vom körperlichen
Zustand ein von Gott Geliebter ist.
Beziehung ermöglichen statt Geld
spenden?!
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion
Kolumne in der Zeitung der Katholischen
Arbeitnehmer/innenbewegung, März 2001
Bei einem Kontaktgespräch des Präsidiums der Katholischen
Aktion mit Einrichtungen aus Linz, die Obdachlose oder von Obdachlosigkeit
bdrohte Menschen betreuen, wurde auch die finanzielle Versorgung thematisiert.
Die Vertreter/innen der Einrichtungen meinten dazu, dass die materielle Absicherung
auf Sozialhilfe-Niveau für ca. 90 % der Wohnungslosen gegeben ist. Ca.
10 % der Wohnungslosen fallen aus dem finanziellen Sicherungsnetz heraus,
weil sie bestimmte Auflagen nicht einhalten bzw. nicht einhalten können
oder erst den Antrag auf finanzielle Leistungen stellen müssen. Sinnvoller
wäre es, statt den Menschen auf der Straße das Geld direkt zu geben,
es den Einrichtungen zu spenden, die in der Einzelbetreuung dann nach Bedarf
dieses Geld an die wohnungslosen Menschen weitergeben. Noch wichtiger aber
wäre es, statt Geld zu geben, Beziehungen zu ermöglichen. Viele
obdachlose Menschen leiden an Beziehungslosigkeit, daher ist der Kontakt und
das Zugehen auf an den Rand gedrängten Menschen besonders wertvoll. Die
größte Hilfe für diese Menschen ist eine gelungene Integration
in ein soziales Umfeld. Dies ist eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe,
die viel besser wirkt als ein paar "Almosen" auf der Straße
zu geben. Es wurden bereits konkrete "Patenschaften" von kirchlichen
Gruppen und Schulen übernommen, bei denen die Frei-Zeit-Gestaltung und
damit die Beziehungsermöglichung im Vordergrund steht. Die Ermunterung,
sich konkret auf Menschen einzulassen, mit ihnen ein Stück des Weges
zu gehen, war ein konkretes Ergebnis dieses Kontaktgespräches.
Fasching
Dr. Franz Rohrhofer, ehem. Vizepräsident der
Katholischen Aktion,
ehem. Chefredakteur im ORF OÖ und Chefredakteur
des Neuen Volksblattes in Linz und Vizepräsident der Kath. Aktion OÖ
Kolumne in Boje, Zeitung der Katholischen Jungschar,
Jänner 2001
Haben Sie schon einmal überlegt, wo das Wort Fasching herkommt? Das Wort, das so lustig klingt, hat einen ernsten Ursprung. Es verstecken sich darin die Worte "Fasten" und "Schank". In der Nacht vor der Fastenzeit wurde noch einmal ordentlich eingeschenkt, dann begann die lange Zeit der Einkehr. Irgendwann in der jahrhunderte langen Geschichte dieses Wortes hat sich noch ein lustiges "i" hineingeschummelt und so denken wir heute bei "Fasching" an Fröhlichkeit, Ausgelassenheit und eine närrische Zeit. Das soll auch so sein, doch sollten wir uns auch einmal daran erinnern, das die Fast-Nacht - die letzte Nacht vor dem großen Fasten - ursprünglich nur ein Übergang war, nicht Selbstzweck. Viele, die heute ausgelassen feiern, haben den zweiten Teil dieser alten Geschichte aus den Augen verloren. Im Gegenteil: Der Heringschmaus am Aschermittwoch, ursprünglich der Übergang vom Fleisch zu Fisch, strotzt heute nur so von kulinarischen Köstlichkeiten - der arme Hering spielt auf der Speisekarte dieses Fasttages nur mehr eine kümmerliche Rolle. Natürlich sollen Sie sich die Lust an einem fröhlichen Fasching nicht durch die Aussicht auf eine lange Fastenzeit vermiesen lassen. Aber zu einem Christen gehört doch, meine ich, beides. Eine Zeit, in der man sich ein wenig vergisst, und eine Zeit, in der man wieder zu sich selber finden kann. Das Fasten wird gerne mit Enthaltsamkeit gleichgesetzt. Die ist aber höchstens Mittel zum Zweck. Wichtiger ist doch der Blick auf das Ziel, der uns durch manche Gewohnheiten, auf die wir ruhig einmal verzichten sollten, verbaut wird. Im Wort "Fasten" steckt das Wort "fest". Man könnte auch sagen: Fasten soll uns das Festhalten an unseren eigenen Zielen erleichtern. Auf die Fröhlichkeit des Faschings brauchen wir auch in der Fastenzeit nicht verzichten. Ein großer Denker, der kein Christ war, hat sich einmal gewundert, warum die Christen mit ihrem befreienden Glauben nicht fröhlicher wirken. Vielleicht, weil sie vor lauter Fasten auf die Fröhlichkeit des Faschings vergessen.
Modefarbe Taxi-Orange
Dr. Franz Rohrhofer, ehem. Vizepräsident der
Katholischen Aktion, ehem. Chefredakteur im ORF OÖ und Chefredakteur
des Neuen Volksblattes in Linz
Kolumne in Impulse, Zeitung der Katholischen Jugend,
November 2000
Ob Rosarot oder Himmelblau - Modefarbe scheint derzeit eindeutig
Taxi-Orange! Wie sonst könnten Hunderttausende Jugendliche sich für
diese Art von Wirklichkeit, Reality, im Fernsehen begeistern.
Hinter der orangen Wirklichkeit versteckt sich aber Realität, über
die nachzudenken es sich lohnt. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Himmelblau
dominiert und fast ausschließlich Rosarot aus dem Container im Kutscherhof
geschmissen wird? Damit sind wir schon beim Kern der Reality-Seifenoper: Sie
hält sich ganz an überkommene Klischees und macht sie zur allein
seligmachenden Wirklichkeit. Das beginnt schon bei der Auswahl der Kandidaten:
Lauter schöne, "typische" Menschen, wie sie im Klischee-Lehrbuch
stehen - Softy-Chris, Macho-Max, Naturbursch Walter oder Tränen-Linda!
Ein Schwarzafrikaner oder Türke würde diese angeblich heile Welt
nur stören. Und nichts, was da zufällig passiert, passiert ohne
sorgfältig-hinterlistige Regie. Ob ein Fußball-Star zufällig
ins orange Taxi steigt, im richtigen Augenblick zur Belebung endlich Sex passiert
oder eben eine besonders aufmüpfige Power-Insassin aus der himmelblau
dominierten Männerwelt eliminiert wird. Entschieden wird das Schicksal
der zehn kleinen "Negerlein", die immer weniger werden, nicht im
Container oder im Taxi, sondern am Regieplatz. Das sollte man sich bei allem
Spaß und aller Unterhaltung einmal vor Augen führen. Und macht
es wirklich so viel Spaß, vor laufenden Kameras sein Seelenleben auszubreiten
und menschliche Beziehungen bis hin zum Sex zum prickelnden Schauobjekt abgedroschen
zu sehen? Ich wünsche jedenfalls allen Taxi-Orange-Opfern, dass sie nach
70 Tagen Berühmtsein wenigstens einen guten Psychiater zur Hand haben!
Die täglichen Fernseh-Toten
Dr. Franz Rohrhofer, ehem. Vizepräsident der
Katholischen Aktion, ehem. Chefredakteur im ORF OÖ und Chefredakteur
des Neuen Volksblattes in Linz
Kolumne in "Rufer", Zeitung der Katholischen Männerbewegung,
Oktober 2000
David schlägt Goliath! Brutaler geht es wohl nicht, und
das ist immerhin biblisch. Trotzdem findet sich die Geschichte in allen Schulbüchern
und Kinderköpfen wieder.
Ich führe das Zitat aus dem Alten, auch sonst ziemlich blutigen Testament
nicht zur Entschuldigung für heutige Gewaltszenen in den Medien an. Das
wäre zu billig.
Die Geschichte von David und Goliath führt uns nur vor Augen, dass Gewalt
sehr wohl Inhalt von Medien sein darf und muss, wenn damit ein komplexes Thema
mit einem sinnvollen Hintergrund transportiert werden kann.
David gegen Goliath - das ist der Kampf des Kleinen gegen den Großen,
des Guten gegen das Böse. Oder auch: Der künftige König des
auserwählten Volkes überwindet das alte, überholte System.
Es geht auch in den Medien von heute nicht um die bloße Darstellung
von nackter Gewalt. Wesentlich ist der Kontext, die Erläuterung des Hintergrundes,
die den Leser bewegen sollen.
Ich leugne nicht, dass dieser hehre Grundsatz oft genug verletzt wird. Die
Medien verknappen, verkürzen, dramatisieren die Wirklichkeit noch. Mit
allen Mitteln sollen eben Emotionen, Gefühle geweckt werden.
Hier wird oft übertrieben, gerade in Zeiten der zunehmenden Boulevardisierung
der Medienlandschaft. Das Ziel sollten wir aber nicht aus den Augen verlieren.
Der Mensch will sich bewegen, aufrütteln lassen. Er will Stellung beziehen,
Partei ergreifen. Gewalt schafft Klarheit - das Opfer rührt, der Täter
stößt ab. Bei dieser Identitätsarbeit stellt sich der Leser
leztlich die Frage: Wer bin ich, auf wessen Seite stehe ich?
Das könnte eine Antwort sein auf die Frage, warum der Leser Berichte
über Gewalttaten interessant findet. Sehr oft ist nach solchen Berichten
enorme Anteilnahme zu spüren, wenn eine Zeitung zu Spenden für menschliches
Leid aufruft.
PS: Arbeiten nicht auch kirchliche Einrichtungen sehr bewusst und erfolgreich
mit Beispielen struktureller Gewalt (Not, Verfolgung, Diskriminierung), wenn
es darum geht, die Herzen der Spender zu rühren?
Die Katholische Aktion
mit ihren Gliederungen
sehe ich als unverzichtbaren
Lungenflügel der Kirche
Dr. Bert Brandstetter, Präsident