Hl. Ignatius von Loyola (1491-1556) |
Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, war die Sorge um die einzelnen Mitmenschen immer ein großes Anliegen. Seelsorge heißt für ihn, den Menschen dabei zu helfen, Fortschritte im Leben und Glauben zu machen. Er selbst hat, wo immer es ihm möglich war, Glaubensunterricht gehalten, Menschen geistlich begleitet und ihnen die Exerzitien, die geistlichen Übungen gegeben. Es wollte den einzelnen Menschen mit Gott d.h. das Geschöpf mit seinem Schöpfer in Berührung zu bringen. Und so ist auch zu verstehen, dass das Wort "Gott suchen und finden in allen Dingen" ein Leitmotiv ignatianischer Spiritualität ist. Es will heissen, Gott in allen Situationen - in der Einsamkeit, im Beruf, im Gebet, in der Freundschaft, in der Arbeit, in der Liturgie, im Nächsten, in Trauer und Freude - zu suchen und zu finden. Dazu hat Ignatius seine Mitmenschen und nicht zuletzt auch seine Gefährten ermutigt und ermuntert.
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IHS-Monogramm in der Ignatiuskirche Linz (Hauptaltar unten) |
Es wäre aber eine unvollständige Ignatianische Spiritualität, wenn sie nur in der Kontemplation verhaftet bliebe. Ignatius war nicht zuletzt durch seine eigene Lebenserfahrungen Realist genug um zu erkennen, dass eine einseitig übertriebene “Verspiritualisierung der Dinge” auch einen Mangel an Realitätssinn verbergen könnte.
So gehören für ihn die Kontemplation und das aktive Tun in den Werken der Nächstenliebe untrennbar zusammen. Es war Ignatius selbst, der seinen Mitbrüdern, die am Konzil von Trient als Theologen teilnahmen, aufforderte, sich während der Sitzungspausen um die Kranken in den Spitälern zu kümmern.
Für Ignatius ist jeder Mensch “auf dem Weg”. Wie auf jedem Weg gibt es auch auf dem spirituellen Weg wichtige Wegkreuzungen, an denen es gilt, nach vorheriger Unterscheidung Entscheidungen zu treffen. Ignatianische Spiritualität ist eine Spiritualität der Unterscheidung, der Entscheidung und der Entschiedenheit, in aller Freiheit.
Ignatius von Loyola (1491-1556) hat der Kirche vor allem mit den "Exerzitien" (Geistlichen Übungen) ein reiches spirituelles Erbe hinterlassen.
Ignatianische Exerzitien sprechen den ganzen Menschen an, alle Dimensionen der menschlichen Wirklichkeit: Phantasie, Bilder, Geschichten, die Lebensgeschichte, alle leiblichen und geistlichen Sinne, Gefühle, Regungen, die Herzmitte, den Personkern des Menschen. So wie Ignatius sagt, man solle Gott in allem suchen und finden, so könnte man sagen, man solle beten mit allen Kräften, die den Menschen ausmachen.
Die Exerzitien wollen über das eigene Leben mehr Klarheit geben und den Menschen neu auf Gott hin ausrichten helfen.
Konkrete Angebote für Exerzitien finden Sie unter:
Grundkurs Ignatianische Spiritualität