Montag 23. Oktober 2017

"Fiesta Romero" in Wien legte Fokus auf EZA-Stärkung

Bischof Oscar Romero

Die Träger und FreundInnen des größten entwicklungspolitischen Preises Österreichs, des Romero-Preises, feierten am Freitag, 21. November 2015 in Wien mit einer "Fiesta Romero" den 35. Jahrestag seiner Initiierung.

Mit einer "Fiesta Romero" gedachte die Katholische Männerbewegung Österreich (KMBÖ) am Freitagabend in Wien des im vergangenen Mai seliggesprochenen salvadorianischen Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero (1917-1980). Gleichzeitig wurde im Beisein zahlreicher früherer Preisträger das 35-Jahr-Jubiläum des "Romero Preises" gefeiert, der seit 1980 von der entwicklungspolitischen Aktion "Sei so frei" der KMBÖ vergeben wird.

 

An dem Festakt im "Haus der Industrie" nahmen u.a. auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Bischof Klaus Küng und die Präsidentin der Katholischen Aktion, Gerda Schaffelhofer teil. Im Fokus der Reden stand einmal mehr die Forderung nach mehr staatlichen Geldern für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA).

KMBÖ-Vorsitzender Leopold Wimmer sagte, Erzbischof Romeros Anliegen für soziale Gerechtigkeit seien heute "aktueller denn je". Man müsse sich daher das Schaffen Romeros immer wieder vor Augen führen. "Wir wollen den Menschen die es brauchen zur Seite stehen, egal ob es Flüchtlinge in unserem Land oder Menschen in den ärmsten Ländern der Welt sind", betonte Wimmer die Anliegen der Aktion Katholischen Männerbewegung. Besonders in der Entwicklungszusammenarbeit ermögliche man durch die von der Aktion "Sei so frei" unterstützten Projekte "Hilfe zur Selbsthilfe".

Kritik übte Wimmer an der Höhe der staatlichen EZA-Ausgaben. "Wir appellieren dringend für eine Aufstockung der EZA-Mittel. Österreich ist in diesem Bereich weit hinterher", sagte Wimmer. Eine Anhebung sei auch eines der wirksames Mittel gegen Flüchtlingsbewegungen. "Gerade Projekte, die Menschen vor Ort Chancen zum Leben geben, sind eine der wirksamsten Mechanismen, um Flüchtlingsbewegungen erst gar nicht in Gang kommen zu lassen."

Die Bundesregierung müsse bei der Aufstockung der EZA-Mittel ihre "Hausaufgabe erfüllen und aktiv werden", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer in seinen Grußworten bei der Veranstaltung. Man spreche viel über die Problematik ohne Handlungen zu setzen, hier müsse sich in Zukunft etwas ändern, so der SPÖ-Politiker. Die Katholische Männerbewegung würdigte er als Institution, die für soziale Gerechtigkeit stehe. Dies sei heute wichtiger denn je. Mitmenschlichkeit und Respekt prägten als Grundpfeiler nicht nur die KMB, sie seien auch in der Gesellschaft von großer Bedeutung, so Hundstorfer. Jeder könne einen Beitrag zu einem besseren Miteinander leisten, wenn er nur will, zeigte sich der Sozialminister überzeugt.

"Amazonas"-Bischof Erwin Kräutler musste seine geplante Teilnahme an der "Fiesta Romero" absagen. Er wandte sich jedoch in einer Videobotschaft an die Festgäste. Darin hob er die entwicklungspolitische Arbeit der Katholischen Männerbewegung als "ganz besonders wichtig" hervor. "Wir müssen unsere Herzen öffnen und die Hände zueinander ausstrecken", so Kräutler, der 1988 selbst mit dem Romero-Preis ausgezeichnet wurde.

In einer Interviewrunde berichteten Romero-Preisträger früherer Jahre vom anhaltenden Erfolg ihrer Projekte. Pater Gabriel Mejia aus Kolumbien (Romero-Preis 2008) setzt sich für Straßenkinder ein, indem er ihnen Unterkunft in Heimen sowie Therapien anbietet. Das von ihm geleitete Projekt "Hogares Claret" helfe 4.500 Kindern und Jugendlichen. Viele davon seien direkt oder indirekt durch die Gewalt betroffen, schilderte Mejia, der dem Claretinerorden angehört. In der von der Brasilianerin Janira Souza da Franca (Romero-Preis 1992) gegründeten Agrarfachschule "Escola Agricola Comunitaria Margarida Alves" (EACMA) wird den Menschen der Umgang mit umweltschonenden und effizienten Agrartechnologien näher gebracht. Gleichzeitig setzt sie sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Saria Amillen Anderson (Romero-Preis 2010) versucht zur Verbesserung der Lebensbedingungen in ihrer Heimat Tansania beizutragen. Ihr Projekt, von dem in den vergangenen 15 Jahren mehr als 100.000 Menschen profitiert haben - fördert den Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Produktion eigener Lebensmittel, Wiederaufforstung und die Auseinandersetzung mit dem Tabuthema HIV/Aids.

 

 

Romero-Statue 2014
Romero-Statue 2014. © KMB

 

Romero-Preis


Der mit 10.000 Euro dotierte Oscar-Romero-Preis Preis gilt als eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit in Österreich. Heuer wurde die Vergabe des Preises nach KMBÖ-Angaben mit Blick auf das 35-Jahr-Jubiläum bewusst ausgesetzt. Künftig wolle man die Auszeichnung noch stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern.

 

(Info: www.seisofrei.at)


Kathpress

Oft nachgefragt
Aus den Pfarren
Eröffnung von Kinderbetreuungseinrichtungen in Pettenbach

Eröffnung von Kinderbetreuungseinrichtungen in Pettenbach

Der Pfarrcaritas Kindergarten und Krabbelstube feierten die offizielle Eröffnung der Räumlichkeiten und des Gartens....

Hubertusmesse

Hubertusmesse der Jägerschaft des Bezirkes Ried i.I.

In der Stiftspfarre Reichersberg feierten die Jäger.

Schönauer Kirche

Pfarre Bad Schallerbach: Kalender Schönau

Der Verkaufserlös eines Kalenders mit Motiven der Filialkirche soll die Renovierungsarbeiten der Schönauer Kirche...

Johannesweg

kfb Ried im Traunkreis unterwegs auf dem "Johannesweg"

"60 Jahre Kath. Frauenbewegung" waren war der Anlass für die Pilgerwanderung im Mühlviertel von 10l. bis 12. Oktober...
Impulse
Soziale Botschaft der Woche

Klimaschutzbericht: „Weiter wie bisher“ ist keine Option

Mit dem Klimaschutzbericht legt das Umweltbundesamt umfangreiche Informationen zu den Treibhausgas-Emissionen in...
Bibelwort
Gipfelkreuz m. Regenbogen

Bibelwort zum Tag

Mo, 23. Oktober2017: Röm 4,20–25 Der Glaubende hat es heute nicht leicht.
Neuer Raum im Neuen Dom
Christlich geht anders - jetzt unterschreiben!
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
TEL: 0732 / 7610 - 1170
FAX: 0732 / 7610 - 1175

DVR: 0029874(117)

www.dioezese-linz.at
post@dioezese-linz.at
http://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: