Initiative Christlicher Orient und Freunde des Turabdin

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KATHPRESS-BERICHT vom 22. 12. 2011:

Bethlehem: Weihnachtsfeiern für Kinder dank Hilfe aus Österreich

"Initiative Christlicher Orient" stellt Caritas Jerusalem 20.000 Euro für Weihnachtsfeiern und Geschenke zur Verfügung

Wien-Jerusalem, 22.12.11 (KAP) Die Caritas Jerusa-lem organisiert vor Weihnachten in Bethlehem Weihnachtsfeiern in Kindergärten, Volksschulen, aber auch in Heimen für Senioren und für Behinder-te. Bei diesen Feiern werden Geschenke an Kinder und Senioren verteilt. Finanziert werden diese Feiern und Geschenke von der in Oberösterreich ansässigen "Initiative Christlicher Orient" (ICO). Die ICO stellte der Caritas des Lateinischen Patriarchats von Jerusa-lem dafür heuer 20.000 Euro zur Verfügung, wie es in einer Presseaussendung heißt.

Der Betrag kommt aus dem Erlös, den der Verkauf von Olivenholzarbeiten aus Bethlehem und Nachbardörfern erbringt. ICO-Obmann Hans Hol-lerweger: "So wird den Bewohnern von Bethlehem doppelt geholfen. Wir kaufen die Produkte vor Ort zu einem fairen Preis und verhelfen so den Handwer-kern zu einem Einkommen. Der Gewinn aus der Verkaufsaktion in Österreich geht ebenfalls wieder nach Bethlehem."

In der Not, die kinderreiche Familien in der Region Bethlehem besonders hart trifft, seien die Caritas-Geschenke oft die einzigen, die die Kinder erhalten, betont der ICO-Obmann. Die Caritas schenke dabei fast ausschließlich notwendige All-tagssachen wie Kleidung, dazu aber auch Süßigkei-ten, "die zum Weihnachtsfest einfach dazu gehören", so Hollerweger: "Für hunderte Kinder und Senioren wird so Weihnachten erlebbar."

Die Verkaufsaktion "Licht für Bethlehem" der ICO wird in diesem Jahr bereits zum 12. Mal durch-geführt. Obwohl sich die wirtschaftliche Lage in Bethlehem durch den zunehmenden Tourismus etwas gebessert hat, sei Hilfe dringend notwendig, so Hollerweger. Die Mauer, die Israel von den Palästi-nensergebieten trennt, verhindere eine wirkliche Änderung der Lage, weil kaum jemand einer Arbeit in Jerusalem nachgehen könne. Hollerweger: "Die eigentliche Not ist die Isolierung von der Außenwelt, die vor allem die Jugend hart trifft und die in dieser Situation keine Zukunft sieht."

Hilfe im Irak und Libanon

Die vom Linzer Theologen em.Prof. Hans Hollerwe-ger begründete "Initiative Christlicher Orient" hat es sich - neben intensiven Kontakten mit den orientali-schen Christen und konkreter Hilfeleistung - zur Aufgabe gemacht, die Information über die Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten zu ver-bessern. Dem dient auch die Zeitung "Information Christlicher Orient", die vier Mal jährlich erscheint.

Stark engagiert ist die ICO im Nordirak, wo zahlreiche christliche Dörfer finanziell und materiell unterstützt werden. Auch im Libanon setzt die ICO konkrete Taten. Vor wenigen Wochen wurde bei-spielsweise im Kloster Deir Jenine im Nordlibanon eine von der ICO - mit Hilfe der Oberösterreichi-schen Landesregierung - gesponserte Ölpresse in Betrieb genommen. Mit der neuen Ölpresse konnten für die christlichen Dörfer der Umgebung einige Arbeitsplätze geschaffen werden, so Hollerweger. Gleichzeitig werde die Wirtschaft generell wieder angekurbelt. Nicht nur christliche Bauern sondern auch muslimische würden ihre Oliven in der neuen Anlage pressen lassen. Das nächste Hilfsprojekt vor Ort wird eine Bewässerungsanlage für 2.500 vom Kloster neu gepflanzte Olivenbäume, kündigte Hol-lerweger an.

(Infos: www.christlicher-orient.at)

Christen im Orient: Hochkarätige Tagung mit Kardinal Koch in Salzburg

Präsident des Päpstlichen Einheitsrates sowie der für die arabische Halbinsel zuständige Bischof Hinder refe-rieren im September bei der Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient"

Wien, 09.08.11 (KAP) Die aktuelle Lage der Christen im Orient steht im Mittelpunkt der 14. Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) vom 19. bis 20. September im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg. Prominenteste Gäste und Redner sind Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, und der für die arabische Halbinsel zuständige Bischof Paul Hinder. Eröffnet wird die Tagung unter dem Motto "Aufbruch im Orient" vom Linzer Bischof Ludwig Schwarz.

Kardinal Koch wird am 19. September um 20 Uhr in einem öffentlichen Vortrag eine Standortbe-stimmung der Ökumene liefern und über die Arbeit des Einheitsrates berichten. Bischof Hinder berichtet am 20. September um 9 Uhr über die prekäre Lage der Christen in den Golfstaaten.

Einerseits gehe es bei der Tagung um den "politischen Aufbruch" im Orient, berichtet ICO-Obmann Hans Hollerweger im "Kathpress"-Gespräch. Andererseits werden die Teilnehmer die Auswirkungen der vatikanischen Bischofssynode zum Nahen Osten im Herbst 2010 auf das Leben der Christen in der Region beraten. Das "höchst aktuel-le" Tagungsthema führe die Teilnehmer "in ein Ge-biet, in dem derzeit wirklich ein Aufbruch stattfindet, bei dem sich das Schicksal und die Zukunft der Christen entscheiden wird", so Hollerweger.

Zentrales Anliegen der Nahost-Synode im Vor-jahr war nicht nur die bessere Zusammenarbeit der katholischen Kirchen des Orients, sondern auch die Verbesserung der ökumenischen Beziehungen zu den anderen christlichen Kirchen. Zu dieser Thema-tik wird u. a. der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, in Salzburg referieren. Weiters nimmt dazu der in Jerusalem tätige Orient-Experte Fr. Franz Bouwen Stellung. Der Salzburger Journalist Martin Stricker soll indes der Frage nachgehen, wohin die Demokra-tiebewegungen im Nahen Osten führen könnten.

Die ICO-Jahrestagung findet in Zusammenar-beit mit "Pro Oriente Salzburg" und dem "Mayr-Melnhof Institut für den Christlichen Osten" statt.

Die vom Linzer Theologen em. Prof. Hans Hollerweger begründete "Initiative Christlicher Ori-ent" hat es sich - neben intensiven Kontakten mit den orientalischen Christen und konkreter Hilfeleis-tung - zur Aufgabe gemacht, die Information über die Situation der Christen im Nahen und Mittleren Osten zu verbessern. Dem dient auch die Zeitung "Information Christlicher Orient", die vier Mal jähr-lich erscheint. Die Zeitung sowie auch Details zur Jahrestagung sind im Internet unter www.christ-licher-orient.at abrufbar.

Erneut Papstappell zu Syrien und Libyen
„Den legitimen Forderungen der Bürger Rechnung tragen“: Das fordert Papst Benedikt XVI. von der syrischen Regierung. Beim Angelusgebet in Castelgandolfo appellierte er am Sonntag, 7. 8., der Gewalt in dem Land ein Ende zu bereiten:

„Mit großer Sorge verfolge ich die immer dramatischeren gewalttätigen Zwischenfälle in Syrien, die zahlreiche Opfer gefordert und schweres Leid hervorgerufen haben. Ich bitte die Katholiken um ihre Gebet: Mögen die Anstrengungen um Versöhnung stärker sein als alle Trennung und Hass. Zudem erneuere ich meinen dringenden Appell an die Regierung und die Bevölkerung, so zügig wie möglich das friedliche Zusammenleben wieder herzustellen und den legitimen Forderungen der Bürger Rechnung zu tragen, unter Beachtung ihrer Würde und zur Förderung der Stabilität in der Region.

KATHPRESS-Tagesdienst Nr.182, 05. August 2011 Seite 4/5

Weltjugendtag: Auch Jugendliche aus dem Irak nehmen teil

"Initiative Christlicher Orient" finanziert 20 chaldäisch-katholischen Christen aus Kirkuk die Reise nach Madrid - Initiative führt jedes Jahr mehr als 30 Hilfsprojekte im Nordirak durch

Linz, 05.08.11 (KAP) Am Weltjugendtag in Madrid (16. bis 21. August) werden auch junge Christen aus dem Irak teilnehmen. 20 chaldäisch-katholische Jugendliche aus Kirkuk im kurdischen Teil des Landes werden die Möglichkeit dazu erhalten, teilte die "Initiative Christlicher Orient" (ICO) mit, die für die Finanzierung der Reise aufkommen wird. Begleitet werden die Jugendlichen von einer Gruppe französischer Jugendlicher, die sich bereits seit einigen Wochen im Nordirak aufhalten und christliche Dörfer und Familien besuchen.

Die in Linz ansässige "Initiative Christlicher Orient" (ICO) bemüht sich seit mehr als 20 Jahren, über die Christen im Nahen Osten zu informieren, sie finanziell zu unterstützen und Begegnungen zu ermöglichen. Die Unterstützung für die irakischen Jugendlichen ist eines von mehr als 30 Hilfsprojekten, das die ICO jedes Jahr im Nordirak durchführt.

Vor allem in der Diözese Zakho-Dohuk unterstützt ICO christliche Flüchtlingsdörfer. Allein im heurigen Jahr habe man schon 27 Projekte durchgeführt, so ICO-Obmann Hans Hollerweger im "Kathpress"-Gespräch. Als Beispiel nannte er die Errichtung eines Gewächshauses im Dorf Nafkandala, in dem 60 christliche Familien leben.

Weitere Projekte in der Region würden etwa die Wasserversorgung, die Einrichtungen für Kindergärten, die Anschaffung von Kleinbussen für den Transport von Schülern oder medizinische Hilfe betreffen.

Einmal mehr bekräftigte Hollerweger seinen Appell, den Christen im Irak verstärkt zu helfen. Er würde sich noch viel mehr Hilfe von verschiedenen Institutionen und Organisationen wünschen, so Hollerweger.

In den 1970er-Jahren wurden die Christen vom Regime Saddam Husseins aus ihrem Land im Nordirak vertrieben und mussten nach Bagdad oder in den Süden des Irak flüchten; seit 2003 sind viele vor dem islamistischen Terror aus den Städten in ihre ländlichen Ursprungsgebiete zurückgekehrt. Doch es fehle an Zukunftsperspektiven, so Hollerweger.

Es gibt auch positive Entwicklungen

Neben den vielen Schreckensnachrichten von Terror und Gewalt, die immer wieder aus dem Irak kommen, gebe es aber auch positive Zeichen. Hollerweger verwies etwa auf die jüngste Einweihung der St. Paulus-Kirche bei Kirkuk: Die kleine provisorische Kirche im Dorf Sikanayan - rund 10 Kilometer von Kirkuk entfernt - sei die erste Kirche, die seit dem Einmarsch der Truppen der USA und ihrer Verbündeten 2003 im Irak errichtet wurde.

Der Bau sei durch viele Spenden ermöglicht worden, auch Staatspräsident Jalal Talabani habe 10.000 Dollar gegeben. An der Einweihungsfeier nahmen auch Vertreter der Behörden und muslimische Geistliche teil.

Sikanayan wurde und wird von der kurdischen Regierung als rein christliches Dorf errichtet, die Baugründe werden zur Verfügung gestellt. 40 Familien haben bereits ihre Häuser gebaut, weitere 160 Familien seien dazu entschlossen, berichtete Hollerweger. Mit diesem Projekt wollten die Behörden die vor allem aus Bagdad geflohenen Christen ermutigen, im Land zu bleiben und nicht auszuwandern. Noch gebe es eine deutliche christliche Präsenz im Land, so Hollerweger. Er verwies auf die Stadt Karakosh, rund 25 Kilometer von Mossul entfernt. In der Stadt lebten großteils Christen, rund 35.000 an der Zahl. Von Attentaten sei die Stadt bislang weitgehend verschont geblieben, was vor allem auch darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die Christen eine eigene, rund 1.500 Mann starke Miliz aufgestellt haben.

Diese Entwicklung wird allerdings auch skeptisch beurteilt. So meinte etwa Louis Sako, Erzbischof von Kirkuk, dass damit die Trennung der Menschen nach ihrer Religionszugehörigkeit vorangetrieben werde. Sako fordert vielmehr eine professionelle Polizei und Armee, die alle Bürger gleichermaßen, unabhängig von Religion oder Ethnie, schützt. (Informationen unter: www.dioezese-linz.at/einrichtungen/ico )

Zum Weltjugendtag in Madrid publiziert "Kathpress" ein Themenpaket, das laufend aktualisiert wird. Alle Meldungen können unter www.kathpress.at/weltjugendtag abgerufen werden.

Vorsitzender der Initiative Christlicher Orient Dr. Hollerweger zum Terror gegen die Christen

Der Vorsitzende der Initiative Christlicher Orient (ICO) Dr. Hans Hollerweger (Linz) nimmt zu den Anschlägen gegenüber Christen und Christinnen Stellung. Er besucht regelmäßig die Christen im Orient und kann aufgrund reicher Erfahrung sprechen:
 
„Der Anschlag auf die syrisch-katholische Kathedrale in Bagdad am 31. Oktober mit fast 60 Toten und der neuerliche Anschlag vor einer koptisch-orthodoxen Kirche in Alexandria in Ägypten nach der Mitternachtsmesse zum Neujahrstag mit 17 Toten haben zu weltweiten Protesten gegen den Terror geführt. ‚Diese niederträchtige Geste des Todes – ebenso wie jene, Bomben vor die Häuser von Christen im Irak zu legen, um sie zum Auswandern zu zwingen – beleidigt Gott und die gesamte Menschheit, die eben für den Frieden betete und mit Hoffnung in ein neues Jahr ging’, so Papst Benedikt. Christen und Muslime gingen in Ägypten auf die Straßen und protestierten gemeinsam gegen das Attentat.

Die Christen wollen in ihrer Heimat bleiben
In beiden Ländern; Irak und Ägypten, lebten vor wenigen Jahrzehnten Christen und Muslime friedlich nebeneinander. Erst mit dem Erstarken fundamentalistischer Kräfte wird das Miteinander gestört und eine Kluft geschaffen, die auch von der Mehrheit der Muslime abgelehnt wird. Fundamentalisten wollen die besseren und eigentlichen Gläubigen sein: Wahabiten, Muslimbrüder und Al Qaida handeln im Namen der Religion. Sie bringen damit den Islam, zu dem sie gehören und auf den sie sich berufen, in ein schiefes Licht. Nicht selten ist es offensichtlich, dass sie vom Ausland her agieren, um zu destabilisieren und die Christen zu vertreiben. Es ist diesen Kräften gelungen, dass in Mossul/Irak nur mehr ca. 10 % der früheren Zahl der Christen geblieben ist. Durch die neuerlichen Anschläge in Bagdad ergriffen viele Christen die Flucht nach dem sicheren Norden des Landes. Die Christen des Orients wollen nämlich in ihrer Heimat bleiben, so meine Erfahrung in den Gesprächen mit ihnen.

Was kann den Christen helfen?
Auf der politischen Ebene sind die Regierungen der betroffenen Länder zu bestärken, gegen den Terrorismus vorzugehen und die Christen zu schützen. Bei den Kirchen ist mehr Solidarität gefragt, die sich nicht nur in Gebeten und Wortmeldungen äußern darf, sondern sich in konkreter und ständiger Hilfe zeigen muss.“


Weitere Informationen:
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Zuletzt geändert am 22.12.2011