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HERZLICH WILLKOMMEN!
Initiative
Christlicher
Orient
und Freunde des Turabdin
Friedensplatz 2, A 4020 Linz; Tel/Fax: +43 732 773578,
ico@utanet.at
wir informieren - wir besuchen -wir helfen
      
Monsi gnore
Dr.
Hans Hollerweger:
Aufruf zu mehr Hilfe für Christen im Nahen Osten
Gründer der "Initiative Christlicher Orient" (ICO)
feiert am 13.Februar seinen 80. Geburtstag und berichtet
im "Kathpress"-Gespräch über aktuelle Lage der Christen
im Nordirak und im Tur Abdin.
Linz, 10.02.2010 (KAP) Zur verstärkten Unterstützung der
Christen im Nahen Osten hat der Obmann der "Initiative
Christlicher Orient" (ICO), Prof. Hans Hollerweger,
aufgerufen. Hollerweger feiert am 13.Februar seinen 80.
Geburtstag. Seit mehr als 20 Jahren setzt er sich
unermüdlich für die bedrängten Christen im Libanon, in
Syrien, in der Südosttürkei, im Irak und im Heiligen
Land ein. Es gelte, diese Menschen nicht im Stich zu
lassen, ihnen zu helfen und Hoffnung zu schenken, so
Hollerweger im Gespräch mit "Kathpress".
Die
"Initiative Christlicher Orient" (ICO) wurde vor knapp
21 Jahren von Prof. Hollerweger gegründet und hat es
sich zur Aufgabe gemacht, über die Christen im Nahen
Osten zu informieren, sie finanziell zu unterstützen und
Begegnungen zu ermöglichen. Einen Schwerpunkt setzt ICO
im Nordirak, wo in der Diözese Zakho-Dohuk 16
christliche Flüchtlingsdörfer unterstützt werden - etwa
durch den Ankauf von Schafen, die Ausstattung von
Kindergärten oder die Instandsetzung von
Wasserleitungen.
Vor Kurzem konnten in Kooperation mit den kirchlichen
Hilfswerken "MIVA Austria" und "Kirche in Not" zwei
gebrauchte Busse für zwei Dörfer angeschafft werden. Die
Busse werden u.a. für den Transport von Schülern
eingesetzt. Er würde sich noch viel mehr Hilfe von
verschiedenen Institutionen und Organisationen wünschen,
um verstärkt helfen zu können, so Hollerweger.
In den 1970er-Jahren wurden die Christen vom Regime
Saddam Husseins aus ihrem Land im Nordirak vertrieben
und mussten nach Bagdad oder in den Süden des Irak
flüchten; seit 2003 sind viele vor dem islamistischen
Terror aus den Städten in ihre ländlichen
Ursprungsgebiete zurückgekehrt. Doch es fehle an
Zukunftsperspektiven, so Hollerweger. Die kurdische
Regionalregierung könne kaum das Notwendigste zur
wirtschaftlichen Entwicklung der Flüchtlingsdörfer
beitragen. Zudem hätten viele Christen ihr Land, das
ihnen vom Hussein-Regime weggenommen wurde, immer noch
nicht zurückbekommen. Die kurdischen Behörden würden
hier sehr zögerlich agieren. Vor allem viele junge
irakische Christen würden deshalb das Land verlassen,
bedauerte Hollerweger.
Bethlehem
und Tur Abdin
Die bekannteste ICO-Aktion heißt "An jeden Christbaum
ein Stern aus Bethlehem": In der Adventzeit werden an
die 40.000 Olivenholzsterne in ganz Österreich verkauft.
Der Verkauf sichert Arbeitsplätze in Bethlehem und der
Erlös fließt ebenfalls wieder nach Bethlehem zurück. So
unterstützt die ICO damit die örtliche Caritas oder
finanziert Kindern den Schulbesuch.
Besonders setzt sich Hollerweger auch für die Christen
im Tur Abdin in der Südosttürkei ein, die in den
Auseinandersetzungen zwischen den kurdischen Kämpfern
und dem türkischen Militär zerrieben zu werden drohten.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten leistet Hollerweger Hilfe
zur Dorfentwicklung in diesem Gebiet. Ein Probleme für
die Christen vor Ort sei vor allem die fehlende
Rechtssicherheit in der Türkei, so Hollerweger im "Kathpress"-Gespräch.
Als Beispiel wies er auf das Kloster Mor Gabriel (auch:
Mar Gabriel) hin, eines der ältesten christlichen
Klöster überhaupt. Das etwa 25 Kilometer von Midyat
entfernt liegende Kloster wurde im Jahr 397 begründet.
In den letzten 25 Jahren wurde das Kloster vollständig
renoviert und hat sich erneut als geistliches Zentrum
der altsyrischen Christen etabliert.
Das Kloster sieht sich aber von verschiedenen Seiten mit
Ansprüchen und Gerichtsverfahren konfrontiert. Außer den
Finanz- und Forstbehörden erheben auch benachbarte
Gemeinden Anspruch auf Grund und Boden, der Mor Gabriel
gehört.
Sollte in der Türkei endlich Rechtssicherheit herrschen,
würden wieder mehr Christen in ihre ursprüngliche Heimat
im Tur Abdin zurückkehren, zeigte sich Hollerweger
überzeugt. Bislang sei von Verbesserungen trotz
Bemühungen der Türkei um einen EU-Beitritt aber noch
nichts zu bemerken.
Seine vordringlichste Aufgabe sieht Hollerweger darin,
die Menschen in Österreich über die Christen im Nahen
Osten zu informieren und mehr Interesse zu wecken. Das
bezwecke er vor allem mit der vier Mal jährlich
erscheinenden Zeitschrift "Information Christlicher
Orient", in der das vielfältige lebendige christliche
Leben im Nahen Osten gezeigt werden soll.
Liturgiewissenschaftler und Musiker
Hans Hollerweger wurde 1930 in St.
Georgen im Attergau geboren. Er studierte in Linz
Theologie und wurde 1954 zum Priester geweiht. 1972
habilitierte er sich für Liturgiewissenschaft an der
Theologischen Fakultät der Universität Graz. Ab 1967
lehrte er als Dozent und ab 1971 als Professor
Sakramententheologie und Liturgiewissenschaft an der
Philosophisch-Theologischen Hochschule Linz (nunmehr
Katholisch-Theologische Hochschule Linz). Maßgeblich war
er am Aufbau der Hochschulbibliothek beteiligt, deren
Direktor er ebenfalls war. Außerdem unterrichtete er an
der Religionspädagogischen Akademie der Diözese Linz.
1996 emeritierte Prof. Hollerweger.
Als Liturgiker hatte Hollerweger wesentlichen Anteil an
der Erstellung der Richtlinien für die Begräbnisfeier in
den deutschsprachigen Diözesen sowie am Benediktionale,
dem Handbuch für Segensfeiern der Kirche.
Hollerweger ist seit langem auch musikalisch tätig: Er
war und ist Chorleiter und gilt als Fachmann für
byzantinische Liturgie. Aus Hollerwegers Beschäftigung
mit dem Tur Adin entstand 1999 der Bildband "Lebendiges
Kulturerbe Tur Abdin. Wo die Sprache Jesu gesprochen
wird", der inzwischen eine Auflage von 12.500 Stück
erreicht hat und als internationales Standardwerk gilt.
O-Töne von Prof.
Hollerweger sind auf
www.katholisch.at/o-toene
abrufbar.
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