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Bist du es oder bist du es nicht?

Am 3. Juli feierte der aus Vukanovici in Bosnien stammende neu geweihte Priester Niko Tomic im Beisein seiner Familie seine erste Heilige Messe (Primiz) in der Pfarre Wels-Heilige Familie.


V. l.: Josef Keplinger, Niko Tomic, Bono Tomic (Bruder von Niko)


Gemeinsam unterwegs
Pfarrer Dr. Slawomir Dadas begrüßte den Primizianten, der in der Pfarre als Kooperator tätig sein wird, im Namen der Pfarrgemeinde aufs Herzlichste und erinnerte an das Bild der Emmausjünger auf der Einladung zum Fest, das ein schönes Bild des gemeinsamen Suchens und Unterwegsseins in der Pfarre sowie im eigenen Leben sei.

Ein Leben voller Überraschungen
Der Spiritual des Priesterseminars, Dr. Josef Keplinger, betonte in seiner Predigt die Bedeutung eines realistischen Blickes auf den Priesterberuf. Nicht um ein Leben voller Licht und Glanz gehe es dabei, sondern vielmehr um ein gemeinsames Suchen.

Die Frage des Johannes des Täufers im Evangelium sei dabei hilfreich. "Bist du es, der da kommen soll?", lässt er Jesus vom Gefängnis aus fragen. Die anfänglich starke Überzeugung das Johannes sei einer verunsicherten Frage im Gefängnis gewichen, in der kein Glanz zu spüren sei. Der Weg des Johannes sei so ein langer Weg von der totalen Überzeugung zum totalen Zweifel gewesen, so Keplinger. Daher sei der Weg der Berufung kein Spaziergang, denn Gott gehe mit uns immer wieder auch andere Wege, als die, die wir uns vorstellen und erwarten würden. Auch der Weg des Primizianten sei ein ähnlicher gewesen, denn auch er musste so manche Vorstellung seiner ursprünglichen religiösen Prägung seines Heimatlandes zu Bruch gehen lassen und sich auf neue Wege in der Diözese Linz einlassen, erklärte Keplinger.

Die Fragen der Menschen im Blick
Sein Ja zum priesterlichen Dienst sei ein Ja zu einem Weg, der die Fragen der Menschen im Blick hat und nicht fertige Erklärungen, es sein der Weg der gemeinsamen Suche. Nicht ein Weg des Mahners vor Gottlosigkeit, sondern der gemeinsamen Gottsuche und das sei eine große Herausforderung für einen Priester, jenseits aller Floskeln, so Keplinger.

Eigene Vorstellungen müssten dabei immer wieder losgelassen werden, um mit den Menschen in ihre Welt mitgehen zu können. Eine Welt voll Hoffnung und Zuversicht, aber auch der Taubheit und des Todes und dabei sich immer wieder zu fragen: "Bist du es oder bist du es nicht, Gott?" Denn Gott sei in den Fragen mehr als in den Antworten zu finden, so Keplinger.

Abschließend wünschte der Spiritual dem Primizianten offene Augen und ein offenes Herz, damit der eigene Glaube immer wieder gestärkt werde, ganz im Sinne seines Psalmverses zur Priesterweihe "... vertrau doch auf ihn, denn er macht es richtig".

Herzliche Geschenke
Zum Abschluss überreichten Gisela Baumgartner und Josef Hiegelsberger als Geschenk der Pfarre eine Stola mit dem Primizspruch sowie ein Buch mit guten Wünschen der Pfarrbevölkerung an Niko Tomic.

Maria Haslinger übergab die gesammelten Texte des Gottesdienstes im Namen der Vorbereitungsgruppe an den Primizianten und der Leiter der Kroatischen Seelsorge in Oberösterreich überreichte einen von Papst Benedikt gesegneten Rosenkranz.

Im Anschluss waren alle zum Pfarrfest eingeladen.

 


Spiritual Dr. Josef Keplinger bei seiner Predigt


V. l.: Pfarrer Slawomir Dadas, Niko Tomic, Josef Keplinger, Walter Dorfer


Mag. Niko Tomic spendet den Primizsegen


Fotos: Reinhold Wöginger

Website Pfarre Wels-Hl. Familie

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