Aus dem Fehler gelernt
Diözese trifft Maßnahmen, um Vertrauen in Dreikönigsaktion
zu stärken
KirchenZeitung Diözese Linz Ausgabe 2011/05 Matthäus Fellinger
Es ist ein Fehler passiert – aber die Dreikönigsaktion verdient
das Vertrauen der Spenderinnen und Spender, ist Generalvikar Severin
Lederhilger überzeugt. Die Diözese setzt Schritte, um Fehlentscheidungen
in ihrem Bereich für die Zukunft auszuschließen.
Niemand wollte mit Spendengeldern spekulieren, ist sich Generalvikar
DDr. Severin Lederhilger nach dem Bericht der Verantwortlichen der Dreikönigsaktion
in der Diözese Linz gewiss. Doch dass im Jahr 2005 auch Aktien
zur Bildung von Rücklagen angekauft wurden, war eine Fehlentscheidung.
Damit wollte die Dreikönigsaktion Rückstellungen für
längerfristige Projekte finanziell absichern. Nicht nur im Blick
auf die folgende Finanzkrise war das ein Fehler. Die Aktien des österreichischen
Immobilienunternehmens Conwert verloren an Wert, die Dreikönigsaktion
zugleich einen Teil des Vertrauens, den viele in sie setzten.
Keine Aktien mit Spendengeldern.
So viel steht fest: Künftig wird die Dreikönigsaktion keine
Aktienveranlagungen mehr vornehmen. Rückstellungen sollen überhaupt
auf ein unbedingt notwendiges Maß festgesetzt werden, um mehrjährige
Projekte und Finanzzusagen sicherstellen zu können.
Die Dreikönigsaktion ist – so Lederhilger – 2005 schlecht beraten
gewesen, die erforderlichen Rücklagen teilweise durch Aktien sicherstellen
zu wollen. Gerade bei Aktien bestehe auf Grund der Kursschwankungen
eben nicht die notwendige volle Sicherheit, dass das Geld durch die
Einlösung der Werte genau dann so zur Verfügung steht, wann
und wie man es braucht. Da Spenden den von der Bischofskonferenz mit
der Dreikönigsaktion festgesetzten Zielen dienen, werden nur so
viel an Rücklagen gebildet, dass die für eine bestimmte Zeit
zugesagten Projekt-Gelder jederzeit ausbezahlt werden können.
Nun will die Dreikönigsaktion ihre verhängnisvollen Aktien
so rasch, aber auch sinnvoll wie möglich loswerden. Mit den Finanzverantwortlichen
der Diözese sucht man dazu nach einem Weg.
Auf Seiten der Sternsinger.
Noch mehr als der inzwischen größerenteils wieder ausgeglichene
Kurswert macht Lederhilger der Vertrauensverlust zu schaffen. „Die tausenden
Ehrenamtlichen haben es nicht verdient, durch eine Fehlentscheidung
ihre Arbeit infrage gestellt zu sehen.“ Und: „Die Diözese steht
auf Seiten der vielen Sternsinger mit ihrem Einsatz für eine sehr
sinnvolle Sache.“ Zusammen mit der Katholischen Aktion wird nun versucht,
verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Letzte Woche hat es dazu
ein ausführliches Gespräch gegeben. Gemeinsam wollen die Diözese
und die kirchlichen Spendenorganisationen eine Struktur finden, die
einen möglichst unbürokratischen, kontrollierten Ablauf der
Spendenverwaltung ermöglicht. Die meisten kirchlichen Organisationen
sind ja nicht nur in der Diözese, sondern österreichweit aktiv.
Es ist hier noch klarer zu regeln, was auf Österreichebene und
was in den einzelnen Diözesen verantwortet wird.
Seriöse Arbeit geleistet.
Trotz der Fehlentscheidung des Jahres 2005 ist der Generalvikar überzeugt:
In der Dreikönigsaktion ist im Blick auf die vielen Projekte speziell
der Entwicklungshilfe wirklich seriöse Sacharbeit geleistet worden.
„Als Diözese garantieren wir jedenfalls die Werthaltigkeit aller
Spenden, die uns treuhänderisch anvertraut werden“, betont Lederhilger.
Die Gelder kämen genau jenen Zwecken zugute, wofür sie gespendet
wurden. Und: Mit Rücklagen darf nicht spekuliert werden, sie dienen
– soweit überhaupt erforderlich – lediglich den einzelnen Projekten,
für die sie gebildet wurden.
http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=57561
-----------------------------------------------------
Mag.a Gabriele Eder-Cakl
Leiterin Kommunikationsbüro der Diözese Linz / Presse Herrenstraße
19, 4010 Linz
Tel: 0732/7610-1171
Mobil: 0676/87761171
mailto:gabriele.eder-cakl@dioezese-linz.at
http://www.dioezese-linz.at/
zurück